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Repräsentationen Afghanistans im zeitgenössischen deutschen Roman. Mariam Kühsel-Hussainis „Gott im Reiskorn“ und Linus Reichlins „Das Leuchten in der Ferne“

Title: Repräsentationen Afghanistans im zeitgenössischen deutschen Roman. Mariam Kühsel-Hussainis „Gott im Reiskorn“ und Linus Reichlins „Das Leuchten in der Ferne“

Bachelor Thesis , 2015 , 96 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Friederike Aminy (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Islamistischer Terror, IS, Taliban: Der Nahe und der Mittlere Osten stehen im Westen vor allem für repressive Gesellschaftsordnungen, religiöse Intoleranz und Gewaltherrschaft. Navid Kermani, Orientalist und Schriftsteller, schildert in seiner Dankesrede anlässlich des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 2015 eindrucksvoll die Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart des Orients und des Islams. Er erinnert dabei an frühere islamische Kunst, Musikwissenschaft, Architektur und Poesie und damit an die Freiheit und die Kreativität, die im Islam einmal existierten.

Die vorliegende Arbeit stellt diesen Kontrast anhand unterschiedlicher Repräsentationen Afghanistans im zeitgenössischen deutschen Roman dar. Zum einen als Sehnsuchtsort in Mariam Kühsel-Hussainis Roman „Gott im Reiskorn“ , zum anderen als Ort des Schreckens und der Talibanherrschaft in Linus Reichlins Roman „Das Leuchten in der Ferne“.

Afghanistan fand bereits Mitte des 19. Jahrhunderts Einzug in die deutsche Literatur. Als Beispiel ist das Gedicht "Trauerspiel von Afghanistan" von Theodor Fontane zu nennen. Der Titel hat nichts von seiner Aktualität verloren, auch wenn das Trauerspiel sich heutzutage nicht mehr auf den verlorenen Kampf der Briten bezieht, sondern vielmehr auf den Kampf Afghanistans gegen den Terrorismus und auf die Wiederherstellung von Frieden und Ordnung.

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, anhand der Repräsentationen Afghanistans das Land als Sehnsuchtsort, der Afghanistan einmal war, aus der Vergessenheit und Unkenntnis hervorzuholen und demgegenüber zu untersuchen, was den Schreckensort Afghanistan kennzeichnet, der heute das einzige Gesicht des Landes darstellt.

Um Repräsentationen zu den soeben genannten gegensätzlichen Seiten Afghanistans zu erhalten, wurden die Romane „Gott im Reiskorn“ und „Das Leuchten in Ferne“ ausgewählt. Da es sich bei den Romanen um dieselbe Textsorte handelt, wird zugleich die Vergleichbarkeit der Repräsentationen erleichtert.

Neben den zwei Hauptrepräsentationen Afghanistans als Sehnsuchts- oder Schreckensort soll darüber hinaus ein Blick auf die Bevölkerung Afghanistans sowie das Aussehen, diverse Eigenschaften, Moral, Werte, verschiedene Probleme des Landes wie beispielsweise Hunger und Perspektivlosigkeit, das Stadtleben und die Landschaft geworfen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik, Ziel und Methode

1.2 Forschungsrelevanz, Rezeption und Erkenntnisstand

2. Theoretische Grundlagen und Begriffe

2.1 Interkulturelle Literaturwissenschaft und Komparatistische Imagologie

2.2 Postkolonialismus, Orientalismus und Ethnologische Perspektive

2.3 Repräsentation, Gegenwartsliteratur, Bacha Posh, Kalligraphie

3. Analyse der Repräsentationen Afghanistans

3.1 Geschichte, Politik und Biographie als Quellen für die Repräsentationen

3.1.1 Ein geschichtlicher Überblick Afghanistans

3.1.2 Die aktuelle politische Lage Afghanistans

3.1.3 Biographische Informationen zu Autorin und Autor

3.2 Inhalt, Form und Erzählstruktur

3.2.1 Der Roman Gott im Reiskorn

3.2.2 Der Roman Das Leuchten in der Ferne

3.3 Das Eigene: Europa und Deutschland

3.3.1 Das Eigene in Gott im Reiskorn

3.3.2 Das Eigene in Das Leuchten in der Ferne

3.4 Das Andere: Repräsentationen Afghanistans

3.4.1 Repräsentationen Afghanistans in Gott im Reiskorn

3.4.2 Repräsentationen Afghanistans in Das Leuchten in der Ferne

4. Fazit

4.1 Ergebnis

4.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Repräsentationen Afghanistans in der zeitgenössischen deutschen Literatur anhand der Romane "Gott im Reiskorn" von Mariam Kühsel-Hussaini und "Das Leuchten in der Ferne" von Linus Reichlin. Ziel ist es, das Land jenseits einseitiger Schreckensmeldungen zu beleuchten, indem es als ambivalenter "Sehnsuchtsort" und "Schreckensort" analysiert wird, um so einen Beitrag zum interkulturellen Dialog und zur Erweiterung der Wahrnehmung zu leisten.

  • Analyse der interkulturellen Literaturwissenschaft und Komparatistik im Kontext afghanischer Repräsentationen.
  • Kontrastierung der Darstellung Afghanistans als Sehnsuchtsort (Vergangenheit/Kultur) und Schreckensort (Krieg/Terror).
  • Untersuchung der Selbst- und Fremdbilder anhand der Protagonisten und ihrer kulturellen Hintergründe.
  • Reflektion über die Rolle von Geschichte, Politik und Biographik bei der Konstruktion literarischer Bilder.
  • Erörterung der Bedeutung von Postkolonialismus und Orientalismus für die Wahrnehmung Afghanistans im Westen.

Auszug aus dem Buch

Die erste Begegnung mit Afghanistan

„Hinein – in die Kreuzung der Welten! [...] hinein in jene zwei so majestätischen Metaphern Orient und Okzident.“

In der gegenwärtigen Zeit, dem Zeitalter des Kampfes gegen den Terror des Islamischen Staates und der Taliban, der aus dem Nahen und Mittleren Osten in den Westen strebenden Flüchtlingsströme, der Anschläge auf Flüchtlingsheime und Politiker aus Fremdenfeindlichkeit aber auch der Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen, ist die Kreuzung von Orient und Okzident besonders deutlich zu spüren. Der Dialog zwischen der islamischen und westlichen Kultur spielt im Jahr 2015 nicht nur in der Politik sondern auch im Kulturbereich eine entscheidende Rolle. Zur Eröffnungspressekonferenz der Frankfurter Buchmesse 2015 wurde der Schriftsteller Salman Rushdie eingeladen und den Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2015 erhielt der Orientalist und Schriftsteller Navid Kermani, der in seiner Dankesrede in der Paulskirche in Frankfurt den früheren „multiethnisch, multireligiösen und multikulturellen Orient“ ins Bewusstsein ruft, den es nicht mehr gibt. Er schildert eindrucksvoll die Diskrepanz zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart des Orient und des Islam, indem er die in jüngster Zeit zahlreichen, unter Berufung auf den Islam verübten Verbrechen in Syrien, Afghanistan, dem Irak und weiteren Ländern aufzählt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Repräsentation Afghanistans im aktuellen gesellschaftlichen Kontext sowie Zielsetzung und methodisches Vorgehen der Arbeit.

2. Theoretische Grundlagen und Begriffe: Darstellung der theoretischen Konzepte wie Interkulturelle Literaturwissenschaft, Imagologie, Orientalismus und Postkolonialismus als Fundament der Analyse.

3. Analyse der Repräsentationen Afghanistans: Untersuchung der historischen, politischen und biographischen Hintergründe sowie detaillierte Analyse der Romane hinsichtlich Inhalt, Form, der Konstruktion des "Eigenen" und des "Anderen".

4. Fazit: Zusammenführung der Ergebnisse und Ausblick auf die Relevanz des interkulturellen Dialogs sowie Möglichkeiten für weiterführende literarische Studien.

Schlüsselwörter

Afghanistan, Repräsentation, Gegenwartsliteratur, Interkulturelle Literaturwissenschaft, Komparatistische Imagologie, Orientalismus, Postkolonialismus, Sehnsuchtsort, Schreckensort, Identität, Interkultureller Dialog, Kulturwissenschaft, Literaturkritik, Bacha Posh, Kalligraphie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie Afghanistan in der zeitgenössischen deutschen Romanliteratur dargestellt wird und welche Bilder dabei von diesem Land entworfen werden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Kontrastierung der Begriffe Sehnsuchtsort und Schreckensort sowie die interkulturelle Auseinandersetzung zwischen dem westlichen "Eigenen" und dem afghanischen "Anderen".

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, ein nuancierteres Bild Afghanistans zu zeichnen und zu verstehen, wie Literatur zur Bildung von interkulturellen Bildern und zum besseren Verständnis zwischen Kulturen beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit bedient sich der Methoden der interkulturellen Literaturwissenschaft und der komparatistischen Imagologie, ergänzt um postkoloniale und orientalistische Theorieansätze.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert ausführlich die beiden Romane "Gott im Reiskorn" und "Das Leuchten in der Ferne", wobei Geschichte, Politik, Form und Erzählstruktur sowie spezifische Repräsentationen einzelner Figuren und Gegenstände untersucht werden.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Orientalismus, Postkolonialismus, Identität, Sehnsuchtsort, Schreckensort und Repräsentation.

Wie unterscheidet sich die Darstellung Afghanistans in den beiden Romanen?

Während "Gott im Reiskorn" eher das Afghanistan der Vergangenheit und eine poetische, kunstvolle Seite (Sehnsuchtsort) betont, fokussiert "Das Leuchten in der Ferne" stärker auf die heutige kriegsgeprägte Situation und die Gewalt (Schreckensort).

Welche Bedeutung kommt dem Begriff "Bacha Posh" im Text zu?

Das Phänomen "Bacha Posh" (Mädchen, die als Jungen aufwachsen) wird als ein kulturell spezifisches afghanisches Phänomen thematisiert, das sowohl die soziale Rolle der Frau als auch Themen wie Sicherheit und gesellschaftliche Zwänge berührt.

Warum wird die Rolle der Kalligraphie so hervorgehoben?

Die Kalligraphie wird als eine bedeutende, traditionelle afghanische Kunstform analysiert, die als Gegengewicht zu den negativen Bildern von Krieg und Zerstörung steht und Afghanistan als Land mit einer hohen kulturellen Tradition ausweist.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der deutschen Medien in Bezug auf Afghanistan?

Die Arbeit kritisiert eine einseitige, oft auf Schreckensmeldungen beschränkte Berichterstattung in deutschen Medien und sieht in der Literatur eine Chance, diese einseitige Wahrnehmung zu erweitern und zu verfeinern.

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Details

Title
Repräsentationen Afghanistans im zeitgenössischen deutschen Roman. Mariam Kühsel-Hussainis „Gott im Reiskorn“ und Linus Reichlins „Das Leuchten in der Ferne“
College
University of Münster
Grade
1,3
Author
Friederike Aminy (Author)
Publication Year
2015
Pages
96
Catalog Number
V316979
ISBN (eBook)
9783668184435
ISBN (Book)
9783946458562
Language
German
Tags
repräsentationen afghanistans roman mariam kühsel-hussainis gott reiskorn linus reichlins leuchten ferne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Friederike Aminy (Author), 2015, Repräsentationen Afghanistans im zeitgenössischen deutschen Roman. Mariam Kühsel-Hussainis „Gott im Reiskorn“ und Linus Reichlins „Das Leuchten in der Ferne“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/316979
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