Weil die Qualitätsdebatte einen zunehmend größeren Stellenwert im sozialen Sektor einnimmt, wird die folgende Arbeit das Thema – Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtung – behandeln. Um dies so umfassend wie möglich zu gestalten, muss die Thematik in einem ersten Kapitel in den Kontext des Moduls „Sozialpolitische und –administrative Bedingungen der Sozialpädagogik/ des Sozialmanagements“ eingeordnet werden. So wird dem Leser die Stellung der Qualitätsdebatte im Gesamtzusammenhang deutlich gemacht. In einem zweiten Kapitel folgt die Darstellung des Qualitätsbegriffs inklusive seiner Dimensionierung.
Da Qualität nicht von jedermann gleichartig verstanden wird, kommt diesem Kapitel eine besondere Wichtigkeit zu. Im dritten Kapitel folgt die Beschreibung des „Lernorientierten Qualitätsmodells für Kindertagesstätten“. Dieses wird für die Analyse einer Konzeption eines Kindergartens im vierten Kapitel genutzt. So werden Defizite, hinsichtlich der Arbeitsweise in der Einrichtung deutlich, aber auch Stärken herausgestellt. Das Resümee fasst schlussendlich die wichtigsten Punkte nochmals zusammen und stellt ein Ergebnis heraus. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Einblick in die Komplexität des Qualitätsbegriffs zu geben und dies anhand eines konkreten Beispiels – Konzeption der Kindertagesstätte „Hase & Elster“ – zu verdeutlichen.
Die Thematik der Qualitätsentwicklung ist auch aus dem Bereich der Kindertagesstätten nicht mehr wegzudenken. Es gibt drei entscheidende Gründe, warum auch hier zunehmend auf die Qualität der Arbeit geachtet wird: Auftragsgeber-, Kunden- und Mitarbeiterorientierung (vgl. Zech, 2004, S.3). Auftragsgeberorientierung bedeutet, dass die zur Verfügung stehenden Ressourcen immer knapper werden, deshalb kontrollieren die Finanziers (öffentliche Hand, Träger, Kirche) dieser Einrichtungen, ob die gewährten Mittel auch qualitativ wertvoll eingesetzt werden. Kundenorientierung meint, dass sich zunehmend die Lebensbedingungen und damit die Anforderungen an jedes Individuum ändern, darauf müssen z.B. die Kindertagesstätten reagieren und ihre Angebote entsprechend gestalten. Zudem benötigen die Mitarbeiter einer jeden Einrichtung optimale Unterstützung ihrer Arbeit, das meint Mitarbeiterorientierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einordnung in den Kontext des Moduls
3. Verständnis des Qualitätsbegriffs in der Sozialen Arbeit
4. LQK® – Lernorientierte Qualitätstestierung für Kindertagesstätten
5. Analyse Konzeption der Kita „Hase & Elster“ mit Hilfe der LQK®
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die komplexe Debatte um Qualitätssicherung auf den Bereich von Kindertageseinrichtungen zu übertragen und dabei das LQK-Modell (Lernorientierte Qualitätstestierung) theoretisch fundiert vorzustellen und praktisch an einem Fallbeispiel zu prüfen.
- Einordnung der Qualitätssicherung in den sozialpolitischen und administrativen Kontext.
- Differenzierte Darstellung des Qualitätsbegriffs in der Sozialen Arbeit.
- Erläuterung der theoretischen Grundlagen und der zwölf Qualitätsbereiche des LQK-Modells.
- Analyse der Konzeption der Kindertagesstätte „Hase & Elster“ hinsichtlich der Umsetzung der LQK-Qualitätsbereiche.
Auszug aus dem Buch
4. LQK® – Lernorientierte Qualitätstestierung für Kindertagesstätten
Neben den von außen an die Kindertagesstätten herangetragenen Anforderungen, beispielsweise durch die Finanziers, welche wollen, dass das zur Verfügung gestellte Budget angemessen eingesetzt wird, haben die Kindertageseinrichtungen selbst ein Interesse daran, die organisationalen Abläufe zu verbessern und weiterzuentwickeln. Damit dies gelingt, muss zunächst das eigene „[…] Verständnis der Qualität von Bildung und von gelungenem Leben definiert werden“ und genau an dieser Stelle knüpft die LQK an (Tödt, 2009, S.125). Sie stellt das Lernen und die Entwicklung der Kinder in den Mittelpunkt der Qualitätsbemühungen und überprüft alle Aspekte, welche für die Qualität der Kindertageseinrichtung kennzeichnend sind. So wird geprüft, ob ein gelungenes Lernen möglich wird (vgl. Tödt, 2009, S.125). Die lernorientierte Qualitätsentwicklung haben die „ArtSet® Forschung Bildung Beratung GmbH“ aus Hannover und der „Landesverband der Volkshochschulen Niedersachsens“ im Jahr 2000 ins Leben gerufen (Tödt, 2009, S.126). Anfangs allerdings lediglich für den Bereich der Weiterbildung. Da dies ein großer Erfolg war, wurde das Modell von ArtSet® auch auf den Bereich der Kindertagesstätten übertragen. Im Folgenden wird die Grundidee dieses Modells erläutert.
Bildung ist solch ein komplexer Vorgang, dass er mit keiner anderen Dienstleistung oder irgendeinem Produkt vergleichbar wäre. Lernen ist immer in Verbindung mit einem Subjekt und dessen Motivation zu betrachten. Es gibt gute Gründe warum ein Subjekt lernen möchte, z.B. um die eigene Handlungsfähigkeit auszuweiten (vgl. Tödt, 2009, S.127). Kinder sind besonders neugierig und interessiert an Neuem, sodass sie sich Lernprozessen gern stellen. So wird es ihnen möglich, sich selbstständig Zusammenhänge und die Welt als Ganzes zu erschließen. Jedes Kind ist dabei als eigenständiges Subjekt mit eigenem Lerntempo und eigener Lernart zu verstehen. Lernen kann deshalb keinesfalls hergestellt werden und das ist bei der Qualitätsentwicklung zu berücksichtigen. Lediglich eine Unterstützung und Förderung ist hier möglich (vgl. Tödt, 2009, S.127). Die Herstellung geeigneter Kontextbedingungen kann diese Lernprozesse ermöglichen und stützen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Qualitätsmessung im sozialen Sektor und leitet zur Fragestellung der Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen über.
2. Einordnung in den Kontext des Moduls: Dieses Kapitel verortet die Kindertageseinrichtung im „sozialpädagogischen Dorf“ und diskutiert die Dimensionen nach Thiersch und Rauschenbach.
3. Verständnis des Qualitätsbegriffs in der Sozialen Arbeit: Hier wird der Qualitätsbegriff als normatives Konstrukt analysiert und die differenzierte Betrachtung nach Donabedian eingeführt.
4. LQK® – Lernorientierte Qualitätstestierung für Kindertagesstätten: Das Kapitel erläutert die Grundidee und die zwölf Qualitätsbereiche des LQK-Modells als lernorientierte Entwicklungsstrategie.
5. Analyse Konzeption der Kita „Hase & Elster“ mit Hilfe der LQK®: In diesem Kapitel wird die Konzeption der Kita „Hase & Elster“ anhand der LQK-Qualitätsbereiche auf Stärken und Schwachstellen hin untersucht.
6. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung des LQK-Modells für die untersuchte Einrichtung.
Schlüsselwörter
Qualitätssicherung, LQK-Modell, Kindertagesstätte, Sozialpädagogik, Konzeption, gelungene Lernprozesse, Qualitätsentwicklung, Selbstevaluation, Fremdevaluation, Bildungsauftrag, Organisationsentwicklung, Kindeswohl, Pädagogisches Handeln
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Qualitätssicherung in Kindertageseinrichtungen und untersucht, wie ein systematisches Qualitätsmodell bei der Analyse und Weiterentwicklung einer Kita-Konzeption helfen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit verknüpft theoretische Grundlagen zur Qualität in der Sozialen Arbeit mit der praktischen Anwendung des LQK-Modells in Kindertagesstätten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Komplexität des Qualitätsbegriffs in der Sozialpädagogik darzustellen und die Anwendbarkeit des LQK-Modells anhand der Konzeption der Kita „Hase & Elster“ aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch Literaturrecherche und der anschließenden inhaltlichen Analyse einer konkreten Einrichtungs-Konzeption mittels des LQK-Modells.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit dem theoretischen Verständnis von Qualität, der detaillierten Beschreibung der zwölf LQK-Qualitätsbereiche sowie der praktischen Analyse einer Kita-Konzeption.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Qualitätssicherung, LQK-Modell, Kindertagesstätte, Konzeption, Bildungsauftrag und Organisationsentwicklung.
Wie bewertet der Autor die Konzeption der Kita „Hase & Elster“?
Die Konzeption wird als einfach und verständlich beurteilt, weist jedoch bei einigen Qualitätsbereichen wie der Dokumentation von Evaluationen oder der Spezifizierung strategischer Ziele Schwachstellen auf.
Warum ist das LQK-Modell laut Autor für Kindertagesstätten geeignet?
Das Modell wird als geeignet eingestuft, da es das Lernen der Kinder in den Mittelpunkt stellt, Selbst- und Fremdevaluation verbindet und eine transparente Qualitätsentwicklung ermöglicht.
- Citar trabajo
- Nicole Rother (Autor), 2015, Qualitätssicherung an Kindertagesstätten. Das LQK-Modell als Instrument zur Qualitätsanalyse einer Kita-Konzeption, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316481