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Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?

Titel: Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?

Examensarbeit , 2004 , 133 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nils Fischer (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Rückblickend betrachtet lässt sich nicht erst mit dem „präventiven“ Feldzug der USA gegen den Irak im Frühjahr 2003 ein Beispiel ausmachen, bei dem das friedliche Mittel der Diplomatie durch die Anwendung von militärischer Gewalt nicht nur ergänzt, sondern ersetzt worden ist. Vielmehr wurde der Krieg als „Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel“, wichtiges Instrument bei zahlreichen außenpolitischen Interventionen der USA seit Beginn der Epoche, die als Kalter Krieg in die Geschichte einging, bis zum Sturz von Saddam Hussein im Irak. Vor diesem Hintergrund erlebt heute in Büchern, Artikeln und Kommentaren der Begriff des Imperialismus eine regelrechte Renaissance, wenn die außenpolitischen Beziehungen der Vereinigten Staaten zu anderen Nationen beschrieben werden.

Haben sich die USA also zu einer weltweit operierenden Macht entwickelt, die notfalls auch mit Gewalt ihre eigenen Interessen durchsetzt? Handelt es sich bei den jüngsten militärischen Auslandsinterventionen gar um die Ausübung eines neuen Imperialismus?
Im Rahmen dieser Arbeit soll eine Analyse der militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 durchgeführt werden. Sie setzt sich mit den Fragen auseinander, inwiefern die Eingriffe der Amerikaner in das internationale Geschehen seit 1945 als Mittel zur Sicherung des Friedens angesehen werden können, oder ob bzw. inwieweit es sich dabei um die Festigung und gewaltsame Erweiterung des eigenen Machtbereiches handelte – der Ausübung eines Neo-Imperialismus.

Bevor die Analyse der Auslandsinterventionen der Vereinigten Staaten erfolgt, wird zunächst ein Überblick über die Entwicklung der internationalen Beziehungen unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg gegeben. Im 1. Kaptitel erfolgt außerdem die für die anstehende Analyse notwendige kurze Bestimmung des Imperialismusbegriffes sowie eine Erläuterung des Begriffes Frieden. Das 2. Kapitel umfasst mit dem Zeitraum von 1947-1989, die Jahre, die vornehmlich durch den Ost-West Konflikt gekennzeichnet waren. Die Untersuchung beginnt mit dem Koreakrieg, beschäftigt sich dann weiter mit den Konflikten in Guatemala, der Dominikanischen Republik, Vietnam, Nicaragua und Grenada, bis mit der Betrachtung der amerikanischen Intervention in Panama im Jahr 1989 das Kapitel seinen Abschluss findet.
Inwieweit sich das Ende des Kalten Krieges auf die militärischen Interventionen auswirkte, wird im 3. Kapitel mit dem Zweiten Golfkrieg und dem Dritten Golfkrieg untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Kapitel

1.1 Imperialismus – Eine Begriffsbestimmung

1.2 Frieden – Eine Begriffsbestimmung

1.3 Amerika – Aufstieg zur globalen Führungsmacht

1.3.1. Entfaltung der wirtschaftlichen und militärischen Kapazitäten

1.3.2. Das Arsenal der Demokratie

1.3.3. Die globale Präsenz

1.4 Von der Kooperation zur Lagerbildung – Die Jahre von 1945-1947

1.4.1. Gründung der Vereinten Nationen

1.4.2. Konflikte und Gegensätze

1.4.3. Zwei Lager

2. Kapitel

2.1 Der Korea-Krieg

2.1.1. Vorgeschichte des Korea-Krieges

2.1.2. Der Kriegsverlauf

2.1.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten

2.1.4. Südkorea nach der Intervention

2.1.5. Fazit

2.2 Operation „Success” in Guatemala

2.2.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes

2.2.2. Der Kriegsverlauf

2.2.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten

2.2.4. Guatemala nach Arbenz

2.2.5. Fazit

2.3 Intervention in der Dominikanischen Republik

2.3.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes

2.3.2. Der Kriegsverlauf

2.3.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten

2.3.4. Die Dominikanische Republik nach den Wahlen von 1966

2.3.5. Fazit

2.4 Der Zweite Indochinakrieg/Vietnamkrieg

2.4.1. Vorgeschichte des Vietnamkrieges

2.4.2. Der Kriegsverlauf

2.4.3. Südvietnam nach dem Abzug der Amerikaner

2.4.4. Fazit

2.5 Die Intervention in Grenada

2.5.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes

2.5.2. Der Kriegsverlauf

2.5.3. Grenada nach der Invasion

2.5.4. Fazit

2.6 Die Konterrevolution in Nicaragua

2.6.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes

2.6.2. Der Verlauf des Contra-Krieges

2.6.3. Die Rolle der USA im Contra-Krieg

2.6.4. Nicaragua nach dem Wahlsieg der Opposition

2.6.5. Fazit

2.7 Die Intervention in Panama

2.7.1. Die Vorgeschichte des Konfliktes

2.7.2. Der Verlauf der Operation „Just Cause“

2.7.3. Panama nach der Intervention

2.7.4. Fazit

3. Kapitel

3.1 Der Zweite Golfkrieg

3.1.1. Die Vorgeschichte des Krieges

3.1.2. Operation Wüstensturm

3.1.3. Die Rolle der Vereinigten Staaten

3.1.4. Die Golfregion nach der Intervention

3.1.5. Fazit

3.2 Der Dritte Golfkrieg

3.2.1. Vorgeschichte des Dritten Golfkrieges

3.2.2. Der Verlauf der Operation „Irakische Freiheit“

3.2.3. Der Irak nach Ende der offiziellen Kampfhandlungen

3.2.4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert kritisch die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945. Das primäre Ziel besteht darin, zu untersuchen, inwieweit diese Eingriffe tatsächlich der Friedenssicherung dienten oder vielmehr als Instrumente zur Festigung US-amerikanischer Machtinteressen und zur Ausübung eines Neo-Imperialismus zu bewerten sind.

  • Historische Entwicklung des US-Außenpolitikverständnisses nach 1945
  • Bestimmung der Begriffe Imperialismus und Frieden im Kontext der US-Interventionen
  • Analyse ausgewählter Fallbeispiele (Korea, Guatemala, Dominikanische Republik, Vietnam, Grenada, Nicaragua, Panama)
  • Untersuchung der Golfkriege als Beispiele der US-Interventionspolitik nach dem Ende des Kalten Krieges
  • Reflektion über die Rolle internationaler Organisationen und der US-Kontrolle über diese

Auszug aus dem Buch

1.1 Imperialismus – Eine Begriffsbestimmung

Der heute so polarisierende Begriff des Imperialismus wirft zunächst einmal ein Definitionsproblem auf. So finden sich in der wissenschaftlichen Literatur zahlreiche Auslegungen, die unterschiedliche Aspekte hervorheben und andere Schwerpunkte setzen. Doch ergänzen sich die einzelnen Definitionen vielmehr, als dass sie sich gegenseitig widerlegen.

Zum ersten Mal kam der Ausdruck in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf. Ausgehend von der Herkunft des Wortes (lat. Imperium = „Befehl, Herrschaft, Staatsgewalt“), bezog er sich zunächst auf das Regierungssystem Napoleons III in Frankreich. In diesem Zusammenhang wurde Imperialismus nicht etwa als die Beherrschung von abhängigen oder unterentwickelten Territorien durch einen mächtigeren Staat interpretiert. Gemeint war stattdessen die „persönliche imperiale Herrschaft eines großen Herrschers“ über eine Vielzahl von Gebieten. Hier hatte Imperialismus somit eine noch personal gebundene Bedeutung, die unmittelbar aus der direkten Herrschaftsausübung eines Akteurs oder einer Gruppe resultierte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Kapitel: Dieses Kapitel erläutert theoretische Grundlagen wie den Imperialismus- und Friedensbegriff und beschreibt den Aufstieg der USA zur Weltmacht sowie die geopolitische Lage in den unmittelbaren Nachkriegsjahren.

2. Kapitel: Hier werden zentrale militärische Interventionen der USA während des Kalten Krieges detailliert analysiert, um die US-Strategie in diesem ideologisch geprägten Zeitraum zu beleuchten.

3. Kapitel: Dieses Kapitel widmet sich den US-Interventionen im Irak nach dem Ende des Ost-West-Konfliktes und hinterfragt die Legitimation militärischer Einsätze im Rahmen der „neuen Weltordnung“.

Schlüsselwörter

USA, Außenpolitik, Militärinterventionen, Imperialismus, Neo-Imperialismus, Kalter Krieg, Friedenssicherung, Interessenpolitik, Hegemonie, Golfkriege, Konfliktanalyse, Weltmacht, Geopolitik, Interventionismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht kritisch, ob die militärischen Interventionen der USA seit 1945 der Sicherung des globalen Friedens dienten oder imperialistische Motive verfolgten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung der amerikanischen Außenpolitik, die theoretische Definition von Imperialismus und Frieden sowie eine tiefgehende Analyse verschiedener militärischer Konflikte.

Was ist die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob die militärischen Eingriffe der USA als Maßnahmen zur Friedenssicherung oder als Ausübung eines Neo-Imperialismus zur Festigung des eigenen Machtbereichs einzustufen sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine deskriptive und analytische Fallstudien-Methode, bei der die Konflikte nach einem einheitlichen Schema (Vorgeschichte, Kriegsverlauf, US-Rolle, Nachkriegssituation) untersucht und bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt chronologisch die Interventionen in Korea, Guatemala, der Dominikanischen Republik, Vietnam, Grenada, Nicaragua, Panama sowie die beiden Golfkriege.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie US-Interventionismus, Imperialismus, Friedensbegriff, Geopolitik und hegemoniale Außenpolitik charakterisiert.

Wie bewertet der Autor die Rolle des UN-Sicherheitsrates in diesen Konflikten?

Der Autor zeigt auf, dass die USA den Sicherheitsrat häufig umgingen, manipulierten oder dessen Entscheidungen unilateral unterliefen, um eigene Interessen durchzusetzen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Golfkriege?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass es den USA in den Golfkriegen vorrangig um die Sicherung ihrer Kontrolle über wichtige Ressourcen und die Festigung ihrer Vormachtstellung ging, wobei der Frieden als rhetorisches Mittel zur Legitimierung diente.

Ende der Leseprobe aus 133 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Weltmacht USA
Note
2,0
Autor
Nils Fischer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
133
Katalognummer
V31560
ISBN (eBook)
9783638325264
ISBN (Buch)
9783638703598
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auslandsinterventionen Sicherung Friedens Neo-Imperialismus Weltmacht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nils Fischer (Autor:in), 2004, Die militärischen Auslandsinterventionen der USA seit 1945 - Sicherung des Friedens oder Neo-Imperialismus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31560
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