Tim, Karl, Klößchen, Gaby – kurz TKKG. Stefan Wolf, der Autor der TKKG-Bande, der mit bürgerlichem Namen Rolf Kalmuczak heißt, hat Figuren erschaffen, mit denen sich die Leser identifizieren können.
In dieser Hausarbeit möchte ich mich mit den Figuren und dem Identifikationspotential der Rezipienten mit diesen auseinandersetzen. Dabei werde ich genauer auf den Begriff Figur eingehen und auf die Frage, was genau unter Identifikation zu verstehen ist, wobei ich der psychologischen Definition besondere Aufmerksamkeit schenken werde. Auch eine genauere Betrachtung der vorgesehene Zielgruppe ist Inhalt meiner Arbeit und spielt eine wesentliche Rolle bei diesem Thema.
Alle vier Figuren weisen ein hohes Maß an Anständigkeit auf und sind die perfekten Vorbilder. Sie erleben Abenteuer und das Besondere ist, dass sie sich gegen die Erwachsenenwelt beziehungsweise die Verbrecher behaupten können. Dabei setzen sie sich stets für die Schwächeren ein und wirken nicht arrogant oder überheblich. Trotzdem weisen die Figuren auch Schwächen auf, sie sind mehrdimensional konzipiert und wirken dadurch realistischer. Rolf Kalmuczak hat hier Figuren kreiert, bei denen es sich lohnt, näher auf sie einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Die Figur
Identifikation/Empathie
Die Figuren Tarzan,Karl, Klösschen, Gaby
Zielgruppe
Zusammenführung
Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit untersucht die Rolle der TKKG-Figuren als Identifikationsangebote für junge Leser und analysiert, inwiefern die Detektive als Vorbilder fungieren und welche spezifische Zielgruppe durch ihre Charakterisierung angesprochen wird.
- Analyse der literarischen Figurenkonzeption von TKKG.
- Untersuchung psychologischer Definitionen von Identifikation und Empathie.
- Detaillierte Vorstellung der vier Hauptcharaktere Tim, Karl, Klößchen und Gaby.
- Definition und Bestimmung der primären Zielgruppe im Kindesalter.
- Bewertung der Vorbildfunktion der Protagonisten für junge Leser.
Auszug aus dem Buch
Die Figur
Grundlegen für meine Arbeit ist eine genaue Definition der literarischen Figur an sich. Unter einer literarischen Figur versteht man, eine fiktive Gestalt in einem literarischen Text, welche sich besonders durch ihre Charakterisierung auszeichnet. Genauer wird der Begriff durch Matías Martínez und Michael Scheffel dargelegt. Hier heißt es:
Die Bewohner der fiktiven Welten fiktionaler Erzählungen nennt man <Figuren>, um den kategorialen Unterschied gegenüber <Personen> oder <Menschen> hervorzuheben. […] Literarische Figuren müssen nicht menschlich sein. Viele Akteure besitzen phantastische Qualitäten, die mit dem Begriff einer Person unvereinbar sind- man denke an tierische Handlungsträger in Fabeln.
Der in diesem Zusammenhang verwendete Begriff Charakterisierung, ist in diesem Kontext jedoch genauer zu verdeutlichen.
Bezogen auf Menschen ist unter ‚Charakterisierung’ eine Summe typischer psychischer Eigenschaften zu verstehen, beschreibbar unter charakterpsychologischen Stichworten wie z.B. ‚extrovertiert’. Diese umgangssprachliche Verwendung von ‚Charakterisierung’ ist für erzähltheoretische Zwecke nur beschränkt brauchbar, da nicht-psychische Merkmale so unberücksichtigt bleiben.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung der TKKG-Reihe und Herleitung der zentralen Forschungsfrage bezüglich Identifikation und Vorbildwirkung.
Die Figur: Theoretische Auseinandersetzung mit der literaturwissenschaftlichen Definition von Figuren und deren Charakterisierung.
Identifikation/Empathie: Psychologische und kulturwissenschaftliche Betrachtung der Begriffe Identifikation und Empathie im Kontext fiktionaler Charaktere.
Die Figuren Tarzan,Karl, Klösschen, Gaby: Detaillierte Charakterisierung der vier Protagonisten unter Berücksichtigung ihrer individuellen Eigenschaften und Rollen.
Zielgruppe: Bestimmung der Zielgruppe der TKKG-Reihe sowie Analyse der Lesebedürfnisse von Kindern und Jugendlichen.
Zusammenführung: Synthese der Ergebnisse zur Vorbildfunktion und Identifikationskraft der Figuren im Hinblick auf die untersuchte Altersgruppe.
Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Leitfrage hinsichtlich der moralischen Vorbildfunktion und erzieherischen Komponente der TKKG-Reihe.
Schlüsselwörter
TKKG, Stefan Wolf, Rolf Kalmuczak, Kinderliteratur, Identifikation, Empathie, Figurenkonzeption, Vorbildfunktion, Jugendliteratur, Charakterisierung, Detektiverzählung, Tim, Karl, Klößchen, Gaby.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die TKKG-Buchreihe im Hinblick auf die Identifikationsmöglichkeiten der Leser mit den vier Hauptfiguren und deren Funktion als Vorbilder.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentral sind die literaturwissenschaftliche Figurenkonzeption, die psychologische Bedeutung von Identifikation sowie die Zielgruppenbestimmung für Kinderliteratur.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit beantwortet die Frage, inwiefern die TKKG-Detektive als Identifikationsfiguren dienen und welche Zielgruppe durch die Konzeption der Protagonisten angesprochen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturtheoretische und psychologische Analyse durchgeführt, wobei primär Quellen zur Figurenkonzeption und Identifikationspsychologie herangezogen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Charakterisierung der einzelnen Figuren und eine Analyse der Zielgruppe sowie der Vorbildrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identifikation, TKKG, Vorbildfunktion, Figurenkonzeption und Kinderliteratur.
Warum ist Tim eine stärkere Vorbildfigur als Klößchen?
Tim ist sportlich, besitzt detektivische Fähigkeiten und übernimmt eine Führungsrolle, während Klößchen primär als komödiantische Figur angelegt ist, der weniger durch Kompetenz als durch seine Vorliebe für Schokolade auffällt.
Welche Rolle spielt die Sprache der Figuren für die Zielgruppe?
Die moderne Jugendsprache in den Büchern soll Frische und Authentizität vermitteln, wirkt jedoch auf ältere Leser oft aufgesetzt und redundant.
Wie verändert sich die Identifikation mit zunehmendem Alter der Leser?
Mit steigendem Alter nehmen die Leser die statisch angelegten Figuren zunehmend als redundant oder flach wahr, was die Identifikationsfläche bei pubertierenden Lesern verringert.
- Quote paper
- Sebastian Becker (Author), 2015, TKKG als Vorbilder? Inwiefern dienen die Detektive der Identifikation und welche Zielgruppe sprechen sie dabei an?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316083