Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?


Examensarbeit, 2004

133 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Kapitel
1.1 Imperialismus – Eine Begriffsbestimmung
1.2 Frieden – Eine Begriffsbestimmung
1.3 Amerika – Aufstieg zur globalen Führungsmacht
1.3.1. Entfaltung der wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten
1.3.2. Das Arsenal der Demokratie
1.3.3. Die globale Präsenz
1.4 Von der Kooperation zur Lagerbildung – Die Jahre von 1945-1947
1.4.1. Gründung der Vereinten Nationen
1.4.2. Konflikte und Gegensätze
1.4.3. Zwei Lager

2. Kapitel
2.1 Der Korea-Krieg
2.1.1. Vorgeschichte des Korea-Krieges
2.1.2. Der Kriegsverlauf
2.1.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten
2.1.4. Südkorea nach der Intervention
2.1.5. Fazit
2.2 Operation „Success” in Guatemala
2.2.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes
2.2.2. Der Kriegsverlauf
2.2.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten
2.2.4. Guatemala nach Arbenz
2.2.5. Fazit
2.3 Intervention in der Dominikanischen Republik
2.3.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes
2.3.2. Der Kriegsverlauf
2.3.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten
2.3.4. Die Dominikanische Republik nach den Wahlen von 1966
2.3.5. Fazit
2.4 Der Zweite Indochinakrieg/Vietnamkrieg
2.4.1. Vorgeschichte des Vietnamkrieges
2.4.2. Der Kriegsverlauf
2.4.3. Südvietnam nach dem Abzug der Amerikaner
2.4.4. Fazit
2.5 Die Intervention in Grenada
2.5.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes
2.5.2. Der Kriegsverlauf
2.5.3. Grenada nach der Invasion
2.5.4. Fazit
2.6 Die Konterrevolution in Nicaragua
2.6.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes
2.6.2. Der Verlauf des Contra-Krieges
2.6.3. Die Rolle der USA im Contra-Krieg
2.6.4. Nicaragua nach dem Wahlsieg der Opposition
2.6.5. Fazit
2.7 Die Intervention in Panama
2.7.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes
2.7.2. Der Verlauf der Operation „Just Cause“
2.7.3. Panama nach der Intervention
2.7.4. Fazit

3. Kapitel
3.1 Der Zweite Golfkrieg
3.1.1. Die Vorgeschichte des Krieges
3.1.2. Operation Wüstensturm
3.1.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten
3.1.4. Die Golfregion nach der Intervention
3.1.5. Fazit
3.2 Der Dritte Golfkrieg
3.2.1. Vorgeschichte des Dritten Golfkrieges
3.2.2. Der Verlauf der Operation „Irakische Freiheit“
3.2.3. Der Irak nach Ende der offiziellen Kampfhandlungen
3.2.4. Fazit

Schluss – Gesamtfazit und Ausblick

Einleitung

„[...] One of the primary objectives of the foreign policy of the United States is the creation of conditions in which we and other nations will be able to work out a way of life free from coercion. [...] The free peoples of the world look to us for support in maintaining their freedoms. If we falter in our leadership, we may endanger the peace of the world – and we shall surely endanger the welfare of our own Nation. [...]“[1]

Die im Jahre 1947 vor dem amerikanischen Kongress vorgetragene Rede des amerikanischen Präsidenten Truman definierte die Außenpolitik der Vereinigten Staaten mit dieser Verkündung eines internationalen Engagements nicht grundsätzlich neu. Schon vor ihm hatten einige Präsidenten der Vereinigten Staaten die Rolle der USA ähnlich dargestellt. Eine schon 1823 durch den damaligen US-Präsidenten Monroe vorgetragene Doktrin beschrieb zwar noch eine Politik der Nichteinmischung für die USA in vornehmlich europäischen Interessensgebieten, zugleich erklärte sie aber den gesamten amerikanischen Kontinent zum direkten Einfluss- und Interessensgebiet der Vereinigten Staaten und verbot gleichzeitig jegliche Interventionen fremder Mächte in dieser Region. Ähnlich wie über 100 Jahre später auch Truman, betonte Monroe die schlussendliche Notwendigkeit des amerikanischen Einflusses auf andere Nationen, um den Frieden, die Freiheit und den Wohlstand dieser Länder und der Vereinigten Staaten selbst zu sichern.

Das Plädoyer Trumans für eine amerikanische Unterstützung der Länder, die dem Vorbild der westlichen Demokratie nacheiferten, erweiterte den zumindest in der Rhetorik verbreiteten Kampf für den Frieden und die Freiheit auf die ganze Welt. Zugleich spiegelte es die vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges geänderte außenpolitische Haltung der USA wider. Waren die Anfangsjahre des Krieges in Amerika noch geprägt durch heftige Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern des Isolationismus und den Befürwortern des Interventionismus, gelang es letzteren schließlich, sich bei der weichenstellenden Frage nach der zukünftigen außenpolitischen Richtung der USA durchzusetzen.[2] Als prominentester Vertreter eines stärkeren internationalen Engagements intensivierte seinerzeit besonders Präsident Roosevelt die Verbindung der USA mit den Kriegsgegnern der „Achsenmächte“[3], bevor Amerika schließlich mit eigenen Truppen entscheidend in das Kriegsgeschehen eingriff.[4] Begünstigt durch seine wirtschaftliche und militärische Überlegenheit, war es den USA nach 1945 möglich, die Führungsrolle zu behaupten, die sie im Verlauf des Krieges bereits eingenommen hatten.[5]

Von Prinzipien geleitet, die sich schon in der amerikanischen „Declaration of Independence[6] widerspiegeln, zusammen mit dem Glauben, dazu bestimmt zu sein, der Welt nach einer „manifest destiny[7] zur Freiheit und Demokratie zu verhelfen, nutzten die USA in den Nachkriegsjahren ihren Einfluss, um internationale Organisationen zu schaffen, die Konfliktursachen im Vorfeld wirksam entschärfen sollten. Zugleich trieben die Amerikaner die Demobilisierung der eigenen Streitkräfte und die Umstellung der Rüstungsindustrie auf zivile Produktionszweige voran. Betrug bei Kriegsende die Zahl der Streitkräfte der USA noch über zwölf Millionen Mann, davon allein etwa sieben Millionen in Übersee, sank die Truppenstärke in den folgenden Jahren beträchtlich. Schließlich ließen jedoch die zahlreichen Basen und Stützpunkte, die die USA auch nach Kriegsende weiter unterhielten und ausbauten, und die nach dem Truppenabbau immer noch beachtliche Größe der Armee keinen Zweifel daran, dass die Amerikaner die internationale Sicherheit und den Frieden notfalls auch mit Gewalt verteidigen würden.

Rückblickend betrachtet lässt sich nicht erst mit dem „präventiven“[8] Feldzug der USA gegen den Irak im Frühjahr 2003 ein Beispiel ausmachen, bei dem das friedliche Mittel der Diplomatie durch die Anwendung von militärischer Gewalt nicht nur ergänzt, sondern ersetzt worden ist. Vielmehr wurde der Krieg als „Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel[9], wichtiges Instrument bei zahlreichen außenpolitischen Interventionen der USA seit Beginn der Epoche, die als Kalter Krieg in die Geschichte einging, bis zum Sturz von Saddam Hussein im Irak.[10] Jedes militärische Engagement der USA beruhte auf dem von Truman und anderen US-Präsidenten vertretenen amerikanischen Selbstverständnis, dass die Vereinigten Staaten weltweit für die in der Charta der Vereinten Nationen beschlossenen Grundsätze eintreten müssten, sowie für den Schutz der eigenen Nation.[11]

Doch stellt sich die Frage, inwieweit das in Reden und Schriften in den letzten Jahrzehnten so oft vorgegebene internationale Engagement zur Friedenssicherung und Beseitigung von Chaos und Unfreiheit tatsächlich durch militärische Gewalt verwirklicht werden konnte. Dass die mit blühender Rhetorik propagierten Ziele oft nicht den unmittelbaren Folgen der militärischen Interventionen der USA entsprachen, liegt in der Natur kriegerischer Auseinandersetzungen. Ein Spannungsverhältnis zwischen offiziell verkündeter Friedensmission und der am Ende durchgeführten Militäraktion kann sich jedoch aus Untersuchungen der Fragen ergeben, inwieweit vor der Intervention überhaupt eine Bedrohung des Friedens bestand, welche Rolle die USA bei den Auseinandersetzungen im Vorfeld und während des Verlaufs spielten, und welche Ergebnisse am Ende durch den militärischen Eingriff langfristig erreicht wurden. Dies führt zwangsläufig auch zu Überlegungen, inwiefern neben der Friedenssicherung noch andere Interessen der USA die Verfügung eines Militäreinsatzes beeinflusst haben könnten.

Mit dem Ende des Ost-West-Konfliktes mehrten sich Stimmen, die für die Weltmacht nicht die Rolle des gütigen Hegemons und der einzigen Alternative zur internationalen Anarchie, wie es etwa Brzezinski ausführt, gelten lassen wollen.[12] Ernst-Otto Czempiel beobachtet spätestens mit dem Amtsantritt von George W. Bush einen klaren Politikwechsel der Vereinigten Staaten mit einer Abwendung vom Multilateralismus, hin zu unilateralen Handlungen zum Vorteil Amerikas. Die seit dem Amtsantritt des Republikaners Bush erfolgte Aufkündigung internationaler Verträge, sowie die klare Absage an internationale Vereinbarungen, die die amerikanische Souveränität beschneiden würden, hätten dabei eine schon zuvor latent erkennbare Ausrichtung amerikanischer Außenpolitik erheblich forciert. Daneben trage Amerika zur Militarisierung der Welt bei, indem es einen globalen Kampf gegen den Terrorismus ausruft und zahlreiche Länder zu „Schurkenstaaten“ erklärt.[13]

Vor diesem Hintergrund erlebt heute in Büchern, Artikeln und Kommentaren der Begriff des Imperialismus eine regelrechte Renaissance, wenn die außenpolitischen Beziehungen der Vereinigten Staaten zu anderen Nationen beschrieben werden. So sieht Emmanuel Todd die USA in ihrer Funktion als weltweite Führungsmacht zwar im Niedergang, beschreibt jedoch ihre noch immer dominante Rolle in der Weltwirtschaft, die sich seiner Ansicht nach auf ungerechtfertigte Abschöpfung wirtschaftlicher Erzeugnisse und Plünderung anderer Nationen zurückführen lässt.[14] Nicht unbedingt die wirtschaftliche Ausbeutung, doch die Kontrolle der Weltwirtschaft über die internationalen Finanzinstitutionen durch die USA kritisiert auch Chalmers Johnson. Zudem teilt er die Position Czempiels, wenn er den USA vorwirft seit Ende des Kalten Krieges ihre außenpolitischen Ziele vorwiegend durch Drohgebärden und militärischen Druck, anstelle von Diplomatie und mit Hilfe internationaler Organisationen verwirklicht zu haben. Im Gegensatz zu Todd assoziiert Johnson den amerikanischen Imperialismus allerdings nicht nur mit klassischen Attributen wie Ausbeutung und Unterdrückung. Vielmehr ist für ihn der hohe Einfluss der Vereinigten Staaten auf Bündnisse, internationale Organisationen und die anderen Industriestaaten ein Ausdruck des Imperialismus der USA.

Dass gerade die Vereinigten Staaten als einzig verbliebene Supermacht in den letzten Jahren immer häufiger in das Blickfeld der Kritiker geraten sind, scheint nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass die Rückkehr zu einer imperialistischen Machtpolitik für Amerika von den einflussreichen „Think Tanks“[15] des Landes zunehmend offen propagiert wird.[16] So zeichnet Sebastian Mallaby, Mitarbeiter der Washington Post, ein düsteres Bild von Teilen der Welt. In seinem Szenario bedrohen Gefahren wie „gescheiterte“ Staaten oder das unkontrollierte Bevölkerungswachstum und Ressourcenknappheit in manchen Regionen die Sicherheit und den Frieden der übrigen Welt und schließlich der Vereinigten Staaten.[17] Mallaby sieht demnach, ebenso wie andere Vertreter der neokonservativen „Denkfabriken“ der USA, in einer Verringerung von Macht und Einfluss der Vereinigten Staaten den falschen Weg, und fordert stattdessen eine imperialistische Ausrichtung der amerikanischen Außenpolitik.

Der ehemalige außenpolitische Berater des britischen Premiers Tony Blair, Robert Cooper, spricht als europäischer Vertreter eines Neo-Imperialismus von doppelten Standards, an die sich die Welt in Zukunft gewöhnen müsse. Während die Industrieländer weiterhin untereinander Beziehungen auf der Basis von Verhandlungen unterhielten, würde man bei vormodernen Staaten auch auf Gewalt und Sanktionen zurückgreifen müssen, sofern diese als Bedrohung aufgefasst werden.

Haben sich die USA also zu einer weltweit operierenden Macht entwickelt, die notfalls auch mit Gewalt ihre eigenen Interessen durchsetzt? Einer Macht, die anstatt mit diplomatischem Austausch und auf Basis des internationalen Rechts, eigene wirtschaftliche und geostrategische Ziele unter Zuhilfenahme ihres Militärapparates verwirklicht? Handelt es sich bei den jüngsten militärischen Auslandsinterventionen gar um die Ausübung eines neuen Imperialismus? Nutzten die USA vielleicht schon vor dem Ende des Kalten Krieges ihre militärische Macht, um andere Interessen als die Friedenssicherung in anderen Ländern durchzusetzen?

Im Rahmen dieser Arbeit soll eine Analyse der militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 durchgeführt werden.[18] Sie setzt sich mit den Fragen auseinander, inwiefern die Eingriffe der Amerikaner in das internationale Geschehen seit 1945 als Mittel zur Sicherung des Friedens angesehen werden können, oder ob bzw. inwieweit es sich dabei um die Festigung und gewaltsame Erweiterung des eigenen Machtbereiches handelte – der Ausübung eines Neo-Imperialismus.

Die ausschließliche Berücksichtigung militärischer Interventionen erlaubt eine konzentriertere Betrachtung der insgesamt sehr vielfältigen Interaktionen der USA mit dem Rest der Welt. Zweifelsohne bestehen etwa im Bereich internationaler Finanzinstitutionen Abhängigkeitsverhältnisse vieler Nationen gegenüber Amerika, die eine Untersuchung vor dem Hintergrund des Imperialismusbegriffes ebenfalls zulassen würden. Doch sind gerade die wirtschaftlichen Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse subtiler und schwerer aufzuflechten und würden letztlich den begrenzten Rahmen dieser Arbeit sprengen.[19] Ebenfalls aufgrund des quantitativ beschränkten Rahmens dieser Arbeit muss die Darstellung der gewaltsamen Interventionen auf eine geringe Anzahl von Einzelfällen beschränkt bleiben, wobei die Bearbeitung der Konflikte aus dem gleichen Grund nicht annähernd umfassend erfolgen kann.

Im Folgenden soll unter militärischer Intervention der direkte Eingriff amerikanischer Truppen in die Souveränität eines Landes verstanden werden, um gewaltsam Ziele der US-Administration zu verwirklichen, sowie eine Einmischung, die indirekt über militärische Stellvertreter geführt wird.[20]

Bevor allerdings eine Analyse der Auslandsinterventionen der Vereinigten Staaten erfolgen kann, muss zunächst ein Überblick über die Entwicklung der internationalen Beziehungen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben werden. Die ersten Nachkriegsjahre waren zunächst von weitgehender Kooperation der USA mit den übrigen Nationen gekennzeichnet. Zudem festigte sich die Machtposition der Vereinigten Staaten. Dies und die auftretende Verschlechterung des außenpolitischen Klimas zwischen den Großmächten USA und Sowjetunion im Jahr 1947 wirkte sich unmittelbar auf alle nachfolgenden Konflikte bis in die 80er Jahre aus, weshalb der Hintergrund über die Entstehung des Kalten Krieges für die Untersuchung relevant ist. Im 1. Kaptitel erfolgt außerdem die für die anstehende Analyse notwendige kurze Bestimmung des Imperialismusbegriffes sowie eine Erläuterung des Begriffes Frieden. In diesem Zusammenhang werden Indizien festgelegt, nach denen eine qualifizierte Bewertung der Interventionen möglich wird. Daran anschließend wird den späteren Ausführungen der militärischen Interventionen kurz der Aufstieg Amerikas zur Weltmacht sowie die erwähnte Erläuterung der kooperativen Phase von 1945-1947 vorangestellt.

Im Zeitalter des Kalten Krieges waren die amerikanische Rhetorik und die Handlungsweise stark durch eine prinzipiell anti-kommunistische Haltung geprägt. Neben der Friedenssicherung galt auch die Eindämmung des Kommunismus fortan als wichtige Legitimationsgrundlage für amerikanische Militärinterventionen. Letztlich wurde Kommunismus mit der Abwesenheit von Frieden und Freiheit gleichgesetzt. Das 2. Kapitel umfasst mit dem Zeitraum von 1947-1989, die Jahre, die vornehmlich durch den Ost-West Konflikt gekennzeichnet waren. Die Untersuchung beginnt mit dem Koreakrieg, beschäftigt sich dann weiter mit den Konflikten in Guatemala, der Dominikanischen Republik, Vietnam, Nicaragua und Grenada, bis mit der Betrachtung der amerikanischen Intervention in Panama im Jahr 1989 das Kapitel seinen Abschluss findet.

Die Auswahl der Konflikte wurde in dieser Form getroffen, um eventuell eine grundsätzliche außenpolitische Richtung der USA seit 1945 herausstellen zu können, die zum einen unabhängig von der Parteizugehörigkeit der jeweils amtierenden Regierung war, und zum anderen über mehrere Jahrzehnte die Handlungsweise der US-Administrationen bestimmt hat. Aus diesem Grund wurden Interventionen ausgewählt, die zeitgeschichtlich im betrachteten Zeitraum aufeinanderfolgen und möglichst unter verschiedenen US-Regierungen durchgeführt worden sind.

Das Ende des Kalten Krieges bedeutete für Amerika einen ungeheuren Machtzuwachs. Das entstandene Machtvakuum durch den Verlust der UdSSR als zweitem bestimmenden Faktor in dem bisherigen System der Bipolarität wurde hauptsächlich von den Vereinigten Staaten gefüllt. Die USA wurden „die erste und die einzig wirkliche Weltmacht[21]. Sie verstanden sich nun mehr denn je als Zentrum einer Welt, die durch moralische, militärische, kulturelle und wirtschaftliche Führerschaft Amerikas ans „Ende der Geschichte[22] geführt werden könnte. Inwieweit sich dies, auch vor dem Hintergrund der nun fehlenden Legitimationsgrundlage die der Anti-Kommunismus geboten hatte, auf die militärischen Interventionen auswirkte, wird im 3. Kapitel mit dem Zweiten Golfkrieg und dem Dritten Golfkrieg untersucht. Gerade die Region um den Persischen Golf lässt aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung durch die weltweit größten Ölvorkommen und der geostrategischen Bedeutung, die ihr als Bindeglied zwischen dem afrikanischen und eurasischen Festland zukommt, eine Untersuchung der Intention des militärischen Engagements der USA in diesem Teil der Erde sinnvoll erscheinen.

Die Konflikte werden im Einzelnen nach einem gleichen Schema analysiert, um eine gleichwertige Untersuchung, vor dem Hintergrund der gleichen Fragestellung zu ermöglichen. Zunächst erfolgt die Darstellung der Ereignisse im betroffenen Land vor der Intervention. Dann wird der Verlauf der militärischen Intervention selbst erläutert und letztlich kommt es zu einer Darstellung der Situation nach dem militärischen Eingriff. Zum Teil wird die Rolle der Vereinigten Staaten zusätzlich behandelt, sofern diese zuvor nicht ausreichend dargestellt werden konnte. Durch dieses Vorgehen soll schließlich eine umfassende Beantwortung der oben aufgeworfenen Fragen möglich werden.

1. Kapitel

1.1 Imperialismus – Eine Begriffsbestimmung

Der heute so polarisierende Begriff des Imperialismus wirft zunächst einmal ein Definitionsproblem auf. So finden sich in der wissenschaftlichen Literatur zahlreiche Auslegungen, die unterschiedliche Aspekte hervorheben und andere Schwerpunkte setzen. Doch ergänzen sich die einzelnen Definitionen vielmehr, als dass sie sich gegenseitig widerlegen.

Zum ersten Mal kam der Ausdruck in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Ausgehend von der Herkunft des Wortes (lat. Imperium = „Befehl, Herrschaft, Staatsgewalt“[23] ), bezog er sich zunächst auf das Regierungssystem Napoleons III in Frankreich. In diesem Zusammenhang wurde Imperialismus nicht etwa als die Beherrschung von abhängigen oder unterentwickelten Territorien durch einen mächtigeren Staat interpretiert. Gemeint war stattdessen die „persönliche imperiale Herrschaft eines großen Herrschers[24] über eine Vielzahl von Gebieten. Hier hatte Imperialismus somit eine noch personal gebundene Bedeutung, die unmittelbar aus der direkten Herrschaftsausübung eines Akteurs oder einer Gruppe resultierte.

Wenig später änderte sich jedoch im Zuge innenpolitischer Auseinandersetzungen in England die Bedeutung des Begriffes. Seit Anfang der 1870er Jahre propagierte hier der spätere konservative Premierminister Benjamin Disraeli einen expansiven außenpolitischen Kurs für das Land, welchen er offen als Instrument zur Steigerung des Ansehens der Krone erklärte. In seiner so genannten Kristallpalast-Rede von 1872, forderte er von Regierungsvertretern den Ausbau des Britischen Empire, wobei Disraeli die Verantwortung dafür bei jedem Minister Englands sah.[25] Die britischen Liberalen nutzen den Begriff des Imperialismus in diesem Zusammenhang als Ausspruch, um die Forderungen Disraelis zu kritisieren. Hier zeigte sich erstmals die Wandlung und zugleich die Erweiterung des Begriffes von einem rein personalen zu einem strukturellen Imperialismus. Dieser sollte nunmehr integriert in einem Herrschaftssystem dazu beitragen, Macht und Einfluss zu steigern. Herrschaft und die mit ihr gleichzeitig verbundene Unterdrückung und Benachteiligung der Beherrschten waren nun nicht mehr direkte Folge der Handlungen Einzelner, sondern vielmehr Ausdruck eines Systems, das durch seine Struktur Herrscher und Beherrschte bestimmte.

In der weiteren Entwicklung gewann der Begriff Imperialismus schließlich seine mitunter heute noch geläufige Bedeutung, die im allgemeinen Sinne die auf Ausdehnung des Machtbereiches angelegte Politik eines Staates meint. Diese Art der Definition wurde besonders zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Heinrich Friedjung geprägt, der Imperialismus als „den Drang der Völker und der Machthaber nach einem wachsenden Anteil an der Weltherrschaft, zunächst durch überseeischen Besitz[26] verstand. Den Ausgangspunkt für diese Art der Definition bildete mitunter die Expansionsbewegung der europäischen Gesellschaften, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichte. Neben traditionellen Kolonialmächten wie Großbritannien und Frankreich, begannen zu dieser Zeit auch Staaten ohne große kolonialpolitische Erfahrung wie das Deutsche Reich, die territoriale Ausdehnung voranzutreiben.[27] Die folgenden Jahrzehnte waren gezeichnet durch den regelrechten Wettlauf zwischen den europäischen Mächten, den USA und Japan, um neue Territorien in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen. Der Weg, um die Weltmachtambitionen zu verwirklichen, war dabei äußerst vielgestaltig. Den militärischen Interventionen, Kapitalexporten und kulturellen Beeinflussungen dieser Zeit ist es schließlich geschuldet, dass der Imperialismus für den Zeitraum von 1880-1918 zum Synonym für eine ganze Epoche wurde.[28]

Der österreichische Nationalökonom Joseph Schumpeter beschreibt den Imperialismus später als „die objektlose Disposition eines Staates zu gewaltsamer Expansion ohne angehbare Grenze[29]. Der Ökonom betont damit die strukturelle Komponente des Imperialismus, indem er im System des Staates und nicht bei einer näher definierten Gruppe die Ursache der Bemühungen zur Erweiterung des Herrschaftsgebietes sieht. Die gewaltsame Expansion als einen Ausdruck des Imperialismus, die Schumpeter beschreibt, sah Wladimir Lenin in der wachsenden Herrschaft des Kapitals gegeben, womit für ihn der Imperialismus nichts anderes als „das monopolistische Stadium des Kapitalismus[30] darstellte. Auch Lenin akzentuiert damit einen strukturellen Imperialismus, bei dem Herrschaft letztlich durch das System der kapitalistischen Marktwirtschaft ausgeübt wird.

Eine an Friedjung angelehnte Definition des Imperialismus, die auch der folgenden Analyse zugrunde gelegt werden soll, gibt Hans-Ulrich Wehler: „Unter Imperialismus soll mithin sowohl die direkte, formelle (sc. personale; N.F.) , koloniale Gebietsherrschaft als auch die indirekte, informelle (sc. strukturelle; N.F.) Herrschaft entwickelter Industriestaaten über die weniger entwickelten Regionen der Erde verstanden werden.“[31] Ergänzt wird diese die Aspekte des Imperialismus weitestgehend umfassende Auslegung von Mommsen, der in einer ähnlich lautenden Formulierung, noch den Zusatz „unter Missachtung des Willens der Beherrschten[32] angefügt hat.

Die subtilen Methoden indirekter Herrschaft sind dabei meist nur schwer in präziser Beschreibung zu erfassen. Der unter anderem von Wehler gebrauchte Begriff des „informellen“ Imperialismus soll daher dazu dienen, die zahlreichen Zwischenformen politischer, wirtschaftlicher oder auch kultureller Abhängigkeit „unterentwickelter“ Regionen gegenüber einer industriell fortgeschrittenen, imperialistischen Macht abzudecken.[33] Mommsen beschreibt die Formen indirekter Herrschaft etwa mit der handelspolitischen Nutzung überseeischer Territorien, die auf wenige „imperialistische Vorposten, meist in den Küstenregionen[34] gestützt ist. Weiterhin können die Ausübung von Kontrolle und Herrschaft eines Landes über ein anderes Land, die letztlich über eine Stellvertreterregierung vollzogen werden, Ausdruck eines informellen Imperialismus sein.

Verbunden werden muss jedwede Form der Herrschaft über fremde Territorien dabei mit den Zielen, die durch die Ausübung derselben letztlich erreicht werden sollen. Erst damit wird es möglich, Herrschaft eindeutig als imperialistisch zu qualifizieren. Spielten gerade zum Zeitalter des Imperialismus auch Prestige und Ansehen gegenüber den anderen Großmächten eine Rolle, sind im modernen Imperialismus besonders, wie Johnson treffend ausführt, in wirtschaftlichen Gewinnen die Ziele der imperialistischen Macht anzusehen.[35] Diese können beispielsweise aus der Kontrolle wichtiger Ressourcen resultieren. Daneben können auch geostrategische Interessen die Motivation für eine Intervention in ausländischen Territorien sein.

Von den vielfältigen Wegen imperialistische Herrschaft zu verwirklichen, führt Hans Morgenthau den durch militärische Eroberung dominierten Weg als die älteste und zugleich einfachste und offensichtlichste Form des Imperialismus an.[36] Zugleich ist die militärische Intervention die mitunter schnellste Möglichkeit, imperialistische Herrschaft zu entfalten. Auf der anderen Seite stellt dieser Weg aber auch die risikoreichste Methode dar, denn ein Krieg kann ebenso gut verloren werden wie gewonnen.[37] Der Verlust eigener Truppen oder Territorien ist dabei abhängig von der Stärke des Kontrahenten. So kann die intervenierende Macht durch die angestrebte Unterwerfung einer fremden Nation selbst den Grundstein für ihren eigenen Niedergang legen.[38]

1.2 Frieden – Eine Begriffsbestimmung

Es gibt wenige Dinge in der Welt, über die so viel geredet, so viel geschwindelt und auch so viel verhandelt wird wie über den Frieden[39]. Diese Aussage von Fromm beschreibt die Problematik, die sich bei der Definition von Frieden zwangsläufig ergibt. Ebenso wie schon der Begriff Imperialismus können je nach Ausgangslage andere Definitionen des Ausdruckes Frieden gegeben werden.

In den meisten Fällen wird Frieden als Zustand einer Ordnung definiert, die frei ist von jeglicher Störung, als Situation, in denen Konflikte ohne Gewalt ausgetragen werden.[40] Dass Frieden mehr sei als die Abwesenheit von Krieg, prägte besonders ab Ende der 1960er Jahre die Diskussionen in der Friedensforschung.[41] Die Unterscheidung von Gewalt, als Gegenpart des Friedens, in eine personale und eine strukturelle Ausdrucksform, hatte zwangsläufig eine Erweiterung des Begriffes Frieden zur Folge.[42] Analog zu der Differenzierung des Gewaltbegriffes unterschied man nunmehr in einen negativen Frieden, als Abwesenheit von einer direkten oder personalen Ausdrucksform der Gewalt, und einen positiven Frieden, hinter dem sich die Freiheit von systemintegrierter Gewalt verbirgt.[43] Freiheit wird damit zu einer wichtigen, wenn nicht der wichtigsten Voraussetzung für den Frieden. Dabei sind es mehrere Bedingungen, die Freiheit letztlich ausmachen. Freiheit meint politische Freiheit, die das Recht auf freie Meinungsäußerung, freie und gerechte Wahl der politischen Vertreter und Freiheit der Presse ebenso einschließt wie auch die Abwesenheit von Propaganda und Fälschung von Informationen, die die politische Willensbildung beeinflussen. Freiheit meint gesellschaftliche Freiheit, die Chancengleichheit in Ausbildung und Beruf für alle gesellschaftlichen Gruppen ermöglicht, in der jegliche Form der Diskriminierung gesellschaftlicher Gruppen ausgeschlossen ist. Freiheit meint wirtschaftliche Freiheit, die jedem Mitglied der Gesellschaft eine Grundversorgung sichert und Arbeit mit gerechtem und angemessenem Lohn entschädigt.

Mit Hilfe des positiven Friedensbegriffes wird also versucht, „über die bloße Auffassung des Friedens als Abwesenheit organisierter Gewaltanwendung hinauszugehen[44]. Durch die Knüpfung des Friedenszustandes an Bedingungen wie gesellschaftliche Entwicklung, die verschiedenen Ausdrucksformen der Freiheit, demokratische Verhältnisse und Gerechtigkeit sowie die Geltung allgemeiner Menschenrechte, wird Frieden nunmehr als „Muster der (sc. freien; N.F.) Kooperation und Integration größerer menschlicher Gruppen[45] begriffen.

Doch eine eindeutige Klassifizierung des Friedens bleibt auch trotz der Unterscheidung eines negativen Friedens von einem positiven Frieden in der Praxis weiter schwierig. Schließlich ist der Tatbestand eines positiven Friedens nicht zuletzt abhängig davon, was genau etwa unter gerechter finanzieller Entlohnung für eine Arbeit und Freiheit von Ausbeutung verstanden wird. So entscheidet oft subjektives Befinden über jede Situation und beispielsweise die angesprochene Arbeitsentlohnung kann von einer Seite als ausreichend und von einer anderen Seite als zu gering beurteilt werden.[46] Angesichts dessen kann jedoch die Angabe einer Grundbedingung von positivem bzw. strukturellem Frieden zusammen mit der Festlegung einiger Indikatoren dazu dienen, einen über die Abwesenheit von Krieg hinausgehenden Frieden zu bestimmen.[47]

Diese Grundbedingung ist das physische Überleben der Menschen, das zumindest gesichert sein muss, damit von einem positiven Frieden gesprochen werden kann. Alle Prozesse und Entwicklungen, die letztlich das Überleben der Menschen gefährden, wie die Zerstörung wichtiger Ressourcen und der Umwelt oder der Mangel an Nahrungsmitteln und medizinischer Versorgung, sowie gewaltsame Unterdrückung, erweisen sich dabei als unvereinbar mit einem positiven Frieden.[48]

Inwieweit die aufgestellte Grundbedingung erfüllt ist oder wird, kann anhand von Indikatoren untersucht werden, nach denen sich „friedensfördernde von friedensgefährdenden Prozessen[49] trennen lassen. So sehen Huber und Reuter einen positiven Frieden nur erreicht bzw. ein Stück weit mehr verwirklicht, wenn die Not abgebaut, Unfreiheit, die hier unmittelbar lebensbedrohende Folgen hat, vermindert und Gewaltausübung zumindest eingeschränkt wird.[50]

Der Abbau der Not kann dabei nur gelingen, wenn lebensnotwendige Güter bewahrt, also nicht mutwillig zerstört oder verschwendet werden, und „die Ungerechtigkeit in der Verteilung materieller Güter[51] vermindert wird. Demnach sind etwa oligarchische Herrschaftsstrukturen, bei denen die Ressourcen eines Landes in den Händen einer kleinen Gruppe konzentriert sind und dies eindeutig zu Lasten der anderen Bevölkerungsteile geht, ein Anzeichen für die Abwesenheit eines positiven Friedens. Daneben stellt besonders die Verringerung der Unfreiheit einen wichtigen Indikator für friedensfördernde Prozesse dar, bedeutet sie doch letztlich die Überwindung von Unterdrückung und Entrechtung gesellschaftlicher Gruppen und ermöglicht dadurch die „Qualität menschlich-mitmenschlichen Lebens[52] und die Freiheit der Menschen und Völker die Frieden meint.

Für die nachstehende Analyse soll sowohl das vorgestellte negative als auch das grundlegende Verständnis von positivem Frieden zugrunde gelegt werden.

1.3 Amerika – Aufstieg zur globalen Führungsmacht

Das Ende des Zweiten Weltkrieges begründete einen neuen Abschnitt in den internationalen Beziehungen. Mit den Kapitulationserklärungen Deutschlands und Japans am 8. Mai bzw. 2. September 1945 waren die Weltmachtambitionen dieser beiden Mächte endgültig überwunden.[53] Doch der Sieg der Alliierten führte auch zum Ende des „europäischen“ Zeitalters in der Weltpolitik. Die USA und die Sowjetunion lösten die traditionellen europäischen Großmächte als Protagonisten auf der Weltbühne ab.[54] Der Aufstieg Amerikas wurde dabei von mehreren Entwicklungen forciert, von denen einige kurz dargestellt werden sollen.

1.3.1. Entfaltung der wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten

Ohne Zweifel war es dem gewaltigen menschlichen und materiellen Kriegspotenzial der USA zu verdanken, dass die Alliierten den Zweiten Weltkrieg für sich entscheiden konnten. Bereits vor dem offiziellen Kriegseintritt hatte Amerika begonnen, seine Industrie und die Streitkräfte zu mobilisieren. So kam im September 1940 das „erste Wehrpflichtgesetz in Friedenszeiten[55] zur Anwendung. Der so genannte „Burke-Wadsworth Selective Training and Service Act[56] schrieb nicht nur die Registrierung der jüngeren männlichen Amerikaner vor, ihm folgte auch die Einberufung von über einer Million Rekruten und mehreren hunderttausend Mann der Reserve zur Ableistung eines zunächst einjährigen Militärdienstes.[57] Als die Vereinigten Staaten am 7. Dezember 1941 schließlich offiziell in den zweiten Weltkrieg eintraten, dienten mehr als zehn Millionen Männer und Frauen in allen Waffengattungen der Streitkräfte. Eine Zahl, die während des Krieges auf über 12 Millionen Amerikaner anwachsen sollte.[58] Da die amerikanische Armee um 1936 nur eine Stärke von 118.570 Mann aufgewiesen hatte, ist die rasante Zunahme umso offensichtlicher.[59]

Zu Beginn des Jahres 1941 waren bereits weite Teile der Industrieproduktion in den USA auf die Herstellung von Rüstungsgütern umgestellt worden. Diese Entwicklung wurde durch die Schaffung bürokratischer Institutionen ermöglicht, wie etwa dem im Dezember 1940 eingerichteten „Office of Production Management“, die den Ressourcenverbrauch für zivile Güter einschränkten und die Kapazitäten der amerikanischen Industrie auf Kriegsgüter konzentrierten.[60] Zusätzlich schuf die Regierung durch zahlreiche Neubauten von Rüstungsbetrieben die Möglichkeit, die Streitkräfte in bisher ungekannter Form zu bewaffnen. Besaßen die Amerikaner zu Anfang der 1940er Jahre „1157 kampfeinsatzfähige Flugzeuge und etwa die gleiche Zahl brauchbarer Panzer[61], überstiegen die Produktionen in den folgenden fünf Kriegsjahren diese Mengen um ein Vielfaches.[62]

Obwohl viele Nahrungsmittel und Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfes im Verlauf des Krieges, bedingt durch die staatlich gelenkte Ressourcenverteilung, immer stärker rationiert wurden, durchlebte die amerikanische Bevölkerung „keine Zeit wirtschaftlicher Not und Entbehrung“.[63] Stattdessen war die durch die Rüstungsproduktion angekurbelte Wirtschaft der USA in den folgenden Jahren durch einen fast vollständigen Rückgang der Arbeitslosigkeit, wachsende Kaufkraft und immer neue Steigerungen der Produktivität gekennzeichnet. „Die Vereinigten Staaten waren das einzige Land unter den Großmächten, das durch den Krieg reicher – und tatsächlich viel reicher – wurde statt ärmer.“[64]

Die Kriegsausgaben des Landes stiegen von über 6 Milliarden Dollar im Jahr 1941 innerhalb von drei Jahren auf mehr als 87 Milliarden im Jahr 1944.[65] Diese Zahlen machen vorstellbar, welche beträchtlichen Mengen an Waffen und Munition hergestellt wurden.[66] Die amerikanische Kriegsproduktion übertraf schließlich kurz vor Ende des Krieges den Gesamtausstoß aller anderen Krieg führenden Länder. Den USA gelang mit Hilfe dieses „militärischen“ Keynesianismus die erfolgreiche Allokation der nationalen Ressourcen und die Überwindung der seit der Weltwirtschaftskrise herrschenden Depression.[67] In den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg stellte Amerika gar „mehr als 50 Prozent des weltweiten Bruttosozialproduktes“.[68]

1.3.2. Das Arsenal der Demokratie

Durch den wirtschaftlichen und militärischen Fortschritt begünstigt fiel den Amerikanern schon vor ihrem offiziellen Kriegseintritt beinahe automatisch eine Führungsrolle zu, da sie jede Unterstützung leisten konnten, die die gegen Deutschland kämpfenden Parteien benötigten. Zwar war durch den „Neutrality Act“[69] von 1937 der Verkauf von militärischen Gütern an Kriegführende durch den amerikanischen Kongress untersagt worden, doch bereits im November 1939 wurde die Neutralitätsgesetzgebung aufgeweicht.[70] Von nun an durften auf Basis der das Neutralitätsgesetz modifizierenden „cash-and-carry“- Klausel Waffen und Munition an sich im Krieg befindende Nationen geliefert werden, sofern der Käufer diese bar bezahlte und mit eigenen Schiffen abholte. Eine Option, die vor allem Frankreich und England zugute kam, Deutschland aufgrund seiner Seeunterlegenheit, die es auch während des Krieges nie kompensieren sollte, dagegen nicht.[71] Bereits Ende des Jahres 1940 waren allerdings die britischen Dollarreserven nahezu erschöpft und Frankreich von den Deutschen besiegt.[72] Um auch den Fall Englands zu verhindern und für die Amerikaner damit ein Leben vor dem „Gewehrlauf“ der Deutschen abzuwenden, verstärkte sich der Einsatz der USA gegen Hitlerdeutschland spürbar.[73]

Die Abkehr von der bis dato greifenden „cash-and-carry“-Regelung bedeutete schließlich der „Lend-Lease-Act“ vom März 1941.[74] Er befugte den Präsidenten als obersten Kommandeur der Streitkräfte, Waffen und andere Hilfsgüter an Staaten zu verleihen oder zu verpachten, falls deren Verteidigung für die USA als lebenswichtig anzusehen war. Betraf dies zunächst nur Großbritannien, wurde nach dem deutschen Überfall auf den ehemaligen Verbündeten in Osteuropa die Hilfe auch auf die Sowjetunion ausgedehnt.[75] Die neue Regelung führte allein bis Ende 1941 zu Lieferungen von Kriegsmaterial in Höhe von beinahe 750 Millionen Dollar.[76] Insgesamt lieferten die Vereinigten Staaten schon allein für die Sowjetunion über 400.000 Fahrzeuge, knapp 19.000 Flugzeuge und 10.800 Panzerwagen, dazu große Mengen Nahrung.[77]

Somit wurden durch die umfangreiche finanzielle und materielle Hilfe seitens der USA, die somit als „Arsenal der Demokratie“[78] fungierten, Großbritannien und die Sowjetunion in die Lage versetzt, der deutschen Expansion standzuhalten, sie abzuwehren und schließlich erfolgreich zurückzuschlagen.

1.3.3. Die globale Präsenz

Das starke Engagement der Amerikaner brachte für das Land außerdem einen Zugewinn zahlreicher Militärbasen in Übersee mit sich. Schon vor ihrem offiziellen Kriegseintritt erlangten die USA durch das „destroyer-for-bases“ – Geschäft mit Großbritannien sechs Flottenstützpunkte in Neufundland und im Karibischen Meer.[79] Das von den Deutschen eroberte Dänemark überließ den USA Gebiete auf Grönland und Island.[80] Durch den Einsatz eigener Truppen in den Kriegsgebieten wurde die Ausbreitung der Basen und Stützpunkte weiter vorangetrieben. So standen nach dem Sieg über Hitlerdeutschland allein in Europa fast 70 Divisionen, die in zahlreichen Stützpunkten untergebracht waren, die teilweise bis heute bestehen.[81] Ebenfalls durch die Entsendung eigener Streitkräfte begründet waren die Basen im Fernen Osten. Die Kontrolle über den Pazifik und den Süd-Ostasiatischen Raum wurde dabei nicht zuletzt durch eine enorme Truppenpräsenz auf dem „Schauplatz der letzten großen Schlacht des Zweiten Weltkriegs[82], der japanischen Insel Okinawa ausgeübt.

Mit Ende des Krieges waren amerikanische Armeeverbände auf über 434 Basen weltweit vertreten.[83] Die militärischen Niederlassungen kontrollierten eine Fläche von beinahe 70 Millionen Quadratkilometern Ozean, womit die Führungsrolle der USA weiter an Gewicht gewann.[84]

Wirtschaftliche Übermacht, globale militärische Präsenz und technologischer Vorsprung, darüber hinaus begünstigt durch den Besitz der Atombombentechnologie und der Tatsache, als einziger Kriegsteilnehmer verhältnismäßig unbeschädigt aus dem Zweiten Weltkrieg hervorgegangen zu sein, ließen das Land neben der Sowjetunion die Rolle des wichtigsten Akteurs in der Welt einnehmen.[85] Spätestens ab diesem Zeitpunkt entwickelte sich ein potenzielles Spannungsverhältnis zwischen der im Zuge des Zweiten Weltkrieges propagierten weltweiten Friedenssicherung und der sich für Amerika aufgrund seiner Machtposition eröffnenden Möglichkeiten, eigene wirtschaftliche und strategische Interessen mit Gewalt durchzusetzen.

1.4 Von der Kooperation zur Lagerbildung – Die Jahre von 1945-1947

Nachdem ein Rückzug zum „Isolationismus der Zwischenkriegsjahre[86] aufgrund der veränderten weltpolitischen Lage unmöglich war, nutzten die Vereinigten Staaten ihre Führungsposition zur aktiven Gestaltung der Weltpolitik. Neben der Schaffung gemeinschaftlicher wirtschaftlicher Institutionen trieben sie maßgeblich die Errichtung eines neuen internationalen politischen Forums voran.[87] Zunächst schienen die Vereinigten Staaten in der Außenpolitik also von der Möglichkeit unilateraler Handlungen gegen den Willen anderer Nationen Abstand zu nehmen.

1.4.1. Gründung der Vereinten Nationen

Mit einem Treffen zwischen Präsident Roosevelt und dem englischen Premierminister Churchill begannen schon im Herbst 1941 Überlegungen für die Neuordnung des internationalen Systems nach Beendigung des Krieges. Mit der hier von beiden Staatsmännern verabschiedeten „Atlantik-Charta“[88] wurden bereits einige Grundsätze festgelegt, die in eine spätere umfassendere Weltfriedensordnung einfließen sollten.[89] Gewaltverzicht, das Selbstbestimmungsrecht der Völker oder etwa die Ablehnung territorialer Annexionen waren hierbei Prinzipien, die schon im 1919 gegründeten Völkerbund ihren Platz gefunden hatten. Da dieser aufgrund technischer Verfahrensmängel und dem Unwillen der Mitglieder zur Kooperation, letztlich auch durch die Verweigerung Amerikas zur Mitgliedschaft, gescheitert war, wurde jedoch von einer einfachen Modifizierung dieses Bündnisses abgesehen.[90]

Zuversichtlich, dass die „Kriegsallianz auch die Friedensallianz[91] werden könnte, verfolgte die US-Administration nach Unterzeichnung der Atlantik-Charta durch Stalin das Ziel einer gemeinsamen Friedenssicherung auch mit der Sowjetunion.[92] Während der Moskauer Außenminister-Konferenz im Oktober 1943 einigten sich die Sowjetunion und Großbritannien mit den USA schließlich auf die schnellstmögliche Institutionalisierung der zuvor in der Atlantik-Charta beschlossenen Grundsätze.[93] Dies sollte in Form einer Organisation geschehen, in der alle friedliebenden Staaten „auf dem Prinzip der souveränen Gleichheit[94] für die Aufrechterhaltung des Friedens und der Sicherheit zusammenarbeiten.

Wesentlich konkreter wurden die Planungen einige Monate später auf der Konferenz in Dumbarton Oaks und mit dem Treffen Churchills, Roosevelts und Stalins im Februar 1945 in Jalta, wo schließlich die Gründungskonferenz der Vereinten Nationen für den 25.April 1945 einberufen wurde.[95] Noch vor Ende des Jahres 1945 trat nach der Unterzeichnung durch zunächst 51 Staaten die „Charta der Vereinten Nationen“[96] in Kraft und die Welt hatte ein Gremium in dem, angeführt von den Weltmächten, die internationale Zusammenarbeit vorangetrieben werden konnte.

Die „projektierte Friedensordnung[97], die zwischen den sozialistisch geprägten Ländern unter Führung der Sowjetunion auf der einen Seite und der demokratischen Staatenwelt auf der anderen Seite verwirklicht worden war, geriet allerdings schon kurz nach ihrer Verkündung in Gefahr. Sowohl die USA als auch die Sowjetunion versuchten ihre Interessensgebiete vor der Beeinflussung durch andere Großmächte zu schützen, während zugleich das internationale Parkett der noch jungen Vereinten Nationen genutzt wurde, globalen Einfluss auszuüben.[98] Damit war eine der Hauptbedingungen für ein erfolgreiches Arbeiten der Organisation, die „Big Power unity[99], schon zu Beginn nicht gegeben.

1.4.2. Konflikte und Gegensätze

Durch die Versuche, die Durchsetzung eigener Interessen vor das Wohl der Gemeinschaft zu stellen, erwies sich die schon zuvor fragile Zusammenarbeit der Siegermächte nach Kriegsende als äußerst beschwerlich. Durch keine für die Überwindung des gemeinsamen Feindes „erzwungene Defensivkoalition[100] mehr aneinander gebunden, bestimmte nicht die vereinbarte Kooperation die Beziehung der Großmächte, sondern die unterschiedlichen Kräfteverhältnisse, die etwa in den befreiten Gebieten Europas bestanden, wurden zur Verfolgung und Durchsetzung der jeweils eigenen Interessen genutzt.[101] Dieses Verhalten sollte sich unter anderem bei der Besatzungspolitik in Italien abzeichnen. Zwar gab es für die Errichtung einer stabilen Nachkriegsordnung ein gemeinsames Beratergremium der Siegermächte, an der die Sowjetunion formal beteiligt war, praktisch hatte sie jedoch gegenüber den Amerikanern und Briten keinen Einfluss auf die getroffenen Entscheidungen.[102] Im Gegenzug waren die Westmächte in der Alliierten Kontrollkommission für Rumänien, Ungarn und Bulgarien der sowjetischen Dominanz unterworfen.[103] Die starke Truppenpräsenz der Roten Armee in diesen Ländern begünstigte dabei den Einfluss der Sowjetunion auf die politische Ausrichtung der dort neu gebildeten Regierungen erheblich.[104]

Im Sommer 1945 begannen zudem auch die Meinungsverschiedenheiten über die Reparationslösung für das besiegte Deutschland verstärkt hervorzutreten. Während sich die Westmächte hier grundsätzlich weigerten auch nur einen hypothetischen Betrag in die Verhandlungen zu bringen, forderte die Sowjetunion dies vehement.[105] Durch die Demontagen von Industrieanlagen in der ostdeutschen Besatzungszone in dem Gedanken bestärkt, die Sowjetunion würde die Reparationsvereinbarungen unter anderem nutzten, „um die deutsche Wirtschaft zu ruinieren[106], zögerten die westlichen Alliierten zunächst damit, einer Einigung zuzuarbeiten.[107] Befürchtungen der Sowjetunion, am Ende keinerlei Reparationsleistungen zu erhalten und jeglicher Mitbestimmung über Deutschlands Zukunft beraubt zu werden, trugen dazu bei, das Misstrauen innerhalb der Kriegskoalition weiter zu vergrößern und den „Eisernen Vorhang“[108] weiter zu schließen.[109]

Zusätzliche Streitpunkte, darunter der von den USA vorgelegte „Baruch-Plan“[110] und das „lange Telegramm“[111] des US-Botschaftsrats Kennan aus Moskau, eine Einschätzung über die grundsätzliche Haltung der Sowjetunion zu den Westmächten, führten schließlich zu einer Revidierung der US-Politik gegenüber dem ehemaligen Partner. Die Verkündung der Truman-Doktrin, auch als Reaktion auf die sich verschärfende Situation in der Türkei und Griechenland, wo nach amerikanischer Ansicht subversive Gruppen von Moskau aus gesteuert einen kommunistischen Umsturz der dortigen Regierungen planten, führte darauf zur Bildung zweier Machtblöcke, die einander feindlich gesinnt waren.[112]

1.4.3. Zwei Lager

Das sowjetische Gegenstück zur Truman-Doktrin lieferte im September 1947 der Sekretär des Zentralkomitees der KPdSU, Andrej Schdanow. Sein Referat über die internationale Lage vor den wichtigsten kommunistischen Parteien Europas stellte die Weltmächte nunmehr als Kontrahenten in „zwei Lagern“ dar.[113] Seine Ausführungen ergänzten die Erklärung der Kommunistischen Informationskonferenz, die für die Zukunft einen Kampf zwischen dem kommunistischen Block und dem des Westens unter der Führung Amerikas ankündigte. Die Abwehr der Feinde des kommunistischen Lagers sollte dabei „in jeder Hinsicht[114] das Verhalten des eigenen Blockes leiten.

Das Verhältnis zwischen den USA und der Sowjetunion und der Einfluss beider Länder auf das internationale Geschehen, den schon Tocqueville prophezeite, bestimmte von nun an über 40 Jahre lang die Konflikte der Welt.[115] Jede Seite erhob dabei stets für sich den Anspruch, für den Frieden und die Demokratie zu kämpfen. Die nunmehr geteilte Welt eröffnete gleichzeitig für beide Supermächte die Gelegenheit, eigene außenpolitische Interventionen jeweils als Reaktion auf die mutmaßlich von der anderen Macht drohende Gefahr zu rechtfertigen. Wie sich auf amerikanischer Seite zeigte, wurde in der Folge der Kampf gegen den Kommunismus nach 1947 gleichgesetzt mit dem Kampf für Frieden und Freiheit. Inwieweit die Vereinigten Staaten ihre Macht dazu nutzten, eigene Machtinteressen vor das Ziel der Friedenssicherung zu stellen, soll im nachfolgenden Kapitel analysiert werden.

2. Kapitel

Militärische Interventionen in der Phase des Kalten Krieges, 1947-1989

The vast majority of Americans of both parties know that to keep their own nation free, they bear a majestic responsibility for freedom through all the world. As practical people, Americans also know the critical necessity of unimpaired access to raw materials on other continents for our own economic and military strength.“[116]

2.1 Der Korea-Krieg

Das seit September 1945 entlang des 38. Breitengrades geteilte Korea wurde zum Schauplatz der ersten größeren „Polizeiaktion[117] Amerikas. Die Auseinandersetzung zwischen Nord- und Südkorea, die durch einen Angriff Nordkoreas auf den südlichen Nachbarn eskalierte, sollte zum Stellvertreterkrieg zwischen den zwei dominierenden ideologischen Systemen avancieren.[118]

[...]


[1] Truman Doctrine; in: Bernstein, Barton J./Matusow, Allen J.: The Truman Administration: A Documentary History. New York, London 1966, S. 254 ff.

[2] Die Isolationisten forderten auch nach dem Kriegsausbruch in Europa vehement den Neutralitätsstatus für Amerika. Hierbei verschrieben sie sich scheinbar ganz den Worten des ersten amerikanischen Präsidenten Washington, der besonders vor einer Einmischung in das europäische Mächtespiel warnte; vgl. Bender, Peter: Weltmacht Amerika - Das neue Rom. 4. Aufl., Stuttgart 2004, S. 46 f.

[3] Der Begriff beschreibt das vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges entstandene Bündnis zwischen Deutschland, Japan und Italien. Nach dem Austritt aus dem Völkerbund gruppierten sich diese Länder zum so genannten Antikominternpakt.

[4] vgl. Guggisberg, Hans R.: Geschichte der USA. 3. Aufl., Stuttgart et al. 1993, S. 212 f.

[5] vgl. Biermann, Werner: Die Weltmachtpolitik der USA seit 1945. Köln 2000, S. 30.

[6] vgl. Jefferson, Thomas: „We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal; that they are endowed by their creator with inherent & inalienable rights, that among these are life, liberty, & the pursuit of happiness; [...]. “ ; in : Friedenwald, Herbert: The Declaration of Independence. An interpretation and an analysis. 2. Aufl., New York 1974, S. 262.

[7] Erstmals verwand John O′Sullivan im Jahre 1845 den Begriff, um die Expansion der USA auf dem amerikanischen Kontinent als eine von der Vorsehung bestimmte Politik zu legitimieren. O´Sullivan verglich das Recht zur Ausdehnung des Herrschaftsbereiches der USA in diesem Zusammenhang, mit dem Recht eines Baumes, sich frei in der Erde zu entfalten; vgl. Brinkley, Alan: American History, A Survey. 2. Aufl., New York 1995, S. 352.

[8] Der Präventivkrieg ist als Art des Militäreinsatzes zu verstehen, der einer eventuell auftretenden militärischen Aggression eines Kontrahenten früh zuvorkommen soll; vgl. Chomsky, Noam: Hybris. Die endgültige Sicherung der globalen Vormachstellung der USA. Hamburg 2003, S. 20.

[9] Clausewitz, Carl von: Vom Kriege. 18. Aufl., Bonn 1973, S. 990.

[10] Die Konkurrenz des westlich-demokratischen Systems unter der Führung Amerikas mit dem östlich-kommunistischen System um militärische Überlegenheit, politischen und wirtschaftlichen Einfluss in der Welt, hatte über vier Jahrzehnte die internationalen Beziehungen geprägt. Das Verhältnis zwischen den USA und der UdSSR war feindselig, zu einem direkten bewaffneten Konflikt kam es jedoch nie. Der Journalist Walter Lippmann trug erheblich dazu bei, dass sich der Ausdruck „Kalter Krieg” in der westlichen Publizistik noch vor Ende der vierziger Jahre fest etablierte; vgl. Lippmann, Walter: The Cold War. A Study in U.S. Foreign Policy. London 1947.

11 vgl. Gareis, Sven/Varwick, Johannes: Die Vereinten Nationen. Aufgaben, Instrumente und Reformen. Bundeszentrale für politische Bildung, Band 403, 3. Aufl., Bonn 2003, S. 347 ff.

[12] Brzezinski, Zbigniew: Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft. 5. Aufl., Frankfurt am Main 2002, S. 278.

[13] vgl. Czempiel, Ernst-Otto: Weltpolitik im Umbruch. Die Pax Americana, der Terrorismus und die Zukunft der internationalen Beziehungen. München 2002.

[14] vgl. Todd, Emmanuel: Weltmacht USA. Ein Nachruf. 2. Aufl., München 2004, S. 83 ff.

[15] Think Tanks oder „Denkfabriken“ sind unabhängige, nicht profitorientierte politische Gruppen und Organisationen, die sich in den Vereinigten Staaten als Analysezentren für nationale und internationale Themen verstehen.

[16] Dieser geforderte Neo-Imperialismus solle dann nicht mit Ausbeutung und Gebietsgewinn in Zusammenhang gebracht werden, sondern vielmehr als „liberale“ Form der Verbreitung von Frieden, Demokratie und Wohlstand dienen.

[17] Als „gescheitert“ ist demnach ein Staat anzusehen, der bei der Verwirklichung der oben genannten Ziele des Neo-Imperialismus versagt hat.

[18] Nach Woyke nimmt der souveräne Nationalstaat über die Außenpolitik seine Interessen auf wirtschaftlicher, militärischer, gesellschaftlicher sowie einer kulturellen Ebene wahr. Gemeint ist damit im Grunde die Interaktion des Nationalstaates mit dem Ausland. Über eine Intervention kommt es dabei zu einer Einmischung in die Geschicke eines anderen Staates, die unter Umständen dessen Souveränitätsrechte verletzen. Dies ist dann der Fall, wenn die Intervention von außen nicht durch den betroffenen Staat selbst gefordert wurde. vgl. Woyke, Wichard (Hrsg.): Handwörterbuch Internationale Politik. Bundeszentrale für politische Bildung, Band 404, 8. Aufl., Bonn 2000, S.1 f., S. 221 f.

[19] Wirtschaftliche Beziehungen sollen hier nur eine Rolle spielen, falls sie in Form von wirtschaftlichen Sanktionen vor der militärischen Intervention Teil der amerikanischen Strategie waren, bzw. nach der Intervention das neue Regime unterstützten.

[20] Militärische Stellvertreter sind Gruppen, die von der unter Umständen verdeckt intervenierenden Macht, welche versucht ihre Interessen im betroffenen Gebiet durchzusetzen, unterstützt werden. Sie beliefert die Kämpfer beispielsweise mit Waffen oder stellt technologisches und strategisches Wissen zur Verfügung. In manchen Fällen bildet sie die kämpfenden Truppen auch selber aus.

[21] Brzezinski, Die einzige Weltmacht, a.a.O., S. 26.

[22] Fukuyama, Francis: Das Ende der Geschichte. Wo stehen wir?. München 1992, S. 11. Fukuyama stellt hier die These auf, dass die „liberale Demokratie möglicherweise den Endpunkt der ideologischen Evolution der Menschheit und die endgültige menschliche Regierungsform darstellt“.

[23] Wahrig-Burfeind, Renate (Hrsg.): Wahrig Fremdwörterlexikon. Gütersloh, München 1999, S. 388.

[24] Mommsen, Wolfgang J.: Imperialismustheorien. 3. Aufl., Göttingen 1987, S. 7.

[25] vgl. Schöllgen, Gregor: Das Zeitalter des Imperialismus, München 1986, S. 3. Schöllgen führt hier ein Zitat Disraelis auf: „Meiner Meinung nach [...] wird kein Minister in diesem Land seine Pflicht tun, der eine Gelegenheit versäumt, so weit wie möglich unser koloniales Weltreich wiederaufzubauen....

[26] Friedjung, Heinrich: Das Zeitalter des Imperialismus. Erster Band. Berlin 1919, S. 5.

[27] vgl. Hobson, John A.: Der Imperialismus. Berlin 1968, S. 35. „Das neue am jüngeren Imperialismus, als Politik betrachtet, besteht hauptsächlich darin, dass mehrere Nationen ihn zu ihrer Sache gemacht haben.

[28] vgl. Mommsen, Wolfgang J.: Der moderne Imperialismus als innergesellschaftliches Phänomen; in: Mommsen, Wolfgang J. (Hrsg.): Der moderne Imperialismus. Stuttgart et al. 1971, S. 14.

[29] Schumpeter, Joseph A.: Aufsätze zu Soziologie. Tübingen 1953, S.74.

[30] Lenin Wladimir I.: Der Imperialismus als höchste Stufe des Kapitalismus. Berlin 1946, S.77.

[31] Wehler, Hans-Ulrich: Imperialismus. Köln, Berlin 1970, S. 11.

[32] Mommsen, Imperialismustheorien, a.a.O., S. 8.

[33] vgl. Schmidt, Gustav: Der europäische Imperialismus. München 1985, S. 121 ff.

[34] Mommsen, Wolfgang: Imperialismus. Seine geistigen, politischen und wirtschaftlichen Grundlagen, Hamburg 1977. S.

[35] vgl. Johnson, Chalmers: Ein Imperium verfällt. Ist die Weltmacht USA am Ende? 2. Aufl., München 2001, S. 38.

[36] vgl. Morgenthau, Hans J.: Politics among Nations. The struggle for Power and Peace. 4. Aufl., New York 1979, S. 55.

[37] vgl. ebd., S. 56.

[38] vgl. ebd., S. 55 f.

[39] Fromm, Erich: Zur Theorie und Strategie des Friedens; in: Schatz, Oskar (Hrsg.): Der Friede im nuklearen Zeitalter. Eine Kontroverse zwischen Realisten und Utopisten. München 1970, S. 19.

[40] vgl. Seidler, Franz W.: Krieg oder Frieden. Möglichkeiten und Grenzen der Sicherheitspolitik - Eine Einführung. Gütersloh 1980, S. 9

[41] vgl. Meyers, Reinhard: Begriff und Probleme des Friedens. Grundwissen Politik, Band 11. Opladen 1994, S. 64 f.

[42] vgl. Galtung, Johan: Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens - und Konfliktforschung. 3. Aufl., Reinbek bei Hamburg 1978, S. 32. Direkte oder personale Gewalt ist anzusehen als auf die unmittelbare Verletzung von Lebewesen oder Sachbeschädigung abzielende „physische Gewalt“. Strukturelle oder indirekte Gewalt beschreibt dagegen subtilere Formen der Gewalt. Diese äußern sich in Ausbeutung und Unterdrückung oder in der Durchdringung (bzw. Manipulation) von Institutionen durch bestimmte Gruppen, um diese letztlich zu kontrollieren. Auch die Marginalisierung (etwa durch gesellschaftliche Eliten, die politische Partizipation und politische Freiheit der Massen verhindern, z.B. die Wahlfreiheit oder das Recht auf freie Meinungsäußerung) und Fragmentierung (Gruppen werden etwa aufgrund ihrer Religion diskriminiert) von Teilen der Gesellschaft, ist als strukturelle Gewalt anzusehen. vgl. Meyers, Begriff und Probleme des Friedens, a.a.O., S. 34 ff.

[43] vgl. Galtung, Strukturelle Gewalt, a.a.O., S. 32

[44] Woyke, Handwörterbuch Internationale Politik, a.a.O., S. 251.

[45] ebd.

[46] vgl. Meyers, Begriff und Probleme des Friedens, a.a.O., S. 68.

[47] vgl. ebd., S. 69.

[48] vgl. Huber, Wolfgang/Reuter, Hans-Richard: Friedensethik. Stuttgart et al. 1990, S. 22.

[49] ebd.

[50] vgl. ebd.

[51] ebd., S. 23.

[52] ebd., S. 24.

53 Am 6. August 1945 wurde die erste Atombombe über der japanischen Stadt Hiroshima abgeworfen. Dies und die drei Tage später abgeworfene Atombombe auf Nagasaki führten letztlich zum Waffenstillstand zwischen Japan und den Alliierten, auf den am 2. September die Unterzeichnung der japanischen Kapitulation folgte. Das Atombombenmonopol Amerikas in den ersten Nachkriegsjahren bedeutete einen zusätzlichen Machtgewinn.

[54] vgl. Kennedy, Paul: Aufstieg und Fall der großen Mächte. Ökonomischer Wandel und militärischer Konflikt von 1500 bis 2000. Frankfurt am Main 2003, S. 533.

[55] Wynn, N. A.: Vom Weltkrieg zur Wohlstandsgesellschaft; in: Adams, Willi Paul (Hrsg.): Die Vereinigten Staaten von Amerika, Frankfurt am Main 1977, S. 355.

[56] vgl. The White House: On this date in White House History, 2004. http://www.whitehouse.gov/history/thisday/0916_njs.html, (10. Juli 04).

[57] vgl. Sautter, Udo: Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. 5. Aufl., Stuttgart 1994, S. 427 f.

[58] vgl. Kennedy, Aufstieg und Fall der großen Mächte, a.a.O., S. 534.

[59] vgl. Weigley, Russel F.: History of the United States Army. London 1968, S. 416 f.

[60] vgl. Sautter, Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, a.a.O., S. 430.

[61] Faulkner, Harold: Geschichte der amerikanischen Wirtschaft. Düsseldorf 1957, S. 727.

[62] vgl. ebd., S. 727 f.

[63] Junker, Detlef: Weltwirtschaftskrise, New Deal, Zweiter Weltkrieg, 1929-1945; in: Adams, Willi Paul/Lösche, Peter (Hrsg.): Länderbericht USA. Geschichte, Politik, Geographie, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur. Bundeszentrale für politische Bildung, Band 357, Bonn 1998, S. 130.

[64] Kennedy, Aufstieg und Fall der großen Mächte, a.a.O., S. 534.

[65] vgl. Sautter, Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, a.a.O., S. 431.

[66] Die im Jahre 1944 erreichte Kapazität bei der Flugzeugfertigung erreichte beinahe eine Stückzahl von 100.000, ebenso ging die Zahl der gefertigten Panzer und Kanonen in die Zehn- bzw. Hunderttausende; vgl. Heideking, Jürgen: Geschichte der USA. 2. Aufl., Tübingen, Basel 1999, S. 329.

[67] Keynesianismus ist eine von John Maynard Keynes aufgestellte Wirtschaftstheorie, bei der der Staat eine Schlüsselposition in der Wirtschaftslenkung einnimmt, indem er in der Phase einer Rezession verstärkt Investitionen tätigt, z.B. Investitionen in die Rüstungsindustrie; vgl. Moggridge, Donald (Hrsg.): The collected writings of John Maynard Keynes. Activities 1939-1945, Internal war finance. London, Basingsstoke 1978, S. 40 ff.

[68] Brzezinski, Die einzige Weltmacht, a.a.O., S. 42 f.

[69] vgl. Gundermann, Dietrich: Die Parteiliche Änderung von Neutralitätsgesetzen nach Kriegsausbruch, dargestellt unter besonderer Berücksichtigung des US Neutrality Act von 1939. Hamburg 1965, S. 63 f.

[70] vgl. Heideking, Geschichte der USA, a.a.O., S. 320.

[71] vgl. Gundermann, Änderung von Neutralitätsgesetzen, a.a.O., S. 63.

[72] vgl. Ambrose, Stephen/Brinkley, Douglas: Rise to Globalism, American Foreign Policy since 1938. 8. Aufl., New York 1997, S. 5, S. 7.

[73] vgl. ebd., S. 7.

[74] vgl. Heideking, Geschichte der USA, a.a.O., S. 321 f.

[75] vgl. Vanden Berghe, Yvan: Der Kalte Krieg, 1917-1991. Leipzig 2002, S. 61 f.

[76] vgl. Faulkner, Geschichte der amerikanischen Wirtschaft, a.a.O., S. 723.

[77] vgl. Vanden Berghe, Der Kalte Krieg, a.a.O., S. 62 f.

[78] In einer Radioansprache wählte Präsident Roosevelt diese Umschreibung, um Amerikas Waffenlieferungen für die Kriegsgegner Deutschlands zu begründen; vgl. Ambrose u. Brinkley, Rise to Globalism, a.a.O., S. 7.

[79] Im Gegenzug erhielten die Briten 50 amerikanische Zerstörer; vgl. Heideking, Geschichte der USA, a.a.O., S. 320.

[80] vgl. Lukacs, John: Geschichte des Kalten Krieges. Gütersloh 1961, S. 76.

[81] vgl. Kennedy, Aufstieg und Fall der großen Mächte, a.a.O., S. 535.

[82] Johnson, Ein Imperium verfällt, a.a.O., S. 60.

[83] vgl. Biermann, Die Herren der Welt, a.a.O., S. 31.

[84] vgl. Marion, George: Stützpunkte und Imperium. Eine Darstellung der amerikanischen Expansion. Berlin 1951, S. 87 f.

[85] vgl. Hippler, Jochen: Die neue Weltordnung. Hamburg 1991, S. 14 f.

[86] Wynn, Vom Weltkrieg zur Wohlstandsgesellschaft, a.a.O., S. 382.

[87] Zu diesen wirtschaftlichen Institutionen zählte unter anderem die Internationale Handelsorganisation (ITO), bei der z.B. Vereinbarungen über Zolltarife getroffen wurden. Aber auch die Einrichtung einer Internationalen Bank für den Wiederaufbau, sollte den im Krieg zerstörten Gebieten und unterentwickelten Nationen zu Wohlstand verhelfen; vgl. Faulkner, Geschichte der amerikanischen Wirtschaft, a.a.O., S 752 f.

[88] vgl. Beisel, W. (Hrsg.): Die Atlantik-Charta und die Konferenzen von Casablanca, Moskau, Cairo, Teheran, Yalta. Karlsruhe 1946, S. 3 ff. In Artikel 1 der Charta heißt es: „Ihre Länder (sc. die USA und das Vereinigte Königreich; N.F.) suchen keine territoriale oder sonstige Vergrößerung.

[89] vgl. Gerlach, Irene: Bundesrepublik Deutschland. Entwicklung, Strukturen und Akteure eines politischen Systems. Opladen 1999, S. 21.

[90] vgl. Wengler, Wilhelm: Friedenssicherung und Weltordnung. Berlin 1947, S. 20 ff.

[91] Czempiel, Ernst Otto/Schweitzer, Carl Cristoph: Weltpolitik der USA nach 1945. Einführung und Dokumente. Bundeszentrale für politische Bildung, Band 210, Bonn 1984, S. 9.

[92] vgl. Link, Werner: Der Ost-West-Konflikt. Die Organisation der internationalen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Stuttgart et al. 1980, S. 87 f.

[93] vgl. Schlesinger, Arthur M. (Hrsg.): The Dynamics of World Power. A documentary history of United States Foreign Policy 1945-1973. Volume V, New York 1973, S. 14; vgl. Beisel, Die Atlantik-Charta, a.a.O., S. 10 f.

[94] Gareis/Varwick, Die Vereinten Nationen, a.a.O., S.41.

[95] vgl. ebd.

[96] In Artikel 1 der Charta ist als ein Ziel der Vereinten Nationen genannt: „[...] den Weltfrieden [...] zu wahren und [...] Bedrohungen des Friedens zu verhüten und zu beseitigen, Angriffshandlungen und andere Friedensbrüche zu unterdrücken [...].“ vgl. ebd., S. 348.

[97] Link, Der Ost-West-Konflikt, a.a.O., S. 99.

[98] vgl. ebd.

[99] Crockatt, Richard: The Fifty Years War. The United States and the Soviet Union in world politics, 1941-1991. London, New York 1995, S. 49.

[100] Link, Werner: Das Konzept der friedlichen Kooperation und der Beginn des Kalten Krieges. Düsseldorf 1971, S. 15.

[101] vgl. Link, Der Ost-West-Konflikt, a.a.O., S. 100.

[102] vgl. Herz, Martin F.: Beginnings of the Cold War. Bloomington, London 1967, 2. Aufl., S. 114 f.

[103] vgl. Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR (Hrsg.): Teheran, Jalta, Potsdam. Konferenzdokumente der Sowjetunion. Band 3, Die Potsdamer (Berliner) Konferenz 1945. Köln 1986, S. 22 ff. Die USA forderten unter anderem die Reorganisation der demokratischen Regierungen in den genannten Ländern. Die Sowjetunion war jedoch der Ansicht, dass dort seit der Unterzeichnung der Waffenstillstandsverträge bereits legale und durch den Wunsch der Bevölkerung legitimierte Regierungen an der Macht wären. Die USA ließen am Ende von ihren Forderungen ab, was die Sowjetunion als Erfolg wertete, der letztlich „die Entwicklung der volksdemokratischen Ordnung“ in den betroffenen Gebieten förderte.

[104] vgl. Lucaks, John: Geschichte des Kalten Krieges. Gütersloh 1961, S. 60. Allein Ungarn war im ersten Jahr nach Kriegsende von 800.000 Soldaten der Sowjetarmee besetzt; vgl. Vanden Berghe, Der Kalte Krieg, a.a.O., S. 106.

[105] vgl. Fisch, Jörg: Reparationen nach dem Zweiten Weltkrieg. München 1992, S. 69 f.

[106] ebd., S. 69.

[107] vgl. ebd., S 70 f.

[108] vgl. Churchill´s „Iron Curtain“ Speech, March 5, 1946; in: Bernstein u. Matusow, The Truman Administration, a.a.O., S. 215 ff. „From Stettin in the Baltic to Trieste in the Adriatic, an iron curtain has descended across the continent.

[109] ebd., S. 70. Den vorläufigen Höhepunkt erreichte die Konfrontation, als der amerikanische Militärgouverneur Lucius D. Clay, im Mai 1946 die Lieferung von Demontagen aus der amerikanischen Zone an die Sowjetunion aussetzen ließ; vgl. Clay, Lucius D.: Entscheidung in Deutschland. Frankfurt am Main 1950, S. 141.

[110] Der von Bernard Baruch für die USA eingebrachte Vorschlag, sah unter anderem die Übergabe aller Atomwaffen an eine neu zu schaffende internationale Behörde für Atomentwicklung vor; vgl. Baruch, Bernard M.: Speech to the United Nations Atomic Energy Commission on Control of Atomic Energy, June 14, 1946; in: Schlesinger, The dynamics of world power, a.a.O., S. 112 f.

[111] Der von Kennan gesandte Drahtbericht vom 22. Februar 1946 empfahl den USA in diesem Zusammenhang ein starkes Auftreten gegenüber der Sowjetunion, die „der Logik der Macht in hohem Maße zugänglich“, dadurch von außenpolitisch expansiven Ambitionen abgehalten werden würde; vgl. Kennan, George F.: Memoiren eines Diplomaten. Memoirs 1925-1950. 5. Aufl., Stuttgart 1969, S. 553 ff.

[112] vgl. Falkner, Robert: Auslandshilfe und Containment. Anfänge amerikanischer Auslandshilfepolitik in der Dritten Welt, 1945-1952. Münster, Hamburg 1994, S. 135 f.

[113] vgl. Lautemann, Wolfgang/Schlenke, Manfred (Hrsg.): Geschichte in Quellen, Band 7. Die Welt seit 1945. München 1980, S. 460 f.

[114] ebd., S. 462. Der Widerstand gegen die „Pläne der imperialistischen Aggression und Expansion“, sollte „auf der staatlichen, der politischen, der wirtschaftlichen oder ideologischen Linie“ ausgeübt werden.

[115] vgl. Tocqueville, Alexis de: Über die Demokratie in Amerika. München 1976, S. 478f. „Es gibt heute auf Erden zwei große Völker, [...] die Russen und die Angloamerikaner. Ihr Ausgangspunkt ist verschieden, [...] dennoch scheint jeder von ihnen [...] berufen, eines Tages die Geschicke der halben Welt in seiner Hand zu halten.“

[116] Eisenhower´s campaign speech on Korea, October 25, 1952; in: Bernstein u. Matusow, The Truman Administration, a.a.O., S. 487.

[117] Eisenhower, Dwight D.: Die Jahre im Weissen Haus, 1953-1956. Düsseldorf, Wien 1964, S. 1991.

[118] vgl. Link, Der Ost-West Konflikt, a.a.O., S. 158.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten

Details

Titel
Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Weltmacht USA
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
133
Katalognummer
V31560
ISBN (eBook)
9783638325264
ISBN (Buch)
9783638703598
Dateigröße
1452 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer Auswahl von militärischen Auslandsinterventionen der USA nach 1945. Analysiert werden die Konflikte in Korea, Guatemala, Dominikanische Republik, Vietnam, Grenada, Nicaragua, Panama, der Golfkrieg II und der Golfkrieg III. Zu Beginn der Arbeit werden die in der Fragestellung auftauchenden Begriffe Frieden und Imperialismus genauer definiert. Die Literaturliste umfasst ca. 230 verschiedene Quellen.
Schlagworte
Auslandsinterventionen, Sicherung, Friedens, Neo-Imperialismus, Weltmacht
Arbeit zitieren
Nils Fischer (Autor), 2004, Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31560

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