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Liebeserklärungen im Wandel. Der schriftliche Gefühlsausdruck als Sprachhandlung in Briefen zwischen 1900 und 1990

Título: Liebeserklärungen im Wandel. Der schriftliche Gefühlsausdruck als Sprachhandlung in Briefen zwischen 1900 und 1990

Trabajo Escrito , 2015 , 63 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Anonym (Autor)

Filología alemana - Lingüística
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Im Fokus der folgenden Arbeit steht die Analyse von Liebeserklärungen in Briefen. Der Brief als schriftliches Kommunikationsmedium bietet eine konservierte Grundlage, um sich der Kommunikation zwischen Liebenden anzunähern. Anhand eines Korpus bestehend aus dreißig Liebesbriefen des Koblenzer Liebesbriefarchives wird die sprachliche Realisierung von Liebe analysiert. Dabei stellt sich die Frage, wie eine Liebeserklärung definiert werden kann und was für ein Sprechakt sie ist.

Nachdem diese Frage geklärt ist, soll die Verwirklichung dieses Sprechaktes in der Zeitspanne von 1900 – 1990 analysiert werden. Deutlich im Fokus der Analyse steht der Wandel. Diese Arbeit stellt die These auf, dass die Kommunikation zwischen Liebenden sich einem wandelnden Konzept der Liebe anpasst und somit die Sprache in Liebesbriefen rückschließend etwas über das gesellschaftliche Bild von Liebe aussagen kann. Darüber hinaus versucht die Analyse festzustellen, dass Liebeserklärungen Mustern folgen, die über die Zeit wiederzuerkennen sind und somit einen Sprechakt darstellen, der eventuell modifiziert in dem semantischen Feld des Liebesbriefes verankert ist. So wird eine Brücke geschlagen zwischen der historischen Pragmatik und der Soziolinguistik.

Diese Hausarbeit bewegt sich im Feld der historischen Pragmatik. Sie stellt die Frage, wie ein spezieller Sprechakt im Laufe einer Zeitspanne verwirklicht wurde. Das Feld der Pragmatik steckt Aspekte der Interpretation von sprachlichen Äußerungen ab, die vom Kontext dieser Äußerung abhängen. Kommunikative Funktionen sollen analysiert und interpretiert werden.

Wie bereits von Staffeldt kritisiert, beschäftigte sich die Linguistik auffallend wenig mit dem Handlungsfeld Liebe, beziehungsweise den „berühmten drei Worten“. In der Forschungsliteratur ist es nur schwierig, einen Konsens darüber zu finden, ob und – wenn ja – welchen Mustern Liebeskommunikation folgt. Liebesbriefe bieten dabei eine realistische Konservierung der Sprache, da er als private Übermittlung von Nachrichten an geliebte Personen keinen speziellen formalen Regeln folgt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Korpus

3. „Denn ich muss dir gestehen, dass dies der erste Liebesbrief den erdacht“ Analyse der Liebeserklärungen

3.1 Annäherung an eine Definition

3.2 Die Liebeserklärung als sprachliche Handlung

3.3 Verwirklichung, Funktion und Form der Liebeserklärung in den Briefen

3.3.1 Einflechtung und Kennzeichnung

3.3.2 Funktion & Intention

4. Der Wandel der Liebeserklärungen im Zusammenhang mit Gesellschaftlichem Wandel

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des Sprechaktes "Liebeserklärung" in privaten Briefen über den Zeitraum von 1900 bis 1990. Ziel ist es, durch die Analyse eines Korpus von dreißig Liebesbriefen aufzuzeigen, wie sich sprachliche Muster des Gefühlsausdrucks an veränderte gesellschaftliche Konzepte von Liebe und Intimität anpassen, und dabei eine Brücke zwischen historischer Pragmatik und Soziolinguistik zu schlagen.

  • Historische Pragmatik des Sprechaktes Liebeserklärung
  • Analyse der sprachlichen Realisierung von Liebe in Briefen
  • Wandel gesellschaftlicher Liebeskonzepte und Intimität
  • Vergleich der Kommunikationsmedien (Briefe, Feldpost, Telefon)
  • Einfluss der gesellschaftlichen Sexualmoral auf den Ausdruck von Zuneigung

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Liebeserklärung als sprachliche Handlung

Mit der Namensgebung seines Aufsatzes „Über die Möglichkeiten, einen unmöglichen sprachlichen Handlungstyp zu realisieren“ (1988) macht Auer bereits klar, auf welche Schwierigkeit man bei der Frage nach dem Sprechakt der Liebeserklärung stößt. Dennoch stellt er die These auf, dass deren Darstellung in der Interaktion alles andere als ´natürlich´ ist, sondern in hohem Maße bestimmten vorgegebenen Mustern folgt (1988: 12).

Als erstes sollte ein Blick auf die Satzsemantik der Liebeserklärungen geworfen werden. Der „Prototyp“ (1988: 12) so, wie Auer es bezeichnet, der Liebeserklärung wäre „Ich liebe dich“, dessen satzsemantische Grundform sich leicht „auf eine gemeinsame scheinbar triviale Formel“ (1988: 12) bringen lässt. Das zweistellige Prädikat lieben, verbindet das Subjekt mit dem Objekt, so übermittelt eine einfache Subjekt-Verb-Objekt-Syntax den Ausdruck des Affektes. Die Äußerung „Ich liebe dich“ kann jedoch nicht als einfacher Satz gesehen werden, da er zerfällt, sobald eine Veränderung stattfindet. Die Äußerung steht außerhalb der Syntax, sie ist damit eine Holophrase, die nicht zerlegbar ist. Der weitere Vergleich mit Searles Performativen (taufen, versprechen), stellt heraus, dass Liebeserklärungen Situationsabhängig sind. Während andere zweistellige Verben in der Verbindung mit ich – Verb – dich/dir im Präsens eine Handlung ausführen (ich taufe dich /ich verspreche dir) und im Präteritum ihren Vollzug beschreiben, drückt ich & lieben im Präsens & dich eine affektive Haltung aus (vgl. Auer, 1988: 13). Durch den Ausdruck einer Haltung, wird eine Sequenz eröffnet, die der andere schließen muss (vgl. Auer, 1988: 14). So birgt die Liebeserklärung auch immer eine Erwartung an den Hörer. Welche Illokution mit der Äußerung verbunden ist und damit welche Illokution die Sprachhandlung hat, ist allerdings noch nicht geklärt. Zwar wurde eben erläutert, dass das Äußern einer Liebeserklärung auch eine Erwartung weckt, jedoch beinhaltet „Ich liebe dich“ keine direkte Anweisung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Forschungsfeld der historischen Pragmatik vor und definiert die Untersuchung von Liebeserklärungen in Briefen als Weg zur Analyse wandelnder Liebeskonzepte.

2. Das Korpus: Hier wird der Untersuchungsgegenstand beschrieben, bestehend aus dreißig Liebesbriefen aus dem Koblenzer Liebesbriefarchiv, die in drei Zeitabschnitte unterteilt sind.

3. „Denn ich muss dir gestehen, dass dies der erste Liebesbrief den erdacht“ Analyse der Liebeserklärungen: Dieses Kapitel erarbeitet eine Definition von Liebeserklärungen, analysiert diese als sprachliche Handlung und untersucht deren Einflechtung, Funktion und Intention in der brieflichen Kommunikation.

4. Der Wandel der Liebeserklärungen im Zusammenhang mit Gesellschaftlichem Wandel: Das Kapitel verknüpft die sprachliche Analyse mit der historischen Entwicklung, insbesondere der Vereinfachung, Explizitheit und der zunehmenden Erotisierung des Gefühlsausdrucks.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Liebeserklärungen stets expressiv sind und sich ihre sprachliche Realisierung mit dem historischen Hintergrund sowie dem gesellschaftlichen Verständnis von Liebe wandelt.

Schlüsselwörter

Historische Pragmatik, Liebeserklärung, Liebesbriefe, Sprechakt, Soziolinguistik, Gefühlsausdruck, Intimität, Privatsprache, Korpusanalyse, Briefkultur, Liebeskonzept, Sprachwandel, Erotik, Interaktion, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich die sprachliche Gestaltung von Liebeserklärungen in privaten Briefen über den Zeitraum von 1900 bis 1990 verändert hat und was dies über das jeweilige gesellschaftliche Bild von Liebe aussagt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die historische Pragmatik, die Analyse von Liebesbriefen als historische Quelle, die Konstruktion von Intimität durch Sprache und der Einfluss gesellschaftlicher Rahmenbedingungen auf den Ausdruck von Gefühlen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel des Sprechaktes "Liebeserklärung" nachzuzeichnen und zu belegen, dass die Sprache in Liebesbriefen ein Spiegelbild für das gesellschaftliche Konzept der Liebe in der jeweiligen Zeit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine korpuslinguistische Untersuchung, die dreißig Liebesbriefe aus drei verschiedenen Zeitabschnitten analysiert und dabei Methoden der historischen Pragmatik anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt zunächst die Definition und pragmatische Einordnung der Liebeserklärung, gefolgt von einer detaillierten Analyse der Einflechtung, Funktion und Intention dieser Sprechakte in den untersuchten Briefen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind historische Pragmatik, Liebeserklärung, Liebesbriefe, Intimität, Soziolinguistik, Gefühlsausdruck und Sprachwandel.

Wie unterscheidet sich die Liebeskommunikation in den Feldpostbriefen?

Die Feldpostbriefe zeichnen sich durch eine Abspaltung des Gefühlsausdrucks vom restlichen Briefinhalt aus, wobei der Ausdruck von Sehnsucht, Heimweh und das Bedürfnis, die eigene Existenz zu bestätigen, im Vordergrund stehen.

Welche Rolle spielt die Privatsprache in der Liebesbeziehung?

Die Privatsprache, insbesondere durch Kosenamen und Diminutive, fungiert als Code zur Konstruktion von Intimität, der über die gesamte Zeitspanne der untersuchten Briefe hinweg relativ konstant bleibt.

Wie veränderte sich die Liebeserklärung in den 1980er Jahren?

In den 1980er Jahren wurde die Liebeserklärung expliziter und häufiger mit körperlichem Verlangen sowie sexuellen Anspielungen verknüpft, während der Brief selbst zu einem rein romantischen Medium wurde, da die Kommunikation alltäglicher Dinge inzwischen über andere Medien stattfand.

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Detalles

Título
Liebeserklärungen im Wandel. Der schriftliche Gefühlsausdruck als Sprachhandlung in Briefen zwischen 1900 und 1990
Calificación
2,0
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
63
No. de catálogo
V315558
ISBN (Ebook)
9783668153509
ISBN (Libro)
9783668153516
Idioma
Alemán
Etiqueta
Liebesbrief Sprechakt Sprache Gesellschaft Soziolinguistik historische Pragmatik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2015, Liebeserklärungen im Wandel. Der schriftliche Gefühlsausdruck als Sprachhandlung in Briefen zwischen 1900 und 1990, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315558
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