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Das schöne warme Wir-Gefühl. Florian Illies’ "Generation Golf" und Jana Hensels "Zonenkinder" als popliterarische Generationenporträts

Título: Das schöne warme Wir-Gefühl. Florian Illies’ "Generation Golf" und Jana Hensels "Zonenkinder" als popliterarische Generationenporträts

Trabajo Escrito , 2008 , 29 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Rebecca Weber (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Zunächst scheinen Welten zu liegen zwischen einer Kindheit in der DDR, wie sie Jana Hensel in „Zonenkinder“ beschreibt mit exotisch anmutenden Bezeichnungen und Bräuchen, die den westdeutschen Leser irritieren oder auch der Belustigung dienen, und der westdeutschen Kindheitswelt, wie sie Florian Illies in „Generation Golf“ darstellt. Einer Generation von „Zonenkindern“, die in ihrem verhältnismäßig kurzen Leben gleich drei Stationen durchlaufen haben - DDR-Kindheit, Wende-Jugend und als junge Erwachsene den endgültigen Schritt in den Westen - steht eine westdeutsche Generation gegenüber, die Playmobil als die prägendste Lebenserfahrung ihrer Kindheit und Jugend bezeichnet und den Wechsel von Raider zu Twix als eine der wenigen harmlosen Veränderungen erinnert (G.19).

Kontinuität und Bruch als die beiden entgegengesetzten Pole, auf die Hensels und Illies’ Werke bezogen bleiben, bestimmen die literarischen Techniken und die Zugriffsmöglichkeiten, die die Autoren zur Porträtierung ihrer Generationen nutzen. Wenn die vertraute Alltagswelt, die Welt der Kindheit zusammen mit dem System DDR auf einen Schlag verschwindet und jahrelange Versuche der Assimilation an den Westen den Blick auf die rekonstruierte „Heimat“ zunehmend verklären, hat dies Einfluss auf die Mechanismen beim schreibenden Erinnern.

Kann man angesichts dieser so völlig unterschiedlichen Ausgangssituationen überhaupt Vergleichsmomente zwischen beiden Werken finden? Oder ist Zonenkinder sogar das „ostdeutsche Pendant“ zu Generation Golf, wie einige Rezensionen behaupten? Beide Werke sind in nahezu allen bedeutenden Feuilletons kontrovers diskutiert worden und haben eine breite Leserschaft erreicht. Zahlreiche Leserbriefe und nicht zuletzt eine intensive Onlineleserdiskussion beim Internetbuchhändler Amazon zeugen davon, dass sich Zonenkinder zu einem Phänomen entwickelt hat, dessen Rezeption und öffentliche Diskussion bereits in einem eigens erstellten Dokumentationsband vorliegen. Den hohen Auflagezahlen nach – „Generation Golf“ wurde mehr als eine halbe Million Mal verkauft, „Zonenkinder“ bereits im ersten Jahr nach dem Erscheinen 160.000 Mal - muss es also eine gesellschaftliche Gruppe geben, die sich mit den Werten und Lebenseinstellungen der dargestellten Generationen identifizieren kann und sich als Teil des „Wir“ sieht, das Hensel und Illies konstruieren.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Der Begriff „Generation“

2.1.) Etikett und Stilisierung - der Begriff „Generation“ im Trend

2.2.) Der Generationenbegriff nach Karl Mannheim

3.) Eckdaten der porträtierten Generationen

4.) Beobachtungen zum Aufbau beider Werke

5.) Die Zonenkinder im Spiegel der Generation Golf und umgekehrt

6.) Zwischen Fiktion und Faktizität

7.) Erzählerische Verfahren

7.1.) Kontinuität und Bruch als Ausgangssituationen

7.1.1.) Die Zonenkinder im Spannungsfeld von Erinnern und Vergessen

7.1.2.) Verklärung und (N)ostalgie - Erinnerungen an ein Märchenland

7.2.) Ausschluss und Integration

7.3.) Das verbindende „Wir“

7.4.) Katalogisieren und Archivieren als Gestaltungsmittel

8.) Elemente der Pop-Literatur in Generation Golf und Zonenkinder

8.1.) Vorbemerkungen zum Begriff der „Pop-Literatur“

8.2.) Verwischung der Grenzen zwischen Literatur und Journalismus

8.3.) Eine „Literatur der zweiten Worte“

8.4.) Popkulturelle Lebenswelten und Stilabgrenzung

8.5.) Indifferenz und Affirmation

9.) Ausblick: Hat der popkulturelle Generationenbegriff eine Zukunft?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarischen Verfahren und erzählerischen Mittel in Florian Illies' „Generation Golf“ und Jana Hensels „Zonenkinder“, um zu ergründen, wie diese Autoren ihre jeweiligen Generationen porträtieren und welche Rolle dabei popkulturelle Konstrukte spielen.

  • Analyse des Generationenbegriffs im soziologischen und popkulturellen Kontext
  • Vergleich der Erzählstrategien (Kontinuität vs. Bruch)
  • Untersuchung der Bedeutung von Archivierung und Markenkult als generationsstiftende Elemente
  • Reflexion der Gattungszugehörigkeit zwischen Fiktion, Autobiografie und Sachbuch

Auszug aus dem Buch

7.1.1.) Die Zonenkinder im Spannungsfeld von Erinnern und Vergessen

In Generation Golf scheinen die Erinnerungen aus Kindheit und Jugend vollständig präsent zu sein; zumindest bekundet der Erzähler diesbezüglich keinerlei Zweifel und scheint sich in seinen detailgenauen Schilderungen durchaus sicher zu sein. Dagegen wird in Zonenkinder gerade der drohende (oder bereits geschehene) Verlust der Erinnerungen zur Motivation, sich „heute, mehr als zehn Jahre später, nach unserem zweiten halben Leben“ auf die Spurensuche nach den eigenen Wurzeln zu begeben: „Mich ängstigt, den Boden unter meinen Füßen nur wenig zu kennen, selten nach hinten und stets nur nach vorn geschaut zu haben.“ (Z.14) Für die Erzählerin fiel das Ende des Systems DDR mit dem Ende ihrer Kindheit zusammen, die Erinnerungen, denen sie auf die Spur zu kommen versucht, sind also in erster Linie Kindheitserinnerungen.

Diese banale Feststellung ist wichtig, um die Art der Darstellung, die zwischen Wehmut und Verklärung schwankt, nachvollziehen zu können. Die Autorin selbst äußert sich zu der Frage nach der Authentizität ihrer Erinnerungen: „[…] Ich war 13, als die Mauer fiel. Ich habe mich zu keiner Zeit dem DDR-System gegenüber positioniert, habe mir allenfalls danach eine Meinung gebildet. Inwieweit dies Authentizität verbürgt, kann ich gar nicht sagen, denn ich habe keinen realen DDR-Erfahrungshorizont. Ich kenne das höchstens aus Erzählungen und Filmen. […]“ Diese weitgehende Fremdheit spiegelt sich in den narrativen Mustern wider, die Hensel bei ihrer Erinnerungsarbeit einsetzt, um so die immer wieder für ihre Generation reklamierte Erinnerungs und Identitätslücke zu füllen.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Einführung in die Thematik der Generationenporträts und Vorstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der literarischen Darstellung von Kindheitserinnerungen.

2.) Der Begriff „Generation“: Theoretische Herleitung des Generationenbegriffs unter Berücksichtigung soziologischer Ansätze wie denen von Karl Mannheim und moderner Identitätstheorien.

3.) Eckdaten der porträtierten Generationen: Skizzierung der zeitlichen und inhaltlichen Eingrenzung der untersuchten Generationen und Benennung der prägenden Einflüsse.

4.) Beobachtungen zum Aufbau beider Werke: Vergleich der Erzählstrukturen und Themenbereiche, die in beiden Werken trotz unterschiedlicher Ausgangslagen ähnliche Muster aufweisen.

5.) Die Zonenkinder im Spiegel der Generation Golf und umgekehrt: Analyse der wechselseitigen Wahrnehmung und Darstellung von Ost- und Westdeutschen in den jeweiligen Werken.

6.) Zwischen Fiktion und Faktizität: Untersuchung der Gattungsproblematik und der Vermischung von authentischen Erinnerungen und literarischer Inszenierung.

7.) Erzählerische Verfahren: Vertiefende Analyse der narrativen Techniken, insbesondere in Bezug auf Erinnerungsarbeit, Ausschlussverfahren und Archivierung.

8.) Elemente der Pop-Literatur in Generation Golf und Zonenkinder: Auseinandersetzung mit den popliterarischen Merkmalen wie Markenkult, journalistischem Schreibstil und der Affinität zur Warenästhetik.

9.) Ausblick: Hat der popkulturelle Generationenbegriff eine Zukunft?: Reflexion über die Langlebigkeit des popkulturellen Generationendiskurses und Prognose zur künftigen Rezeption solcher Werke.

Schlüsselwörter

Generation Golf, Zonenkinder, Pop-Literatur, Erinnerungskultur, Identität, Generationenkonstrukt, DDR, Autobiografie, Fiktionalisierung, Archivierung, Markenkult, Zeitgeschichte, Transformationserfahrung, Popkultur, Nachwendezeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die literarischen Generationenporträts „Generation Golf“ von Florian Illies und „Zonenkinder“ von Jana Hensel hinsichtlich ihrer Erzählweise und der Konstruktion von Identität.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?

Im Zentrum stehen die Erinnerungsarbeit der Autoren, die Einordnung in den Kontext der Pop-Literatur, der Einfluss von Marken und Konsumgütern auf die Identitätsbildung sowie die unterschiedlichen Erfahrungen von Kontinuität und Zäsur durch die deutsche Wiedervereinigung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, mit welchen narrativen Mitteln die Autoren ihre jeweilige Generation stilisiert haben und inwiefern diese Werke als „Pop-Literatur“ verstanden werden können, die zwischen Fiktion und faktualem Anspruch oszilliert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich der beiden Werke auf Form- und Inhaltsebene vornimmt und soziologische Theorien (z. B. nach Karl Mannheim) sowie popliterarische Diskurstheorien einbezieht.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den erzählerischen Verfahren, wie dem „Katalogisieren“ von Alltagsprodukten, der Bedeutung des „Wir“-Gefühls und der unterschiedlichen Wahrnehmung von Zeitgeschichte und Erinnerung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Generationenbegriff, Identität, Pop-Literatur, Archivierung, Erinnerungskultur und der Kontrast zwischen Fiktion und Faktizität.

Welche besondere Rolle spielt der Mauerfall für die Untersuchung der „Zonenkinder“?

Der Mauerfall wird als entscheidende Zäsur identifiziert, die bei Hensel als Ausgangspunkt für eine Identitätssuche dient, während die „Generation Golf“ eher durch Kontinuität und ein „warmes Wir-Gefühl“ geprägt ist.

Warum wird der Begriff „Pop-Literatur“ in der Arbeit kritisch hinterfragt?

Der Begriff ist unscharf und wird im Diskurs sowohl für journalistische als auch belletristische Ansätze verwendet; die Arbeit untersucht daher kritisch, welche Merkmale der Pop-Literatur in den analysierten Werken tatsächlich vorhanden sind.

Inwiefern unterscheiden sich die beiden Werke in ihrer Haltung zu den Eltern?

Während bei Illies ein eher ironischer Umgang und ein ausbleibender Generationenkonflikt vorherrschen, ist das Verhältnis bei Hensel durch eine stärkere Distanz und ein von Mitleid geprägtes Unverständnis gegenüber der Elterngeneration gekennzeichnet.

Welches Fazit zieht die Autorin über die Zukunft des Generationenbegriffs?

Die Arbeit prognostiziert, dass der popkulturelle Generationenbegriff aufgrund des Bedürfnisses nach Selbstvergewisserung in einer unübersichtlichen Welt weiterhin Konjunktur haben wird, auch wenn er soziologisch betrachtet oft eine starke Vereinfachung der Realität darstellt.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Das schöne warme Wir-Gefühl. Florian Illies’ "Generation Golf" und Jana Hensels "Zonenkinder" als popliterarische Generationenporträts
Universidad
University of Marburg  (Neuere Deutsche Literatur)
Curso
Pop-Literatur von 1990 bis zur Gegenwart
Calificación
1,0
Autor
Rebecca Weber (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
29
No. de catálogo
V315602
ISBN (Ebook)
9783668144262
ISBN (Libro)
9783668144279
Idioma
Alemán
Etiqueta
wir-gefühl florian illies’ generation golf jana hensels zonenkinder generationenporträts
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Rebecca Weber (Autor), 2008, Das schöne warme Wir-Gefühl. Florian Illies’ "Generation Golf" und Jana Hensels "Zonenkinder" als popliterarische Generationenporträts, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315602
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