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Diachrone Identität von Personen in Abgrenzung von der Identität materieller Gegenstände. Die Figur des Charles bei Beranard Williams

Title: Diachrone Identität von Personen in Abgrenzung von der Identität materieller Gegenstände. Die Figur des Charles bei Beranard Williams

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Philipp Hülemeier (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Summary Excerpt Details

Die Veränderung von Personen durch die Zeit und damit verbunden die Frage nach ihrer diachronen Identität steht im Zentrum von Bernard Williams erstem Aufsatz „Personenidentität und Individuation“ in seiner Aufsatzsammlung „Probleme des Selbst.“

Wenig zielführend scheint es da zuerst auf die Veränderung von materiellen Gegenständen einzugehen. Doch wie Chisholm aufbauend auf Joseph Butlers These eines „strikten und philosophischen Sinns von der Identität“ von Personen zu reden verdeutlicht, ist die Begründung der Abgrenzung des „weiten und gängigen Sinns der Identität“ von materiellen Gegenständen sinnvoll. Hierdurch wird es möglich, die Suche nach eindeutigen Identitätsbedingungen bei Personen zu rechtfertigen.

Dies soll eine Hinführung zu den verschiedenen Kriterien zur Bestimmung der diachronen Personenidentität sein. Um Williams Ansatz einer Verschränkung von geistigem und körperlichem Kriterium sinnvoll einzuordnen, sind ihm vorausgehende Ansätze eines seelischen Kriteriums oder Persönlichkeitskerns sowie der Ansatz, auf den im Aufsatz explizit Bezug genommen wird, nämlich Lockes Erinnerungskriterium, anzuführen.

Nur in diesem Kontext können Abgrenzungsbewegungen Williams zu anderen Ansätzen und mögliche Gründe für eine Plausibilität seines Ansatzes zu Tage gefördert werden.

Nach einer Darstellung der konkurrierenden Ansätze zur Personenidentität soll ein Ansatz Parfits folgen, der wenn nicht die Legitimität dann doch die Sinnhaftigkeit des gesamten Versuchs der Suche nach eindeutigen Identitätskriterien massiv in Frage stellt. Dies soll zu einer umgekehrten Beschäftigung mit dem Thema von Personenidentität führen.

Wenn es nicht die Personenidentität ist, auf die es ankommt, was fehlt dann möglicherweise im Bereich der praktischen Philosophie in der Betrachtung des Menschen als freien, persistenten Trägers von Rechten und Pflichten?

An dieser Schnittstelle von theoretischer und praktischer Philosophie sollen die Ausführungen, wenn nicht ihren Zielpunkt, so doch eine weitere Facette finden, die kurz anschneidet, was bei allen Unklarheiten und Unsicherheiten Umfang und Aufwand der Debatte um die diachrone Personenidentität rechtfertigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Diachrone Identität von Gegenständen und Personen bei Joseph Butler

2.1 Der „loose and popular sense of identity“ von Gegenständen

2.2 Relevanz für die Fragestellung der Veränderung von Personen

2.3 Der „strict and philosophical sense of identity“ von Personen

3 Die Figur des Charles bei Bernard Williams

4 Der „simple view“ als Lösungsansatz für die aufgeworfenen Probleme

4.1 Der „simple view“ in seinen Grundzügen

4.2 Kritik am „simple view“

5 Das psychische Kriterium als Lösungsansatz

5.1 Lockes Vorschlag in seinen Grundzügen

5.2 Einwände gegen Lockes Vorschlag

6 Der Ansatz Bernard Williams

6.1 Darstellung des Ansatzes Bernard Williams in seinen Grundzügen

6.2 Bewertung des Ansatzes Bernard Williams

6.3 Parfits Provokation oder „Does personal identity matter?“

7 Praktische Konsequenzen des Ansatzes Parfits

8 Ausblick und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die diachrone Identität von Personen im Kontrast zur Identität materieller Gegenstände und analysiert kritisch verschiedene philosophische Ansätze, insbesondere die von Bernard Williams, John Locke und Derek Parfit, um die Bedeutung des Personenbegriffs für theoretische und praktische Kontexte zu verdeutlichen.

  • Differenzierung zwischen „loose and popular“ und „strict and philosophical“ Identitätssinn.
  • Analyse des „simple view“ und psychischer Kriterien (Locke) zur Personenidentität.
  • Untersuchung von Bernard Williams' körperlichem Kriterium und dem Begriff der Einzelhandlung.
  • Auseinandersetzung mit Derek Parfits reduktionistischem Ansatz und dessen praktischen Implikationen.
  • Reflektion über die Relevanz der Personenidentität für rechtliche und moralische Verantwortungszuschreibungen.

Auszug aus dem Buch

3 Die Figur des Charles bei Bernard Williams

Im Folgenden sollen nun mögliche notwendige und hinreichende Bedingungen untersucht werden, die erforderlich sind, um von Identität einer Person durch die Zeit hinweg sprechen zu können. Hierbei wird zunächst die Figur des Charles bei Bernard Williams vorgestellt, um das Probleme der Identität von Personen durch die Zeit hinweg zu verdeutlichen. Daran anschließend soll der sog. „simple view“ eingeführt werden, der für Chisholm die konsistenteste Lösung der Identität von Personen darstellt. Schließlich sollen konkurrierend Lockes und Williams Ansätze umrissen und gerade anhand von Williams Aufsatz in ihrer Plausibilität untersucht werden.

Die Figur des Charles bei Bernard Williams ist exemplarisch für die Frage der Identität einer Person durch die Zeit hinweg. Das erste entworfene Szenario ist hierbei das einer sprunghaften Persönlichkeitsveränderung von einem „rücksichtsvollen Kirchgänger und Hausvater“ zu einem „lästernden Schreihals und Rüpel“.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung der diachronen Personenidentität ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung entlang der Ansätze von Williams, Locke und Parfit.

2 Diachrone Identität von Gegenständen und Personen bei Joseph Butler: Dieses Kapitel erarbeitet Butlers Unterscheidung zwischen einem „weiten und gängigen Sinn“ für Gegenstände und einem „strengen und philosophischen Sinn“ für Personen.

3 Die Figur des Charles bei Bernard Williams: Hier wird das Gedankenexperiment der sprunghaften Persönlichkeitsveränderung von Charles eingeführt, um die Schwierigkeiten bei der Bestimmung von Personenidentität zu illustrieren.

4 Der „simple view“ als Lösungsansatz für die aufgeworfenen Probleme: Das Kapitel analysiert den „simple view“, der Personen als irreduzible, einfache Entitäten begreift, und beleuchtet dessen cartesianische Hintergründe sowie Kritikpunkte.

5 Das psychische Kriterium als Lösungsansatz: Es erfolgt eine Darstellung von Lockes Erinnerungskriterium sowie eine kritische Auseinandersetzung damit, insbesondere hinsichtlich Zirkularität und Transitivität.

6 Der Ansatz Bernard Williams: Dieses zentrale Kapitel expliziert Williams’ körperliches Kriterium und dessen notwendige Funktion in Verbindung mit dem Begriff der Einzelhandlung.

7 Praktische Konsequenzen des Ansatzes Parfits: Das Kapitel diskutiert Parfits reduktionistischen Ansatz der Identitätsunwichtigkeit und die daraus resultierenden Probleme für die rechtliche Zurechenbarkeit von Handlungen.

8 Ausblick und Fazit: Das Fazit unterstreicht die Bedeutung des Personenbegriffs als Kristallisationspunkt für Ethik, Verantwortung und Freiheit und plädiert für die Notwendigkeit konsistenter Identitätsbegriffe.

Schlüsselwörter

Diachrone Identität, Personenidentität, Bernard Williams, John Locke, Derek Parfit, Joseph Butler, simple view, körperliches Kriterium, Erinnerungskriterium, psychisches Kriterium, Selbstbewusstsein, Einzelhandlung, Identitätsbedingungen, Metaphysik der Person, praktische Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Frage nach der diachronen Identität von Personen, also der Frage, unter welchen Bedingungen wir eine Person als dieselbe über einen Zeitraum hinweg identifizieren können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die philosophische Abgrenzung von Personen und materiellen Gegenständen, die Suche nach Identitätskriterien sowie die Debatte über die Relevanz der personalen Identität für moralische und rechtliche Verantwortlichkeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, durch die Analyse der Ansätze von Butler, Locke, Williams und Parfit zu zeigen, dass die Frage nach einer konsistenten Theorie der Personenidentität theoretisch plausibel und praktisch bedeutsam ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine analytische Vorgehensweise gewählt, die Gedankenexperimente (wie das „Schiff des Theseus“ oder die „Figur des Charles“) nutzt, um philosophische Theorien auf ihre Konsistenz und Plausibilität hin zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit dem „simple view“, dem psychischen Kriterium nach Locke, dem von Williams verteidigten körperlichen Kriterium und schließlich mit Derek Parfits reduktionistischer Sichtweise.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie diachrone Identität, Körper-Geist-Verschränkung, Erinnerungskriterium, Einzelhandlung und moralische Verantwortungszuschreibung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Identität von Personen von der materieller Gegenstände laut Butler?

Laut Butler unterliegen materielle Gegenstände einem „weiten und gängigen Sinn“ von Identität, während Personen einen „strengen und philosophischen Sinn“ erfordern, da sie nicht konventionalisiert als identisch definiert werden können.

Welche Rolle spielt die „Figur des Charles“ für Williams?

Charles dient als Gedankenexperiment, um zu zeigen, dass rein psychische Kontinuität oder Erinnerungen nicht ausreichen, um Personenidentität zu begründen, und dass der Rückgriff auf das körperliche Kriterium unentbehrlich wird.

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Details

Title
Diachrone Identität von Personen in Abgrenzung von der Identität materieller Gegenstände. Die Figur des Charles bei Beranard Williams
College
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Course
Probleme des Selbst
Grade
1,7
Author
Philipp Hülemeier (Author)
Publication Year
2013
Pages
18
Catalog Number
V315724
ISBN (eBook)
9783668153288
ISBN (Book)
9783668153295
Language
German
Tags
diachrone identität personen abgrenzung gegenstände figur charles beranard williams
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Hülemeier (Author), 2013, Diachrone Identität von Personen in Abgrenzung von der Identität materieller Gegenstände. Die Figur des Charles bei Beranard Williams, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315724
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