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Zur frühkindlichen Bildung in Gelsenkirchen. Die Bedeutung sozialstruktureller Daten für die Entwicklung der Angebote

Titel: Zur frühkindlichen Bildung in Gelsenkirchen. Die Bedeutung sozialstruktureller Daten für die Entwicklung der Angebote

Hausarbeit , 2014 , 47 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nina Bethke (Autor:in), Alexandra Hartmann (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Betreuung, Erziehung und Bildung von Kindern ist ein hohes Gut, eine verantwortungsvolle Aufgabe und in aller erster Linie zunächst einmal den Eltern vorbehalten. Inwieweit sie diese Aufgabe eigenständig wahrnehmen, ob sie sich Hilfe und Unterstützung hierbei suchen und ob und wann sie ihre Kinder professionell fremdbetreuen lassen, ist grundsätzlich ihre freie Entscheidung.

Ein Urteilsspruch des Bundesverfassungsgerichts von 1998 erklärt die Aufgabe des Staates in diesem Kontext.

Er beschreibt eine wünschenswerte, idealtypische Situation, in welcher alle Elternteile prinzipiell frei von dringenden ökonomischen Zwängen entscheiden könne, welche (Betreuungs-) Aufgaben sie in welchen Maßen übernehmen.
Damit sie frei entscheiden können, besteht seit dem 01.08.2013 ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung oder in der Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres. Der Ausbau der U3-Betreuung ist derzeit eines der größten Projekte im Bereich der frühkindlichen Bildung.

Neben den Kindern gut ausgebildeter Eltern, die gerne wieder erwerbstätig sein möchten (und auch „sollen“, um die Nachfrage nach Fachkräften zu bedienen und die Sozialversicherungssysteme zu unterstützen), sind auch die Kinder von sozial schwachen Familien sowie jenen mit Migrationshintergrund besonders gerne in den Kindertagesstätten gesehen.

Jene sollen in den Einrichtungen vor allem gefördert werden, grundsätzliche Sprachkompetenzen erwerben und, auch wenn das so nur selten offen gesagt wird, Regelmäßigkeit und Strukturen kennen lernen sowie täglich eine ausgewogene Mahlzeit erhalten. Den negativen Folgen von Deprivation, auch aufgrund sozialräumlicher Segregation, soll so frühestmöglich vorgebeugt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Segregation (Alexandra Hartmann)

2.1 Ethnische Segregation

2.2 Demographische Segregation

2.3 Soziale Segregation

3. Hinführung zur frühkindlichen Bildung (Nina Bethke)

3.1 Frühkindliche Bildung in NRW

3.2 Frühkindlichen Bildung in Gelsenkirchen

4. Methodische Hinführung (Nina Bethke)

4.1 Auswahl der Interviewmethode (Nina Bethke)

4.2 Begründung des Leitfadens (Nina Bethke)

4.3 Durchführung und Transkription (Nina Bethke)

4.4 Auswahl der Analyseform (Alexandra Hartmann)

4.5 Ablauf der Analyse (Alexandra Hartmann)

5. Interviewanalyse

5.1 Analyse im Hinblick auf die Nutzung sozialstatistischer Daten (Alexandra Hartmann)

5.2 Analyse der Anbieter-Nutzer-Perspektive (Nina Bethke)

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung sozialstruktureller Daten für die Entwicklung und Planung von Angeboten im Bereich der frühkindlichen Bildung, wobei die Stadt Gelsenkirchen als exemplarische Fallstudie dient. Dabei wird analysiert, inwieweit Erkenntnisse über sozialräumliche Segregation und sozialstatistische Kennzahlen in die praktische Jugendhilfeplanung einfließen.

  • Grundlagen der sozialräumlichen Segregation (ethnisch, demographisch, sozial).
  • Strukturen und Rahmenbedingungen frühkindlicher Bildung in NRW und Gelsenkirchen.
  • Qualitative Interviewanalyse zur Angebotsplanung und Bedarfsermittlung.
  • Spannungsfeld zwischen Anbieterperspektive (Kommune) und Nutzerbedarfen.
  • Integration statistischer Daten in die praktische Bildungsplanung.

Auszug aus dem Buch

2. Segregation

Blasius (1988, S. 410) beschreibt den Begriff „Segregation“ als „ökologischen Prozess, der zur Bildung von ´natürlichen Lebensräumen` führt in denen Personengruppen unterschiedlicher Zugehörigkeit leben“ und bezieht sich damit auf Park und Burgess, die in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Grundlage der Segregationsforschung mit einer Untersuchung über die sozialräumliche Struktur Chicagos gelegt haben.

Allgemein lässt sich Segregation im soziologischen Zusammenhang als Entmischung unterschiedlicher Elemente in einem zu beobachteten Raum zu verstehen (vgl. Friedrich 1980, S. 217 zit. In Blasius 1988, S. 410f), als: die „disproportionale Verteilung von Bevölkerungsgruppen über ein Gebiet“ (Münch 2010, S. 31).

Dies bedeutet zum ersten, dass man nur über Segregation sprechen kann, wenn man zuvor ein Gebiet bestimmt und möglichst trennscharf definiert. In der vorliegenden Arbeit wird es schwerpunktmäßig um die Stadt Gelsenkirchen, zum Vergleich und zur besseren Einordnung in geringerem Umfang auch um das Bundesland Nordrhein-Westfalen, gehen. Beide Gebiete haben eindeutig definierte Grenzen.

Zum zweiten ist es nötig den Personen bestimmte (relevante) Merkmale zuzuschreiben anhand derer diese unterschieden werden können. Dies können u.a. das Alter, der Bildungsstand eine ethnische Zugehörigkeit oder etwas anderes sein. Je nachdem welche Merkmale beobachtet werden lässt sich Segregation grundsätzlich in folgende drei Bereiche einteilen: ethnische, soziale und demographische Segregation.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der frühkindlichen Bildung als staatliche Aufgabe ein und thematisiert den Rechtsanspruch auf Betreuungsplätze sowie die Bedeutung von Bildungsangeboten für die soziale Integration.

2. Segregation (Alexandra Hartmann): Dieses Kapitel definiert den soziologischen Begriff der Segregation und differenziert zwischen ethnischen, demographischen und sozialen Formen, insbesondere unter Berücksichtigung der städtischen Strukturen in Gelsenkirchen.

3. Hinführung zur frühkindlichen Bildung (Nina Bethke): Es werden die theoretischen Grundlagen pädagogischer Qualität, der rechtliche Bildungsauftrag in Kindertageseinrichtungen sowie aktuelle Entwicklungen auf Landes- und Kommunalebene erörtert.

4. Methodische Hinführung (Nina Bethke): Das Kapitel erläutert das methodische Vorgehen, die Wahl des Experteninterviews als Erhebungsinstrument sowie die Anwendung der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring.

5. Interviewanalyse: Hier erfolgt die Auswertung des Experteninterviews, wobei der Fokus auf der Nutzung sozialstatistischer Daten und der Perspektive der Angebotsplaner liegt.

6. Fazit: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass sozialstatistische Daten als wesentliche, aber nicht alleinige Grundlage für die planungsorientierte Gestaltung frühkindlicher Bildungsangebote in Gelsenkirchen dienen.

Schlüsselwörter

Frühkindliche Bildung, Segregation, Gelsenkirchen, Sozialraum, Experteninterview, Angebotsplanung, Kindertagesstätten, Jugendhilfeplanung, Sozialstatistik, Bildungsqualität, Sprachförderung, demographischer Wandel, Inklusion, Bedarfsermittlung, Sozialhilfequote.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sozialstatistische Daten und Erkenntnisse über sozialräumliche Segregation genutzt werden, um das Angebot frühkindlicher Bildung in der Stadt Gelsenkirchen zu entwickeln und zu steuern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Segregationsforschung, die gesetzlichen und theoretischen Grundlagen der frühkindlichen Erziehung sowie die praktische Umsetzung von Bildungsplanung auf kommunaler Ebene.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen statistischen Daten über die Bevölkerung und der tatsächlichen Organisation von Kindertagesbetreuung zu skizzieren und zu prüfen, inwieweit die Kommune auf lokale Bedarfe reagiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wurde eine qualitative, zusammenfassende Inhaltsanalyse nach Mayring durchgeführt, basierend auf einem leitfadengestützten Experteninterview mit einem Vertreter der städtischen Jugendhilfeplanung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von der theoretischen Fundierung der verschiedenen Segregationsformen über die bildungspolitischen Rahmenbedingungen in NRW und Gelsenkirchen bis hin zur methodischen Auswertung des Experteninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind frühkindliche Bildung, sozialräumliche Segregation, Gelsenkirchen, Jugendhilfeplanung, Experteninterview und Angebotsentwicklung.

Warum spielt die Trägerstruktur in Gelsenkirchen eine besondere Rolle?

Die Trägervielfalt (städtisch vs. konfessionell) führt laut Analyse zu einer unterschiedlichen Verteilung von Kindern mit Migrationshintergrund, was die Angebotsplanung und Sprachförderung vor zusätzliche Herausforderungen stellt.

Wie reagiert die Stadt Gelsenkirchen auf kurzfristige Bedarfe in der Kinderbetreuung?

Neben dem langfristigen Kita-Neubau wird die Großtagespflege als Instrument genutzt, um flexibler und zeitnah auf steigende Kinderzahlen reagieren zu können.

Ende der Leseprobe aus 47 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur frühkindlichen Bildung in Gelsenkirchen. Die Bedeutung sozialstruktureller Daten für die Entwicklung der Angebote
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Fakultät für Bildungswissenschaften)
Veranstaltung
Bildung und Hilfe unter Bedingungen sozialräumlicher Segregation
Note
2,0
Autoren
Nina Bethke (Autor:in), Alexandra Hartmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
47
Katalognummer
V316861
ISBN (eBook)
9783668170124
ISBN (Buch)
9783668170131
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Segregation Gelsenkirchen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Bethke (Autor:in), Alexandra Hartmann (Autor:in), 2014, Zur frühkindlichen Bildung in Gelsenkirchen. Die Bedeutung sozialstruktureller Daten für die Entwicklung der Angebote, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316861
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Leseprobe aus  47  Seiten
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