Betriebliches Gesundheitsmanagement. Erstellung eines Interventionskonzeptes für das Unternehmen Muster AG


Hausarbeit, 2013
32 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zusammenfassung der Analyse
1.1 Analyse der betrieblichen Ausgangssituation
1.2 Analyse der gesundheitlichen Ausgangssituation
1.3 Bedarfsermittlung für das BGM-Konzept
1.4 Ergebnisanalyse der Mitarbeiterbefragung und der Gefährdungsbeurteilung
1.5 Fazit

2 Handlungsschwerpunkte
2.1 Ableitung dreier Handlungsschwerpunkte anhand der Analyseergebnisse

3 Erstellung einer Interventionsplanung zur Vorlage bei der Geschäftsleitung
3.1 Detaillierte Darstellung der Interventionsmaßnahmen für die erhobenen Handlungsschwerpunkte
3.2 Projekt- und Ressourcenplanung
3.2.1 Zuständigkeiten
3.2.2 Budget
3.2.3 Gliederung des Projektes

4 Diskussion und Probleme der Evaluation

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungs-, Tabellen- und Abkürzungsverzeichnis
6.1 Abbildungsverzeichnis
6.2 Tabellenverzeichnis
6.3 Abkürzungsverzeichnis

Anhang
Anhang 1:
Anhang 2:

1 Zusammenfassung der Analyse

1.1 Analyse der betrieblichen Ausgangssituation

Das Unternehmen Muster AG gehört dem Holverarbeitenden Gewerbe/Möbelbau an und hat seinen Sitz in der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart. Die produzierten Holzmöbel für Bad, Wohnzimmer, Esszimmer und Schlafzimmer sind für den Einzelhandel bestimmt. Als Premium-Anbieter hochwertiger Möbel mit dem Versprechen und Alleinstellungsmerkmal „Made in Germany“, hat das Unternehmen die Vision gegenüber Importwaren aus China und Fernost konkurrenzfähig zu bleiben und sich mittels gleichbleibend hoher Qualität durchzusetzen.

Die Muster AG beschäftigt derzeit (in 2011) 1.505 Mitarbeiter und kann diese Anzahl seit Jahren, ohne auffällige Schwankungen in der Anzahl der Beschäftigten, konstant halten. Das Unternehmen gliedert sich in sechs Bereiche: Geschäftsleitung inkl. Prokuristen, Verwaltung, Marketing/Vertrieb, Produktion, Logistik und Zentrale Dienste. Von 1.505 Mitarbeitern sind der Großteil (1.278 MA; 84,92 %) in der Produktion beschäftigt. Die Anzahl der Beschäftigten im Bereich Logistik liegt bei 107 (7,11 %), im Bereich Verwaltung bei 67 (4,45 %), im Bereich Zentrale Dienste bei 26 (1,73 %) und im Bereich Marketing/Vertrieb bei 22 (1,46 %). Die Geschäftsleitung übernehmen fünf Mitarbeiter (0,33 %). Im Punkt Arbeitsorganisation unterscheiden sich die aufgeführten Geschäftsbereiche sowohl durch unterschiedliche Wochenarbeitszeiten als auch durch verschiedene Schichtsysteme. Die Mitarbeiter der Bereiche Verwaltung und Marketing/Vertrieb arbeiten wöchentlich 40 Stunden, mit einer Kernarbeitszeit von 8:00 bis 16:00 Uhr, im Gleitzeit-Schichtsystem. Alle Mitarbeiter der Bereiche Produktion arbeiten 37,5 Stunden wöchentlich, im Vierschichtbetrieb mit Freischichten und sind daher einer zusätzlichen Belastung ausgesetzt. Die Arbeitszeit der Logistik-Mitarbeiter beläuft sich ebenso auf 37,5 Wochenstunden, die im Früh- oder Spätschicht abgeleistet werden. Im Bereich Zentrale Dienste gleichen wöchentliche Arbeitszeit, der Beginn und das Ende sowie das Schichtsystem dem der Bereiche Verwaltung und Marketing/Vertrieb.

Alle Bereiche führen unterschiedliche Tätigkeiten aus, die verschiedene Gesundheitsrisiken mit sich bringen. Die Hauptaufgabe der Mitarbeiter im Bereich Verwaltung besteht aus der Bearbeitung von Post und Callcenter-Aktivitäten, die vorwiegend im Sitzen und an Bildschirmarbeitsplätzen verrichtet wird. Die Mitarbeiter im Marketing/Vertrieb sind ebenso an Bildschirmarbeitsplätzen tätig oder auf Reisen unterwegs. Beides findet desgleichen überwiegend sitzend statt, jedoch ist die Arbeit durch inkonstante Rahmenbedingungen etwas abwechslungsreicher. Das ständige Reisen verlangt dennoch ein hohes Maß an Flexibilität und Anpassungsfähigkeit und verursacht zusätzlichen Stress im Berufsalltag. Die Produktions-Mitarbeiter hingegen sind hauptsächlich mit schwerer körperlicher Arbeit beschäftigt, die nur bedingt im Sitzen stattfinden kann. Zu ihren Aufgaben zählen die Produktionsvorbereitung, die Arbeit am Fließband und an Maschinen und das Transportieren der produzierten Ware auf dem Stapler. Daraus ergibt sich ein erhöhetes Risiko für Arbeitsunfälle. Die Logistik-Mitarbeiter sind für die Kommissionierung verantwortlich. Sie stellen die produzierten Möbelstücke zusammen und bereiten diese für den Versand vor. Deren Arbeit kennzeichnet sich durch schweres Heben und Tragen und fordert dauerhafte Konzentration und Schnelligkeit, damit die Ware rechtzeitig den Kunden erreicht. Die Mitarbeiter im Bereich Zentrale Dienste beschäftigen sich hauptsächlich mit EDV, Technikwartung und -reparatur. Dabei sind sie sowohl sitzend als auch stehend tätig, müssen heben und tragen und sind dafür verantwortlich, defekte Maschinen und Fließbänder funktionsfähig zu halten bzw. zu machen. Hierbei stehen sie unter ständigem Zeit- und Erwartungsdruck.

Das Unternehmen Muster AG setzt in seiner Beschäftigungsstruktur auf eine klare Hierarchie, die in sechs Ebenen eingeteilt ist. Dabei steht die Geschäftsleitung an oberster Stelle, gefolgt von Prokuristen, Bereichsleitern/Werksleitern/Lagerleitern, Schichtführern und Vorarbeitern. Die unterste Hierarchieebene belegen alle Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung. Die Mehrheit der Angestellten im Unternehmen arbeitet in Vollzeit (1.407 MA; 93,50 %). Davon sind die Meisten Produktions- oder Logistikmitarbeiter, nur Wenige aus dem Bereich Verwaltung oder Marketing/Vertrieb. Lediglich 98 Mitarbeiter (6,50 %) sind Teilzeitbeschäftigte, die in der Verwaltung und im Marketing/Vertrieb eingesetzt werden. Bei Engpässen, die beispielsweise durch Urlaubszeiten bedingt sind, oder bei Auftragsspitzen greift die Muster AG auf Leiharbeiter zurück. Im Bereich Verwaltung und Marketing/Vertrieb werden zusätzlich Praktikanten beschäftigt.

Betrachtet man die Geschlechterverteilung im Unternehmen, so fällt auf, dass sich das Unternehmen etwa zu 2/3 (987 MA; 65,58 %) aus männlichen Mitarbeitern zusammensetzt. Der Frauenanteil liegt mit 518 Mitarbeiterinnen bei 34,42 %. Dies entspricht, laut Daten der Barmer GEK im Unternehmensreport Gesundheit für Branche Holzverarbeitende Industrie, Arbeitsunfähigkeitsdaten 2011 (2011, S. 8), in etwa der Geschlechterverteilung der gesamten Branche. Da die Mehrheit der Mitarbeiter in den Bereichen Produktion und Logistik beschäftigt ist und deren Tätigkeiten hauptsächlich aus schwerer körperlicher Arbeit bestehen, ist diese Verteilung ebenfalls erwartungsgemäß und soll bei der Ableitung der Handlungsschwerpunkte für ein erfolgreiches BGM berücksichtigt werden.

Die Altersstrukturanalyse ergab, dass die Altersgruppe 40-49 mit 623 Mitarbeitern (41,4 %) am Häufigsten vertreten ist. In den Altersgruppen 30-39 und 50-59 gibt es jeweils 345 (22,93 %) und 292 Beschäftigte (19,14 %). Von 1.505 Mitarbeitern sind folglich 83,47 % im Alter zwischen 30 und 59. Bloß ein geringer Anteil der Belegschaft ist zwischen 20-29 Jahren. Hier liegt die Anzahl der Mitarbeiter mit 12,26 % bei 187, jünger als 20 Jahre sind lediglich 32 Mitarbeiter (2,13 %). Die Altersgruppe mit Beschäftigten im Alter von 60 oder älter ist mit 26 Personen (1,7 %) nur sehr schwach vertreten. Verglichen mit den Angaben der Barmer GEK im Unternehmensreport Gesundheit für Branche Holzverarbeitende Industrie, Arbeitsunfähigkeitsdaten 2011 (2011, S. 8), liegt die Altersstruktur der Muster AG im Hinblick auf Beschäftigte im Alter zwischen 40-49 deutlich über dem Durchschnitt der bei der Barmer GEK Versicherten dieser Branche.

1.2 Analyse der gesundheitlichen Ausgangssituation

Die durchgeführte Bedarfsanalyse zur Erstellung eines BGM-Konzeptes ergab, dass der Krankenstand des Unternehmens im Bereich Produktion und Logistik deutlich höher ist, als in anderen Unternehmensbereichen. Betrachtet man den Krankenstand des Gesamtunternehmens der Jahre 2010 und 2011 fällt auf, dass dieser von 6,5 % um 0,4 % auf 6,9 % gestiegen ist. Verglichen mit dem von der Barmer GEK (2011, S. 4 f.) angegebenen Durchschnittskrankenstand von 4,0 % in der Holzverarbeitenden Industrie in 2011, liegt das Unternehmen deutlich über Diesem. Typischerweise verzeichnet der Krankenstand vor allem in den Wintermonaten ein Hoch und sinkt in den Sommermonaten leicht ab. Die Tendenz zeigt auch einen generellen Anstieg der Krankenstände in den vergangenen vier Jahren. „Die Krankenstandswerte der Branche Holzverarbeitende Industrie (2011) liegen ohne Ausnahme in allen Altersgruppen über den Vergleichswerten“ (Barmer GEK, 2011, S. 13). Allgemein typisch ist auch das Ansteigen des Krankenstandes mit zunehmendem Alter. Jüngere sind zwar häufiger krank, aber die Krankheit ist von kürzerer Dauer als bei älteren Angestellten (Barmer GEK, 2011, S. 13). Im Unternehmen Muster AG lässt dich dieser Trend gleichermaßen erkennen. Es besteht ein hoher Anteil an Langzeiterkrankungen, der tendenziell steigt. Nicht unbegründet ist daher die Sorge um die Beschäftigungsfähigkeit der Angestellten jenseits der 50. Dies betrifft hauptsächlich die Mitarbeiter der Bereiche Produktion und Logistik, da hier das Durchschnittsalter in 2011 bereits bei 45,5 und 48,4 Jahren liegt. „Darüber hinaus kann das Niveau des Krankenstandes in einem Unternehmen ein Indikator für die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein. Motivierte Mitarbeiter sind nicht nur seltener krank, sie sind auch produktiver und tragen damit verstärkt zur Erreichung der Unternehmensziele bei“ (Barmer GEK, 2011, S. 21).

Betrachtet man die Anzahl der Arbeitsunfälle im Jahr 2010, so erkennt man hier ebenfalls ein vermehrtes Aufkommen in einzelnen Monaten (März, April, September). Laut BMAS/BAuA (2012, S. 35) lag die Anzahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle der gewerblichen Berufsgenossenschaften je 1.000 Vollarbeiter im Wirtschaftszweig Verarbeitendes Gewerbe bei 32. Die Zahl der Unfälle in der Muster AG, ausgewertet anhand der 1.000 - Mann - Quote, lag im besagten Jahr hingegen bei 34 und somit leicht über dem Branchendurchschnitt. Verglichen mit den Gesamtzahlen des Arbeitsunfallgeschehens 2010 (BMAS/BAuA, 2012, S. 34) liegt die Verarbeitende Industrie ohnehin über dem Schnitt von 27,40 Arbeitsunfällen.

1.3 Bedarfsermittlung für das BGM-Konzept

Die Arbeitsplatzanalyse ergab, dass die Büroarbeitsplätze weitestgehend in Ordnung sind. In Produktion und Lager wurde zwar eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt, allerdings ist sie unvollständig. Da der Anteil psychischer Erkrankungen ansteigt, muss diese Beurteilung abgeschlossen werden.

Aufgrund sich häufender Missstände im Bereich Logistik, entscheidet sich das Unternehmen für die Einführung eines BGM-Konzeptes in diesem Bereich und setzt sich die Ursachenanalyse des Krankenstandes, die Ergänzung der Gefährdungsbeurteilung und die Analyse „psychische Belastungen/Erkrankungen“ zum Ziel. Aus dem BGM verspricht sich das Unternehmen somit einen Rückgang der Krankenstände innerhalb der nächsten 1-2 Jahre, es soll Lösungen zur Bewältigung des demographischen Wandels mit sich bringen und die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter langfristig aufrechterhalten und verbessern. Das extern beauftragte Unternehmen, welches das umfassende BGM-Konzept einführen soll, führt Gesundheitsanalysen durch und schlägt entsprechende Maßnahmen und Lösungen vor. Die Gesundheitsanalyse beinhaltet eine Analyse der Fehlzeitenstatistik, die Durchführung einer anonymen Mitarbeiterbefragung und einer Gefährdungsbeurteilung (als Ergänzung). Im Arbeitskreis Gesundheit werden die Analyseergebnisse besprochen, Maßnahmen verabschieden, durchgeführt und anschließend Effekte gemessen.

1.4 Ergebnisanalyse der Mitarbeiterbefragung und der Gefährdungsbeurteilung

An besagter Mitarbeiterbefragung, die im September 2011 stattfand, nahmen alle Mitarbeiter des Bereichs Logistik teil (N=107). Die Frage nach dem Geschlecht entfiel, da fast ausschließlich Männer in der Logistik beschäftigt sind. Der Fragebogen wurde von 81 % (N=87) ausgefüllt. Dies lässt eine große Veränderungsbereitschaft unter den Befragten vermuten. Wie bereits erwähnt, liegt der Altersdurchschnitt in der Logistik bei 48,4 Jahren. Insgesamt befinden sich 49 % (N=39) der Mitarbeiter im Alter zwischen 40 und 49. Absteigend folgen die Altersgruppen 30-39 mit 25 % (N=20), 50-59 mit 21 % (N=17), 20-29 mit 4 % (N=3) und 60 und älter mit 1 % (N=1). Niemand gab an, jünger als 20 zu sein. Ergänzend zur Altersstruktur wurden gesundheitliche Situation, Beschwerden, Zufriedenheit, Potentiale des Arbeitsplatzes/Unternehmens, Belastungen, Entscheidungsfreiheit und soziale Unterstützung erfragt. Im Folgenden soll auf genannte Punkte eingegangen werden.

Frage 1 – Gesundheitszustand:

Die Auswertung der Mittelwerte nach Alter zeigt den typischen Trend zur zunehmenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes mit steigendem Alter. Die 50-59 Jährigen bewerteten ihren Gesundheitszustand mit Ø 3,4 am Schlechtesten. Hier besteht folglich der größte Handlungsbedarf. Auch die Mitarbeiter im Alter zwischen 30-39 (Ø 2,9), 40-49 (Ø 2,7) und 60 Jahre und älter (Ø 3,0), schätzen ihre Gesundheit lediglich als „zufriedenstellend“ ein. Nur jene drei Mitarbeiter im Alter zwischen 20-29 Jahren bewerten ihre Gesundheit mit „gut“ Ø 2.

Frage 2 – Beschwerden:

Die Logistikmitarbeiter nannten Rückenschmerzen (54 %), Verspannungen/Verkrampfungen (43 %), Müdigkeit/Abgeschlagenheit (31 %), Nervosität/Unruhe (27 %) und Schlafstörungen (26 %) als häufigste Gesundheitsbeschwerden. Dicht gefolgt von Kopfschmerzen (24 %) und Reizbarkeit (22 %). Es liegt nahe, dass die aufgeführten Beschwerden im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen/Tätigkeiten stehen. Ständiges Heben und Tragen schwerer Holzmöbel unter dauerhafter Konzentration und Zeitdruck, verstärkt durch die Belastung des Wechsels von Früh- und Spätschicht, wird die Beschwerden zukünftig weiterhin verschlimmern. Betrachtet man die Daten der Barmer GEK (2011, S. 16), so liegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes in 2011 mit 26,5 % auf Platz eins der wichtigsten Krankheitsarten am Krankenstand und den Erkrankungsfällen und machen mit 19,2 % ebenso einen relativ hohen Anteil an den Arbeitsunfähigkeitsfällen aus. Vermutlich liegt der Krankenstandanstieg des Musterunternehmens der zunehmenden Verschlechterung dieser Beschwerden zugrunde.

Frage 3 – Zufriedenheit:

Der Mittelwert der Mitarbeiterzufriedenheit im Bereich Logistik liegt bei Ø 4,5. Es liegt somit eine geringe Zufriedenheit vor, deren Begründung in verschiedenen Missständen zu finden scheint.

Frage 4 – Potentiale:

Als wesentliche Verbesserungsvorschläge werden von den Mitarbeitern mehr Hygiene in den sanitären Anlagen (41 %), eine andere Arbeitsorganisation (40 %), besseres Führungsverhalten (38 %) und eine andere Arbeitsplatzgestaltung (37 %) genannt. Die ziemlich hohe Anzahl von Nennungen hinsichtlich des Führungsverhaltens (38 %) kann auf ein Problem im Zusammenhang mit den Führungskräften hinweisen und könnte eine Erklärung des Anstieges psychischer Erkrankungen sein. Die allgemeine Unzufriedenheit liegt vermutlich auch in den Wünschen nach Verbesserung der Bereiche Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitsorganisation begründet.

Frage 5 – Belastungen:

Es wurden die Top 5 der Kategorie „stark belastet“ ausgewertet. Erwartungsgemäß zählen die Beschäftigten schwere Hebearbeiten, körperlich schwere Arbeit (TOP 2), tragen, schieben und ziehen schwerer Gegenstände (TOP 4), gebückte Haltung, Bücken, beengte Platzverhältnisse und Staub-Schmutz (TOP 5) zu dieser Kategorie. Am Meisten fühlen sie sich jedoch durch kalte Zugluft belastet (TOP 1). Ebenso kritisieren sie den Wechsel zwischen Wärme und Kälte (TOP 3).

Frage 6 – Entscheidungsspielraum:

Mit einem Durchschnittswert von 2,9 bewerten die Beschäftigten ihren Entscheidungsspielraum als negativ, bzw. nur begingt vorhanden. Dieser liegt zwar relativ nah zur Grenze Ø 3,0 „positive Bewertung“, ist aber dennoch ein zusätzlicher Faktor, der zur Unzufriedenheit beiträgt.

Frage 7 - Soziale Unterstützung:

Mit Ø 3,1 gaben die Befragten an, sich von den Kollegen sozial stärker unterstützt zu fühlen als von ihren Vorgesetzten. Deren Unterstützung wurde mit Ø 2,6 als negativ bewertet. Insgesamt liegt der Mittelwert bei Ø 2,85, d.h. direkt grenzwertig zwischen negativer und positiver Beurteilung. Es besteht folglich Handlungsbedarf hinsichtlich der Unterstützung durch Kollegen und v.a. durch Vorgesetzte. Die Ergebnisse stehen in engem Zusammenhang mit der Ursache psychischer Erkrankungen sowie der negativen Bewertung des Führungsverhaltens.

Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung:

Im Logistikbereich der Muster AG wurde eine Gefährdungsanalyse durchgeführt, um die Arbeitsplätze und Tätigkeiten unter dem Gesichtspunkt des Vorhandenseins einer Gefährdung oder der Wahrscheinlichkeit des Eintritts beurteilen zu können. Diesbezüglich wurde das, von den Wissenschaftlern NOHL und THIEMECKE (1988a), entwickelte Verfahren eingesetzt, um im späteren Verlauf Erkrankungen oder Unfälle zu vermeiden bzw. deren Häufigkeit und Schwere zu reduzieren. Mithilfe des Risikomatrix-Verfahrens nach NOHL kann, anhand einer Risikokennzahl, das Kriterium einer möglichen Schadensschwere mit dem Kriterium der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefährdung verbunden werden. Schließlich kann das Risiko als „gering“, „signifikant“ oder „hoch“ eingestuft werden. Entsprechend der herausgefundenen Kennzahlen können dann Maßnahmen getroffen werden. Abbildung 1 stellt das Risikomatrix-Verfahren nach NOHL anschaulich dar.

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Details

Titel
Betriebliches Gesundheitsmanagement. Erstellung eines Interventionskonzeptes für das Unternehmen Muster AG
Hochschule
Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement GmbH
Autor
Jahr
2013
Seiten
32
Katalognummer
V317034
ISBN (eBook)
9783668169098
ISBN (Buch)
9783668169104
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
betriebliches, gesundheitsmanagement, erstellung, interventionskonzeptes, unternehmen, muster
Arbeit zitieren
Leonie Gath (Autor), 2013, Betriebliches Gesundheitsmanagement. Erstellung eines Interventionskonzeptes für das Unternehmen Muster AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317034

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