Das Thema dieser Seminararbeit, die "ethischen Aspekte des Dopings" ist sehr komplex. Aus diesem Grund beschränkt sich die Diskussion hauptsächlich auf die ethischen Aspekte des Dopings bezüglich der Chancengleichheit, Fairness, Gesundheit, Mündigkeit und der Verantwortung. Diese sollen aus mehreren Blickwinkeln beleuchtet werden.
Doch weil das Dopingphänomen nicht nur im Sport vorhanden ist, sondern in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft in ähnlicher Form weit verbreitet ist, werden zunächst kurz anthropologische Modelle, die Geschichte des Dopings und die Bedeutung von leistungssteigernden Mitteln in der Gesellschaft dargestellt. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt dann auf der Bedeutung von Doping in Sport und Gesellschaft. Außerdem werden verschiedene mögliche Zukunftsszenarien entworfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Anthropologie
3 Dopinggeschichte
4 Doping in unserer Gesellschaft und im Sport
5 Athleten
5.1 Athleten: Finanzieller Aspekt
5.2 Athleten: Mündigkeit
5.3 Athleten: Gesundheit
5.4 Athleten: Chancengleichheit
5.5 Athleten: Fairness
5.6 Athleten: Verantwortung
6 Umfeld der Athleten
7 Ansatz zur partiellen Freigabe von 'performance enhancing drugs'
8 Zukunftsszenarien
8.1 'Always the same old song'; Es bleibt so wie es ist bis es eskaliert.
8.2 'Le sport va subir une différenciation accrue entre le sport spectacle et d'autres modalités de pratique'; Es findet eine striktere Differenzierung des Sports statt:
8.3 'La société change ses attentes'; Die Erwartungen der Gesellschaft ändern sich.
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die ethischen Dimensionen des Dopings, beleuchtet dabei die komplexen Zusammenhänge zwischen sportlichem Leistungsdruck, gesellschaftlichen Erwartungen und der individuellen Verantwortung von Athleten, und erörtert kritisch den Diskurs um eine mögliche teilweise Freigabe leistungssteigernder Substanzen.
- Anthropologische Grundlagen und menschliches Kompensationsstreben
- Historische Entwicklung von Dopingpraktiken
- Ethik im Spitzensport: Chancengleichheit, Gesundheit und Fairness
- Einfluss von Umfeld und Leistungsdruck auf den Athleten
- Diskussion alternativer Strategien zur Regulierung des Dopings
Auszug aus dem Buch
Ansatz zur partiellen Freigabe von 'performance enhancing drugs'
Die Informationen, die ich bezüglich der partiellen Freigabe von Dopingmitteln in diesem Punkt darstellen möchte, basieren hauptsächlich auf dem Artikel 'Why we should allow performance enhancing drugs in sport', welcher im 'British Journal of Sports Medicine' (BJSM) von J. Savulescu, B. Foddy und M. Clayton im Jahre 2003 veröffentlicht wurde.
Man kann davon ausgehen, dass die Maßnahmen, den Dopingsport ausschließlich durch Verbote und Kontrollen zu bekämpfen, gescheitert sind. Die Geschichte hat bereits gezeigt, dass Probleme nicht einfach durch Einschränkungen und Verbote aus der Welt schaffen lassen und bestehende Missstände durch solche Maßnahmen oft noch weiter verschärft werden. Hierzu ein kurzes Beispiel aus der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika aus der Zeit zwischen 1919 und 1932.
Per Gesetz wurde die Alkoholprohibition durchgesetzt. Es war verboten, Alkohol herzustellen, zu transportieren und zu konsumieren. Oft wurde dieser Versuch als 'The noble experiment' (ehrenhaftes Experiment ) bezeichnet. Mehr als eine ehrenhafte Bemühung das sicherlich ernste Problem des übermäßigen Alkoholkonsums einzudämmen, war das Gesetz allerdings auch nicht. Vielmehr war von vornherein zum Scheitern verurteilt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die ethische Komplexität des Dopings vor und definiert den Fokus der Arbeit auf Aspekte wie Chancengleichheit, Gesundheit und Verantwortung.
2 Anthropologie: Dieses Kapitel verknüpft die Dopingproblematik mit anthropologischen Modellen von Arnold Gehlen und Odo Marquard, die den Menschen als Mängelwesen mit natürlichem Kompensationsdrang beschreiben.
3 Dopinggeschichte: Ein Überblick über die historische Entwicklung von Doping, von antiken Ansätzen bis hin zu modernen, gefährlichen Methoden wie Blutdoping und dem aufkommenden Gendoping.
4 Doping in unserer Gesellschaft und im Sport: Hier wird die These vertreten, dass der Leistungsdruck und die Erfolgsbesessenheit nicht nur im Sport, sondern in der gesamten Gesellschaft präsent sind.
5 Athleten: Dieses zentrale Kapitel analysiert verschiedene ethische Konfliktfelder wie den finanziellen Druck, die Mündigkeit, gesundheitliche Risiken, die Chancengleichheit sowie Fragen der Fairness und Verantwortung.
6 Umfeld der Athleten: Das Kapitel beleuchtet, wie Trainer, Verbände, Ärzte und die forschende Industrie das Dopingverhalten der Sportler massiv mit beeinflussen und teilweise forcieren.
7 Ansatz zur partiellen Freigabe von 'performance enhancing drugs': Die Arbeit diskutiert hier kritisch das Scheitern strikter Verbotsstrategien und zieht Parallelen zur US-Alkoholprohibition, um die Debatte um eine mögliche teilweise Freigabe zu eröffnen.
8 Zukunftsszenarien: Abschließend werden drei mögliche Szenarien für die Zukunft des Sports aufgezeigt, die von fortlaufender Eskalation bis hin zur Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte reichen.
Schlüsselwörter
Doping, Ethik, Leistungssport, Chancengleichheit, Athleten, Gesundheit, Leistungsdruck, Sportgeschichte, Gendoping, Prävention, Sportgesellschaft, Menschenbild, Dopingkontrolle, Leistungsethik, Sportsoziologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den ethischen Aspekten des Dopings im Spitzensport und untersucht, wie gesellschaftlicher Erfolgsdruck und individuelle Faktoren das Dopingverhalten beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das anthropologische Menschenbild, die historische Entwicklung des Dopings, ethische Grundsätze im Sport sowie die Rolle des Umfelds und mögliche zukünftige Regulierungsansätze.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, warum Doping im Sport so weit verbreitet ist, welche ethischen Konflikte dabei entstehen und ob eine partielle Freigabe von leistungssteigernden Mitteln eine sinnvolle Alternative zu den bisherigen Verboten darstellen könnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf fachwissenschaftlicher Literatur sowie ethischen und anthropologischen Diskursen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen ethischen Dimensionen (wie Gesundheit, Fairness und Verantwortung) und beleuchtet die strukturelle Verantwortung von Trainern, Verbänden und der Gesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Doping, Ethik, Chancengleichheit, Leistungsdruck, Gesundheit und die soziale Verantwortung im Sport.
Welche Rolle spielt die Anthropologie in der Dopingdebatte?
Sie dient als theoretische Grundlage, um das menschliche Bedürfnis zu verstehen, physiologische Mängel durch technologische oder pharmakologische Hilfsmittel zu kompensieren.
Wie bewertet der Autor den aktuellen Ansatz zur Dopingbekämpfung?
Der Autor argumentiert, dass der bisherige Fokus auf reine Verbote und Kontrollen weitgehend gescheitert ist und zieht hierfür einen historischen Vergleich zur US-Alkoholprohibition heran.
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- Fabian Dietrich (Author), 2009, Ethische Aspekte des Dopings. Auswirkungen auf Chancengleichheit, Fairness, Gesundheit und Mündigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316881