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Über Blindheit, Gedächtnis und Hand als Ermöglichung der Bild-Zeichnung bei Derrida

Titre: Über Blindheit, Gedächtnis und Hand als Ermöglichung der Bild-Zeichnung bei Derrida

Dossier / Travail , 2009 , 23 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Nils Gantner (Auteur)

Philosophie - Philosophie du XXe siècle
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Résumé Extrait Résumé des informations

Absicht vorliegender Arbeit ist es, Derridas phänomenologische Bildtheorie, wie er sie in den "Aufzeichnungen eines Blinden" (dt. 1997) hinsichtlich der Bild-Zeichnung entwickelt, in ihren wesentlichen Zügen zu erfassen. Allerdings muss diesbezüglich angemerkt werden, dass Derrida nicht explizit den Anspruch erhebt, eine phänomenologische Bildtheorie in seinem Text zu entwerfen, diese jedoch implizit dort enthalten ist. Sein Text lässt sich also als im Sinne einer Bildtheorie lesen.

Eine grundlegende Frage, die im Laufe der Arbeit zu klären sein wird, lautet daher, wie bei Derrida die Bild-Zeichnung konstituiert wird. Hierzu schlägt er zwei Hypothesen vor: (1.) Der Zeichner oder die Zeichnerin ist blind. Und (2.) Die Zeichnung eines Blinden ist die Zeichnung eines Blinden. Diese beiden Hypothesen, die Derridas Text leiten, werde ich anhand ausgewählter Begriffe seiner Terminologie erläutern. Beispielhaft wären hier die transzendentale und die sakrifizielle Blindheit zu nennen, die für das Verständnis von Derridas phänomenologischer Bildposition wesentlich sind. Zudem möchte ich die These vertreten, dass die Theoreme Blindheit, Gedächtnis und Hand essentiell für Derridas Bildtheorie sind und ohne diese kein „Denken der Zeichnung“ möglich ist.

Des Weiteren möchte ich der Frage nachgehen, ob Derridas bildphänomenologische Aussagen auch als eine phänomenologische Ästhetik aufgefasst werden können. Handelt es sich hier also um eine „dekonstruktive“ Ästhetik? Oder sollte man eher von einer „Ästhetik der Blindheit“(Nonnenmacher) bei Derrida sprechen? Vielleicht auch eine „Ästhetik der Abwesenheit“ (Kamper)? Und in welchem Verhältnis würde diese zur traditionellen Ästhetik stehen? Diesem Fragenkomplex soll nachgegangen werden.

Da Derrida sich in seinem Text auch mit anderen Autoren der philosophischen Tradition hinsichtlich des Themas der Blindheit bzw. der Visualität auseinandersetzt, ist es daher unumgänglich, auf seine Bezüge zu Platon (Der Staat), Descartes (Dioptrik) und Merleau-Ponty (Das Sichtbare und das Unsichtbare) einzugehen. Auf andere Bücher Derridas soll ebenso Bezug genommen werden, da die Beschäftigung mit der Bild-Zeichnung schon in der "Grammatologie" (1967) ihren Ausgangspunkt hat. Die Arbeit schließt mit einem Ausblick. Einen besonderen Bezug soll es zur phänomenologischen Forschung (Antje Kapust, 2009) geben.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

A: Einleitung

B: Über Blindheit, Gedächtnis und Hand als Ermöglichung der Bild-Zeichnung bei Derrida

1. Sakrifizielle und transzendentale Blindheit als Bedingung der Bild-Zeichnung oder über Gabe, Gedächtnis und apokalyptische Blindheit

2. Die Hand und ihre Bedeutung für die Bild-Zeichnung

C: Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Jacques Derridas phänomenologische Bildtheorie, wie sie insbesondere in den Aufzeichnungen eines Blinden entwickelt wird, in ihren wesentlichen Grundzügen zu erfassen und die zentrale Rolle der Blindheit, des Gedächtnisses sowie der Hand für das Zustandekommen des zeichnerischen Aktes zu analysieren.

  • Phänomenologische Untersuchung der Bild-Zeichnung bei Derrida
  • Die konstitutive Bedeutung von Blindheit und Gedächtnis
  • Die Rolle der Hand als antizipierendes und tastendes Werkzeug
  • Dekonstruktion traditioneller mimetischer Ästhetik
  • Interdisziplinäre Bezüge zu Platon, Descartes und Merleau-Ponty

Auszug aus dem Buch

2. Die Hand und ihre Bedeutung für die Bild-Zeichnung

Neben dem Gedächtnis spielt die Hand eine entscheidende Bedeutung für Derridas bildtheoretische Überlegungen. In einem Selbstportrait, das Derrida von sich selbst skizziert, geht er der Frage nach der blinden Schrift (AB, S.11) nach:

„Aus Zufall, und zuweilen knapp am Unfall vorbei, kommt es mir vor, daß ich schreibe, ohne etwas zu sehen. Nicht mit geschlossenen Augen, keineswegs. Sondern des Nachts mit offenen, aber desorientierten Augen; oder am Tage, wo dann aber die Augen auf etwas anderes gerichtet sind, anderswohin blicken, zum Beispiel nach vorn, wenn ich am Steuer sitze: Ich kritzle dann mit der rechten Hand rasch einige Striche auf ein Stück Papier, das am Armaturenbrett befestigt ist oder neben mir auf dem Sitz liegt. Manchmal schreibe ich auch, natürlich ebenfalls ohne hinzusehen, direkt auf dem Lenkrad. Diese Notizen dienen mir als Gedächtnisstütze, es sind unleserliche Graffiti, und im nachhinein könnte man Sie für eine Art Geheimschrift halten.“

Ausgehend von diesem Selbstbeispiel wird von Derrida die Frage nach einer Schrift gestellt, die nicht durch die visuelle Wahrnehmung bestimmt ist. Seine Antwort, die noch im Rahmen seines Selbstportraits fällt, lässt der Hand die entscheidende Rolle zukommen. Der Hand, die genauer gesagt die „Hand eines Blinden“ ist, kommt eine orientierende Tastfunktion im Raum zu. Doch diese Hand ist eine veränderte Hand, denn ein unsichtbares Auge ist ihr eigen: „(...) so als öffnete sich ein lidloses Auge an der Spitze der Finger: ganz nah am Nagel wächst das Auge zuviel, ein einzelnes Auge, das Auge eines Einäugigen oder Zyklopen“ (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

A: Einleitung: Diese Einleitung skizziert das Vorhaben, Derridas implizite Bildtheorie anhand der Theoreme Blindheit, Gedächtnis und Hand zu untersuchen, und fragt nach deren Verhältnis zu traditionellen ästhetischen Konzepten.

B: Über Blindheit, Gedächtnis und Hand als Ermöglichung der Bild-Zeichnung bei Derrida: Dieses Kapitel analysiert das Begriffsdreieck aus transzendentaler und sakrifizieller Blindheit, Gedächtnis und der antizipierenden Hand, die gemeinsam die Bedingung für eine nicht-mimetische Bild-Zeichnung bilden.

1. Sakrifizielle und transzendentale Blindheit als Bedingung der Bild-Zeichnung oder über Gabe, Gedächtnis und apokalyptische Blindheit: Der Abschnitt erläutert, wie Blindheit und Gedächtnis als notwendige Bedingungen der Bildkonstitution fungieren und durch das Motiv des Opfers und der Gabe den Bruch mit der visuellen Präsenz markieren.

2. Die Hand und ihre Bedeutung für die Bild-Zeichnung: Dieses Kapitel untersucht die Hand als „sehendes“ und tastendes Organ, das Schrift und Zeichnung im Sinne einer Performanz über das rein Visuelle hinaus konstituiert.

C: Ausblick: Der Ausblick reflektiert die dekonstruktive Ästhetik Derridas, die Frage nach einer weiblichen Ästhetik sowie die ontologischen Implikationen einer Kunst, die sich der klassischen mimetischen Repräsentation entzieht.

Schlüsselwörter

Derrida, Bild-Zeichnung, Blindheit, Gedächtnis, Hand, Phänomenologie, Ästhetik, Mimesis, Repräsentation, Performativität, Dibutades, Unsichtbarkeit, Gabe, Aufzeichnungen eines Blinden, Schattenschrift.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die in den Aufzeichnungen eines Blinden enthaltene, implizite phänomenologische Bildtheorie von Jacques Derrida, insbesondere im Hinblick auf seine Kritik an der traditionellen mimetischen Ästhetik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die Zusammenhänge zwischen Sehen und Nicht-Sehen, die konstitutive Rolle des Gedächtnisses und der Hand bei der Zeichnung sowie das Verhältnis von Bildlichkeit, Sprache und Performativität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, wie bei Derrida die Bild-Zeichnung ohne die Voraussetzung der visuellen Präsenz konstituiert wird und ob dies als eine „dekonstruktive Ästhetik“ oder „Ästhetik der Blindheit“ begriffen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische, phänomenologische Textanalyse, die Derridas Terminologie erläutert und seine Theoreme mit Rückbezügen auf Autoren wie Platon, Descartes, Merleau-Ponty und Baudelaire in einen Kontext stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Blindheit und des Gedächtnisses (einschließlich der Rolle von Mimesis und Ruine) sowie eine Untersuchung der Hand als „sehendem“ Organ, das den performativen Akt der Zeichnung ermöglicht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Derrida, Bild-Zeichnung, Blindheit, Gedächtnis, Hand, Phänomenologie, Ästhetik, Mimesis, Repräsentation und Performativität.

Welche Bedeutung misst Derrida dem Beispiel der Dibutades bei?

Derrida nutzt die Geschichte von Dibutades, um den Ursprung der Zeichnung im Gedächtnis statt in der Wahrnehmung zu verorten, wobei der Schattenriss als eine „Kunst der Blindheit“ oder Schattenschrift gedeutet wird.

Warum spielt das Thema der „Tränen“ und des Weinens eine zentrale Rolle?

Tränen markieren für Derrida eine zeitweilige Blindheit, die die performative Natur des Sehens enthüllt; das Weinen verbindet den Menschen mit seinem Wesen und wird als wesentlicher Zug der Bild-Zeichnung gedeutet.

In welchem Verhältnis steht Derridas Bildtheorie zur Ontologie?

Derridas Theorie ist dezidiert keine ontologische im klassischen Sinne (wie etwa bei Heidegger), da sie die Bild-Zeichnung der totalen Repräsentation und damit einem ontologischen Charakter entziehen möchte.

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Résumé des informations

Titre
Über Blindheit, Gedächtnis und Hand als Ermöglichung der Bild-Zeichnung bei Derrida
Université
Free University of Berlin  (Philosophie)
Cours
Seminar
Note
1,3
Auteur
Nils Gantner (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
23
N° de catalogue
V316638
ISBN (ebook)
9783668155596
ISBN (Livre)
9783668155602
Langue
allemand
mots-clé
im 20.Jahrhundert
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Nils Gantner (Auteur), 2009, Über Blindheit, Gedächtnis und Hand als Ermöglichung der Bild-Zeichnung bei Derrida, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316638
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Extrait de  23  pages
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