Unternehmerischer Erfolg durch Compliance Management – mehr Schein als Sein? Verantwortung wahrnehmen und im konsequenten Schritt öffentlich zu artikulieren, ist ein wichtiger Schritt für unternehmerischen Erfolg. Schriftlich festgehaltene Verhaltens- und Zielsetzungsregeln auch umzusetzen und in ihrer Weiterführung zu fördern, bedarf allerdings einer entsprechend angepassten und funktionierenden Unternehmenskultur – durch alle Führungseben.
Genau diese Herausforderung gilt es für den Automobilhersteller VW zu meistern. Ungeachtet der Branche, Produktsparte, Dienstleistungsbereich, Wettbewerbssituation, Unternehmensform, etc.: Um auf dem (internationalen) Markt dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben und kontinuierliche Verbesserung anzustreben, muss eine Unternehmensstruktur im allgemein übergreifenden Sinne gelegt und gelebt werden. Mit wachsender Größe, Bedeutung und Einfluss eines Unternehmens auf dem Weltmarkt werden diese Aufgaben zunehmend komplexer und schwieriger umzusetzen. Selbstdisziplin und stringente Führungslinien scheinen zwar in dieser Problematik die offensichtliche Lösung darzustellen, allerdings zeigen – in der Öffentlichkeit ausgetragene – Skandale immer wieder, dass dieses Ziel der Einhaltung eigens aufgestellter Verhaltensrichtlinien jedes Unternehmen vor eine große Herausforderung stellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Der VW – Abgasskandal im Überblick
a. Zeitlicher Überblick der Ereignisse
b. Auswirkungen auf die Automotive-Branche
3. Das Compliance Management bei VW
a. Verhaltensgrundsätze – Code of Conduct
b. Unternehmensphilosophie
c. Auswirkungen des Skandals bei VW
d. Konflikt- und Korruptionsbekämpfung
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht vor dem Hintergrund des VW-Abgasskandals, inwiefern Unternehmen ihre internen Compliance-Richtlinien tatsächlich leben oder ob diese nur als Fassade dienen, um unternehmerischen Erfolg vorzutäuschen.
- Analyse der Unternehmensphilosophie und des "Code of Conduct" von VW.
- Aufarbeitung des chronologischen Verlaufs des Abgasskandals.
- Bewertung der Wirksamkeit von Compliance-Management-Systemen bei Fehlverhalten.
- Untersuchung der Glaubwürdigkeit und der Folgen von Reputationsverlusten.
Auszug aus dem Buch
3. Das Compliance Management bei VW
Welche langfristigen Schäden der Automobilhersteller mit dieser Korruption zu tragen hat, liegt an den Unternehmensstrukturen, die zur Öffentlichkeit ausgerichtet sind. Der Aktienkurs ist ein Spiegelbild des Standings eines Unternehmens auf dem Markt und wie schon im Kapitel eingangs angesprochen, hat der Aktienkurs mehr als deutlich reagiert (siehe Kapitel 2). Unweigerlich ist die Marke Volkswagen durch den Abgasskandal und dessen Berichterstattung in der öffentlichen Kommunikation beschädigt. Nicht nur ein großer Vertrauensmissbrauch auf rechtlicher Ebene bedrückt das seriöse Unternehmensbild. Auch der Aufwand der riesigen Rückrufaktion der betroffenen Autos, lässt den Konzern im positiven Licht verblassen. Hinzu kommt, dass der einzelne Kunde hierbei direkt in den Korruptionsfall als Schadensträger involviert ist, da alle betroffenen Automobile in der Werkstatt wieder den Regelvorschriften technisch angepasst werden müssen. Bereits Ende Januar beginnen die ersten Rückrufaktionen und damit ein immenser Marathon für alle beteiligten Service-Werkstätten. Wenn man dabei die Ursache für diesen massiven Aufwand betrachtet, stellt sich zu Recht die Frage, welche ernsthafte Kommunikation nach außen, der Konzernriese insgesamt verfolgt?
Die Volkswagen Aktiengesellschaft unterliegt in seiner Verhaltensgrundlage einem 23-seitigen Code of Conduct.
„Wir sind der Überzeugung, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg nur sichergestellt werden kann, wenn Regeln und Normen befolgt werden. Wir stehen für ein achtbares, ehrliches und regelkonformes Verhalten im Geschäftsalltag.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Der Einstieg beleuchtet die Bedeutung von Verhaltensgrundsätzen für den Unternehmenserfolg und führt in die Problemstellung ein, dass schriftliche Regeln ohne eine gelebte Unternehmenskultur oft wirkungslos bleiben.
2. Der VW – Abgasskandal im Überblick: Dieses Kapitel zeichnet den zeitlichen Ablauf der Manipulationen bei VW nach und analysiert die weitreichenden Folgen des Skandals für das Unternehmen sowie die gesamte Automobilbranche.
3. Das Compliance Management bei VW: Der Abschnitt untersucht kritisch die internen Richtlinien, den Code of Conduct und die Mechanismen zur Korruptionsbekämpfung bei VW, um die Lücke zwischen Anspruch und Realität aufzuzeigen.
4. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Verhaltensgrundsätze im konkreten Fall ihre Wirkung verloren haben und betont, dass Compliance strikte Ernsthaftigkeit und eine Kommunikation auf allen Hierarchieebenen erfordert.
Schlüsselwörter
Compliance Management, VW-Abgasskandal, Unternehmenskultur, Code of Conduct, Korruptionsbekämpfung, Unternehmensverantwortung, Automobilindustrie, Integrität, Risikomanagement, Unternehmensführung, Glaubwürdigkeit, Software-Manipulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht kritisch, wie ernst der Volkswagen-Konzern sein Compliance-Management im Kontext des Abgasskandals genommen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Unternehmensethik, die Diskrepanz zwischen offiziellen Verhaltensrichtlinien (Code of Conduct) und gelebter Praxis sowie die Krisenbewältigung nach dem Aufdecken von illegalen Praktiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es herauszufinden, ob Volkswagen Compliance-Management lediglich als formales Instrument nutzt oder ob die Unternehmenskultur tatsächlich auf ehrlichem und regelkonformen Verhalten basiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Dokumentenanalyse von Unternehmenspublikationen, offiziellen Berichten und aktueller Medienberichterstattung zur Aufarbeitung des Skandals.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine chronologische Einordnung des Skandals sowie eine detaillierte Analyse der internen Strukturen von VW, einschließlich der Rolle von Ombudsmännern und Revisionsprogrammen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Compliance Management, Unternehmenskultur, Code of Conduct, Korruptionsbekämpfung und Glaubwürdigkeit.
Welche Rolle spielte die Zulieferfirma Bosch bei dem Skandal?
Bosch wurde mit Anschuldigungen konfrontiert, wies diese jedoch zurück, indem das Unternehmen argumentierte, lediglich Hardware-Komponenten gemäß den VW-Vorgaben geliefert zu haben.
Wie reagierte der Aufsichtsrat auf die Krise?
Der Aufsichtsrat reagierte mit Krisensitzungen und dem Einleiten von Ermittlungen, während die Unternehmensführung den Skandal als Katalysator für einen notwendigen Wandel umzudeuten versuchte.
Warum wird das Compliance-Management bei VW als „nichtig“ bezeichnet?
Die Autorin deutet an, dass trotz umfassender Regelwerke die bewusste Entscheidung zur Manipulation der Abgaswerte zeigt, dass diese Werte im Konzernalltag nicht konsequent gelebt wurden.
- Arbeit zitieren
- Stefanie Schäffer (Autor:in), 2016, Wie ernst nehmen Unternehmen ihr eigenes Compliance Management? Der VW-Abgasskandal, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316668