Diese Hausarbeit ist dem Thema Verständigungsprobleme zwischen den Kulturen in Alejandro González Iñárritu’s Episodenfilm-Drama "Babel" gewidmet. "Babel", ein Episo-denfilm-Drama aus dem Jahr 2006 des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu, befasst sich mit dem Leben dreier Familien in vier verschiedenen Ländern auf drei unterschiedlichen Kontinenten. Er thematisiert die Zeit der Globalisierung und die Trennung der Menschen aufgrund von Sprachbarrieren, Rasse, Kultur und Traditionen und die Idee einer idealen Gesellschaft, welche in den Köpfen vieler Menschen verankert ist. Dieses Ideal beinhaltet nicht selten Vorurteile gegenüber Fremden, Ausländern und Außenseitern beziehungsweise Randgruppen und schließt diese aus. (Brussat 2007:1).
Iñárritu möchte den Zuschauer durch seinen Film begreifen lassen, dass alle Menschen miteinander „verbunden“ sind, unabhängig davon auf welchem Teil der Erde sie sich befinden. Er zielt darauf ab, ein besseres Verständnis zwischen den verschiedenen Kulturen zu etablieren und macht deutlich, dass ein Ereignis in einem Land auf einem Kontinent das Leben unterschiedlichster Menschen auf den verschiedensten Erdteilen beeinflussen kann.
"Babel" zeichnet sich außerdem durch seine nicht-lineare Erzählstruktur aus, welche ihn so besonders und einzigartig macht. Der Zuschauer erlebt eine Reihe von „Cuts“ und wird vom stetigen abrupten Wechsel der Handlungsstränge überrascht. Die Geschichten der einzelnen Charaktere sind jedoch chronologisch angeordnet, so dass der Zuschauer die Orientierung nicht komplett verliert.
Ich möchte mich in dieser Hausarbeit mit Hilfe der Literatur von Laura Podalsky, Heike Brohm und Néstor García Canclini Themen wie der Grenzerfahrung und der Globalisierung in Bezug auf Alejandro González Iñárritu’s Film "Babel" widmen, um daraufhin im Fazit meiner Arbeit Fragen wie „Weshalb verstehen die Menschen einander nicht und was haben wir mit Leuten zu tun, die weit voneinander entfernt leben?“ und „Sind die wirklichen Grenzen, die Menschen voneinander trennen, nur in deren Köpfen verankert und nicht etwa durch die physischen Grenzen eines Landes?“ zu thematisieren und bestenfalls auch beantworten zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Interkulturalität – Grenzen und Schwellen am Beispiel von Heike Brohm
3. Probleme der Globalisierung am Beispiel von Néstor García Canclini und Laura Podalsky
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung von Verständigungsproblemen zwischen verschiedenen Kulturen in Alejandro González Iñárritus Episodenfilm-Drama Babel und untersucht dabei, inwieweit physische Grenzen sowie mentale Schranken die menschliche Interaktion und das gegenseitige Verständnis beeinflussen.
- Die Bedeutung von Grenzen und Schwellen im kulturellen Kontext
- Die Auswirkungen der Globalisierung auf soziale Strukturen und Hierarchien
- Die Rolle von Vorurteilen und Misstrauen in interkulturellen Begegnungen
- Die Analyse von Solidarität und Humanität in Notsituationen
- Die filmische Inszenierung der nicht-linearen Erzählstruktur
Auszug aus dem Buch
2. Interkulturalität – Grenzen und Schwellen am Beispiel von Heike Brohm
Alejandro González Iñárritu’s Film Babel ist geprägt von einer Vielzahl an Begegnungsräumen und Grenzerfahrungen. Er befasst sich mit dem Leben dreier Familien in vier verschiedenen Ländern auf drei unterschiedlichen Kontinenten und deren individuellen Grenzerfahrungen. Bevor ich auf diese eingehe, möchte ich zunächst jedoch folgendes klären: Was genau ist eine Grenze?
Heike Brohm beschreibt die Grenze als „ein wichtiges kulturelles Medium [...] durch das Identitätsstiftung stattfindet. Sie trennt nicht nur, sondern sie konstruiert kulturelle Wirklichkeit, indem sie Identitäten im Kontakt mit anderen transformiert, aktualisiert und erneuert“ (Brohm 2004: 259). Des Weiteren führt sie einen Gedanken von Magris aus in dem es heißt:
Jede Abgrenzung hat mit Unsicherheit zu tun und mit dem Bedürfnis nach Sicherheit. Die Grenze ist eine Notwendigkeit, denn ohne sie, oder besser ohne begrenzende Unterscheidung, gibt es keine Identität, keine Form, keine Individualität, ja nicht einmal eine reale Existenzmöglichkeit, denn sie würde vom Gestalt- und Unterschiedslosen verschlungen. Die Grenze bedeutet Wirklichkeit, verleiht Umrisse und Gestalt, bestimmt die Besonderheit der Einzelperson wie des Kollektivs, der Existenz wie der Kultur. (Magris, 1993, 20). (Brohm 2004: 259).
Wenn demnach die Grenze auf der einen Seite ein wichtiges kulturelles Medium im Hinblick auf die eigene Identität ist, jedoch auf der anderen Seite zugleich auch ein Ort der Unsicherheit mit dem Bedürfnis nach Sicherheit, was genau geschieht beim Übertreten einer Grenze und dem Zusammentreffen unterschiedlicher Kulturen?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der interkulturellen Verständigungsprobleme im Film Babel ein und erläutert die methodische Herangehensweise unter Einbeziehung theoretischer Literatur.
2. Interkulturalität – Grenzen und Schwellen am Beispiel von Heike Brohm: Dieses Kapitel erörtert die theoretische Unterscheidung zwischen „Grenze“ und „Schwelle“ und analysiert deren Anwendung auf die Grenzerfahrungen der Filmfiguren.
3. Probleme der Globalisierung am Beispiel von Néstor García Canclini und Laura Podalsky: Hier wird der Globalisierungsbegriff kritisch reflektiert und aufgezeigt, wie hierarchische Strukturen im Film zu Misstrauen und Ausgrenzung führen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die leitenden Forschungsfragen hinsichtlich der menschlichen Verbundenheit und der Überwindung mentaler Schranken.
Schlüsselwörter
Babel, Globalisierung, Interkulturalität, Alejandro González Iñárritu, Grenzerfahrungen, Identität, Solidarität, kulturelle Schranken, Diskurs, Filmästhetik, Menschlichkeit, Vorurteile, soziale Hierarchien, Kommunikation, Vertrauen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Thema der Verständigungsprobleme zwischen Kulturen anhand des Films Babel von Alejandro González Iñárritu und beleuchtet dabei die Rolle von Grenzen und Globalisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Wirkung von kulturellen Grenzen und Schwellen, die Auswirkungen der Globalisierung auf das menschliche Miteinander sowie das Spannungsfeld zwischen Vorurteilen und Solidarität.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Menschen einander trotz globaler Vernetzung oft nicht verstehen und ob die trennenden Barrieren primär physischer Natur sind oder in den Köpfen der Menschen verankert liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze von Autoren wie Heike Brohm, Néstor García Canclini und Laura Podalsky mit der Untersuchung ausgewählter Filmszenen kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Konzepte von Grenzen und Schwellen erörtert, gefolgt von einer kritischen Betrachtung globalisierungsbedingter Hierarchien und deren Einfluss auf das Verhalten der Charaktere im Film.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich diese Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Babel, Globalisierung, Interkulturalität, Grenzerfahrungen, Identität, Solidarität und kulturelle Schranken geprägt.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen einer „Grenze“ und einer „Schwelle“?
Die Autorin stützt sich auf Heike Brohm: Während eine Grenze als identitätsstiftende Trennungslinie fungiert, wird eine Schwelle als ein Ort definiert, der zum Überschreiten auffordert und den Übergang zwischen dem Eigenen und dem Fremden markiert.
Welche Bedeutung kommt der marokkanischen Dorfszene für die Argumentation zu?
Die Szene dient als zentrales Beispiel für Hilfsbereitschaft und das Überwinden von Sprachbarrieren, was die These der Autorin stützt, dass wahre Solidarität mentale Schranken überbrücken kann.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Regisseurs Iñárritu?
Die Autorin würdigt Iñárritus Ansatz, den Zuschauer durch die nicht-lineare Erzählstruktur und die Thematisierung von Notsituationen zur kritischen Reflexion über eigene Vorurteile und die globale Verantwortung anzuregen.
- Quote paper
- Lea Lorena Jerns (Author), 2015, Verständigungsprobleme zwischen den Kulturen in Alejandro González Iñárritus Episodenfilm-Drama "Babel", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316371