Die vorliegende Projektarbeit beschäftigt sich mit der im Finanzdienstleistungssektor entstandenen Finanztechnologie (Fintech) Bewegung und untersucht eine mögliche Gefährdung für klassische Universalbanken. Dabei wird der Schwerpunkt insbesondere auf das Geschäftsmodell von Fintech Unternehmen gelegt.
Zur Einführung in die Thematik werden Universalbanken und Fintechs durch eine jeweilige Vorstellung voneinander abgegrenzt. Die Bedeutung der Digitalisierung innerhalb des Bankwesens wird durch die Betrachtung der Kundenentwicklung in Form von Bedürfnisveränderung und Generationssystematik eingeordnet. Der Praxisbezug erfolgt durch eine exemplarische Betrachtung eines Fintech Unternehmens (NUMBER26), das nach ausführlicher Vorstellung mit Hilfe einer SWOT Analyse wissenschaftlich untersucht und bewertet wird. Ein darauffolgendes Experteninterview greift vorher behandelte Inhalte auf und ergänzt weitere Thesen und Aspekte der Fintech Thematik.
Das zusammenfassende Fazit führt auf die Ausgangsfrage dieser Arbeit zurück und schließt mit einem Ausblick der zukünftigen Entwicklung und Bedeutung von Fintech.
Autor: Samuel Kuhn
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Universalbanken
2.1 Drei-Säulen-Struktur
2.2 Geschäftsmodell
2.3 Kennzahlen
3 Fintech
3.1 Geschäftsmodell
3.2 Bereiche und Anbieter
3.3 Kennzahlen
4 Kundenentwicklung
4.1 Generationen in Deutschland
4.2 Bedürfniswelten digitaler Kunden
5 Praxisbeispiel NUMBER26
5.1 Entstehung
5.2 Kooperationspartner
5.3 Umsatz
5.4 Produktmerkmale
5.5 SWOT-Analyse
5.5.1 Stärken-Chancen-Kombination
5.5.2 Stärken-Risiken-Kombination
5.5.3 Schwächen-Chancen-Kombination
5.5.4 Schwächen-Risiken-Kombination
5.5.5 Ergebnis
6 Experteninterview
6.1 Bewertung
7 Fazit und Ausblick
8 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, ob das Geschäftsmodell von Fintech-Unternehmen eine ernsthafte Gefährdung für klassische Universalbanken auf dem deutschen Finanzmarkt darstellt. Dabei werden die strukturellen Gegebenheiten des Bankwesens, die Rolle digitaler Technologien und das veränderte Kundenverhalten analysiert, um das disruptive Potenzial dieser Start-ups einzuordnen.
- Analyse des deutschen Universalbankensystems und seiner drei Säulen
- Untersuchung der Kernelemente von Fintech-Geschäftsmodellen
- Evaluation des veränderten Nutzerverhaltens und digitaler Bedürfnissituationen
- Praxisnahe Untersuchung des Fintechs NUMBER26 mittels SWOT-Analyse
- Experteninterview zur Einordnung von Markttrends und Zukunftsentwicklungen
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Was im Jahre 1989 als unterstützendes Forschungsinstrument im Kernforschungszentrum CERN in Genf startete, ist heute als fester Bestandteil in unseren Alltag integriert. Das Internet stellt als weltumspannendes, heterogenes Computernetzwerk zahlreiche Dienste zur Verfügung, dessen Nutzen in allen nur erdenklichen Bereichen verankert ist, sodass ein Leben ohne diese ständige Vernetzung kaum mehr möglich ist. Es ist heute sowohl in unseren beruflichen als auch privaten Alltag integriert und der rasante technische Fortschritt schafft Innovationen, die früher unvorstellbar gewesen sind. Das Web 2.0 entwickelt sich zum Internet of Things (IoT), dessen Mittelpunkt die umfassende, tiefgreifende Vernetzung aller „Dinge“ darstellt. Jedes „Ding“ baut eine eigene Verbindung zum Internet auf und steht im ständigen Datenaustausch mit anderen Akteuren des IoT. Als Teil dieses digitalen Zeitalters brechen Menschen aus ihrer lokalen Offline-Welt aus und wollen omnipräsent, vernetzt und „always-on“ sein. Als Individuum schafft jeder seinen für ihn passenden Raum, in der immer gegenwärtigen Sphäre der Digital Community.
Dabei ist dieser Wandel branchenübergreifend und wirkt sich auch auf den Finanzsektor aus. Wenngleich die oben beschriebene Entwicklung erst in ihren Anfängen steckt, sind der technologische Fortschritt und die damit verbundenen Möglichkeiten auch in der Finanzindustrie spürbar. Traditionelle Banken suchten jahrzehntelang Innovationen ausschließlich bei neuen Finanzinstrumenten und vernachlässigten gleichzeitig den Ausbau ihrer IT-Systeme. Heute treffen sie auf moderne Internetunternehmen, die für technologieaffine Kunden neue Konzepte zur Vermögensverwaltung, Finanzplanung und Zahlungsverkehrsabwicklung anbieten und die entstandene Innovationslücke gezielt ausnutzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den technologischen Wandel durch das Internet und IoT und stellt die Forschungsfrage nach der Gefährdung klassischer Banken durch Fintechs.
2 Universalbanken: Dieses Kapitel definiert das deutsche Bankensystem mit seiner Drei-Säulen-Struktur und erläutert die Geschäftsmodelle sowie die Positionierung der Kreditinstitute.
3 Fintech: Hier werden Fintechs als technologiegetriebene Nichtbanken definiert, ihre Kernelemente sowie die verschiedenen Bereiche wie Banking, Payment und Insurance vorgestellt.
4 Kundenentwicklung: Das Kapitel analysiert die verschiedenen Generationen in Deutschland und deren spezifische Bedürfnisse im Kontext digitaler Finanzdienstleistungen.
5 Praxisbeispiel NUMBER26: Anhand einer detaillierten Unternehmensvorstellung und einer SWOT-Analyse wird der Erfolg und das Potenzial des mobilen Girokontos von NUMBER26 untersucht.
6 Experteninterview: Das Interview mit André M. Bajorat liefert Expertenmeinungen zur Entstehung von Fintechs, deren Erfolgsfaktoren und zur Zukunft des Bankenmarktes.
7 Fazit und Ausblick: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Fintechs weniger eine direkte Gefahr darstellen, sondern als Innovationstreiber die Zukunft der Branche maßgeblich mitgestalten.
Schlüsselwörter
Fintech, Universalbanken, Digitalisierung, Bankenstrukturwandel, Kundenorientierung, NUMBER26, Geschäftsmodell, SWOT-Analyse, Internet of Things, Mobile Banking, Finanztechnologie, Innovation, Online-Banking, Start-up, Kundenbedürfnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Projektarbeit untersucht, ob das Geschäftsmodell neu entstandener Fintech-Unternehmen eine Gefahr für etablierte, klassische Universalbanken in Deutschland darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Universalbanken, die Entstehung und das Geschäftsmodell von Fintechs, die Evolution des digitalen Kundenverhaltens sowie eine Praxisanalyse eines spezifischen Unternehmens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, den Umfang und die Funktion von Fintech-Dienstleistungen zu definieren, um daraus Rückschlüsse auf eine eventuelle Gefährdung der klassischen Bankbranche zu ziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Neben einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung aktueller Studien umfasst die Methodik eine detaillierte SWOT-Analyse des Unternehmens NUMBER26 sowie ein Experteninterview mit einem Branchenkenner.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Bankenlandschaft und Fintech-Modelle, eine Analyse der Kundenbedürfnisse, eine praktische Fallstudie zu NUMBER26 und ein Experteninterview zur Einordnung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Fintech, Universalbanken, Digitalisierung, Banking-Innovationen, Kundenorientierung, Disruption und Finanzmarktplätze.
Warum ist das "Invite-Code-Verfahren" bei NUMBER26 ein wichtiger Punkt?
Das Verfahren dient der kontrollierten Produkteinführung und künstlichen Verknappung, was einerseits die Nachfrage fördert, andererseits aber als Eintrittshürde für interessierte Kunden wirken kann.
Welche Rolle spielt die Kooperation zwischen Fintechs und Banken?
Da Fintechs oft keine eigene Banklizenz besitzen, fungieren klassische Kreditinstitute als Partner, die den rechtlichen Rahmen und die notwendige Infrastruktur bereitstellen.
Wie verändert sich laut Expertenmeinung die Rolle der Banken?
Es wird prognostiziert, dass Banken weniger Marktanteile im klassischen Sinne verlieren, sondern eher an Relevanz und Einfluss einbüßen, da sie sich zu reinen Abwicklern wandeln könnten.
Was ist mit der "angebandelten Bank" gemeint?
Dieser Begriff beschreibt ein zukünftiges Modell, bei dem verschiedene Finanzprodukte unterschiedlicher Anbieter zentral über eine Plattform oder einen "technischen Layer" für den Kunden zusammengeführt werden.
- Arbeit zitieren
- Samuel Kuhn (Autor:in), 2015, Stellt das Geschäftsmodell der Fintechs eine Gefahr für klassische Universalbanken dar?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/315834