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Wagnisfinanzierung am europäischen Kapitalmarkt

Title: Wagnisfinanzierung am europäischen Kapitalmarkt

Doctoral Thesis / Dissertation , 2004 , 168 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Gernot Unterfurtner (Author)

Business economics - Investment and Finance
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Der bis Mitte des Jahres 2000 anhaltende Boom an den Börsen und Märkten endete mit dem Platzen der „New Economy“- Blase. Viele Anleger hatten bis zu diesem Zeitpunkt von - eigentlich gegen jede Logik – stark ansteigenden Kursen profitiert und die großteils technologieorientierten Aktien in schwindende Höhen steigen sehen. Wer aber den richtigen Zeitpunkt zur Gewinnmitnahme übersehen hat und nicht rechtzeitig verkaufte, der musste massive Verluste hinnehmen. Die „New Economy“ wird mit innovativen Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Internet, Biotechnologie, Genforschung, usw. assoziiert. Meist haben sie hohe F&E-Aufwendungen und wachsen schnell, was natürlich einen entsprechenden Kapitalbedarf mit sich bringt. Diese in der Regel oft jungen Betriebe haben es oft schwer entsprechende Finanzmittel von Banken zu erhalten. Vielfach sind daher derartige Unternehmen auch die Nachfrager für „Wagniskapital“. Wagnisfinanzierungsgesellschaften spezialisieren sich auf die Finanzierung solcher junger Unternehmen. Sie engagieren sich am ehesten in einer Branche, in der sie den Markt gut kennen, in dem ihnen die angewandte Technologie bekannt ist und in dem sie in der Lage sind die Konkurrenz einzuschätzen. Die Wagniskapitalgesellschaft verfolgt die Entwicklung des Unternehmens intensiv und ist in wichtige Entscheidungsprozesse eingebunden. Die Geschäftsführung des finanzierten Unternehmens hat regelmäßige Berichtspflicht an den Beteiligungskapitalgeber. Die erste VC-Gesellschaft dürfte die 1946 von Georges Doriot, einem Harvard Professor, und Ralph E. Flanders, dem Präsidenten der Federal Reserve Bank in Boston, gegründete American Research and Development Corp. (ARD) gewesen sein, die Kapital für junge Technologieunternehmen im Raum Boston zur Verfügung stellte. Ihren größten Erfolg hatte die ARD mit ihrer Beteiligung an der 1957 von vier Studenten des M.I.T. (Massachusetts Institute of Technology) gegründeten Digital Equipment Corp.; das Investment von US $ 70 000 war 1969 bereits stolze US $ 555 Mio. wert. Die Urheberschaft am Begriff „Venture Capital“ beansprucht Arthur Rock für sich. Rock war es, der sich 1957 für eine Gruppe von Ingenieuren der Shockley Semiconductor Laboratoires in Palo Alto auf die Suche nach Kapitalgebern machte, um sich bei der Vermarktung ihrer „Idee“, des Silicon Transistor, zu unterstützen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Gliederung der Arbeit und Problemstellung

Teil A

1. Die Eigenkapitalausstattung eines Unternehmens als kritische Größe

1. 1 Österreich

1. 2 Europäische Union

1. 3 International / Basel II

1. 4 Grafik: Eigenkapital in Prozent der Bilanzsumme

1. 5 Eigenkapital durch Beteiligungsgesellschaften

1. 6 Wagniskapital am Beispiel USA

2. Finanzierungsstruktur: Kapitalmarkt- versus Kreditmarktorientierung

2. 1 Österreichische Finanzierungskultur

2. 2 Kapitalmarktorientierung in Österreich

3. Einflussfaktoren auf die künftige Entwicklung d. Unternehmensfinanzierung

4. Vom Kredit zum Venture Capital

5. Risikokapital-Aktionsplan (RCAP) der EU

6. Europäische Investitionsbank und europäischer Investitionsfond

6. 1 Europäische Investitionsbank (EIB)

6. 2 Europäischer Investitionsfond (EIF)

7. Herkunft und Aufbringung von Risikokapital

7. 1 Aufbringung von Risikokapital in Europa

7. 2 Wie funktionieren Beteiligungskapitalfonds in der Praxis

7. 3 Wandelanleihen (Convertible Securities)

7. 4 Wer stellt Risikokapital zu Verfügung?

8. Der „Umgang“ mit Risikokapital

9. Definitionen

9. 1 Private Equity, Venture Capital

9. 2 Management Buy-out, Management Buy-in, Leveraged Buy out

9. 3 Mezzaninkapital

10. Finanzierungsphasen einer PE- bzw. einer VC- Finanzierung

10. 1. Early Stages

10. 2. Expansions/Later Stages

11. Desinvestition oder Exit (Ausstiegsphase)

11. 1 Die fünf Exitmöglichkeiten

11. 2 Pre-IPO-Finanzierungen

11. 3 Exitvorbereitung und Exitphase

11. 4 Der Gang an die Börse

11. 5 Exit-Phantasie versus Exit-Realität

11. 6 Aktuelle Situation für IPO`s

11. 7 Zu erfüllende Kriterien vor einem IPO

12. Die „neuen Märkte“ und Wachstumsbörsen

13. Business Angels als Partner in der „Early Stage”-Phase

14. Risikokapital in der Unternehmensnachfolge

14. 1 Unternehmensnachfolge in Österreich

14. 2 Unternehmensnachfolge in Deutschland

14. 3 Unternehmensnachfolge in der Schweiz

14. 4 Vergleich Unternehmensnachfolge und –gründung in Europa

15. Risikokapital und Unternehmensgründung

15. 1 Unternehmensgründung in Österreich

15. 2 Unternehmensgründung in Deutschland

16. Risikokapital in der Unternehmenssanierung

17. Idealtypischer Ablauf einer Venture Capital Finanzierung

18. Renditeerwartungen bei der Risikokapitalfinanzierung

Teil B

1. Risikokapital in Europa

1. 1 Die Anfänge von VC in Europa

1. 2 Wirtschaftliche Situation ab 1999

1. 3 Die 5 europäischen Länder mit dem größten VC-Volumen

1. 4 Private Equity-Investitionen in Europa

1. 5 Aufgebrachtes Private Equity-Kapital in Europa

1. 6 Private Equity-Investments in Prozent des BIP in Europa

1. 7 VC-Investments in Prozent des BIP je Finanzierungsphase

1. 8 Aufgebrachtes und investiertes Kapital in Europa (1995-2002)

1. 9 Aktuelle Situation der PE- und VC-Branche

1.10 Die volkswirtschaftliche Relevanz von Risikokapital

2. Aktuelle Situation des europäischen Risikokapitalmarktes

3. Der Markt für Risikokapital in Großbritannien

4. Der Markt für Risikokapital in Frankreich

5. Der Markt für Risikokapital in Italien

6. Der Markt für Risikokapital in Deutschland

7. Der Markt für Risikokapital in den Niederlanden

8. Der Markt für Risikokapital in Österreich

8. 1 Initiative zur Förderung der Kapitalmarktes

8. 2 Wichtige Kennzahlen des österreichischen Kapitalmarktes

8. 3 Tabelle der wesentlichen Aktienmarktindikatoren

8. 4 Zukunftsvorsorge-Modell

8. 5 Mittelstandsfinanzierungsgesellschaft (MFG)

8. 6 Staatliche Fördermaßnahmen

8. 7 Steuerliche Maßnahmen

Teil C

1. Maßnahmen zur Belebung des Risikokapitalmarktes in Österreich

2. Ergebnisse einer Befragung per E-Mail

3. EVCA Benchmark-Studie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Einsatz von Wagniskapital zur Unternehmensfinanzierung, insbesondere unter Berücksichtigung der Unterschiede zwischen kredit- und kapitalmarktorientierten Finanzierungssystemen in Europa und den USA, mit einem besonderen Fokus auf die Situation und Verbesserungsmöglichkeiten in Österreich.

  • Analyse der Eigenkapitalausstattung als kritischer Faktor für Unternehmenserfolg
  • Vergleich der Finanzierungskulturen in Europa und den Vereinigten Staaten
  • Bedeutung von Wagniskapital für Start-ups, Unternehmensnachfolgen und Sanierungen
  • Untersuchung staatlicher Fördermaßnahmen und des europäischen Risikokapital-Aktionsplans (RCAP)
  • Auswertung von Marktdaten und Expertenbefragungen zur Situation in Österreich

Auszug aus dem Buch

Die „New Economy“ und Wagniskapital

Die „New Economy“ wird mit innovativen Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Internet, Biotechnologie, Genforschung, usw. assoziiert. Meist haben sie hohe F&E-Aufwendungen und wachsen schnell, was natürlich einen entsprechenden Kapitalbedarf mit sich bringt. Diese in der Regel oft jungen Betriebe haben es oft schwer entsprechende Finanzmittel von Banken zu erhalten.

Vielfach sind daher derartige Unternehmen auch die Nachfrager für „Wagniskapital“. Wagnisfinanzierungsgesellschaften spezialisieren sich auf die Finanzierung solcher junger Unternehmen. Sie engagieren sich am ehesten in einer Branche, in der sie den Markt gut kennen, in dem ihnen die angewandte Technologie bekannt ist und in dem sie in der Lage sind die Konkurrenz einzuschätzen.

Die Wagniskapitalgesellschaft verfolgt die Entwicklung des Unternehmens intensiv und ist in wichtige Entscheidungsprozesse eingebunden. Die Geschäftsführung des finanzierten Unternehmens hat regelmäßige Berichtspflicht an den Beteiligungskapitalgeber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Eigenkapitalausstattung eines Unternehmens als kritische Größe: Dieses Kapitel erläutert die zentrale Bedeutung von Eigenkapital für Stabilität und Wachstum sowie die spezifische Problematik der Eigenkapitalausstattung in Österreich.

2. Finanzierungsstruktur: Kapitalmarkt- versus Kreditmarktorientierung: Der Autor stellt die traditionelle bankorientierte Finanzierung in Europa der kapitalmarktorientierten Struktur in den USA und Japan gegenüber.

3. Einflussfaktoren auf die künftige Entwicklung d. Unternehmensfinanzierung: Es werden externe Faktoren wie Basel II und der Konzentrationsprozess im Bankensektor analysiert, die den Druck auf Unternehmen zur Eigenkapitalstärkung erhöhen.

4. Vom Kredit zum Venture Capital: Hier werden Finanzierungsalternativen gegenübergestellt und die Rolle von Venture Capital als Instrument zur Unterstützung risikoreicherer, innovativer Geschäftsmodelle hervorgehoben.

5. Risikokapital-Aktionsplan (RCAP) der EU: Das Kapitel behandelt die Bemühungen der Europäischen Union, Hindernisse für einen integrierten Risikokapitalmarkt abzubauen.

6. Europäische Investitionsbank und europäischer Investitionsfond: Es werden die Funktionen und Aufgaben dieser Institutionen bei der Förderung von Innovation und KMU-Finanzierung beschrieben.

7. Herkunft und Aufbringung von Risikokapital: Hier liegt der Fokus auf der Rolle institutioneller Investoren und dem Prozess der Fondsbildung sowie der Funktionsweise von Wandelanleihen.

8. Der „Umgang“ mit Risikokapital: Das Kapitel befasst sich mit den psychologischen und strukturellen Herausforderungen bei der Hereinnahme von Wagniskapital durch Unternehmer.

Schlüsselwörter

Wagniskapital, Venture Capital, Private Equity, Unternehmensfinanzierung, Eigenkapital, Risikokapitalmarkt, Finanzierungsphasen, Basel II, KMU, Beteiligungsgesellschaften, Business Angels, Mezzaninkapital, IPO, Unternehmensnachfolge, Börsegang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle von Wagniskapital als notwendige Finanzierungsalternative zu klassischen Bankkrediten, insbesondere für technologieorientierte Unternehmen und KMU in Europa und speziell in Österreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert auf die Bedeutung der Eigenkapitalausstattung, den Vergleich verschiedener Finanzierungskulturen, die Funktionsweise von Venture Capital und die Herausforderungen für den österreichischen Kapitalmarkt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel der Arbeit ist es, die unzureichende Situation der Wagnisfinanzierung in Österreich aufzuzeigen, Hindernisse zu identifizieren und mögliche Lösungsansätze zur Verbesserung der Rahmenbedingungen zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse, der Auswertung von Marktdaten sowie einer Expertenbefragung, die als Grundlage für die Beurteilung der aktuellen Situation in Österreich dient.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Bereiche, die von den theoretischen Grundlagen der Unternehmensfinanzierung über die Rolle institutioneller Akteure bis hin zu spezifischen Förderinstrumenten für unterschiedliche Unternehmensphasen reichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Wagniskapital, Private Equity, Eigenkapital, KMU, Risikokapitalmarkt, Unternehmensfinanzierung und österreichischer Kapitalmarkt.

Warum ist eine „Finanzierungskultur“ in Österreich im internationalen Vergleich unterentwickelt?

Laut den Experten im Dokument liegt dies an einer historisch tief verwurzelten Dominanz des Bankkredits, einer ausgeprägten Risikoaversion der Anleger sowie einer „Herr-im-Haus“-Mentalität vieler Familienunternehmer, die keine externen Gesellschafter zulassen wollen.

Welche Rolle spielen Business Angels in diesem Prozess?

Business Angels fungieren als wichtige Brücke in der Frühphase, da sie nicht nur Kapital, sondern auch wertvolles Know-how und ein Kontaktnetzwerk einbringen, um die Überlebenschancen von Neugründungen signifikant zu erhöhen.

Excerpt out of 168 pages  - scroll top

Details

Title
Wagnisfinanzierung am europäischen Kapitalmarkt
College
University of Linz
Grade
sehr gut
Author
Gernot Unterfurtner (Author)
Publication Year
2004
Pages
168
Catalog Number
V31647
ISBN (eBook)
9783638325769
Language
German
Tags
Wagnisfinanzierung Kapitalmarkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gernot Unterfurtner (Author), 2004, Wagnisfinanzierung am europäischen Kapitalmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31647
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