Informatik als Präsenzunterricht oder ergänzt durch eine Blended Learning-Einheit? Evaluation eines Konzepts für die Vermittlung von HTML5/CSS3-Grundlagen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2012

20 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Evaluationsanlass

3. Aufbau der Lerneinheit

3. Evaluationsziel

4. Praktische Durchführung
4.1 Rahmenbedingungen
4.2 Hypothese 1
4.2.1 Überblick
4.2.2 Operationalisierung
4.2.3 Auswertung
4.3 Hypothese 2
4.3.1 Überblick
4.3.2 Operationalisierung
4.3.3 Auswertung
4.4 Hypothese 3
4.4.1 Überblick
4.4.2 Operationalisierung
4.4.3 Auswertung

5. Schlussfolgerungen

6. Zusammenfassung

Literatur

1. Einleitung

Am M.A. einer privaten höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe, stehen für die erste Klasse des Aufbaulehrgangs (Schulstufe 12) zwei verschiedene Varianten für den Informatikunterricht zur Wahl. Zur Diskussion steht das Fach Informatik entweder wie bisher mit 4 Wochenstunden im reinen Präsenzunterricht zu unterrichten oder den Präsenzunterricht auf 3 Stunden zu reduzieren und mit einer computerbasierten Komponente zu ergänzen, also eine Blended- Learning Variante des Unterrichts einzuführen. Die in dieser Hausarbeit beschriebene Evaluation der Probeeinheit „HTML5/CSS3 Grundlagen“ soll die Basis für diese Entscheidung sein.

2. Evaluationsanlass

Am M.A. wird ein Aufbaulehrgang der Schulstufen 12 bis 14 geführt, der mit Abitur abschließt und die Schwerpunkte MultiMedia bzw. Werbegrafik hat. In beiden Zweigen ist im ersten Jahr im Fach Informatik das Thema Webdesign und Webprogrammierung vorgesehen, die beiden Schwerpunkte unterscheiden sich allerdings in der Wochenstundenzahl, die im ersten Jahr für das Fach Informatik zur Verfügung steht. Dies sind im Ausbildungsschwerpunkt MultiMedia vier Wochenstunden und im Ausbildungsschwerpunkt Werbegrafik drei Wochenstunden. Idealerweise sollte das angeführte Thema aber in beiden Schwerpunkten gleich umfangreich und tiefgehend unterrichtet werden bzw. es wäre für die weitere Planung der Stundentafel für den Ausbildungsschwerpunkt MultiMedia sehr hilfreich, wenn auch hier bei gleichbleibendem Output auf eine Wochenstunde verzichtet werden könnte.

Es ist daher angedacht das gesamte Fach im ersten Jahr im Blended- Learning zu führen, wobei Übungen, sowie vertiefende Inhalte den Schülern zur selbstständigen Bearbeitung überantwortet werden sollen. Der Unterricht im Blended-Learning soll allerdings zunächst an einer ausgewählten Einheit getestet werden. Dies wird die Einheit HTML 5 / CSS 3 sein, da diese auf Grund des Übergangs von HTML 4 zu HTML 5 bzw. CSS 2 zu CSS 3 ohnehin neu geplant werden muss.

Die Einheit teilt sich inhaltlich in mehrere Untereinheiten. Am Beginn steht ein Überblick über Logik und Semantik von HTML, der Zusammenhang zwischen HTML, CSS und Javascript, die Grundtags in HTML, die Grundselektoren in CSS und das Konzept der Klassen und Identitäten. Die zweite Untereinheit beschäftigt sich mit Elementen und Formatierungen von Schrift und Text, gefolgt von einer Untereinheit zu Tabellen und einer weiteren zu MultiMedia-Elementen. In der fünften Untereinheit geht es schließlich um die Erstellung und Formatierung von Formularen. Die sechste Einheit beschäftigt sich mit den Besonderheiten des Barrierefreien Webdesigns.

Grundsätzlich wird die Erarbeitung der grundlegenden Inhalte im Präsenzunterricht erfolgen, die Übungsphase soll dann selbstständig erfolgen. Außerdem sollen vertiefende Teilbereiche ebenfalls von den Schülern selbstständig erarbeitet werden, wobei nicht alle diese Teilbereiche verpflichtend sein werden.

3. Aufbau der Lerneinheit

Wie schon erwähnt sollen im Präsenzunterricht alle wesentlichen Inhalte gelehrt werden, d.h. alle Inhalt, die unbedingt gekonnt und verstanden werden müssen, um weiterführende Themen zu verstehen. Diese Inhalte sollen allerdings nun im Präsenzunterricht nur in sehr geringem Ausmaß geübt werden. Der computerbasierte Teil der Blended-Learning Einheit wird auf einer Moodle-Lernplattform realisiert. Dort werden Skripten der Präsenzeinheiten zu finden sein und außerdem bereinigte Mitschnitte, d.h. aus den Mitschnitten werden Übungsphasen, in denen der Lehrende keine neuen Informationen präsentiert, entfernt. Zusätzlich gibt es weiterführende Informationen in Form von Links, Dokumenten und Hinweisen auf Bücher aus der Schulbibliothek. Weiters stehen eine Reihe von Übungsaufgaben mit Lösungen zur Verfügung, wobei bei den Übungsaufgaben sehr genau darauf geachtet wird, dass sie möglichst alle Lernzielkategorien, Wissen, Verständnis, Anwendung, Analyse, Synthese und Beurteilung nach Anderson und Krathwohl (2001) ansprechen. Analog gibt es Aufgaben zur Selbstevaluation in eben diesen Lernzielkategorien. Der Online-Teil enthält außerdem Material zu weiterführenden Themen, die selbst zu erarbeiten sind. Hier darf der Schüler drei aus fünf vorgeschlagenen Themen auswählen.

3. Evaluationsziel

Im Rahmen eines Vergleiches zwischen Experimentalgruppe – Schüler, denen die Einheit HTML5/CSS3 über die Blended-Learning Einheit mit 3 Stunden Präsenzunterricht vermittelt wird – und Kontrollgruppe – Schüler die 4 Stunden Präsenzunterricht erhalten – sollen folgende Hypothesen überprüft werden.

Hypothese 1:

Der Lernerfolg der Experimentalgruppe ist nicht schlechter als der der Kontrollgruppe.

Hypothese 2:

Die Lerner beider Gruppen entwickeln eine überdurchschnittliche Lernmotivation.

Hypothese 2a:

Die Motivation der Experimentalgruppe ist höher als die der Kontrollgruppe.

Hypothese 3:

Die Lerner der Experimentalgruppe zeigen ein selbstständigeres Lernverhalten als die der Kontrollgruppe.

4. Praktische Durchführung

4.1 Rahmenbedingungen

Bei der geplanten Evaluation handelt es sich um eine summative Evaluation, d.h. ihr Ziel ist es nachzuweisen, dass die Blended-Learning Einheit genau das bewirkt, was in den Hypothesen formuliert wurde oder eben nicht. Die unabhängige Variable ist also die Unterrichtsmethode.

Die Bildung der Experimental- und Kontrollgruppe ist quasiexperimentell, weil sich die Gruppen aus natürlich vorgefundenen Gruppen, nämlich 2 Schulklassen derselben Schulstufe ergeben (Bortz & Döring, 2006, S. 54). Da sich in den beiden Gruppen jeweils nur Schüler befinden, die sich für den Ausbildungsschwerpunkt MultiMedia bzw. den Ausbildungsschwerpunkt Werbegrafik entschieden haben, besteht die Gefahr, dass sich die Gruppen in ihrer Gesamtheit eben nicht nur durch die unabhängige Variable unterscheiden, sondern eventuell auch bezüglich weiterer Variablen, wie z.B. Vorwissen, Interesse am Thema etc. Es muss daher am Beginn der Evaluation ein ausführlicher Pretest stehen, der feststellt, ob in den Bereichen Vorwissen zum Thema, Fertigkeiten im Umgang mit dem Computer, Motivation, Selbstständigkeit beim Lernen und Vielfalt der Lerntechniken ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen besteht. Besteht ein solcher Unterschied kann die Evaluation in der hier vorgeschlagenen Form entweder nicht durchgeführt werden, oder sie kann auf der Basis durchgeführt werden, dass ihre Ergebnisse dann obsolet werden, wenn die Gruppe, die im Vortest signifikant besser abgeschnitten hat, später auch in der eigentlichen Evaluation bessere Ergebnisse liefert, da diese dann nicht eindeutig auf die unabhängige Variable zurückzuführen sind.

Die Mächtigkeit Experimental- und Kontrollgruppe beträgt Klassenstärke, d.h. zwischen 15 und 25 Personen. Es ist also durchaus möglich, dass sich die Gruppengröße, um bis zu 10 Personen unterscheidet.

Beide Klassen werden von derselben Lehrperson unterrichtet. Die Kontrollgruppe erhält ein gedrucktes Skriptum mit allen Informationen, die auch auf der Moodle Plattform für die Experimentalgruppe zu finden sind. Eine Ausnahme stellen hier die frei wählbaren Themengebiete dar, die es im Präsenzunterricht so nicht gibt. Im Präsenzunterricht sind drei Themen fix vorgegeben, die so in den Unterricht eingebaut sind, dass sie sich für den Schüler nicht vom Kernstoff unterscheiden. Für die Kontrollgruppe ist ein eigener Moodle-Kurs eingerichtet, in dem auch die Videos der Unterrichtseinheiten, die Selbsttest und weiterführende Links vorgehalten werden. Die Übungsbeispiele stehen der Kontrollgruppe nicht zur Verfügung, da sie großteils im Unterricht gemacht bzw. zur Hausaufgabe gegeben und dann zu diesem Zeitpunkt ausgeteilt und erklärt werden.

Für das Thema HTML5/CSS3 sind 18 Unterrichtswochen ab Schulbeginn vorgesehen. Die beiden Klassen werden nicht zeitgleich, aber weitgehend parallel in ihren Klassenräumen unterrichtet. Ein Wechsel in einen Computerraum ist nicht erforderlich, da jeder Schüler des Aufbaulehrgangs einen persönlichen Laptop zur Verfügung haben muss. Den Schülern der Kontrollgruppe und ganz besonders den Schülern der Experimentalgruppe muss in ihrer Freizeit ein Internetanschluss zur Verfügung stehen. Ob alle Schüler entsprechenden Zugang zum Internet haben, muss unbedingt auch im Pretest abgefragt werden, da ein Fehlen in größerer Zahl das Ergebnis dieser Evaluation massiv beeinflussen könnte.

4.2 Hypothese 1

Der Lernerfolg der Experimentalgruppe ist nicht schlechter als der der Kontrollgruppe.

4.2.1 Überblick

Eine klare Definition was Lernerfolg oder auch Lernqualität eigentlich ist, steht in der Literatur noch aus. Preußler (2011) spricht von einem Konstrukt, das mehrdimensional ist und nicht so einfach standardisier- und messbar ist. Sie schlägt vor dieses Konstrukt möglichst aufzuschlüsseln. Schedler und Stäger (1992) schlagen vor die „Lernwirkung“ zu untersuchen. Sie unterteilen diese in drei verschiedene Ebenen. Bei der Ebene der Wirtschaftlichkeit geht es darum, dass Kosten-Leistungsvorgaben eingehalten werden, die Ebene der Effizienz betrachtet rein das Input-Output-Verhältnis und die Ebene der Effektivität, die Erreichung von festgesetzten Zielen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Informatik als Präsenzunterricht oder ergänzt durch eine Blended Learning-Einheit? Evaluation eines Konzepts für die Vermittlung von HTML5/CSS3-Grundlagen
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kultur und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Modul 4: Anwendungsbezogene Bildungsforschung
Note
2,0
Autor
Jahr
2012
Seiten
20
Katalognummer
V316820
ISBN (eBook)
9783668161061
ISBN (Buch)
9783668161078
Dateigröße
782 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Blended Learning, Evaluation, Lerneinheit, Operationalisierung
Arbeit zitieren
Andrea Gürtler (Autor), 2012, Informatik als Präsenzunterricht oder ergänzt durch eine Blended Learning-Einheit? Evaluation eines Konzepts für die Vermittlung von HTML5/CSS3-Grundlagen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316820

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