Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg)


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

52 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

I. Einleitung

II. Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg)
a. Lage und Topographie
b. Forschungsgeschichte
c. Bestattungen
d. Gräber der Stufe Jastorf
1. Keramik
2. Beigaben
e. Gräber der Stufe Seedorf
1. Keramik
2. Beigaben

III. Auswertung
a. Probleme bei der Auswertung von Brandgräberfeldern
b. Zur Belegung des Brandgräberfeldes - Horizontalstratigraphie
c. kombinationsstatistische Auswertung
d. Bestattungsritus und Sozialstruktur
1. Bestattungen der Jastorfstufe
2. Bestattungen der Ripdorfstufe
3. Bestattungen der Seedorfstufe
4. Deponierungen
5. Steinkisten ohne Befund
6. Demographie

IV. Schlusswort

V. Literatur

VI. Anhang – Karten, Pläne und Tafeln

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit behandelt das Brandgräberfeld der älteren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit von Putensen, Kreis Harburg1.

Der erste Teil der Ausführungen ist von beschreibender Natur und orientiert sich an den Publikationen des Ausgräbers und Bearbeiters Willi Wegewitz2. Dabei sollen sowohl die Lage und Forschungsgeschichte als auch die Funde und Befunde wiedergegeben werden.

Im zweiten Teil werde ich auf die von Wegewitz gemachten Befunde eingehen und diese unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten und bewerten. Dabei sollen kurz allgemeine Aspekte zur Untersuchung von Brandgräberfeldern aufgezeigt werden, die als kritische Überlegungen für die Interpretation wichtig sind. Danach wird auf die Horizontalstratigraphie, Bestattungsritus sowie Sozialstruktur eingegangen sowie eine Kombinationstabelle vorgestellt werden.

Ein großer Teil der Auswertung ist graphischer Natur und liegt in Form von Karten, Plänen und Tafeln vor.

II. Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg)

a. Lage und Topographie

Das Brandgräberfeld3 befindet sich etwa 1,2 Kilometer südöstlich der Ortschaft Putensen im Kreis Harburg. Es liegt östlich der Straße Salzhausen-Putensen-Amelinghausen4.

Es liegt im Verband mit mindestens einem weiteren Brandgräberfeld, welches sich ca. 20 Meter weiter westlich befindet.

Das Brandgräberfeld befindet sich auf einer flachen, durch Sandwehungen gebildeten Anhöhe am westlichen Prallhang einer Luheschleife; diese ist ein Teil der Grundmoränenlandschaft des Garlstorfer Höhenzuges, welcher sich im südöstlichen Gebiet des Kreises Harburg befindet und im Westen durch die Aue, im Osten durch die Luhe begrenzt wird5.

Die Landschaft zeichnet sich durch ihre besondere Fruchtbarkeit aus und besitzt eine lange Siedlungsgeschichte. Eine hohe Anzahl von Großsteingräbern, von denen in der näheren Umgebung noch zehn erhalten sind, sowie zahlreiche Hügelgräber vermitteln noch heute die Bedeutung des Raumes im ausgehenden Neolithikum und der beginnenden Bronzezeit. Für die vorrömische Eisenzeit und die römische Kaiserzeit sind durch Flurbegehungen eine Großzahl an Fundplätzen, sowohl für Siedlungsareale als auch für Gräberfelder, überliefert.6

b. Forschungsgeschichte

Im Herbst 1937 wurden bei der Anlage von Kartoffelmieten zufällig vier Schalenurnen durch den Bauer Wilhelm Köster aus Putensen geborgen. Diese Urnen gelangten dann über den Lehrer Hildebrandt in ein Museum in Lüneburg; von dort aus gelangten sie schließlich in den Besitz des Helms-Museums in Hamburg-Harburg.

Im Auftrag dieses Museums fanden 1938/39 erste Untersuchungen und Ausgrabungen unter der Leitung von Willi Wegewitz statt; 115 erfasste Gräber sind das Ergebnis dieser beiden Jahre. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die damit verbundenen Konsequenzen führten dazu, dass die Ausgrabungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden mussten.

Ab dem Jahr 1956 wurden durch Wegewitz weitere Untersuchungen vorgenommen; so wurden z.B. zwei große Schnitte angelegt (A und B). Am 02.08.1961 wurden die Grabungen abgeschlossen. Die Größe der untersuchten Fläche lässt sich mit etwa 60 x 14 Metern angeben. Als Ergebnis lagen nun 982 Brandgräber vor; davon waren etwa ein Drittel als Leichenbrandlager, die anderen als Urnenbestattungen ansprechbar. Eine Belegung dieses Gräberfeldes lässt sich vom Beginn des ersten Jhs. v. Chr. bis ins dritte Jh. n. Chr. nachweisen; das Gräberfeld wird als Brandgräberfeld vom Typ Rieste7 angesprochen. Dieses Gräberfeld wird von Wegewitz als das langobardische Brandgräberfeld von Putensen angesprochen und als solches auch publiziert. Hierbei handelt es sich um den schon erwähnten Fundplatz I; dieser soll in dieser Arbeit jedoch nur sekundär betrachtet werden.8

Gegenstand meiner Betrachtungen soll in erster Linie der Fundplatz II9 sein. Erste Hinweise auf dieses zweite Gräberfeld gaben Geländebegehungen im Frühjahr 1961. Dabei fiel besonders ein nur knapp aus dem Boden aufragender großer Stein auf; dieser führte zu der Annahme, dass es sich womöglich um die Markierung eines Grabes, evtl. um eine Grabstele handeln könnte. Bei der näheren Untersuchung wurde eine quadratische Steinlage von etwa zwei Metern Durchmesser freigelegt, unter der sich drei Leichenbrandlager befanden.

Die darauf folgende Anlegung eines ein Meter breiten und vierzig Meter langen Suchschnitts mit SW-NO – Orientierung erbrachte weitere Befunde. Die wichtigsten Befunde waren mehrere Urnengräber und Wagenspuren.

Die folgenden Ausgrabungen und Untersuchungen erfolgten in dem Zeitraum vom 03.08.1961 bis zum 28.08.1963. In den ersten beiden Jahren wurden die beiden Flächen nördlich und südlich des Suchschnitts untersucht. Im Jahr 1963 wurde dann das Areal zwischen den älteren Grabhügeln 1-3 untersucht, in welchem weitere Bestattungen ausgegraben werden konnten. Im Bereich von Grabhügel 3 waren im Jahre 1940 einige Urnen durch Laien geborgen worden. Dieser Grabhügel war durch Sandabgrabungen zu dieser Zeit allerdings schon partiell zerstört gewesen.

Ende August 1963 wurden die Grabungen am Fundplatz II abgeschlossen; wahrscheinlich sind allerdings nicht alle Bestattungen dieses Gräberfeldes ergraben. Als Ergebnis lassen sich 742 Gräber ansprechen; sie werden als Gräber vom Typ Rieste und Darzau klassifiziert. Leiter der Ausgrabungen vor Ort war Friedrich Karl Mahlstedt; die Gesamtleitung lag wiederum in den Händen von Willi Wegewitz.10

Während der Ausgrabungen im Bereich des Fundplatzes II wurden im Jahre 1963 durch eine Einwohnerin von Putensen zwei weitere Urnen gemeldet. Diese stammten von einem etwa 250Meter weiter südöstlich gelegenem Areal in der benachbarten Feldmark Wetzen und wurden durch den Landwirt Heino Dierßen entdeckt. Dieser fand die Urnen beim Abgraben von Sand an der Abbruchkante seiner Wiese am Luhetal und stellte diese beiseite; er unterließ es aber, seinen Fund ordnungsgemäß zu melden. Bei der Besichtigung der Fundstelle durch die Grabungsmannschaft einige Zeit später fanden diese nur noch einige Scherben und Leichenbrandreste; die Urnen waren nicht mehr vorhanden. Da diese Stelle an der Luhe jedoch bei Anglern sehr beliebt war ist davon auszugehen, dass diese Urnen entwendet wurden. Die Nachgrabungen im Zeitraum vom 29.08.1963 bis zum 15.11.1965 ergaben ein Gräberfeld vom Typ Darzau mit 73 nachgewiesenen Bestattungen (Fundplatz III). Dieses war wohl nur wenige Jahrzehnte belegt und datiert in die Mitte des ersten Jhs. v. Chr..11

Für den Bereich der Fundplätze II und III muss allerdings angenommen werden, dass größere Bereiche der Gräberfelder heute nicht mehr vorhanden sind. So wurde etwa um 1840 bei der Anlage von Rieselwiesen ein etwa 40-50 Meter breiter und ein Meter tiefer Streifen am Luheufer abgetragen. Ferner wurde der Lauf der Luhe reguliert und ein Stauwehr eingebaut. Zur Uferstabilisierung wurde insbesondere im Bereich des Fundplatzes II Sand abgetragen und verlagert. Diese Kanten sind im Grabungsplan klar zu erkennen. Durch diese Bodeneingriffe sind eine unbekannte Anzahl Gräber zerstört worden. Ebenso kam und kommt es, wie bereits erwähnt, immer wieder zu Sandentnahmen durch Landwirte und für weitere Zwecke. Des Weiteren wurden immer wieder Steine aus den Gräberfeldern, z.B. für den Straßenbau, entnommen.12

c. Bestattungen

Im Bereich des Fundplatzes II lassen sich insgesamt 742 Bestattungen fassen. Einige Bereich sind gestört; hierbei sind besonders die großen Störungen im nördlichen und östlichen Teil zu nennen, welche augenscheinlich aus der Sandgewinnung resultieren.

Im östlichen Bereich der Grabung befindet sich ein etwa 14,5 Meter langer Mauerrest aus verschieden großen Findlingen, der wahrscheinlich das Gräberfeld nach Osten begrenzte. Im Bereich der Mauer finden sich bis zu 1,2 Meter dicke Sandaufwehungen, die in diesem Bereich wohl auch zum Schutz der Gräber beigetragen haben.

Eine regelmäßig fortschreitende Belegung mit N-S – Ausrichtung ist nicht zu erkennen; vielmehr ist eine Belegung in Gruppen anzunehmen. Der Zweck dieser Gruppierungen könnte eine Belegung in Familien- oder Sippenverbänden anzeigen.

Es lassen sich 38 Steinkreise rekonstruieren13 ; ihre ursprüngliche Zahl wird jedoch größer gewesen sein. Die Steinkreise sind oftmals gestört; der Grund liegt wohl in der Entnahme von oberflächlich erkennbaren Steinen für sekundäre Verwendungen wie z.B. Straßenbau. Dieses Phänomen lässt sich oft beobachten. Die noch vorhandenen und rekonstruierbaren Steinkreise weisen Durchmesser von einem bis zu über drei Meter auf und besitzen eine Umrandung aus größeren Blöcken. Als größter und wohl auch ältester Steinkreis wird Befund 195 angesprochen. Dieser hat einen Durchmesser von 5,30 Metern und enthielt eine Urne, welche neben Leichenbrand auch noch eine Rollenkopfnadel und Bruchstücke von zwei geknickten Spiralohrringen enthielt und wohl in die Anfänge der Jastorfstufe14 zu datieren ist. Mehrere Steinkreise sind durch Pflasterungen miteinander verbunden, sie lassen auf Beziehungen der Steinkreise und ihrer Bestattungen untereinander schließen. Ferner kommen unregelmäßige Pflasterungen ohne Befunde vor. Aussagen zu den Pflasterungen sollten aber aufgrund der oft nicht genau zu differenzierenden Ausmaße der Störungen mit Vorsicht gemacht werden.

Über die gesamte Ausgrabungsfläche verteilt finden sich Urnen, in der Regel ein- bis dreigliedrige Gefäße, oder Leichenbrandlager mit Decksteinen. Diese verteilen sich entweder gruppiert oder in Reihe stehend. Die verwendeten Steine haben ein Gewicht von bis zu 75 Kilogramm und sind geologisch in den feinkörnigen Sanden der unmittelbaren Umgebung nicht vorhanden; sie müssen also von weiter entfernten Stellen herangeschafft worden sein.

Des Weiteren finden sich zwölf Steinkisten ohne Befund; hierbei könnte es sich nach Wegewitz um Steinkisten mit ehemals unverbrannten Kinderbestattungen gehandelt haben. Ferner könnte es sich auch um Scheinbestattungen oder einen Hinweis auf „kultische“ Bestattungen handeln, wobei letztere durch dass Fehlen von Material wohl auszuschließen sind.

Bei Grabkennzeichnungen mit Grabstelen oder einzelnen oder mehreren Steinen sind die Urnen aufgrund des Gewichtes in aller Regel zerscherbt.

Bei der kombinierten Betrachtung von Material und Grabungsplan fällt auf, dass es einen Bruch in der Chronologie des Inventars gibt.15 So lassen sich die Bestattungen den drei Gruppen Jastorf (256 Bestattungen), Ripdorf (sechs Bestattungen) und Seedorf (480 Bestattungen) zuweisen. Ist die Belegung im nördlichen Teil des Gräberfeldes noch relativ homogen (233 Jastorf- und 243 Seedorfbestattungen)16, so überwiegen im südlichen Teil jene der späteren Seedorfstufe (238 Bestattungen, dazu 23 Bestattungen der Jastorfstufe).17 18

d. Gräber der Stufe Jastorf

1. Keramik

Für die Verteilung der Keramik der Gräber der Stufe Jastorf ergibt sich folgendes Bild:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es handelt sich um handgefertigte Haushaltstonware. Diese ist unregelmäßig geformt und mäßig hart gebrannt. In vielen Fällen lassen sich Spuren von Gebrauch feststellen, so dass davon auszugehen ist, dass diese Gefäße nur sekundär für die Bestattungen benutzt wurden. Von einer primären Verwendung im Haushalt, als Vorratsgefäße bzw. als Koch- und Essgeschirr, ist auszugehen. Verzierungen kommen selten vor, dann jedoch als Kammstrich.

Das größte Gefäß erreicht eine Höhe von 39cm19 ; kleinere Gefäße sind in etwa 19cm hoch. Als möglicher Grund kann eine Auswahl der Größe nach der Menge des Leichenbrandes vermutet werden; dieser würde eine Herausdifferenzierung von Kinderbestattungen möglich erscheinen lassen.

Die Untergliederung der Keramik nach formenkundlichen Gesichtspunkten ist aufgrund der hohen Variationsbreite der Gefäße nicht sinnvoll; die Gefäße sind jedoch in ihrer Grundform ein- bis dreigliedrig. Insgesamt sind nur 83 Deckschalen vorhanden. Wegewitz geht von der Annahme aus, dass einige Deckschalen aus Holz gewesen sein können. Diese wären dann über die Jahre vergangen. Die vorhandenen Deckelschalen schließen in der Regel die mit ihnen verwendeten Urnengefäße gut ab.

Die Beigefäße besitzen eine Höhe von etwa fünf bis neun cm und befanden sich bis auf eine Ausnahme auf dem Leichenbrand. Hier ist zu vermuten, dass diese Gefäße im Totenkult eine Rolle gespielt haben könnten und für Trankbeigaben genutzt wurden.20

2. Beigaben

Bei Betrachtung der Beigaben fällt als erstes die geringe Anzahl auf21. Dies könnte unterschiedliche Ursachen haben. Zum einen könnten Beigaben vor der Kremierung entfernt worden sein, um diese dann weiter in Verwendung zu halten. Andererseits ist anzunehmen, dass beim Auflesen des Leichenbrandes kleinere Metallwaren wie z.B. Fibeln oder Ohrringe einfach übersehen wurden. Beigaben aus Eisen könnten außerdem vergangen sein.

In den Gräbern der Jastorf-Stufe finden sich vor allem Gürtelbeschläge, Ohrringe und Nadeln.

2.1. Gürtelhaken

Es liegen insgesamt elf Gürtelhaken vor. Diese lassen sich in zehn Zungengürtelhacken und einem dreieckigen Nietgürtelhaken unterteilen22. Alle Gürtelhaken sind aus Eisen und in unterschiedlichen Stadien der Korrosion erhalten. Bei den Gürtelhaken ist eine tendenzielle Entwicklung hin zu breiteren und größeren Formen zu beobachten; typologisch verläuft die Entwicklungsabfolge von den älteren Zungengürtelhaken bin zu dem jüngeren Nietgürtelhaken. Die Zungengürtelhaken sind zwischen 3,7 und 6,1 cm lang; der Nietgürtelhaken besitzt eine Länge von 10,3 cm und eine Breite von 4 cm, wobei die Niete aus Bronze besteht.23

2.2. Ohrringe

Es kommen insgesamt zwei Grundtypen vor: geknickte Spiralohrringe und Segelohrringe. Alle Ohrringe bestehen aus Bronze. Die Spiralohrringe sind typologisch älter und sind typisch für die frühe Jastorfstufe a. Es liegen zwei Befunde mit Spiralohrringen vor; in beiden Fällen sind diese nur in Bruchstücken erhalten. Ferner liegen fünfzehn Befunde mit Segelohrringen vor. Diese sind aus dünnem Bronzeblech segelartig getrieben und treten meistens in mehreren Stücken gruppiert auf. Vermutlich wurden an jedem Ohr vier Exemplare geborgen; so sind auch aus zwei Grabbefunden jeweils acht Exemplare erhalten. An der Nadel waren in der Regel Perlen aufgezogen; diese sind jedoch nur in sechs Befunden erhalten. Fehlende Perlen sind vermutlich bei der Kremation geschmolzen, da diese aus Glas waren und es sich vermutlich um keltische Importe handelte. Die unversehrten Perlen sind dunkelblau. Segelohrringe lassen sich den Jastorf-Stufen a und b zuordnen.24

2.3 Nadeln aus Metall

Insgesamt sind 42 Nadeln aus Metall vorhanden25, die sich wie folgt unterteilen lassen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die neun geraden Nadeln lassen sich folgt unterteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die siebzehn gekröpften Nadeln lassen sich wie folgt unterteilen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

e. Gräber der Stufe Seedorf

1. Keramik

Für die Keramik der Gräber der Seedorf-Stufe ergibt sich folgende Verteilung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es handelt sich dabei wiederum um Haushaltstonware mit Gebrauchsspuren, besonders an den Standflächen. Bei der Keramik kann von Massenware ausgegangen werden. Es finden sich keine identischen Gefäße. Die Trichterurnen sind mit ein- oder zweizeiligen Winkelbändern, bestehend aus groben und feinen Mustern, verziert. Bei einigen Zierbändern scheinen vermutlich Hilfsmittel wie Rollrädchen und kammartige Instrumente zum Einsatz gekommen zu sein. In einigen Fällen kommen auch freihändige Kreisverziehrungen und Punktaugen, welche durch Zirkeleinsatz entstanden sind, vor. Die Trichterurnen teilen sich in zwei Gruppen auf. Es kommen sowohl solche mit zylindrischem als auch konischem Hals vor.

Die weitmündigen Töpfe haben ihren Ursprung in älteren Formen und sind alle unverziert. Die engmündigen Töpfe unterteilen sich in zwei Dreiknubbentöpfe, zwei engmündige Typen ohne Knubben und ein Zweihenkeltopf.

Die Formen und Verzierungen der Trichterurnen stimmen mit denen der Trichterurnen aus dem Gräberfeld Putensen I überein; so dass anzunehmen ist, dass die Keramik aus denselben Töpfereien stammt.

[...]


1 In den Feldmarken Putensen und Wetzen (Kreis Harburg) befinden sich drei untersuchte Brandgräberfelder. Dazu zählen ein langobardisches Brandgräberfeld (Fundplatz I), ein Brandgräberfeld der älteren und jüngeren vorrömischen Kaiserzeit (Fundplatz II) und das Brandgräberfeld der jüngeren vorrömischen Kaiserzeit von Wetzen (Fundplatz III). Das hier betrachtete Brandgräberfeld ist der Fundplatz II. Die Lage der Gräberfelder zueinander ergibt sich aus dem Anhang, Plan Ia.

2 In erster Linie ist die Publikation zum Fundplatz II entscheidend: Wegewitz, W., Der Urnenfriedhof der älteren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit von Putensen, Kreis Harburg. Die Urnenfriedhöfe in Niedersachen 11 (Hildesheim 1973). Darüber hinaus liegen die Publikationen zu den Fundplätzen I und III vor: Wegewitz, W., Das langobardische Brandgräberfeld von Putensen, Kreis Harburg. Die Urnenfriedhöfe in Niedersachsen 10 (Hildesheim 1972). Wegewitz, W., Der Urnenfriedhof von Wetzen, Kreis Harburg, und andere Funde aus dem 1. Jahrhundert v. Chr. im Gebiet der Niederelbe.). Die Urnenfriedhöfe in Niedersachsen 9 (Hildesheim 1970).

3 Wegewitz 1973, 1f.

4 Karte II, III, V.

5 Karte IV.

6 Karte VI.

7 Brandgräberfelder im Bereich der Niederelbe lassen den nicht unumstrittenen Schluss zu, dass geschlechter-spezifische Gräberfelder angelegt wurden. Dies wird insbesondere mit der Einförmigkeit der Beigaben begründet. So werden Gräberfelder als Typ Rieste bezeichnet, wenn sie Waffen enthalten; Gräberfelder des Typus Darzau enthalten somit weibliche Trachtbestandteile in den Bestattungen. Diese Einteilung ist jedoch in ihrer Allgemeingültigkeit durch neuere Untersuchungen widerlegt worden. Siehe dazu Eger, Ch., Langabarden – III. Archäologisches. RGA 18 (Göttingen 2001), 71f.

8 Wegewitz 1972, 30-52.

9 Plan Ia.

10 Wegewitz 1973, 4-29.

11 Wegewitz 1970), 9-24.

12 Die Eingriffe in den Verlauf der Luhe und deren Regulierung durch ein Stauwehr sowie die Anlage von Rieselwiesen sind Faktoren, die zur partiellen Zerstörung dieses Bodendenkmals führten. Dazu ist insbesondere auch noch auf die Entnahme von Sand hinzuweisen. Das dies ein durchaus akutes Problem ist, wird durch das Entwenden der Urnen in der Gemarkung Wetzen deutlich! Diese Probleme werden von Wegewitz in seinen Publikationen immer wieder erwähnt (Urnenfriedhof Putensen, 22, 94. Urnenfriedhof Wetzen, 9f.).

13 Plan Ib.

14 Schwantes, G., Die ältesten Friedhöfe bei Uelzen und Lüneburg. Die Urnenfriedhöfe in Niedersachsen 1,2 (Hannover 1911), 5. Hier versucht Schwantes darzulegen, dass die Mächtigkeit der Steinpackungen von der Stufe Jastorf a nach Jastorf c hin abnimmt und in der Stufe Rippdorf kaum bis überhaupt nicht mehr vorkommt; diese Interpretation ist diskutiert und wohl nicht mehr haltbar. Vergl. dazu Krüger, H., Die Jastorfkultur in den Kreisen Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Uelzen und Soltau. Göttinger Schriften zur Vor- und Frühgeschichte 1 (Neumünster 1961), 15f. Sowie: Hingst, H., Die vorrömische Eisenzeit Westholsteins. Offa – Bücher 49, Urnenfriedhöfe Schleswig-Holsteins 8 (Neumünster 1983), 32 f.

15 Als Materialvergleichsgrundlage wurde verwendet: Porath, A., Göttinger Typentafeln zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas. Vorrömische Eisenzeit in Norddeutschland (Göttingen 1983).

16 Plan VI.

17 Wegewitz 1973, 94-107.

18 Plan VII.

19 Urne 78 – Wegewitz 1973, 109.

20 Wegewitz 1973, 108-117.

21 Verteilung: Plan II.

22 Verteilung: Plan VIII.

23 Tafel I, a-k.

24 Tafel II, a-g.

25 Tafel III, a-g; Tafel IV, a-i.

Ende der Leseprobe aus 52 Seiten

Details

Titel
Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg)
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Prähistorische Archäologie)
Veranstaltung
Analyse vorgeschichtlicher Nekropolen
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
52
Katalognummer
V317177
ISBN (eBook)
9783668170551
ISBN (Buch)
9783668170568
Dateigröße
4357 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
brandgräberfeld, putensen, kreis, harburg
Arbeit zitieren
Marco Chiriaco (Autor:in), 2007, Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317177

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