Die hydrologische Übersicht Russlands. Kennzahlen, Probleme und Potentiale des Wassersektors


Hausarbeit (Hauptseminar), 2013

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Länderkunde

II. Hydrologie
II.I Baikalsee

III. Wassernutzung in der Landwirtschaft

IV. Wasserverschmutzung/ -schutz, Ist-Zustand

V. Trinkwassergewinnung

VI. Wasserkonflikte

VII. Water Poverty Index

VIII. Zusammenfassung

IX. Literaturverzeichnis

I. Landerkunde

Um die Hydrologie Russlands darstellen zu können bedarf es zu Anfangs einer Übersicht über die Staatsfläche und die Bevölkerungsverteilung des Staates, siehe dazu Abbildung 1.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Russland - Bevölkerungsdichte

(http://www.bpb.de/cache/images/9/48399-3x2-galerie.ipg?B8E80)

Die Staatsfläche der Russischen Föderation beträgt etwa 17 Mio. km². Dies sind 11,5% des gesamten globalen Festlandes. Somit ist Russland, flächenmäßig gesehen, das weltweit größte Land, das fast 50-mal so groß wie Deutschland und fast doppelt so groß wie die USA ist (Stand 2013). Auf dieser Fläche leben, laut russischen Staatszählungen im Jahr 2011, etwa 142.836.000 Menschen (STADELBAUER 2010, S. 111f.). Auffällig ist die Bevölkerungsverteilung, welche ein deutliches Süd-Nord bzw. ein West-Ost Gefälle verzeichnet. Aus der Abbildung 1 heraus wird ersichtlich, dass sich der Großteil der Bevölkerung in den dunkelrot bis orangen dargestellten Ballungszentren im Süd-Westen des Landes befindet. Die Bevölkerungsdichte in diesen Gebieten unterliegt Einwohnerschwankungen von 25 bis hin zu mehr als 200 Einwohnern pro km². Die hellgrün bis weiß dargestellten Flächen verdeutlichen die Verteilung der Bevölkerung im ruralen Raum des Landes. Derzeit leben etwa 25% der Russen in ruralen Gebieten (2011). Die Bevölkerungsdichte hier ist im Gegensatz zum urbanen Gebiet deutlich verringert und beträgt lediglich unter einem bis zu maximal 10 Einwohnern pro km². Somit gilt das rurale Gebiet als überwiegend Siedlungsfrei.

Die etwa 2 Mio. Menschen, die dort leben, sind von der Siedlungsform entweder nomadisch oder halbnomadisch und betreiben die traditionelle Rentierhaltung.

Ein Grund für die Gefälle in der Bevölkerungsverteilung sind vor allem die zwei vorherrschenden Ökozonen der subpolaren und der borealen Zone.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 Verteilung subpolare Zone

(aus Nentwig et al., S. 256, 2009)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3 Klimadiagramm Karskje Vorota

(aus Nentwig et al., S. 256, 2009)

Charakteristisch für die Subpolare Zone (SCHULZ 2008) im Norden des Landes (Abbildung 2) sind neben dem Permafrostboden vor allem die mehr als neun Monate anhaltenden Winter mit Frösten unter -30°C. Aufgrund dieser Temperaturen beträgt die Vegetationszeit in dieser Ökozone lediglich einen bis drei Monate. Die Niederschlagsmenge beträgt im Jahr weniger als 250 mm und fällt überwiegend als Schnee. Aufgrund der geringen Verdunstungsrate ist die Wasserbilanz positiv und ganzjährig humid (Abbildung 3). Eine Versorgung der Bevölkerung mittels Leitungswasser erweist sich als überaus schwer, da die Böden tiefreichend gefroren sind und eine ausgebaute Versorgungsinfrastruktur nur spärlich vorhanden ist. Die sich an die Subpolare Zone (Abbildung 2) anschließende Ökozone, ist die boreale Zone (Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4 Verteilung boreale Zone

(aus Nentwig et al. S. 255, 2009)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5 Klimadiagramm Archangelsk

(aus Nentwig et al. S. 255, 2009)

Die Ökozone der borealen Zone (SCHULZ 2008) zeichnet sich, neben dem dichten Nadelwaldbewuchs, wie auch schon die subpolare Zone durch ihre langen und sehr kalten Winter aus. Diese betragen sechs bis sieben Monate und verzeichnen selten Temperaturen über -20°C. Auch hier ist die Vegetationszeit von einem bis zu drei Monaten sehr gering. Der Niederschlag, der ebenfalls wieder überwiegend als Schnee fällt, beträgt in der Jahressumme jedoch etwa doppelt so viel wie in der subpolaren Zone, nämlich ca. 500 mm (Abbildung 5). Da auch hier der Niederschlag größer als die potentielle bzw. tatsächliche Evaporation ist, ist die Wasserbilanz, wie in der subpolaren Zone, positiv und somit ganzjährig humid. Aufgrund dieser klimatischen und vegetativen Gegebenheiten bevorzugen die Einwohner Russland den klimatisch etwas milderen Süd-Westen des Landes (Abbildung 1).

II. Hydrologie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6 Übersicht der wichtigsten Flüsse und Seen Russlands (http://d-maps.com/m/europa/russie/russie11.gif)

Wie aus der Abbildung 6 „Übersicht der wichtigsten Flüsse und Seen Russlands“ ersichtlich wird, verfügt Russland über eine Vielzahl von Flüssen und Seen. Alles in Allem verzeichnet Russland eine Anzahl von 120.000 Flüssen und mehr als 2 Mio. kleinerer und größerer Seen. Diese bilden zusammen mit dem Waldgürtel der borealen Zone und dem Niederschlagsüberschuss einen riesigen Wasserspeicher. In dem Gebiet sind nicht nur die längsten Flüsse der Welt, sondern auch das längste Flusssystem anzufinden (AQUASTAT 2012). Alle sibirischen Flüsse unterliegen aufgrund des Reliefs, dem nivalen Tieflandregime. Die Fließgewässer werden somit durch die Schneeschmelze gespeist. Ein rascher Temperaturanstieg im Frühjahr setzt die Schneeschmelze in Gang und führt meist im Juni zu Hochwässern (Abbildung 7). Der Abfluss in den übrigen Monaten ist aufgrund der vermindert fallenden Niederschläge eher gering. Die Abflussganglinie der Flüsse verzeichnet somit eine Hochwasserspitze im Mai und eine nur geringe Wasserführung in den Monaten August bis April (MÜLLER-LUPP 2002). Diese ungleichmäßige Wasserführung ist vor allem für die lokale Schifffahrt und die Hydroenergieressourcen von Nachteil.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 7 Kenndaten ausgewählter russischer Flüsse Abbildung 8 Abflußgang der Steinigen Tunguska

(Daten nach Wein, S. 39, 1999) (aus Wein, S. 39, 1999)

Die in Abbildung 6 dargestellte Wolga fließt ausschließlich im europäischen Teil Russlands und hinsichtlich ihrer Lage als wichtigster Fluss Russlands. Sie verbindet die Kontinente Europa und Asien auf den Wasserweg. Die Wolga entwässert mit ihren Nebenflüssen in der osteuropäischen Ebene und mündet nach einer Länge von 3534 km in das Kaspische Meer. Der Ob gilt aufgrund der zentralen Lage in Sibirien als die wichtigste regionale Wasserstraße.

Der Jenissej hingegen zeichnet sich durch die höchste Durchflussmenge aller sibirischen Flüsse aus (Abbildung 7). Alle diese Ströme werden als Verkehrswege genutzt, dienen in den trockeneren Regionen des Landes als Bewässerungsgut oder werden als Energiequellen genutzt. Somit ist es nicht verwunderlich, dass ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Lage der Ballungsräume und den Flussverläufen existiert. Die Ballungs- bzw. Industrieräume sind ganz gezielt an den Gewässersystemen angesiedelt (Abbildung 9).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 9 Bevölkerungsverteilung in Russland (aus Wein, S. 56, 1999)

Grund hierfür ist, dass die Wirtschaft und die Kommunen einen besonders hohen Anteil von Frischwasser benötigen (Abbildung 10).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 10 Anteilige Wassernutzung

(Aquastat, 2012)

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die hydrologische Übersicht Russlands. Kennzahlen, Probleme und Potentiale des Wassersektors
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Physiogeographische Prozessforschung: Hydrogeographie
Note
1,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
25
Katalognummer
V316322
ISBN (eBook)
9783668151413
ISBN (Buch)
9783668151420
Dateigröße
1760 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Russland, Baikal, Wasserverschmutzung, Wasserkonklikte, Hydrologie, Landnutzung
Arbeit zitieren
Friederike Schnitter (Autor), 2013, Die hydrologische Übersicht Russlands. Kennzahlen, Probleme und Potentiale des Wassersektors, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316322

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