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Das osmanische Militärwesen an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit

Title: Das osmanische Militärwesen an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit

Term Paper , 2004 , 16 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Alexander Blum (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Einhergehend mit dem endgültigen Ende des Oströmischen Reiches, tauchte für die christlich europäische Staatenwelt ein bis dahin unbedeutender Staat auf, der sich im folgenden Jahrhundert als ernsthafte Bedrohung für das Abendland erweisen sollte: das Osmanische -oder auch Türkische - Reich. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne von nicht einmal 100 Jahren wurde es zur größten Bedrohung, nicht nur für die europäische Staatenwelt, sondern auch für den christlichen Glauben.

In der folgenden Arbeit soll daher erörtert werden, wie dieser Machtaufstieg erfolgte und möglich war. Diese Arbeit bezieht sich auf den Zeitraum von der Mitte des 15. bis etwa zur Hälfte des 16. Jahrhunderts. Hervorzuheben sein wird hierbei, dem Titel der Arbeit entsprechend, besonders die Rolle der osmanischen Armee, ohne die keine Expansion stattgefunden hätte, und deren Aufbau. War sie den Streitkräften anderer Staaten überlegen und wie war sie organisiert und finanziert? Sind Unterschiede im Vergleich zu den europäischen Streitkräften feststellbar oder gab es nennenswerte Faktoren, die eine scheinbar problemlos laufende Expansion der Osmanen begünstigten, bzw. ein noch schnelleres Ausdehnen des Machtbereiches blockierten? Die Rolle der Waffen, der Logistik des Heeres im Allgemeinen, sowie die Wirkung und Tätigkeit der osmanischen Marine sind ebenso zu untersuchen, wie die Frage nach der Notwendigkeit der expansiven osmanischen Politik im benannten Zeitraum.

Literatur zum Osmanischen Reich und zu seiner Armee ist, sowohl deutsch- als auch englischsprachig, reichlich vorhanden. Es ist hierbei jedoch festzustellen, dass teilweise sehr große Differenzen in den Angaben vorliegen, beispielsweise bei Zahlen, die Truppenstärke betreffend.

Annähernde Antworten, auf oben gestellte Fragen, werden insbesondere unter zu Hilfenahme der Werke „Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte“ von Josef Matuz, sowie dem ebenfalls allgemein gehaltenen, aber viele wichtige Informationen enthaltenden Buch „Der Osmanische Staat 1300 - 1922“ von Klaus Kreiser zu finden versucht. Aufgrund des begrenzten Umfangs dieser Arbeit wird die Entwicklung der europäischen Staaten während des zu untersuchenden Zeitraumes, sowie die gesellschaftliche Struktur im Osmanischen Reich bestenfalls am Rande erwähnt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das osmanische Jahrhundert 1453 – 1566

III. Das osmanische Heer 1 – Zentraltruppen oder stehendes Heer

IV. Das osmanische Heer 2 – Provinzialtruppen

V. Bewaffnung und Logistik

VI. Die osmanische Marine

VII. Auswirkungen, Begünstigungen und Notwendigkeit der osmanischen Expansion – Schlussbetrachtung

VIII. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Aufstieg des Osmanischen Reiches zur Großmacht zwischen der Mitte des 15. und der Mitte des 16. Jahrhunderts mit einem besonderen Fokus auf die militärischen Strukturen und Rahmenbedingungen, die diese Expansion ermöglichten.

  • Organisation und Aufbau der osmanischen Armee (Zentraltruppen vs. Provinzialaufgebot)
  • Technologische Aspekte der Bewaffnung und Effektivität der Logistik
  • Entwicklung und strategische Bedeutung der osmanischen Marine
  • Wechselwirkungen zwischen militärischer Expansion und staatlicher Stabilität

Auszug aus dem Buch

III. Das osmanische Heer 1 – Zentraltruppen oder stehendes Heer

Die osmanische Armee setzt sich, in dem in dieser Arbeit besprochenen Zeitraum, aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: Zum einen aus dem stehenden Heer der Zentralgewalt, den sog. Truppen der „Pforten (-unmittelbare) sklaven“ und zweitens aus dem Provinzialaufgebot. Die Soldaten der Zentraltruppen sind sorgfältig ausgewählt und hervorragend ausgebildet. Die Meisten entspringen entweder aus dem Rahmen der Knabenlese („devsirme“) oder werden unter jungen Kriegsgefangenen ausgewählt. Unter Knabenlese ist die Aushebung junger Christen in den Balkanländern zu verstehen. In einer Art Adoptionssystem werden sie auf dem Lande „turkisiert“ und „islamisiert“, bevor sie in den Truppendienst eingegliedert werden. „Immer, wenn sie in ein Land einfallen [...] reitet sogleich der Schreiber des Sultans hinter ihnen her, der alle Knaben, so viele es auch sein mögen, [...] einzieht. [...] Dann schickt er sie übers Meer nach Anatolien, wo sie erzogen [werden].“

Das Heer der Pfortensklaven ist, im Gegensatz zu den üblichen europäischen Söldnertruppen, fest besoldet und kaserniert (daher: „stehend“). Die ständige Einsatzbereitschaft der Truppe, die sich fast ausschließlich auf den Militärdienst konzentrieren kann, heiraten ist den aktiven Soldaten untersagt, ist somit garantiert. „Nach damaligem ´internationalen´ Maßstab war das Heer der ´Pfortensklaven´ das beste seiner Zeit.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung umreißt den Aufstieg des Osmanischen Reiches zur europäischen Bedrohung und stellt die Forschungsfrage nach den militärischen Erfolgsfaktoren.

II. Das osmanische Jahrhundert 1453 – 1566: Dieses Kapitel skizziert die territoriale Ausdehnung unter den Sultanen von Mehmed II. bis Süleymán II. und den Wandel zur Großmacht.

III. Das osmanische Heer 1 – Zentraltruppen oder stehendes Heer: Hier werden die professionellen Pfortensklaven und Janitscharen als stehender Kern der Armee und deren Rekrutierung durch die Knabenlese erläutert.

IV. Das osmanische Heer 2 – Provinzialtruppen: Das Kapitel behandelt das unbesoldete Provinzialaufgebot, insbesondere die Rolle der Timoriten und ihre Bedeutung für die militärische Schlagkraft.

V. Bewaffnung und Logistik: Es wird die Ausrüstung, insbesondere die Einführung von Feuerwaffen und Artillerie, sowie die logistische Versorgung und Tierzucht im Feldzug analysiert.

VI. Die osmanische Marine: Dieser Abschnitt beschreibt den Aufbau der Seestreitkräfte, die Bedeutung von Kaperfahrten und die Konsolidierung der Macht im Mittelmeerraum.

VII. Auswirkungen, Begünstigungen und Notwendigkeit der osmanischen Expansion – Schlussbetrachtung: Das Fazit reflektiert die ökonomischen Grenzen der Expansion und den logistischen Zwang zur ständigen militärischen Aktivität.

Schlüsselwörter

Osmanisches Reich, Militärwesen, Expansion, Janitscharen, Pfortensklaven, Provinzialaufgebot, Timarioten, Süleymán der Prächtige, Konstantinopel, Marine, Artillerie, Kriegsführung, Mittelmeer, Staatsfinanzen, Frühe Neuzeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die militärischen Strukturen des Osmanischen Reiches an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit und deren maßgeblichen Einfluss auf die rasche territoriale Expansion des Staates.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gliederung der Armee (Zentral- vs. Provinzialtruppen), der Bewaffnung, der Logistik, dem Ausbau der Seemacht sowie den sozio-ökonomischen Auswirkungen der expansiven Politik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Gründe für den Erfolg der osmanischen Armee zu erörtern und zu untersuchen, ob und inwiefern sich die osmanischen Streitkräfte von den europäischen zeitgenössischen Armeen unterschieden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der auf zentrale Standardwerke zur osmanischen Geschichte zurückgegriffen wird, um einen historischen Überblick zu den militärischen und staatlichen Strukturen zu geben.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des stehenden Heeres, des Provinzialaufgebots, der waffentechnischen Ausstattung sowie der Entwicklung und strategischen Operationen der osmanischen Marine im Mittelmeerraum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Osmanisches Reich, Janitscharen, Pfortensklaven, militärische Expansion, Timarioten und staatliche Haushaltsdefizite charakterisiert.

Welche Rolle spielte die Knabenlese (Devsirme) für das osmanische Heer?

Die Knabenlese war ein zentrales Rekrutierungssystem, durch das junge christliche Knaben in den Balkanländern ausgehoben, islamisiert und militärisch ausgebildet wurden, um als loyale Eliteeinheit, die Janitscharen, zu dienen.

Warum endete die osmanische Expansion in Europa schließlich?

Die Expansion stieß an logistische Grenzen, da die Armee primär auf Sommerfeldzüge ausgelegt war, und wurde zudem durch die Zuspitzung der politischen Lage in Europa sowie die schwindende ökonomische Basis nach dem Tod Süleymáns II. gebremst.

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Details

Title
Das osmanische Militärwesen an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit
College
University of Bonn
Course
Übung zur Neueren Geschichte
Grade
1-
Author
Alexander Blum (Author)
Publication Year
2004
Pages
16
Catalog Number
V31630
ISBN (eBook)
9783638325653
Language
German
Tags
Militärwesen Wende Spätmittelalter Frühen Neuzeit Neueren Geschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Blum (Author), 2004, Das osmanische Militärwesen an der Wende vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31630
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