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Die Entstehung sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem. Die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu und die Rational-Choice-Theorie

Título: Die Entstehung sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem. Die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu und die Rational-Choice-Theorie

Tesis (Bachelor) , 2016 , 35 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Julia Schätzel (Autor)

Sociología - Sistemas sociales y Estructuras sociales
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Dass Bildung in der modernen Gesellschaft einen immer zentraleren Stellenwert einnimmt ist wohl unumstritten. Bildung hat sich zur bedeutsamsten Ressource für die Sicherung des Lebensstandards entwickelt.

Obwohl Bildung damit die wichtigste Voraussetzung für Lebenschancen darstellt, haben nicht alle Mitglieder der Gesellschaft die gleichen Chancen darauf, einen guten Bildungsabschluss zu erreichen. Zwar konnten durch den Ausbau der Realschulen, Gymnasien und Hochschulen die Bildungschancen aller sozialen Schichten der deutschen Gesellschaft ausgebaut werden, jedoch herrschen immer noch gravierende Differenzen in den Zugangschancen in Abhängigkeit der sozialen Herkunft der Kinder. Dass die deutsche Bildungsexpansion nur vermeintlich zur sozialen Chancengleichheit geführt hat, wurde vor allem durch die im Jahr 2000 durchgeführte PISA-Studie deutlich. Kaum ein anderes Land wies dabei eine so große Diskrepanz zwischen den Kompetenzen der Kinder aus verschiedenen Schichten auf wie Deutschland.

Damit bildungspolitische Maßnahmen aber auch etwas zur Angleichung der Bildungschancen beitragen können, muss zunächst bekannt sein, wie ungleiche Chancenverhältnisse zwischen den sozialen Schichten entstehen und fortgeführt werden. Es existieren verschiedenste Theorien, die dieses Phänomen zu erklären versuchen.

In dieser Arbeit sollen zwei dieser Erklärungsansätze genauer betrachtet werden. Zum einen die Kapitaltheorie Pierre Bourdieus und Jean-Claude Passerons, welche die ungleiche Verteilung kulturellen Kapitals in der Gesellschaftsstruktur für bestehende Bildungsungleichheiten verantwortlich macht. Und zum anderen die zu der Rational-Choice-Theorie gehörende Ansätze Raymond Boudons und Hartmut Essers, welche davon ausgehen, dass rationale Bildungsentscheidungen, die in Abhängigkeit zur sozialen Herkunft der Menschen getroffen werden, die Ursache sozialer Chancenungleichheiten darstellen.

Ziel dieser Arbeit soll sein, die Schwerpunkte der jeweiligen Theorien zu verdeutlichen und schließlich durch einen Vergleich aufzuzeigen an welchen Stellen sie sich unterscheiden und ob es sogar Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Theorien gibt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung schichtspezifischer Chancenverhältnisse nach der Bildungsexpansion

2.1 Chancengleichheit und Chancenungleichheit

2.2 Die Bildungsexpansion

2.2.1 Zum Ausbau der Realschulen und Gymnasien

2.2.2 Zum Ausbau der Hoch- und Fachhochschulen

2.3 Bildungsungleichheiten im internationalen Vergleich

3. Die Kapitaltheorie Pierre Bourdieus

3.1 Das kulturelle Kapital

3.2 Das kulturelle Kapital als Erklärung sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem

3.3 Empirische Analysen zur Kapitaltheorie

4. Die Rational-Choice-Theorie als Erklärung sozialer Ungleichheiten

4.1 Primäre und sekundäre Herkunftseffekte nach Boudon (1974)

4.2 Die Wert-Erwartungstheorie nach Esser (1999)

4.3 Ergänzungen zu den Theorien

4.4 Empirische Analysen zur Rational-Choice-Theorie

5. Kulturelles Kapital versus rationale Bildungsentscheidungen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen für die Entstehung und Fortführung sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse und dem Vergleich der Kapitaltheorie nach Pierre Bourdieu sowie der Rational-Choice-Theorie, um zu klären, inwiefern diese Ansätze Bildungschancen erklären und wo Gemeinsamkeiten oder Unterschiede bestehen.

  • Historische Entwicklung der Bildungschancen in Deutschland
  • Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu (kulturelles Kapital)
  • Rational-Choice-Theorie (primäre/sekundäre Herkunftseffekte)
  • Empirische Überprüfung beider Theorien
  • Vergleich der Erklärungsansätze zur Bildungsungleichheit

Auszug aus dem Buch

3.1 Das kulturelle Kapital

Kapital ist nach Bourdieu zunächst allgemein als eine Art Anhäufung von Arbeit zu verstehen. Dieses kann sowohl von materieller, als auch von verinnerlichter Natur sein. Um Kapital „akkumulieren“ zu können, wird vor allem Zeit benötigt (vgl. Bourdieu 1983: 183). Es können drei verschiedene Formen von Kapital unterschieden werden: das ökonomische, das kulturelle, sowie das soziale Kapital. Für die vorliegende Arbeit sind jedoch nur die ersten beiden Arten von Bedeutung, weshalb das soziale Kapital hier nicht berücksichtigt wird.

Unter dem ökonomischen Kapital können kurz alle Güter verstanden werden, welche unmittelbar und direkt in Geld umgewandelt werden können (vgl. Bourdieu 1983: 185). Das kulturelle Kapital kann im Wesentlichen in drei Formen existieren: zum einen als inkorporiertes Kulturkapital, als objektiviertes Kulturkapital, sowie als institutionalisiertes Kulturkapital.

Das inkorporierte Kulturkapital kann als eine dauerhafte Anlage eines Menschen verstanden werden und lässt sich vereinfacht mit dem Begriff der Bildung beschreiben. Als Voraussetzung für den Besitz inkorporierten Kulturkapitals nennt Bourdieu einen Verinnerlichungsprozess, welcher vor allem die Zeit des Individuums beansprucht, welche aufgebracht werden muss, um etwas zu erlernen (vgl. Bourdieu 1983: 186). Für den Erwerb dieses kulturellen Kapitals ist es für den „Investor“ unumgänglich, dass die Person selbst die notwendige Zeit investiert, da es nicht durch eine fremde Person erworben werden kann. Anders als beim ökonomischen Kapital ist damit das Delegieren inkorporierten Kulturkapitals an andere Personen ausgeschlossen. Die Erziehung innerhalb der Familie kann ebenfalls zum inkorporierten Kulturkapital gezählt werden. Je nach Qualität des erworbenen Kapitals kann es positiv der Person schulisch einen Vorsprung verschaffen, oder negativ gesehen Zeit kosten, weil unter Umständen zusätzliche Zeit aufgewendet werden muss, um daraus resultierende negative Folgen zu korrigieren (vgl. Bourdieu 1983: 186f).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die ungleiche Verteilung von Bildungschancen in Deutschland und stellt die beiden theoretischen Erklärungsansätze vor, die im Folgenden verglichen werden.

2. Die Entwicklung schichtspezifischer Chancenverhältnisse nach der Bildungsexpansion: Dieses Kapitel liefert einen historischen Überblick über die Bildungschancen in Deutschland und verdeutlicht, dass die Bildungsexpansion die soziale Ungleichheit nicht auflösen konnte.

3. Die Kapitaltheorie Pierre Bourdieus: Es wird erläutert, wie kulturelles Kapital in verschiedenen Formen (inkorporiert, objektiviert, institutionalisiert) die Bildungschancen beeinflusst und zur Reproduktion sozialer Ungleichheit beiträgt.

4. Die Rational-Choice-Theorie als Erklärung sozialer Ungleichheiten: Hier stehen rationale Kosten-Nutzen-Entscheidungen der Eltern im Vordergrund, wobei primäre und sekundäre Herkunftseffekte als entscheidende Mechanismen analysiert werden.

5. Kulturelles Kapital versus rationale Bildungsentscheidungen: Das Kapitel vergleicht die Ansätze von Bourdieu, Boudon, Esser und Becker, um Gemeinsamkeiten und theoretische Differenzen in der Erklärung von Bildungsungleichheiten herauszuarbeiten.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert die Ergebnisse, hält fest, dass beide Theorien empirisch belegbar sind, und betont die Komplexität der Faktoren, die soziale Ungleichheit im Bildungssystem bedingen.

Schlüsselwörter

Bildungschancen, Soziale Ungleichheit, Bildungsexpansion, Kapitaltheorie, Kulturelles Kapital, Pierre Bourdieu, Rational-Choice-Theorie, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Bildungsentscheidungen, Sozialer Status, Bildungssystem, Bildungsungleichheit, Wert-Erwartungstheorie, Reproduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Ursachen für ungleiche Bildungschancen zwischen verschiedenen sozialen Schichten im deutschen Bildungssystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die historische Bildungsexpansion, die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu sowie Rational-Choice-Ansätze zur Erklärung individueller Bildungsentscheidungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Schwerpunkte der Kapitaltheorie und der Rational-Choice-Theorie zu verdeutlichen und diese kritisch hinsichtlich ihrer Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei der Erklärung von Bildungsungleichheiten zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die durch den Vergleich soziologischer Theorien und die Einbeziehung empirischer Analysen (z. B. durch Georg oder Becker) fundiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Begriffe des kulturellen Kapitals sowie die Mechanismen von Herkunftseffekten und Kosten-Nutzen-Kalkulationen bei Bildungsentscheidungen, ergänzt durch die Vorstellung relevanter empirischer Studien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Bildungschancen, soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, Rational-Choice, Herkunftseffekte und Bildungsentscheidungen.

Wie erklärt Bourdieu die Rolle der Schule bei sozialer Ungleichheit?

Bourdieu sieht das Bildungssystem als ein Instrument, das die bestehende gesellschaftliche Ordnung legitimiert und reproduziert, indem es kulturelles Kapital, das primär in privilegierten Familien erworben wird, voraussetzt.

Warum spielt der "Statuserhalt" bei der Rational-Choice-Theorie eine so große Rolle?

Für Familien ist der Erhalt des erreichten sozialen Status ein zentraler Faktor bei der Wahl der Bildungsform; das Risiko eines Abstiegs beeinflusst die rationale Kalkulation von Kosten und Nutzen einer weiteren Ausbildung entscheidend.

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Detalles

Título
Die Entstehung sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem. Die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu und die Rational-Choice-Theorie
Universidad
Johannes Gutenberg University Mainz  (Soziologie)
Calificación
1,0
Autor
Julia Schätzel (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
35
No. de catálogo
V316893
ISBN (Ebook)
9783668157910
ISBN (Libro)
9783668157927
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildungssoziologie Boudon Bourdieu Soziale Ungleichheit ungleiche Bildungschancen Chancenungleichheit Esser Theorievergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Schätzel (Autor), 2016, Die Entstehung sozialer Ungleichheiten im Bildungssystem. Die Kapitaltheorie von Pierre Bourdieu und die Rational-Choice-Theorie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316893
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Extracto de  35  Páginas
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