Es ist an der Zeit genauer auf die Entwicklung einer kindlichen Übergewichtsentstehung zu blicken, um somit die Gesundheitssysteme zu entlasten und "unseren" Kindern einen ausgewogenen Lebensstart zu ermöglichen. Ein viel diskutierter Ansatz in der Übergewichts- und Adipositasprävention ist das Stillen. Diese Arbeit soll eine Bewertung darüber zulassen, inwieweit die Muttermilchgabe vor Übergewicht und Adipositas schützt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2 ZIELSETZUNG
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND
3.1 Stillen in Deutschland – Bestandsaufnahme
3.2 Zusammensetzung von Muttermilch und Formulamilch
3.2.1 Muttermilch
3.2.2 Formulamilch
3.2.3 Die frühe Proteinhypothese
3.3 Protektive Effekte des Stillens hinsichtlich einer Entstehung von Erkrankungen im kindlichen und mütterlichen Organismus
3.4 Übergewicht und Adipositas
3.4.1 Definition von Übergewicht und Adipositas bei Kindern
3.4.2 Prävalenz und Komorbidität von Übergewicht und Adipositas bei Kindern
3.4.3 Ursachen für Übergewicht und Adipositas bei Kindern
3.4.4 Mögliche Folgeerkrankungen im Erwachsenenalter
3.4.5 Daten zu Krankheitskosten zur Behandlung von Übergewicht und Adipositas
3.5 Postnatale metabolische Programmierung
3.5.1 Zusammenhang zwischen postnataler Ernährung in den ersten 2 Lebensjahren und einem Adipositasrisiko
3.5.2 Studienlage
4 METHODIK
4.1 Ein- und Ausschlusskriterien für Literatur
4.2 Vorgehen
4.3 Einbezogene Quellen
5 ERGEBNISSE
5.1 Übersichtliche Darstellung der präventiven Stillwirkung auf die Entstehung von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter anhand recherchierter Ergebnisse
5.2 Übersichtliche Darstellung der optimalen Stillperiode hinsichtlich einer Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter anhand recherchierter Ergebnisse
6 DISKUSSION
7 ZUSAMMENFASSUNG
8 LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss des Stillens auf die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr sowie die Identifikation einer optimalen Stilldauer zur Prävention dieser gesundheitlichen Risiken. Im Fokus steht dabei die Analyse evidenzbasierter Studien zur postnatalen metabolischen Programmierung.
- Prävention von kindlichem Übergewicht und Adipositas
- Vergleich der Nährstoffzusammensetzung von Muttermilch und Formulamilch
- Die frühe Proteinhypothese als Ursachenmodell
- Analyse präventiver Stillwirkungen auf den kindlichen Organismus
- Einfluss der Stilldauer auf das Ernährungsverhalten und Gesundheitsrisiken
Auszug aus dem Buch
Die frühe Proteinhypothese
Die frühe Proteinhypothese wurzelt in Beobachtungen an Kindern, bei denen eine Übergewichts- und Adipositasneigung im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter vorliegt, wenn sie in den ersten beiden Lebensjahren bereits übergewichtig oder einem rapiden Gewichtszuwachs unterlegen waren. Darüber hinaus zeigten Studien, dass flaschenernährte Säuglinge gegenüber gestillten Säuglingen mit 1 Lebensjahr mehr Körpergewicht aufwiesen. Genauer betrachtet ist der Unterschied in der Eiweißaufnahme bei gestillten Säuglingen um 55-80% niedriger als bei nichtgestillten Säuglingen (Koletzko, Brands et al., 2013, S. 30-33).
Eine nachfolgende Abbildung verdeutlicht, wie viel mehr Protein flaschenernährte Kinder aufnehmen und in welchem Niveau die Industrie seit den siebziger Jahren die Proteinkonzentration in der Formulamilch angepasst hat.
Nach der Gabe üblicher Säuglingsmilch wurde eine deutlich höhere Insulinfreisetzung beobachtet als nach dem Stillen. Hohe Insulin- und IGF1-Spiegel (insulin-like growth factor 1) können sowohl das Wachstum in den ersten beiden Lebensjahren als auch die adipogene Aktivität und Adipozytendifferenzierung stimulieren (Koletzko et al., 2009; zitiert nach Koletzko, Brands et al., 2013, S. 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Problematik zunehmender Adipositas bei Kindern in Deutschland und Vorstellung des wissenschaftlichen Interesses am Stillen als Präventionsansatz.
2 ZIELSETZUNG: Definition der Forschungsfragen hinsichtlich des Schutzeffekts des Stillens vor Adipositas und der Bestimmung einer optimalen Stillperiode.
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND: Detaillierte Betrachtung von Stillraten in Deutschland, der Zusammensetzung von Milch, der Proteinhypothese, protektiven Effekten sowie den Ursachen und Folgeerkrankungen von Adipositas.
4 METHODIK: Beschreibung der Kriterien für die Literaturrecherche, der verwendeten Suchstrategien und der Ein- sowie Ausschlusskriterien für die einbezogenen Quellen.
5 ERGEBNISSE: Zusammenfassende Darstellung der recherchierten wissenschaftlichen Studien zur präventiven Wirkung von Stillen und zur optimalen Stilldauer.
6 DISKUSSION: Synthese der Studienergebnisse zur Beantwortung der Fragestellungen sowie kritische Reflexion des aktuellen Kenntnisstandes.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Abschluss der Arbeit mit einer Zusammenfassung der Erkenntnisse zur präventiven Stillwirkung und Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Stillen, Muttermilch, Adipositas, Übergewicht, kindliche Entwicklung, Metabolische Programmierung, Proteinhypothese, Prävention, Säuglingsernährung, Formulamilch, Kindergesundheit, Stilldauer, Ernährungsverhalten, Stoffwechsel, Gesundheitsrisiken.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der präventiven Wirkung des Stillens auf die Entstehung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Zusammensetzung von Muttermilch und Formulamilch, die frühkindliche metabolische Programmierung und die Faktoren, die das Risiko für kindliche Adipositas beeinflussen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob Stillen vor Übergewicht und Adipositas bei Kindern schützt und ob es eine optimale Stillperiode gibt, um diesen präventiven Effekt zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Arbeit verwendet?
Es handelt sich um ein narratives Review, für das eine systematische Literaturrecherche in wissenschaftlichen Datenbanken durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine Bestandsaufnahme des Stillverhaltens in Deutschland, die theoretischen Grundlagen der Proteinhypothese, eine Darstellung der Adipositasursachen sowie die Auswertung relevanter Studien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Stillen, Adipositasprävention, metabolische Programmierung, Proteinhypothese und kindliche Ernährung.
Wie unterscheidet sich die Nährstoffzusammensetzung von Muttermilch zu Formulamilch im Hinblick auf das Adipositasrisiko?
Muttermilch enthält tendenziell weniger Protein als handelsübliche Formulamilch. Ein hoher Proteingehalt in der Säuglingsnahrung wird mit einer stärkeren Insulinausschüttung und einem rapiden Gewichtszuwachs assoziiert, was das Adipositasrisiko erhöhen kann.
Welche Rolle spielt die „frühe Proteinhypothese“ in diesem Kontext?
Diese Hypothese postuliert, dass eine übermäßige Proteinzufuhr in den ersten beiden Lebensjahren die Insulinsekretion ankurbelt, die Fettzellbildung fördert und somit das Langzeitrisiko für Übergewicht und Adipositas steigert.
Gibt es eine wissenschaftliche Bestätigung für eine optimale Stilldauer?
Die Studienlage deutet auf einen Dosis-Wirkungs-Effekt hin, wonach eine längere Stilldauer mit einem geringeren Adipositasrisiko korreliert; dabei wird eine mindestens sechsmonatige ausschließliche Stillperiode häufig als optimal hervorgehoben.
- Citation du texte
- Carolin Schricker (Auteur), 2015, Der Einfluss des Stillens auf die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas bei Kindern bis zum 6. Lebensjahr. Gibt es eine optimale Stillperiode zur Prävention?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315580