Die vorliegende Hausarbeit beinhaltet zwei Renaturierungskonzepte für ein Fleißgewässer der III. Ordnung. Speziell auf den Föhrenbach zugeschnitten wird sowohl ein Minimalmaßnahmenkonzept als auch Maximalmaßnahmenkonzept vorgestellt. Das allgemeine Ziel einer guten ökologischen und chemischen Gewässerqualität für Oberflächengewässer ist nach der Verabschiedung der EU- Wasserrahmenrichtlinie (HLUG 2004) verbindlich vorgegeben. Dabei kommt der Verbesserung der in unserer heutigen Gewässerlandschaft überwiegend mangelhaften Gewässerstrukturen eine entscheidende Bedeutende zu, wenn die ökologischen Funktionsfähigkeiten der Gewässer wiederhergestellt werden soll.
Während die Gewässer der I. und II. Ordnung noch relativ gewissenhaft renaturiert werden, so werden vor allem die kleinen Fließgewässer der III. Ordnung von den Renaturierungsprozessen ausgeschlossen. Zum einen daher, dass die Gemeinden bei dieser Gewässerordnung die Renaturierung selber finanzieren müssen, zum anderen, weil die Bachläufe oder ähnliche zum Teil so klein sind, dass sie in keiner Weise beachtet werden.
Minimalmaßnahmenkonzept und Maximalmaßnahmenkonzept werden in dieser Arbeit hinsichtlich ihrer Maßnahmen vorgestellt und in Bezug im Rahmen einer Nutzen-Kosten-Analyse miteinander verglichen. So kann abwogen werden, welches Maßnahmenkonzept als eher geeignet erscheint. Sowohl unter dem Aspekt der ökologischen Verbesserung und der draus resultierenden Wertsteigerung für den Bach, als auch unter dem ökonomischen Aspekt der Durchführbarkeit.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
UNTERSUCHUNGSGEBIET
STATUS QUO
GESETZLICHER RAHMEN
RENATURIERUNG
MINIMALVERÄNDERUNG – KONZEPT
MAXIMALVERÄNDERUNG – KONZEPT
NUTZEN-KOSTEN-ANALYSE
MINIMALVERÄNDERUNG – KONZEPT
RENATURIERUNGSKOSTEN
FÖHRENBACH – WERT
FÖHRENBACH – WERT DER ÖKOSYSTEMDIENSTLEITUNG
KOSTENÜBERSICHT
MAXIMALVERÄNDERUNG – KONZEPT
RENATURIERUNGSKOSTEN
FÖHRENBACH – WERT
FÖHRENBACH – WERT DER ÖKOSYSTEMDIENSTLEITUNG
KOSTENÜBERSICHT
KOSTEN - ZUSAMMENFASSUNG
NUTZEN-KOSTEN-ANALYSE
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, zwei verschiedene Renaturierungskonzepte für den Föhrenbach, ein Fließgewässer dritter Ordnung, zu entwickeln und diese mittels einer Nutzen-Kosten-Analyse hinsichtlich ihrer ökologischen Effektivität und ökonomischen Durchführbarkeit zu vergleichen, um eine fundierte Empfehlung für das weitere Vorgehen abzugeben.
- Analyse des Ist-Zustands und der Defizite des Föhrenbachs
- Entwicklung eines Minimal- und eines Maximalrenaturierungskonzepts
- Ermittlung des monetären Werts mittels Zahlungsbereitschaftsanalyse
- Gegenüberstellung von Renaturierungskosten und ökologischem Mehrwert
- Bewertung der Umsetzbarkeit unter Berücksichtigung lokaler Gegebenheiten
Auszug aus dem Buch
MINIMALVERÄNDERUNG – KONZEPT
Das Konzept der Minimalveränderung sieht vor, dass die Gewässergüte des Föhrenbaches mittels minimalen Aufwandes und unter den geringsten Kosten deutlich verbessert wird. Angewandt wird Renaturierungskonzept auf den Oberlauf des Baches (bis zum Beginn der Verrohrung). Der Unterlauf bleit unbeachtet. Hauptsächlich geht es innerhalb des Minimalkonzeptes darum, die sich im Bachbett befindlichen bachfremden Objekte zu entfernen. Durch das Entfernen dieser, ist es Annehmbar, dass die Fließgeschwindigkeit des Baches deutlich zunehmen wird. Daraus folgt, dass sich weniger Sediment innerhalb des Gewässerbettes ablagert.
Des weiteren wird eine höhere Wasserdurchmischung erreicht, die den Saustoffgehalt im Wasser deutlich verbessern wird (BOSCHL ET AL. 2003). Weiterhin hätte das Entfernen der Staugebilde und der damit einhergehenden größeren Fließgeschwindigkeit zur Folge, dass der Bachlauf aufgrund der natürlichen Kraft des Wasser neue Mäander ausbilden würde (NABU 2014). Es kann aber nicht davon ausgegangen werden, dass auf Grund der größeren Transportkräfte vermehr großes Geschiebe bachabwärts transportiert werden wird, da im Oberlauf kaum Gehölze, größere Steine oder anderes größeres Geschiebe vorzufinden ist. Sollte jedoch einmal unverhofft großes Geschiebe transportiert werden, so wird dies am großen Geschiebesammler an der beginnenden Verrohrung abgefangen (s. Abb. 3). Eine weitere Maßnahme zur Verbesserung der Gewässerqualität stellt das belassen von Totholz am Gewässerrand dar. Da jedoch kaum Totholz am Gewässer anzufinden ist, kann die Installation von Totholz als Initialmaßnahme angesehen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Hinführung zur Thematik der Gewässerrenaturierung kleiner Fließgewässer und Vorstellung des Untersuchungsgegenstands Föhrenbach im Kontext der EU-Wasserrahmenrichtlinie.
UNTERSUCHUNGSGEBIET: Detaillierte geografische Beschreibung des Föhrenbachs bei Oedelsheim sowie Darstellung seiner hydrologischen und morphologischen Charakteristika.
STATUS QUO: Analyse der anthropogenen Beeinflussung des Bachverlaufs, einschließlich der Auswirkungen von Verrohrung und Begradigung auf die Gewässergüte.
GESETZLICHER RAHMEN: Einordnung der Renaturierungsverpflichtungen basierend auf der EU-Wasserrahmenrichtlinie und nationalen Gesetzen zur Erreichung eines guten ökologischen Zustands.
RENATURIERUNG: Vorstellung der geplanten Renaturierungsansätze zur Verbesserung der Gewässerqualität und der Strukturvielfalt unter Einhaltung ökologischer Mindestanforderungen.
NUTZEN-KOSTEN-ANALYSE: Methodische Herleitung und ökonomische Bewertung der beiden Konzepte durch Gegenüberstellung von Kosten und gesellschaftlichem Nutzen.
FAZIT: Zusammenfassende Empfehlung für das Minimalmaßnahmenkonzept aufgrund der höheren ökonomischen Effizienz und einfacheren praktischen Umsetzbarkeit.
Schlüsselwörter
Föhrenbach, Renaturierung, Nutzen-Kosten-Analyse, Fließgewässer, Wasserrahmenrichtlinie, Ökosystemdienstleistungen, Gewässergüte, Strukturvielfalt, Oedelsheim, Gewässer III. Ordnung, Zahlungsbereitschaft, Minimalveränderung, Maximalveränderung, Naturschutzökonomie, Gewässerstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten zur ökologischen Aufwertung des Föhrenbachs, eines kleinen Fließgewässers dritter Ordnung, durch zwei unterschiedliche Renaturierungskonzepte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Renaturierungsökologie, die Bewertung von Ökosystemdienstleistungen sowie die ökonomische Bewertung von Naturschutzmaßnahmen mittels einer Nutzen-Kosten-Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein geeignetes Maßnahmenkonzept zu identifizieren, das ökologische Verbesserungen erzielt und gleichzeitig ökonomisch vertretbar ist, wobei insbesondere die Kosten gegen den erwarteten Nutzen abgewogen werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es wird eine Nutzen-Kosten-Analyse (NKA) durchgeführt, ergänzt durch eine Befragung der Einwohner zur Ermittlung der Zahlungsbereitschaft für verbesserte Gewässerqualität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme, die gesetzliche Einordnung, die Konzeption zweier Renaturierungsvarianten (Minimal- und Maximalveränderung) sowie deren detaillierte ökonomische Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Föhrenbach, Renaturierung, Nutzen-Kosten-Analyse, EU-Wasserrahmenrichtlinie und Gewässergüte.
Warum wird von der Maximalvariante abgeraten?
Obwohl die Maximalvariante ökologisch ambitionierter ist, steht der hohe finanzielle Aufwand für komplexe bauliche Maßnahmen, wie die Beseitigung der Verrohrung, in keinem wirtschaftlichen Verhältnis zum erzielten ökologischen Mehrgewinn.
Wie kann das Minimalkonzept kosteneffizient realisiert werden?
Das Minimalkonzept lässt sich durch ehrenamtliches Engagement lokaler Gruppen, wie dem Junggesellenverein Oedelsheim, umsetzen, wodurch hohe Personalkosten entfallen und das Budget geschont wird.
Welche Rolle spielt die Bevölkerung bei der Renaturierung?
Die Bevölkerung profitiert von einer höheren Erholungs- und Kulturfunktion des Baches, weshalb ihre Identifikation mit dem Gewässer und ihre aktive Einbindung bei freiwilligen Maßnahmen eine zentrale Rolle spielen.
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- Friederike Schnitter (Author), 2015, Die Renaturierung des Föhrenbaches. Eine Nutzen-Kosten-Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316317