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Aspekte eines aristotelischen Analyserahmens für die Interpretation von Shakespeares "Troilus and Cressida"

Título: Aspekte eines aristotelischen Analyserahmens für die Interpretation von Shakespeares "Troilus and Cressida"

Trabajo , 2013 , 22 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Christoph Kehl (Autor)

Filología latina - Latín medieval y Neolatín
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In der vorliegenden Arbeit soll versucht werden, den aristotelischen Einfluss in William Shakespeares "Troilus and Cressida" näher herauszustellen. Es geht dabei nicht darum, Shakespeares Werk dezidiert auf Aristoteles Philosophie zurückzuführen, vielmehr besteht das Ziel in der exemplarischen Analyse einzelner Aspekte und Szenen in Hinblick auf ihre mögliche aristotelische Prägung und Auslegung.

Im Zentrum wird dabei die zweite Szene des zweiten Akts stehen, in der Shakespeare einen seiner Hauptprotagonisten in Mitten einer elementaren Diskussion Aristoteles und dessen Philosophie erwähnen lässt. Immer wieder wird darüber hinausgehend versucht werden, Bezug auf das gesamte Werk sowie weitere Szenen zu nehmen. Es kann und soll dabei kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben, sondern lediglich symptomatisch aufgezeigt werden, welche Ansatzmöglichkeiten eine solche Perspektive auf ein so komplexes und schwerlich einzuordnendes Werk wie dieses eröffnen kann.

William Shakespeares "Troilus and Cressida" gilt als eines der „most puzzling works“ des anglikanischen Renaissancedichters. Es sind die vielen verschiedenen Facetten, „its very tone and genre“, die Mischung aus Satire, Komödie und historischem Drama, die es so schwer zu greifen machen.

Typisch für diese Zeit der Wiedergeburt der Antike ist der immense Einfluss der antiken Literatur, Mythologie und Philosophie. Shakespeare stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Mehr noch. Er scheint, wie das der Arbeit vorangestellte Zitat zeigt, ein bemerkenswertes Verhältnis zur Philosophie gehabt zu haben. Diese Synthese von φιλοσοφία und ποίησις machte bereits Aristoteles in seinem Werk Περὶ ποιητικῆς stark. Auch in vielen anderen seiner Werke zeigt sich dieses Spiel mit verschiedensten Einflüssen, zu denen darüber hinaus auch die Rhetorik, Juristik und Politik gehören. Es liegt daher nahe, die beiden Dichter und Philosophen zusammenzubringen und auf diese Weise eine weitgehend neuartige Perspektive auf dieses so schwierig zu charakterisierende Werk einzunehmen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Shakespeares Troilus and Cressida

3 Aristotelische Analyse und Interpretation

3.1 Shakespeare und sein Verhältnis zur Antike

3.2 Dramaturgischer Rahmen

3.3 Aristoteles in Shakespeares Troilus and Cressida

3.3.1 Gerechtigkeit - Freier Wille und Verantwortung

3.3.2 Wollen und Handeln - Charaktertugenden, Emotionen und Wertvorstellungen

3.3.3 Formale Aspekte

4 Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der aristotelischen Philosophie auf William Shakespeares Werk Troilus and Cressida. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern aristotelische Konzepte wie Gerechtigkeit, Willentlichkeit, Tugendlehre und Rhetorik zur Interpretation dieses komplexen, zwischen Satire und Drama angesiedelten Stückes beitragen können, insbesondere vor dem Hintergrund seiner vermuteten Aufführung im juristischen Kontext der Inns of Court.

  • Analyse des aristotelischen Einflusses in Troilus and Cressida
  • Untersuchung der rechtstheoretischen und ethischen Implikationen
  • Kontextualisierung des Dramas im Rahmen der Inns of Court
  • Verbindung von Shakespeares Dramaturgie mit antiker Philosophie und Rhetorik
  • Betrachtung von Charaktertypen und moralischer Verantwortlichkeit

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Gerechtigkeit - Freier Wille und Verantwortung

In seiner Nikomachischen Ethik widmet Aristoteles gleich mehrere Kapitel seiner Vorstellung von Gerechtigkeit. Anders als bei Platon steht hierbei weniger eine primär metaphysische Konzeption des Rechts im Vordergrund, sondern die praktische Umsetzung desselben. Eines der zentralen Elemente seiner Lehre ist dabei die Zuschreibbarkeit von Handlungen, das heißt die Frage, inwiefern eine Person für ihre Taten verantwortlich gemacht werden kann. Damit genau das erfüllt sei, müssen, wie bereits erwähnt, mindestens drei Punkte gegeben sein. Zum einen müsse die Handlung aus freien Stücken erfolgen, das heißt der Akteur dürfe nicht durch eine äußere Kraft beeinflusst werden, das antreibende Moment müsse sich im Handelnden selbst befinden. Zum anderen fordert Aristoteles ein umfangreiches Wissen um die Tat. Demnach könne niemand für ein unwissentliches Vergehen verantwortlich gemacht werden. Das gelte für den eigentlich Akt wie auch für nicht absehbare Folgen. Die letzte essentielle Prämisse sei das Vorhandensein von Optionen. Ohne eine Auswahlmöglichkeit könne dem Täter nicht die volle Verantwortung für sein Handeln zugeschrieben werden. Diese προαίρεσις sei der Ursprung jeder Handlung, so Aristoteles. Es handele sich dabei um einen Entscheidungsprozess, an dem sowohl die Vernunft als auch das Begehren, das heißt also die gesamte Seele, beteiligt seien. Aus diesem Grund könne es auch keine Handlung ohne die Einwirkung von Emotionen geben. Als Maßstab für die Bewertung wie auch als Kriterium der eigentlich Wahl gelte die Tugend, die nach Aristoteles den höchsten Wert verkörpert. Nur nach ihr ausgerichtete Entscheidungen seien gerechte Entscheidungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Werk Troilus and Cressida ein und erläutert die Zielsetzung, eine aristotelische Perspektive zur Interpretation dieses als problem-play geltenden Werkes zu nutzen.

2 Shakespeares Troilus and Cressida: Dieses Kapitel skizziert die Entstehungsgeschichte, die inhaltliche Handlung des Stückes sowie die komplexe Rezeptionsgeschichte als Historiendrama und Komödie.

3 Aristotelische Analyse und Interpretation: Das Hauptkapitel untersucht die namentliche Erwähnung Aristoteles' sowie formale und inhaltliche Parallelen zur aristotelischen Philosophie im Stück.

3.1 Shakespeare und sein Verhältnis zur Antike: Hier werden die soziokulturellen Hintergründe des elisabethanischen Englands beleuchtet, insbesondere die Bedeutung der klassischen Bildung und das Verhältnis zur Antike.

3.2 Dramaturgischer Rahmen: Dieser Abschnitt erörtert die Hypothese, dass das Stück für die Inns of Court verfasst wurde, und diskutiert die Auswirkungen dieses Aufführungskontexts.

3.3 Aristoteles in Shakespeares Troilus and Cressida: Eine detaillierte Analyse der philosophischen Anknüpfungspunkte innerhalb des Dramas.

3.3.1 Gerechtigkeit - Freier Wille und Verantwortung: Untersuchung der aristotelischen Handlungsethik, insbesondere der Frage der moralischen Zuschreibbarkeit von Taten.

3.3.2 Wollen und Handeln - Charaktertugenden, Emotionen und Wertvorstellungen: Analyse der Verbindung von Charaktertypen, Affekten und tugendhaftem Handeln im Stück unter aristotelischer Perspektive.

3.3.3 Formale Aspekte: Ein Exkurs zu rhetorischen Gattungen und dramaturgischen Strukturen in Troilus and Cressida.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Fruchtbarkeit des aristotelischen Ansatzes für die Interpretation des Stückes.

Schlüsselwörter

William Shakespeare, Troilus and Cressida, Aristoteles, Nikomachische Ethik, Gerechtigkeit, Inns of Court, Handlungsethik, Rhetorik, Tugendlehre, Verantwortlichkeit, Philosophie, Renaissance, Tragödie, Literaturanalyse, Antike

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die mögliche aristotelische Prägung von Shakespeares Troilus and Cressida und zeigt auf, wie eine philosophische Analyse zum Verständnis des Werkes beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Gerechtigkeitstheorie, die Frage nach der menschlichen Freiheit und Verantwortung, die antike Rhetorik sowie die Einordnung des Dramas in den Kontext der Inns of Court.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, exemplarisch aufzuzeigen, welche Ansatzmöglichkeiten eine aristotelische Perspektive auf die komplexe Struktur und Interpretation des Stückes eröffnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die philosophische (aristotelische) Texte als Analyserahmen heranzieht, um Szenen und Charaktere des Dramas zu deuten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das Verhältnis Shakespeares zur Antike, der dramaturgische Rahmen der Inns of Court sowie spezifische aristotelische Konzepte wie Ethik, Handlungstheorie und Rhetorik in Bezug auf das Drama analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Aristoteles, Troilus and Cressida, Ethik, Gerechtigkeit und Inns of Court charakterisiert.

Welche Rolle spielt die namentliche Erwähnung des Aristoteles im Stück?

Sie stellt eine Besonderheit dar, da sie ungewöhnlich für Shakespeares Werke ist und den Anachronismus des Stückes betont, was als bewusster Hinweis auf eine ideengeschichtliche Quelle gedeutet wird.

Warum wird der Kontext der Inns of Court als wichtig erachtet?

Dieser Kontext als juristische Ausbildungsstätte erklärt das Interesse an komplexen rechtstheoretischen und ethischen Diskursen, die in den Stücken für dieses Publikum thematisiert wurden.

Wie bewertet der Autor die Tragik von Hektor?

Hektor wird als tragische Figur gesehen, deren Ende zwar ungerecht erscheint, bei der der Zuschauer aber erkennt, dass er durch seine Naivität selbst zu seinem Schicksal beigetragen hat.

Final del extracto de 22 páginas  - subir

Detalles

Título
Aspekte eines aristotelischen Analyserahmens für die Interpretation von Shakespeares "Troilus and Cressida"
Universidad
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Altertumswissenschaften)
Curso
Shakespear und die Antike
Calificación
1,0
Autor
Christoph Kehl (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
22
No. de catálogo
V316352
ISBN (Ebook)
9783668151031
ISBN (Libro)
9783668151048
Idioma
Alemán
Etiqueta
aspekte analyserahmens interpretation shakespeares troilus cressida
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Christoph Kehl (Autor), 2013, Aspekte eines aristotelischen Analyserahmens für die Interpretation von Shakespeares "Troilus and Cressida", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316352
Leer eBook
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