Die vorliegende Arbeit behandelt das Brandgräberfeld der älteren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit von Putensen, Kreis Harburg.
Der erste Teil der Ausführungen ist von beschreibender Natur und orientiert sich an den Publikationen des Ausgräbers und Bearbeiters Willi Wegewitz. Dabei sollen sowohl die Lage und Forschungsgeschichte als auch die Funde und Befunde wiedergegeben werden.
Im zweiten Teil werde ich auf die von Wegewitz gemachten Befunde eingehen und diese unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten und bewerten. Dabei sollen kurz allgemeine Aspekte zur Untersuchung von Brandgräberfeldern aufgezeigt werden, die als kritische Überlegungen für die Interpretation wichtig sind. Danach wird auf die Horizontalstratigraphie, Bestattungsritus sowie Sozialstruktur eingegangen sowie eine Kombinationstabelle vorgestellt werden.
Ein großer Teil der Auswertung ist graphischer Natur und liegt in Form von Karten, Plänen und Tafeln vor.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg)
a. Lage und Topographie
b. Forschungsgeschichte
c. Bestattungen
d. Gräber der Stufe Jastorf
1. Keramik
2. Beigaben
e. Gräber der Stufe Seedorf
1. Keramik
2. Beigaben
III. Auswertung
a. Probleme bei der Auswertung von Brandgräberfeldern
b. Zur Belegung des Brandgräberfeldes - Horizontalstratigraphie
c. kombinationsstatistische Auswertung
d. Bestattungsritus und Sozialstruktur
1. Bestattungen der Jastorfstufe
2. Bestattungen der Ripdorfstufe
3. Bestattungen der Seedorfstufe
4. Deponierungen
5. Steinkisten ohne Befund
6. Demographie
IV. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die archäologischen Befunde des Brandgräberfeldes von Putensen (Fundplatz II) detailliert zu beschreiben, wissenschaftlich zu bewerten und in den Kontext der älteren und jüngeren vorrömischen Eisenzeit einzuordnen, wobei insbesondere Fragen zum Belegungsablauf, dem Bestattungsritus und der sozialen Struktur im Fokus stehen.
- Archäologische Bestandsaufnahme des Fundplatzes II in Putensen
- Analyse der Keramiktypen und metallenen Beigaben
- Untersuchung der horizontalstratigraphischen Belegungsmuster
- Rekonstruktion des Bestattungsritus und sozialer Strukturen
- Kritische Auseinandersetzung mit der Auswertbarkeit gestörter Brandgräberfelder
Auszug aus dem Buch
b. Zur Belegung des Brandgräberfeldes - Horizontalstratigraphie
Als erstes sollen die Gräber der Jastorfstufe betrachtet werden. Einige Bereiche des Brandgräberfeldes lassen sich aufgrund der topographischen Besonderheiten des Geländes abgrenzen. So liegen zwei Kernnekropolen im Nordwesten und Südosten vor, die durch eine fundleere Zone zwischen den Hügelgräbern 1 und 2 getrennt werden.
Nach Wegewitz verteilen sich 256 Bestattungen ungleichmäßig auf den Nord- und Südteil, wobei sich im nördlichen Teil 233, im südlichen Teil hingegen nur 23 Gräber befinden. Die Zahl der Beigaben führenden Gräber reduziert sich auf 30; somit kann von einer relativen Beigabenarmut ausgegangen werden. Überlegungen zur horizontalen Stratigraphie können sich somit kaum auf die Beigaben stützen; sie sind von der Auswertung der Keramik abhängig. Diese wird in das Schema der ein-, zwei- und dreigliedrigen Gefäße aufgeteilt. Die vollständige zeichnerische Vorlage der Keramik steht noch aus, so dass eine feinere Unterteilung aufgrund des Materials nicht möglich ist.
Es ist nicht möglich, einen genauen Belegungsablauf zu bestimmen. Ein-, zwei- und dreigliedrige Gefäße verteilen sich insbesondere in der nördlichen Nekropole locker über das gesamte Gelände; in der südlichen Nekropole kommen diese Formen nur im nördlichen Abschnitt vor; es dominieren zwei- und dreigliedrige Formen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, definiert das Untersuchungsobjekt (Fundplatz II in Putensen) und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
II. Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg): Hier werden die Lage, die Forschungsgeschichte und die grundlegenden Befunde der verschiedenen Belegungsstufen (Jastorf und Seedorf) sowie deren Keramik und Beigaben detailliert beschrieben.
III. Auswertung: Dieses Kapitel behandelt die methodischen Probleme bei der Auswertung von Brandgräberfeldern und analysiert das Gräberfeld hinsichtlich Horizontalstratigraphie, Bestattungsritus, Sozialstruktur und Demographie.
IV. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Bedeutung des Fundplatzes im regionalen Ensemble und weist auf den Bedarf an weiterführenden Analysen hin.
Schlüsselwörter
Brandgräberfeld, Putensen, vorrömische Eisenzeit, Jastorfstufe, Seedorfstufe, Bestattungsritus, Horizontalstratigraphie, Keramik, Beigaben, Sozialstruktur, Archäologie, Urnengräber, Steinkreise, Niederelbe, Grabbau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg) und dessen archäologische Befunde aus der vorrömischen Eisenzeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Mittelpunkt stehen die materielle Auswertung (Keramik und Beigaben), die chronologische Einordnung der Bestattungen sowie die Interpretation von Bestattungsriten und Sozialstrukturen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Ausgrabungsergebnisse von Willi Wegewitz neu zu bewerten und durch Analysen der Horizontalstratigraphie und Fundkombinationen Erkenntnisse zur Belegungsdauer und Grabkultur zu gewinnen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Neben der deskriptiven Auswertung der Ausgrabungsberichte kommen typologische Vergleiche der Keramik und metallener Beigaben sowie eine räumliche Analyse der Gräberverteilung zum Einsatz.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Bestandsaufnahme der Funde je Epoche (Jastorf- und Seedorfstufe) sowie eine anschließende Auswertung dieser Daten hinsichtlich stratigraphischer und sozialer Aspekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Brandgräberfeld, Putensen, Jastorf- und Seedorfkultur, Bestattungsritus sowie archäologische Horizontalstratigraphie.
Warum wird eine Kombinationstabelle im Text als kritisch angesehen?
Aufgrund der extremen Beigabenarmut der untersuchten Gräber ist die statistische Aussagekraft einer solchen Tabelle gering, weshalb sie nur zur Veranschaulichung der Leitformen dient.
Welche Rolle spielt die Lage der Gräber für die Interpretation der Sozialstruktur?
Die Anordnung der Gräber in Clustern oder Steinkreisen lässt für die Jastorfstufe auf familiäre oder sippengebundene Bestattungsareale schließen, während soziale Hierarchien aufgrund der spärlichen Beigaben kaum direkt ablesbar sind.
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- Marco Chiriaco (Author), 2007, Das Brandgräberfeld von Putensen (Kreis Harburg), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317177