Die türkische Schrift- und Sprachreform, ist die tiefgreifenste kulturelle Revolution der letzten 1000 Jahre in der türkischen Geschichte. Sie wurde 1928 durch Mustafa Kemal (später Atatürk) durchgeführt. Durch dieses radikale Vorhaben wurde die Verbindung zur 1000 Jahre währenden islamischen Schriftkultur gekappt.
Die heutigen Generationen sind nicht in Lage, Texte, die vor 1928 mit arabisch-persischen Schriftzeichen verfasst wurden, zu lesen, geschweige denn zu verstehen. Ein Umstand, der in Europa unvorstellbar wäre.
Inhaltsverzeichnis
- I. Einleitung
- II. Die Entwicklung des Türkischen seit dem 11. Jahrhundert
- III. Sprachpflegerische Bestrebungen gegen Ende des 19. Jhs.
- 1. Die Fremdwortfrage
- 2. Orthographiefrage
- IV. Die Schrift- und Sprachreform
- 1. Die Schriftreform
- 2. Die Sprachreform
- a) Türk Dil Kurumu
- b) Auswirkungen der Sprachreform
- V. Schlußbemerkung
- VI. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit beleuchtet die historische Entwicklung der türkischen Schrift- und Sprachreform unter Atatürk. Dabei werden die Diskussionen, die trotz der vergangenen 72 Jahre noch aktuell sind, betrachtet. Die Arbeit geht auf die Bedeutung der Reform für die Spannungen zwischen reformtreuen Kemalisten und islamistischen Gegnern ein und analysiert die umfassenden Auswirkungen dieser Maßnahme auf die türkische Gesellschaft.
- Die Entwicklung der türkischen Sprache vom 11. Jahrhundert bis zur Sprachreform
- Sprachpflegerische Bestrebungen im Osmanischen Reich vor der Reform
- Die Etappen der Schrift- und Sprachreform unter Atatürk
- Die Auswirkungen der Sprachreform auf die türkische Gesellschaft und Kultur
- Die Kontroversen und Debatten um die Sprachreform
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel bietet eine Einleitung in das Thema und skizziert den historischen Kontext der türkischen Schrift- und Sprachreform. Kapitel II beleuchtet die Entwicklung des Türkischen vom 11. Jahrhundert bis zur Reform, wobei der Einfluss des Arabischen und Persischen auf die Sprache und Kultur der Türken im Mittelpunkt steht. Kapitel III widmet sich den sprachpflegerischen Bestrebungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts und untersucht die Debatten über die Fremdwortfrage und die Orthographie. Kapitel IV beleuchtet die Etappen der Schrift- und Sprachreform selbst, beginnend mit der Einführung des lateinischen Alphabets und endend mit der Standardisierung der türkischen Sprache.
Schlüsselwörter
Die Arbeit beschäftigt sich mit zentralen Themen der türkischen Sprachgeschichte, wie der Entwicklung der türkischen Sprache unter dem Einfluss des Arabischen und Persischen, den Bestrebungen zur Sprachpflege im Osmanischen Reich und den weitreichenden Folgen der Schrift- und Sprachreform unter Atatürk. Die Arbeit befasst sich mit relevanten Konzepten wie Fremdwörter, Orthographie, Sprachpolitik und den kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Reform.
Häufig gestellte Fragen
Wann fand die türkische Schriftreform statt?
Die Schriftreform wurde im Jahr 1928 unter der Leitung von Mustafa Kemal Atatürk durchgeführt.
Was war der Kern der Schriftreform?
Das radikale Vorhaben ersetzte die arabisch-persischen Schriftzeichen durch das lateinische Alphabet, um die Verbindung zur islamischen Schriftkultur zu kappen und die Alphabetisierung zu erleichtern.
Was ist das Ziel der türkischen Sprachreform?
Ziel war die "Reinigung" der Sprache von arabischen und persischen Lehnwörtern und die Etablierung eines modernen "Öztürkçe" (Urtürkisch), koordiniert durch die Türk Dil Kurumu.
Welche Folgen hat die Reform für heutige Generationen in der Türkei?
Heutige Generationen können Texte, die vor 1928 verfasst wurden, in der Regel nicht mehr lesen oder verstehen, was einen tiefen kulturellen Bruch in der Geschichte darstellt.
Warum ist die Sprachreform bis heute politisch umstritten?
Sie ist ein Symbol für die Spannungen zwischen reformtreuen Kemalisten (Säkularisierung) und islamisch-konservativen Kräften, die den Verlust der religiösen Tradition beklagen.
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- M. A. Ercan Tamer (Author), 2000, Türkische Sprachreform, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3165