In dieser Studienarbeit werden die Potenziale der Generation 60Plus, sowie die bestehenden Produkte und Dienstleistungen für diese Zielgruppe hinterfragt. Der Fokus liegt dabei auf der Intensivierung und Optimierung von bestehenden Kundenbeziehungen.
Im Anschluss an die empirische Untersuchung werden Handlungsfelder erarbeitet, die es Volksbanken und Sparkassen erleichtern sollen, die Zielgruppe segmentgerecht zu bearbeiten. Hierbei könnten exklusive Produkte und Dienstleistungen entstehen, die die Bedürfnisse der Generation 60Plus befriedigen und den Banken helfen sollen neue Erträge zu generieren.
Im Rahmen dieser Studienarbeit konzentrierten sich die Verfasser auf die Zielgruppe der über 60-Jährigen, welche kurz vor der Rente stehen - bis hin zur Nachfolgeregelung. Zur Abgrenzung dieser Zielgruppe wird auf die Detailbetrachtung der Altersarmut verzichtet. Somit ist kein Endalter definiert. Zur Vervollständigung wird das Generationenmanagement kurz umschrieben, wenngleich auf eine Detailbetrachtung angesichts des enormen Umfanges verzichtet wird.
Jüngste statistische Untersuchungen sagen voraus, dass der Anteil der unter 20-Jährigen bis zum Jahr 2060 auf unter 16% (ehemals 43% in 1871) absinken wird. Gleichzeitig wird der Anteil der ab 65-Jährigen auf 34% ansteigen (ehemals 5% in 1871). Somit ist heute jeder fünfte Deutsche mindestens 65 Jahre alt. Für die Mehrheit der regionalen Volksbanken und Sparkassen bedeutet dies eine starke Veränderung ihrer Kundenanteile zu Gunsten der Generation 60Plus.
In einigen Sparkassen beträgt ihr Anteil bereits 40% des Kundenportfolios – Tendenz steigend. Doch nicht nur die Quantität der Kunden ist beachtlich, sondern auch deren finanzielle Qualität. Im Einkommensvergleich zu anderen EU-Ländern stehen deutsche Senioren gut da und bilden eine sehr kaufkräftige und höchst interessante Zielgruppe für die Banken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Theoretische Analyse
2.1 Der demografische Wandel
2.2 Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
2.3 Die Generation 60Plus – eine Zielgruppe mit Potenzial
2.3.1 Monetärer Reichtum
2.3.2 Aktuelle und zukünftige Bedürfnisse und Wünsche
2.3.3 Das veränderte Kunden- und Konsumverhalten
2.4 Das heutige Anforderungsprofil an ein regionales Finanzinstitut
3. Umsetzungsstrategien der Volksbanken und Sparkassen
3.1 Was ist bereits geschehen? Bestehendes Seniorenmarketing regionaler Institute
3.1.1 Status quo der aktuellen Dienstleistungsangebote
3.1.2 Status quo der aktuellen Produktvielfalt
3.2 Anforderungen an regionale Finanzdienstleister
3.3 Strategische Umsetzung in Verbindung mit Kommunikationsmarketing
3.4 Produkt- und Dienstleistungsinnovationen
4. Empirische Analyse
4.1 Herleitung zur Empirischen Studie
4.1.1 Vorgehensweise
4.1.2 Zielsetzung
4.1.3 Untersuchungsumfang und Abgrenzung
4.1.4 Fragebogen und Fragekatalog
4.2 Auswertungen der Ergebnisse, sowie Ergänzung durch weitere empirische Studien
4.2.1 Allgemeine Fragen (Fragebogen Kunden und Vertrieb)
4.2.2 Fragen zu exklusiven Produkten (nur im Fragebogen Kunden)
4.2.3 Fragen zu exklusiven Dienstleistungen (nur im Fragebogen Kunden)
5. Handlungsempfehlungen
5.1 Einleitung in die Handlungsempfehlungen
5.2 Mitarbeiterbindung als Element der Kundenbindung
5.3 Aufbau eines Beraterstammes für die Generation 60Plus
5.4 Einführung von Generationenmanagement im Retail Banking
5.5 Immobilienrente
5.6 Girokonto mit Zusatzdienstleistungen
5.7 Kommunikation mit der Generation 60Plus
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Studienarbeit untersucht die Potenziale der Generation 60Plus für regionale Volksbanken und Sparkassen sowie die Möglichkeiten zur Intensivierung und Optimierung bestehender Kundenbeziehungen in diesem Segment. Ziel ist es, Handlungsfelder zu identifizieren, durch die Kreditinstitute segmentgerechte, exklusive Produkte und Dienstleistungen entwickeln können, um neue Erträge zu generieren und die Kundenloyalität nachhaltig zu fördern.
- Demografischer Wandel und dessen Auswirkungen auf Finanzdienstleister
- Finanzielle Kraft und verändertes Konsumverhalten der Generation 60Plus
- Status quo des Seniorenmarketings in regionalen Instituten
- Empirische Untersuchung zur Erhebung von Kundenbedürfnissen und Vertriebssicht
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen (z.B. Generationenmanagement, Immobilienrente)
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Monetärer Reichtum
Die Generation 60Plus verfügt in Summe heute über ein bisher nie da gewesenes Vermögen. Wird lediglich das Geldvermögen dieser Zielgruppe betrachtet, so beläuft sich die Gesamtsumme in Deutschland auf unvorstellbare 423,0 Mrd. €. Ergänzend dazu sind noch immobile Vermögenswerte in einer Größenordnung von rund 1.800 Mrd. € Euro vorhanden und laut einer volkswirtschaftlichen Berechnung wird diese Generation in den kommenden Jahren geschätzte 300 Mrd. € p.a. zusätzlich vererbt bekommen. Laut einer Studie des Institutes der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hat jeder 65- bis 74-Jährige rechnerisch im Schnitt rund 136,0 T€ an Barmittel zur Verfügung. Dieser Durchschnittswert gilt als valide, da das Vermögen der Senioren im Vergleich zu den Erwerbstätigen deutlich gleichmäßiger verteilt ist.
Für den Großteil der heutigen Generation 60Plus spielt berufliches Einkommen keine Rolle mehr, denn die Frühverrentungen der letzten Jahre haben ihre Spuren hinterlassen. Daher sind aktuell nur rund 7% der über 60-Jährigen selbst berufstätig und davon sogar mehr als zwei Drittel nur in Teilzeit bzw. stundenweise. Es ist jedoch auch zu beobachten, dass jeder Fünfte der 60- bis 69-Jährigen seine Einkünfte durch eine Nebentätigkeit aufbessert. Diese Zahl nimmt anschließend jedoch deutlich ab, denn die über 70-Jährigen gehen einer solchen Nebentätigkeit kaum mehr nach.
Die geschilderten Daten belegen die finanzielle Kraft der Generation 60Plus und verdeutlichen die Attraktivität dieser Zielgruppe, denn sie vereinen ein hohes Vermögen mit viel freier Zeit und Interesse an Neuem.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die demografische Bedeutung der Generation 60Plus ein, benennt die Problemstellung für Banken im Niedrigzinsumfeld und erläutert die Zielsetzung sowie Vorgehensweise der Arbeit.
2. Theoretische Analyse: Es werden die Grundlagen zum demografischen Wandel, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die spezifischen Merkmale sowie Potenziale der Zielgruppe Generation 60Plus theoretisch fundiert beleuchtet.
3. Umsetzungsstrategien der Volksbanken und Sparkassen: Dieses Kapitel analysiert den Status quo des Seniorenmarketings in regionalen Instituten und definiert Anforderungen an eine strategische Neuausrichtung sowie Innovationen.
4. Empirische Analyse: Die Ergebnisse einer eigens durchgeführten Kunden- und Vertriebsumfrage werden ausgewertet, um die Bedürfnisse der Best Ager mit der Perspektive der Bankmitarbeiter abzugleichen und Abweichungen aufzudecken.
5. Handlungsempfehlungen: Aufbauend auf den Analysen werden konkrete Handlungsfelder wie Mitarbeiterbindung, Beraterstämme, Generationenmanagement und neue Produktlösungen für Volksbanken und Sparkassen abgeleitet.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer langfristigen Strategie zusammen und gibt einen Ausblick auf die dynamische Entwicklung dieses zielgruppenspezifischen Wachstumsmarktes.
Schlüsselwörter
Generation 60Plus, Demografischer Wandel, Seniorenmarketing, Regionale Banken, Volksbanken, Sparkassen, Generationenmanagement, Immobilienrente, Altersvorsorge, Kundenbindung, Vermögensübertragung, Best Ager, Finanzdienstleistungen, Nachfolgeregelung, Beratungsqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie regionale Volksbanken und Sparkassen die kaufkräftige Zielgruppe der Generation 60Plus professionell ansprechen und betreuen können, um im aktuellen Niedrigzinsumfeld neue Ertragspotenziale zu erschließen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der demografischen Entwicklung, der Erforschung spezifischer Bedürfnisse älterer Kunden, der Bewertung bestehender Strategien der Banken sowie der Entwicklung konkreter Konzepte wie Generationenmanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, auf Basis einer theoretischen Analyse und einer empirischen Umfrage Handlungsfelder für Banken zu erarbeiten, die eine segmentgerechte Betreuung der Generation 60Plus ermöglichen und zur Intensivierung der Kundenbeziehungen beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewendet?
Die Autoren kombinierten eine Literaturrecherche und Sekundärdatenanalyse mit einer eigenen empirischen Studie, bestehend aus standardisierten Fragebögen für Kunden und Vertriebsmitarbeiter sowie einem Experteninterview.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, eine Analyse des Status quo im Seniorenmarketing der Banken, die Auswertung der empirischen Erhebung sowie detaillierte Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Generation 60Plus, Generationenmanagement, Best Ager, Immobilienrente, Kundenbindung, Nachfolgeberatung sowie Ertragssicherung für regionale Kreditinstitute.
Warum spielt das Thema der Immobilienrente eine so große Rolle?
Die Immobilienrente wird als potenzielle Lösung für Senioren mit Immobilienbesitz aber geringen liquiden Mitteln betrachtet, um den Lebensstandard im Alter zu sichern und gleichzeitig neue Erträge für Banken zu generieren.
Welche Bedeutung kommt der Nachfolgeberatung zu?
Die Nachfolgeberatung wird als wichtiges Instrument identifiziert, um das Vertrauen der Kunden langfristig zu gewinnen und zu verhindern, dass Vermögen zu Lebzeiten an Dritte oder Konkurrenten abfließt.
- Citation du texte
- Marco Samson (Auteur), Nico Lorenz (Auteur), Uwe Büchele (Auteur), 2015, Exklusive Produkte und Dienstleistungen für die Generation 60 Plus. Potenziale zwischen Vorruhestand und Nachfolgeregelung für regionale Volksbanken und Sparkassen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315712