Der israelisch-palästinensische Konflikt ist eines der ältesten Konflikte, mit dem sich die internationale Staatengemeinschaft beschäftigt.
Das Ziel der Vereinten Nationen vor 50 Jahren zwei Staaten entstehen zu lassen, einen israelischen und einen palästinensischen, wurde nur teilweise verwirklicht. Während Israel in der Region ein etablierter Staat geworden ist, durchleben die Palästinenser noch heute eine Ära der Instabilität. Die palästinensische Selbstverwaltung, dominiert durch Arafats "Fatah", ist weder in der Lage einen "äußeren Frieden" mit Israel zu schließen, noch einen "inneren Frieden" mit den "eigenen Leuten".
Solange die palästinensischen Verantwortlichen, ob in der Regierungsverantwortung oder in der Opposition, das Existenzrecht Israels nicht anerkennen, wird es weder einen unabhängigen palästinensischen Staat geben, noch ein wahrer Frieden einkehren.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der israelisch-palästinensische Konflikt
III. Der palästinensische Aufstand: die Intifada
1. Der Unfall
2. Die Ausrufung
IV. Die Auflösung des Ost-West-Konflikts
V. Der zweite Golfkrieg
VI. Friedensbemühungen
VII. Das Gaza-Jericho-Abkommen
A. Vorgeschichte
B. Das Abkommen
VIII. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die komplexen Friedensbemühungen zwischen Palästinensern und Israel vor dem Hintergrund der globalen politischen Veränderungen nach der Auflösung des Ost-West-Konflikts und dem zweiten Golfkrieg, die den Weg für das Gaza-Jericho-Abkommen ebneten.
- Analyse des israelisch-palästinensischen Konflikts und der Rolle der PLO.
- Untersuchung des Einflusses der Intifada auf den Friedensprozess.
- Bewertung der Auswirkungen des Zusammenbruchs der Sowjetunion und des Golfkriegs.
- Detaillierte Betrachtung der Hintergründe und Inhalte des Gaza-Jericho-Abkommens.
Auszug aus dem Buch
A. Vorgeschichte
Am 13. September 1993 unterzeichneten PLO-Chef Jassir Arafat und der israelischer Ministerpräsident Jitzhak Rabin in Washington, eine als Durchbruch in den Nahostfrieden bezeichnetes Verständigungsabkommen; das Gaza-Jericho-Abkommen.
Bereits im April 1992 hatte der Leiter eines Forschungszentrums in Norwegen, Terge Roed Larsen, dem israelischen Abgeordneten der Arbeiterpartei, Yossi Beilin, eine Gesprächsvermittlung mit Palästinensern angeboten. Später bot der damalige norwegische Verteidigungsminister Johan Holst an, geheime Gespräche zwischen Israel und PLO zu vermitteln. Das erste informelle Sondierungsgespräch zwischen Ahmad Khuri, verantwortlich für die Wirtschaftsplanung der PLO, und Yair Hirschfeld, Historiker der Universität Haifa, fand am 20. Januar 1993 in Norwegen statt.
Am 20. August 1993 setzten die israelischen und palästinensischen Unterhändler in Beisein des PLO Repräsentanten, Mahmud Abbas, und des israelischen Außenministers Shimon Perez, sowie Holst ihre Initialen unter den Entwurf. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Gespräche strikt geheim gehalten. Voraussetzung für die offizielle Unterzeichnung in Washington war die vorherige gegenseitige Anerkennung Israels und der PLO. Sie erfolgte durch vorbereitete Briefe, die Holst am 9. September 1993 Arafat und Rabin zur Unterzeichnung vorlegte.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Friedensbemühungen zwischen Israel und den Palästinensern in den Kontext der internationalen politischen Veränderungen und definiert das Ziel der Arbeit.
II. Der israelisch-palästinensische Konflikt: Dieses Kapitel erläutert die Grundstruktur des Nahostkonflikts und die gegensätzlichen Positionen von Israel und der PLO bezüglich der Autonomiegebiete.
III. Der palästinensische Aufstand: die Intifada: Hier werden die Auslöser und der Verlauf der Intifada als Reaktion auf die Besatzung sowie die Unabhängigkeitserklärung von 1988 beschrieben.
IV. Die Auflösung des Ost-West-Konflikts: Dieses Kapitel analysiert, wie das Ende des Kalten Krieges die Struktur des Nahostkonflikts beeinflusste und den diplomatischen Spielraum veränderte.
V. Der zweite Golfkrieg: Der Text beleuchtet die ambivalenten Auswirkungen des Golfkriegs auf den Friedensprozess und die strategischen Schwierigkeiten der PLO in dieser Zeit.
VI. Friedensbemühungen: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung von den Camp-David-Abkommen bis hin zur Madrider Konferenz 1991.
VII. Das Gaza-Jericho-Abkommen: Hier werden die geheimen Verhandlungen und der formale Aufbau des Abkommens sowie der Zeitplan für die Umsetzung dargelegt.
VIII. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung des Vertrauensaufbaus und die Notwendigkeit demokratischer Strukturen für die langfristige Stabilität zusammen.
Schlüsselwörter
Gaza-Jericho-Abkommen, Friedensprozess, PLO, Israel, Intifada, Nahostkonflikt, Jassir Arafat, Jitzhak Rabin, Autonomiegebiete, Westjordanland, Gazastreifen, Golfkrieg, Ost-West-Konflikt, Selbstregierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert die politischen Rahmenbedingungen und den historischen Verlauf, die im September 1993 zur Unterzeichnung des Gaza-Jericho-Abkommens zwischen Israel und der PLO führten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind der israelisch-palästinensische Konflikt, die Intifada, der Einfluss des Golfkrieges auf die Region sowie die diplomatischen Friedensbemühungen der frühen neunziger Jahre.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie externe geopolitische Faktoren, wie das Ende des Ost-West-Konflikts, sowie interne Entwicklungen in den palästinensischen Gebieten die Friedensverhandlungen ermöglicht haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Ereignisse anhand von Fachliteratur und offiziellen Dokumenten aufarbeitet und kontextualisiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Konfliktursachen, die Eskalation durch die Intifada, die Auswirkungen globaler Umbrüche auf den Nahen Osten und die detaillierte Darstellung des Gaza-Jericho-Abkommens.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Autonomiegebiete, Friedensprozess, Besatzung, Sicherheitsinteressen und diplomatische Anerkennung geprägt.
Welche Rolle spielten die geheimen Verhandlungen in Norwegen?
Die sogenannten Oslo-Gespräche waren entscheidend, da sie den direkten Kanal zwischen Israel und der PLO eröffneten, ohne den eine offizielle Anerkennung und Einigung in Washington kaum möglich gewesen wäre.
Wie bewertet der Autor die Zukunft der Autonomiegebiete?
Der Autor betont im Fazit, dass neben der Sicherheit auch die Entwicklung demokratischer Strukturen innerhalb der palästinensischen Selbstverwaltung für eine friedliche Zukunft von existenzieller Bedeutung ist.
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- M. A. Ercan Tamer (Author), 1997, Im Schatten des Golfkrieges - Das Gaza-Jericho-Abkommen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3160