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Goethes Altersgedicht „Urworte. Orphisch“. Die Renaissance der Mythologie und des Mythos

Title: Goethes Altersgedicht „Urworte. Orphisch“.
Die Renaissance der Mythologie und des Mythos

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Aylin Bilmez (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die vorliegende Hausarbeit behandelt das Gedicht „Urworte. Orphisch“ von Johann Wolfgang Goethe, welches zu einem der vielen mannigfaltigen Meisterwerke seiner Zeit wurde. Neben seiner vielen kulturellen Interessen, welche vor allem hinsichtlich der griechischen Mythologie ausgeprägt waren, nimmt Goethe in diesem Gedicht Fühlung mit dem Geist einer Epoche des Griechentums. Anhand dieses Interesse werden die Elemente in seinem Werk durch sein breites Ausdrucksspektrum von einer erfahrungsgeleiteten Weltweisheit wiederbelebt, welche zu erkenntnisvollen Lebensgesetzen formuliert werden.

Es ist der 8. Oktober 18171 und Goethe hat soeben das Gedicht „Urworte. Orphisch“ ausgeschrieben und beendet seine Arbeit mit einem kurzen Brief an seinen Freund Knebel. In diesem Brief teilt Goethe ihm mit, dass er durch die Mythologen Hermann, Creuzer, Zoega und Welcker bis in die orphischen Finsternisse geraten sei, nachdem er zuvor in seinem Brief an den Mythologen Professor Creuzer geschrieben hatte: „Sie haben mich genötigt, in eine Region hineinzuschauen, vor der ich mich sonst ängstlich zu hüten pflege.“

Anhand der Analyse des vorliegenden Gedichts werde ich zu dem Grund gelangen, warum Goethe es dennoch gewagt hat, in diese Region hineinzuschauen und warum er sich gerade für diese fünf Urworte entschieden hat. Als Mittel dafür, werde ich unter anderem den obigen Tagebucheintrag miteinbeziehen, um eine Ruckkopplung zum Gedicht herstellen zu können. Anschließend gehe ich auf den Inhalt des Gedichts ein, wobei ergänzend biografische Aspekte mitbetrachtet werden, und fasse abschließend meine Erkenntnisse und Resultate zu den Leitfragen im Fazit zusammen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gedichtsanalyse

2.1 ΔΑΙΜΩΝ, Dämon

2.2 ΤΥΧΗ, das Zufällige

2.3 ΕΡΩΣ, Liebe

2.4. ΑΝΑΓΚΗ, Nöthigung

2.5 ΕΛΠΙΣ, Hoffnung

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit Johann Wolfgang von Goethes Altersgedicht "Urworte. Orphisch" auseinander. Ziel ist es, die Beweggründe des Autors für die Auseinandersetzung mit dieser mythologisch geprägten Thematik zu ergründen und die Funktion der fünf titelgebenden Urworte innerhalb der lyrischen Struktur zu analysieren, wobei biografische Hintergründe sowie mythologische Forschungsergebnisse herangezogen werden.

  • Entstehungskontext des Gedichts im Jahr 1817
  • Bedeutung der griechischen Antike und Orphik für Goethes Spätwerk
  • Strukturelle Analyse der fünf Strophen (Dämon, Zufall, Liebe, Nöthigung, Hoffnung)
  • Die Funktion von Mythos und Mythologie als Gestaltungsmittel
  • Intertextuelle Bezüge und deren Bedeutung für das Lebensprinzip des Dichters

Auszug aus dem Buch

2.1 ΔΑΙΜΩΝ, Dämon

Die Überschrift der Stanze 'Dämon' leitet sich von Agathos Daimon ab, welcher in der griechischen Antike eine wohlwollende Gottheit darstellt. Im ersten Abschnitt des Gedichts mit der vorangehenden Überschrift 'Dämon' wird zunächst auf den Anfang des Lebens – die Geburt, vergleichbar mit dem Anfang des Tages mit dem Scheinen der Sonne, eingegangen (vgl. V. 1f. „Wie an dem Tag, der dich verliehen, Die Sonne stand zum Gruße der Planeten“). Weiterhin wird die Individualität, die unmittelbar mit der Geburt jedes Wesens in Relation steht, als unveränderliches Gerüst des Menschen dargestellt (vgl. V. 5 „So mußt du seyn, dir kannst du nicht entfliehen“).

Die Überschrift entspringt zunächst aus Goethes erkannter Gesetzmäßigkeit des Lebens und zielt hier vor allem auf die Individualität der Person ab, die bei der Geburt geformt wird, und somit jede einzelne Person als unikales Wesen beschreibt. Zudem war der Dämon in der orphischen Lehre ein halbgöttliches Wesen, das sich einen menschlichen Wirtskörper sucht, um diesen zu kontrollieren. Dieser kann in seiner Eigenschaft sowohl Gutes als auch Böses bewirken.

„Dem vom Dämon besetzten Menschen obliegt es dann, die für die Ausbildung seiner Anlagen nötige Kraft des Handelns und Leidens aufzubringen. Damit ist sogleich gesagt, wie dicht Gelingen und Mißlingen, Glück und Tragik der dämonischen Natur nebeneinander liegen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert den Entstehungskontext des Gedichts im Jahr 1817 und führt in Goethes Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie ein.

2. Gedichtsanalyse: Hier erfolgt eine detaillierte Untersuchung der fünf Strophen des Gedichts, wobei die Bedeutung der jeweiligen Urworte Dämon, Zufall, Liebe, Nöthigung und Hoffnung interpretiert wird.

2.1 ΔΑΙΜΩΝ, Dämon: Es wird die Rolle des Daimons als Symbol für die unveränderliche Individualität des Menschen bei dessen Geburt beleuchtet.

2.2 ΤΥΧΗ, das Zufällige: Dieses Kapitel befasst sich mit der Göttin des Schicksals, Tyche, und deren Rolle als Gegenmacht zum Gesetz des Dämonischen im gesellschaftlichen Kontext.

2.3 ΕΡΩΣ, Liebe: Hier wird Eros als treibende Kraft beschrieben, die das menschliche Dasein durch ekstatische Erfahrungen und ambivalente Gefühle prägt.

2.4. ΑΝΑΓΚΗ, Nöthigung: Diese Strophe wird als Darstellung der Schicksalsmacht Ananke und des Verlustes der Freiheit im Alter interpretiert.

2.5 ΕΛΠΙΣ, Hoffnung: Das Kapitel analysiert die Funktion der Hoffnung als Kontrast zur Nöthigung und als Mittel zur Erlangung geistiger Freiheit und Dauer.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Goethe durch die Verbindung von Mythologie und eigener Lebenserfahrung eine Zusammenfassung essentieller Lebensweisheiten geschaffen hat.

Schlüsselwörter

Goethe, Urworte. Orphisch, griechische Mythologie, Orphik, Dämon, Tyche, Eros, Ananke, Elpis, Lebensweisheit, Altersgedicht, Individualität, Schicksal, Mythos, Weimarer Klassik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Goethes Altersgedicht "Urworte. Orphisch" und untersucht, wie Goethe mythologische Symbole nutzt, um Lebensweisheiten und Konzepte menschlicher Existenz darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die griechische Mythologie, die orphischen Lehren, das Verständnis von Schicksal und Freiheit sowie die philosophische Reflexion über das menschliche Dasein im Alter.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Gründe für Goethes Wahl der fünf Urworte zu erklären und aufzuzeigen, wie er diese nutzt, um den Lebenszyklus des Menschen von der Geburt bis ins hohe Alter dichterisch zu gestalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Gedichtanalyse angewandt, die intertextuelle Bezüge, historische Briefwechsel und mythologische Fachliteratur einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in fünf Analysekapitel, die jeweils eines der Urworte (Dämon, Zufall, Liebe, Nöthigung, Hoffnung) und dessen spezifische Bedeutung im Gedichtkontext untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Goethe, Orphik, Altersgedicht, Mythologie, Schicksal, Individualität und Lebensprinzip charakterisiert.

Inwieweit spielt die Biografie Goethes eine Rolle?

Die Arbeit berücksichtigt Goethes Lebensphase im Jahr 1817 und seinen persönlichen Briefwechsel mit Mythologen seiner Zeit, um die Entstehung des Werkes einzuordnen.

Was bedeutet die "orphische" Ausrichtung in diesem Kontext?

Sie bezieht sich auf die antike Geheimlehre über die Seele und das Schicksal, die Goethe als strukturgebendes Element für seine philosophische Betrachtung des Lebens nutzte.

Warum wählte Goethe gerade diese fünf Begriffe?

Sie stellen nach Goethe und seinem Studium von Zoëgas Abhandlungen fundamentale Kräfte dar, die den Lebensweg eines Menschen maßgeblich bestimmen.

Wie unterscheidet sich die "Hoffnung" von der "Nöthigung"?

Während die Nöthigung das Schicksal als einengende, "ehrne Mauer" darstellt, fungiert die Hoffnung als befreiende Kraft, die räumliche und geistige Grenzen aufhebt.

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Details

Title
Goethes Altersgedicht „Urworte. Orphisch“. Die Renaissance der Mythologie und des Mythos
College
Technical University of Braunschweig  (Institut für Germanistik)
Course
Formen der Lyrik um 1800
Grade
1,0
Author
Aylin Bilmez (Author)
Publication Year
2015
Pages
20
Catalog Number
V316306
ISBN (eBook)
9783668152137
ISBN (Book)
9783668152144
Language
German
Tags
Urworte. Orphisch Goethe Altersgedicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Aylin Bilmez (Author), 2015, Goethes Altersgedicht „Urworte. Orphisch“. Die Renaissance der Mythologie und des Mythos, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316306
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