Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz


Studienarbeit, 2004
59 Seiten, Note: gut

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Begriffsklärungen
2.1 Symptome der dementiellen Erkrankung
2.2 Definition Aggression
2.3 Definition Gewalt und Gewaltformen
2.3.1 Strukturelle Gewalt
2.3.2 Personale Gewalt
2.4 Zusammenfassung

3 Aggression und Gewalt in der stationären Pflege
3.1 Alltägliche Formen von Aggression und Gewalt
3.2 Ursachen für das Auftreten von Aggression und Gewalt
3.3 Zusammenfassung

4 Einblicke in unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen im Umgang mit Demenzkranken
4.1 Eigene Erfahrungen
4.2 Interviews mit Pflegekräften
4.3 Zusammenfassung

5 Diskussion
5.1 Rollenzuschreibungen und Rollenerwartungen
5.1.1 Die Rolle des Heimbewohners
5.1.2 Die Rolle der Pflegekraft
5.2 Strukturelle Einflussfaktoren
5.3 Zusammenfassung

6 Schlussfolgerungen und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Interviewleitfaden

Interview PK 1

Interview PK 2

Eidesstattliche Erklärung

1 Einleitung

Pflegeeinrichtungen haben eine, dem allgemein anerkannten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse, entsprechende Qualität des Wohnens, der Pflege und der Betreuung zu sichern. Ebenso haben sie die Aufgabe, Interessen und Bedürfnisse der Bewohner1 vor Beeinträchtigung zu schützen und Selbstständigkeit, Selbstbestimmung und die Selbstverantwortung zu wahren bzw. zu fördern (§ 2 Abs. 1 Heimgesetz, vgl. Klie/Stascheit 2003).

Eine wichtige Voraussetzung zur Erfüllung derartiger Forderungen, stellt das Vorhandensein einer ausreichenden personellen Ausstattung dar. Die derzeitige Situation zeigt jedoch, dass oft nicht einmal der vom Gesetz geforderte Rahmen (§ 5 Heimpersonalverordnung) eingehalten wird bzw. eingehalten werden kann, gerade im Hinblick auf die Verteilung von Fach- und Hilfskräften. Die angestrebte Fachkraftquote von 50 % erreichen, nach Untersuchungen zufolge, wenige Einrichtungen: „Nur 62 % der Einrichtungen erreichen die Quote, 11 % der Einrichtungen beschäftigen weniger als 40 % Fachkräfte“ (Schneekloth/Müller 2000, zit. n. BMFSFJ 2002). Hinzu kommt, dass – vor allen im großstädtischen Raum – ein Personalmangel in den Altenpflegeheimen zu verzeichnen ist, der in der Praxis zu einer steigenden Arbeitsbelastung führt, da das Personal2 einem ständigen Zeitdruck ausgesetzt ist und infolgedessen es zu ausgeprägten körperlichen und psychischen Belastungen kommen kann (BMFSFJ 2002). Da die Belastung als Widerspruch zur eigenen Berufsauffassung von den Pflegekräften erlebt wird, sinkt natürlich auch die Motivation. Kolleginnen und Kollegen der Altenpflege äußern immer wieder, dass „unsere Arbeit sehr viel schwerer geworden ist, als dies früher der Fall war, und die Belastungen nehmen noch weiter zu“. Zum einen wird damit die Reduzierung des Pflegepersonals oder der aus der Pflegeversicherung resultierende Aufwand für Dokumentation und verschiedener Abstimmungsprozesse, der in den letzten Jahren zugenommen hat, angesprochen. Mehr aber noch gilt die Klage „der zunehmenden Anzahl von schwierigen Dementen“ in den Einrichtungen.

Die zunehmende Anzahl gerontopsychiatrisch erkrankter Heimbewohner3 stellt für die Zukunft eine besondere Herausforderung dar. Nicht nur auf gesellschaftspolitischer Ebene ist hier ein Umdenken anzustreben und weiter zu verfolgen, auch in den Einrichtungen muss vermehrt auf den gegenwärtigen Bedarf reagiert werden, um sich auf die zukünftige Entwicklung entsprechend vorbereiten zu können. Neben der ausreichenden Anzahl der Mitarbeiter spielt daher auch deren Qualifikation und der bedarfsgerechte Einsatz zunehmend eine entscheidende Rolle. Gerade im Umgang mit Demenzkranken sind psychosoziale Fähig- und Fertigkeiten von großer Bedeutung, was letztlich in der Beziehung zwischen Pflegekraft und Bewohner zum Ausdruck kommt. An dieser Stelle muss die Pflege, ausgehend von ihrem Sinnverständnis, wieder an ihrem Ursprung ansetzen: dem Aufbau, Gestalten und Beenden von Beziehungen.

Gerade wenn es um den Beziehungsfaktor in der Pflege geht, ist vermehrt in den letzten Jahren festzustellen, dass z. B. Themen wie Gewalt und Aggression nicht nur in den Medien, sondern auch zunehmend in der wissenschaftlichen Auseinandersetzung ihre Aufmerksamkeit finden. Diese Tatsache lässt sich auch mit eigenen Erfahrungen vereinbaren, wo oft von Gewaltsituationen, Grenzsituationen, Konfliktsituationen oder etwas allgemeiner ausgedrückt, von Problemen in der Pflege, die sich in hohem Maße belastend auf das Personal auswirken, gesprochen wird. Die Auseinandersetzung mit diesen belastenden Situationen, vor allen Dingen auch im Dementenbereich, war und ist in erster Linie emotional geprägt, d. h. hier sind Affekte und Affekthandlungen, sowohl von seiten des Personals als auch von seiten der Bewohner, an der Tagessordnung.

In diesem Zusammenhang stellte sich während meiner Tätigkeit als Altenpflegerin oft die Frage, auf welche Faktoren oder Gründe ein unwürdiger bzw. ethisch und moralisch nicht vertretbarer Umgang in Pflegebeziehungen zurückzuführen ist. Um über diese Thematik mehr zu erfahren, beschloss ich, mich intensiver im Rahmen einer Hausarbeit mit dieser Problematik, ausgehend von der Sichtweise des Pflegepersonals, auseinander zusetzen und dies gerade auch im Hinblick auf den (schwierigen) Umgang mit Demenzkranken zu reflektieren. Ein weiterer Grund bestand darin, dass aufgrund eigener Erfahrungen, ein großer Handlungsbedarf in der Praxis besteht, um derartigen Situationen offener und professioneller zu begegnen, da diese oftmals als Tabu behandelt werden.

Die Erstellung dieser Hausarbeit erfolgte im Rahmen der Weiterbildung für den Fachkursus „Gerontopsychiatrie“ an der Sächsischen Verwaltung- und Wirtschaftsakademie in Dresden. Das Thema der Arbeit setzt sich im allgemeinen mit der Betrachtung von Gewalt und Aggression und den daraus entstehenden Konfliktsituationen im stationären Altenpflegebereich auseinander. Im besonderen bezieht sich die Fragestellung auf die Ursachen von Aggression und Gewalt von Pflegenden in stationären Einrichtungen unter besonderer Berücksichtigung der Demenzproblematik.

Ziel war es demnach, pflegerische Beziehungen im Altenheim dahingehend zu beschreiben, welche Umstände Aggression und Gewalt im Umgang miteinander hervorrufen bzw. welche (Belastungs-) Faktoren bei der Entstehung seitens des Pflegepersonals förderlich sind. In diesem Zusammenhang wurde im Abschnitt 3 eine Literaturanalyse durchgeführt, mit dem Anliegen, die Probleme im stationären Altenpflegebereich aus pflegerischer Sicht herauszustellen. Weiterhin sollen in diesem Zusammenhang Auswirkungen auf den Umgang mit Demenzkranken identifiziert werden, die gerade aufgrund des Auftretens bestimmter Verhaltensweisen zu einer hohen psychischen Belastung im Erleben des Pflegepersonals beitragen. Zur praktischen Veranschaulichung dieser Problematik, wurde in diesem Sinne versucht, einen Einblick in verschiedene Beziehungsebenen zu bekommen. Hierfür werden zum einen Erfahrungen, die auf meine praktische Tätigkeit als Altenpflegerin aufbauen, dargestellt. Um den Gehalt meiner Erfahrungen, gerade auch im Hinblick auf den Umgang mit Demenzkranken, zu erweitern, wurden zum anderen halbstrukturierte Interviews mit zwei Pflegekräften durchgeführt, deren Ergebnisse im Abschnitt 4 vorgestellt werden. Anschließend an Abschnitt 4, erfolgt im Abschnitt 5 eine Diskussion des gewählten Themas unter besonderer Berücksichtigung des Auftretens von Aggression und Gewalt gegenüber Menschen mit Demenz. Im letzten Kapitel (Abschnitt 6) werden Schlussfolgerungen und Ausblicke für die Praxis gezogen.

Im folgenden Abschnitt werden zum besseren Verständnis grundlegende Begriffe erklärt, die sich zum einen auf eine nähere Erläuterung, der aufgrund der Symptomatik gezeigten Verhaltensweisen Demenzkranker beziehen, da diese von den Pflegenden als ein, zum Teil jedoch schwer handelbarer, Belastungsfaktor angesehen werden. Zum anderen werden an dieser Stelle die Begriffe Aggression und Gewalt, die für diese Arbeit allgemein als thematische Grundlage dienen sollen, genauer definiert.

2 Grundlegende Begriffsklärungen

Zum besseren Verständnis werden im folgenden, die für diese Arbeit relevanten Begrifflichkeiten definiert. Ausgehend von der Darstellung hinsichtlich der Symtomatologie von dementiellen Erkrankungen folgt im Anschluss eine Erläuterung der Begriffe „Aggression“ und „Gewalt“ und deren Ursachen für das jeweilige Auftreten.

2.1 Symptome der dementiellen Erkrankung

Charakteristische Symptome der Demenz sind gekennzeichnet durch Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, der Wahrnehmung, intellektueller Funktionen, der Urteilsfähigkeit und Entscheidungsfähigkeit, durch affektive Störungen hervorgerufene Verhaltensänderungen, defekte Impulskontrolle oder Persönlichkeitsveränderungen. Mögliche Störungen hiefür sind (vgl. Möller/Laux/Deister 1996, Dressel 2000):

- Aphasie (Störung der Sprache, Wortfindungsstörungen),
- Apraxie (beeinträchtigte Fähigkeit, motorische Aktivitäten auszuführen, trotz intakter Motorik),
- Agnosie (Unfähigkeit, Gegenstände wiederzuerkennen oder zu identifizieren, trotz intakter sensorischer Funktionen),
- Störungen der Exekutivfunktionen (d. h. Planen, Organisieren, Einhalten einer Reihenfolge, Abstrahieren etc.),
- Alexie (Schreibstörung),
- Agraphie (Lesestörungen),
- Akalkulie (Rechenstörung).

„Jede Demenzerkrankung beeinträchtigt nicht nur die kognitiven Funktionen der Betroffenen, sondern führt auch zu multiplen Störungen der Wahrnehmung, des Affektes, des Antriebes und der Persönlichkeit. Die heterogene Mischung aus psychischen Reaktionen, psychiatrischen Symptomen und Verhaltensauffälligkeiten der Menschen mit Demenz wird als sekundäre Demenzsyndrome oder Verhaltensstörungen bei Demenz bezeichnet“ (BMFSFJ 2002, zit. n. Finkel/Burns 2000). Diese verschiedenen Verhaltensweisen können je nach Ausprägung des Krankheitsbildes (verschiedene Stadien der Demenz) unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufige genannte Merkmale der Demenz, die sich erschwert auf den pflegerischen Umgang mit den Betroffenen auswirken und damit zu einer Überforderung der Betreuungsmöglichkeiten im Heim führen können (vgl. Helmchen/Kanowski 2001) sind wahnhaftes Verhalten, Halluzinationen, psychomotorische Unruhe und Umtriebigkeit (Weglautendez) bei gleichzeitig bestehender Verwirrtheit, Schlafstörungen (Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus), aggressives Verhalten und Selbstgefährdung, Störung der emotionalen Kontrolle und des Sozialverhaltens.

Zur Veranschaulichung der Schwere der Symptomatik der Demenz sind in der folgenden Übersicht (Abb. 1) die genannten Störungen nochmals zusammengefasst dargestellt. Erkennbar ist, dass der Anteil affektiver Störungen, apathisches Verhalten, der Selbständigkeitsverlust und gestörte zwischenmenschliche Beziehungen als Symptome überwiegen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Hauptsymptome bei Hirnleistungsstörungen und Demenz

(nach Möller/Laux/Deister 1996, 174)

Im folgenden Abschnitt werden die Begriffe „Aggression“ und „Gewalt“ näher erläutert und nach ihrem Auftreten unterschieden.

2.2 Definition Aggression

In der Literatur lassen sich verschiedene Definitionen für den Begriff der Aggression finden, die je nach Forschungsrichtung beeinflusst werden. Nach Zimbardo (1992) wird Aggression beim Menschen z. B. als körperliches oder verbales Handeln definiert, das mit der Absicht ausgeführt wird, zu verletzen oder zu zerstören. Aggressives Verhalten liegt demnach nur dann vor, wenn absichtlich einer Person Schaden zugeführt wird. „Wenn also eine Person absichtlich etwas macht oder unterlässt, um eine psychische oder physische Beeinträchtigung einer anderen Person herbeizuführen, verhält sie sich aggressiv (Ruthemann 1993, 15).“ D. h. Aggression ist ein intentional bedingtes Handeln. Es lässt sich demnach feststellen, dass

- „sowohl Emotionen als auch Aktivitäten von Aggression tangiert sein können,
- sie intentional definiert wird, und
- eine Schädigung einer anderen (oder der eigenen) Person das Ziel sein muss (Hartdegen 1996, 12)“.

2.3 Definition Gewalt und Gewaltformen

„Gewalt ist Aggression in ihrer extremen und sozial nicht akzeptablen Form. Sie kann sich gegen Menschen oder Eigentum richten und ist auf individuellem Niveau üblicherweise Ausdruck von Feindseligkeit und Wut, auf institutioneller Ebene aber die geplante Vernichtung von „Feinden“ (Zimbardo 1992, 363).“ Grundsätzlich wird immer dann von Gewalt gesprochen, „wenn eine Person zum „Opfer“ wird, d. h. vorübergehend oder dauernd daran gehindert wird, ihrem Wunsch oder ihren Bedürfnissen entsprechend zu leben (Ruthemann 1993, 14)“. Dies kann einerseits durch eine Person (personale Gewalt) erfolgen, die entweder aktiv (im Sinne von Misshandlung) oder passiv (im Sinne von Vernachlässigung) Gewalt anwendet. Andererseits kann Gewalt von institutionellen bzw. gesellschaftlichen Strukturen ausgehen (strukturelle Gewalt).

2.3.1 Strukturelle Gewalt

Unter struktureller Gewalt versteht man alle bedingten Verhaltensweisen oder Bedingungen, die dem alten Menschen schädigen. Beispiele hierfür wären (vgl. Mötzing/Wurlitzer 1996):

- Einschränkungen der Individualität, z. B. durch festgelegte Mahlzeiten, festgelegte Körperpflegezeiten, Zubettgehzeiten,
- Personalknappheit, die keine ausreichende Pflegequalität gewährleistet,
- keine soziale Integration,
- keine bedürfnisorientierte Pflege.

2.3.2 Personale Gewalt

Personale Gewalt kann aktiv (körperliche Gewalt aufgrund Misshandlung) oder passiv (psychische Gewalt aufgrund von Vernachlässigung, Bestrafung oder Entzug von Belohnungen) auftreten. Folgende Beispiele verdeutlichen dies (vgl. Mötzing/Wurlitzer 1996):

Körperliche Gewalt entsteht durch Anwendung von Zwang, z. B. mit Zwang den Mund zur Nahrungsanreichung zu öffnen, durch Fixierungen ohne Einwilligung und richterlichen Beschluss, durch Schubsen, Kneifen, Ziehen, Klaps geben, durch Schlagen mit Händen und Gegenständen, durch unterlassene Pflegeleistungen etc.

Psychische Gewalt kann auftreten in Form von Beleidigungen, durch raue, unhöfliche Behandlung, durch Zuwendungsentzug, Anschreien, dem Vermeiden einer verbalen Ansprache, dem Verabreichen ruhigstellender Medikamente, durch unangemessene Betreuungsformen etc.

2.4 Zusammenfassung

Zwischen Aggression und Gewalt besteht ein Unterschied. Ruthemann (1993) betont, dass Gewalt nur dann auf Aggression zurückgeht, „wenn ein Täter einen Wunsch oder ein Bedürfnis seines Opfers zwar kennt, aber dennoch absichtlich missachtet“ (Ruthemann 1993, 17). Die Unterscheidung dessen, was objektiv an aggressiven oder gewalttätigen Verhaltensweisen zu beobachten ist, ist dennoch schwierig einzustufen, da gerade aggressive Handlungen nicht auf den ersten Blick zu erkennen sind. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Gewalt und Aggression wird anhand von physischer oder psychischer Vernachlässigung ersichtlich: „Aggression liegt nur dann vor, wenn die Absicht der Schädigung bei einem Täter vorhanden ist. Gewalt wird aus der Sicht des geschädigten Opfers definiert, nämlich die gegen seinen Willen und seine Einsicht erlittenen Einschränkungen seiner Entfaltungsmöglichkeiten...“ (Ruthemann 1993, 17). Man könnte auch sagen, Gewalt bezieht sich auf die Wirkung, Aggression auf die Absicht einer Handlung.

Im Kapitel 3 wird, ausgehend von den in der Literatur beschriebenen Erkenntnissen, auf das Auftreten von Aggression und Gewalt und deren Ursachen in der stationären Pflege näher eingegangen. Dies ist meines Erachtens prinzipiell als relevant anzusehen, um hierdurch ein besseres Verständnis von personalbezogenen Gewalterscheinungen (körperlich und psychisch) im Pflegebereich zu bekommen.

3 Aggression und Gewalt in der stationären Pflege

Im nachfolgenden Kapitel erfolgt auf Grundlage der einschlägigen Literatur eine Darstellung über Aggressions- und Gewaltsituationen aus pflegersicher Sicht. In diesem Zusammenhang werden die verschiedenen Ursachen für das Auftreten derartigen Verhaltens genannt. Die Ausführungen beziehen dabei in erster Linie auf Befragungen des Pflegepersonals in „klassisch“ strukturierten Pflegeeinrichtungen, da es Untersuchungen zum Auftreten von Aggression und Gewalt im stationären Dementenbereich (segregative Betreuungsform) meines Wissens bisher kaum gegeben hat. Zwar sind derartige Einrichtungen anders strukturiert und verfügen über ein, auf die Pflege und Betreuung von Demenzkranken ausgerichtetes konzeptionelles Fundament, jedoch kann nicht davon ausgegangen werden, dass diese Bereiche grundsätzlich gewaltfrei sind. In der Regel werden allerdings Demenzkranke integrativ, zusammen mit anderen Bewohnern, in einem Wohnbereich betreut, wo die im Kapitel 2 beschriebenen Verhaltensweisen vorrangig als belastend erlebt werden.

3.1 Alltägliche Formen von Aggression und Gewalt

Zu dieser Thematik gibt es im deutschsprachigen Raum einige wenige Forschungsarbeiten, die für den stationären Bereich entsprechende Daten liefern. In der Untersuchung von Schneider/Sigg (1990), die in Alten- und Pflegeheimen in der Schweiz durchgeführt wurde, gaben die Pflegenden zu, dass sie, wenn auch nur selten, die Bewohner schlagen und bedrohen. Mehr als die eigene Gewalttätigkeit, wird jedoch von gewalttätigen Übergriffen seitens der Bewohner berichtet. Die Autoren konnten Zusammenhänge zwischen Aggression und verschiedenen Merkmalen des Heimes oder der Pflegeperson feststellen. Demnach scheinen sich größere Heime und eine höhere Spezialisierung im Personal, d. h. wo viele verschiedene Berufsgruppen zusammenarbeiten, eher günstig auf die Aggressions- und Gewaltbereitschaft auszuwirken. Auch der Personalmangel, als ein weiterer Faktor für das Auftreten von Aggression und Gewalt, wird genannt.

Dießenbacher (1993) führt das Zustandekommen von Gewalt und Aggression auf Belastungsfaktoren wie Leistungsdruck, permanenten Zeitdruck und Überforderung, emotionale Erschöpfung und auf kindheitsgeschichtliche Umstände zurück. Das Empfinden von Ekel (vgl. Dießenbacher 1993, Ringel 2003) in pflegerischen Situationen spielt ebenfalls eine Rolle bei Gewalttätigkeiten gegenüber Heimbewohnern.

In einer Untersuchung am Institut für Kriminologie der Universität Giessen (vgl. Görgen 2000, Hüsing 2000) zu Belastungen, Konflikten und Gewalt in der stationären Altenhilfe, wurden unter anderem Intensivinterviews mit Pflegenden (Pflegekräfte, Praktikanten, Zivildienstleistenden) und anderen Personengruppen (Heimleitung, Angehörige, Ärzte, Mitarbeiter der Heimaufsicht etc.) sowie auch mit Bewohnern durchgeführt. Bezüglich der Befragung der Pflegekräfte stellte sich heraus, dass in beträchtlichem Maße Fälle der Misshandlung und Vernachlässigung, wo sie selbst entweder Täter, Opfer oder Zeuge waren, auftraten. Die Pflegekräfte berichteten weiter darüber, dass zwar schwerwiegende Formen körperlicher Gewalt selten stattgefunden hätten, jedoch in den letzten 12 Monaten mindestens ein Vorkommnis, wo der Bewohner vernachlässigt oder psychisch misshandelt wurde, auftrat. Die Befragten sahen derartige Delikte in „Persönlichkeitsmerkmalen und Einstellungen des Täters verwurzelt, ferner in Ausbildungsdefiziten, unrealistischen Arbeitsanforderungen, Leistungsdefiziten, unzureichender institutionsinterner und externer Kontrolle, den Schwierigkeiten der Interaktion mit verwirrten Bewohnern und weiteren Faktoren“ (Görgen 2000).

3.2 Ursachen für das Auftreten von Aggression und Gewalt

Für das Auftreten von Aggression und Gewalt werden verschiedene Faktoren, Motive oder Auslöser in der Literatur genannt. In der Psychologie wird seit langem versucht, Aggression und deren Ursachen zu erklären. Hierfür existieren verschiedene Theorien und Sichtweisen (z. B. die Frustrations-Aggressions-Hypothese4, das lerntheoretische Erklärungsmodell5, Motivationstheorie6, Angst als Aggressionsmotiv7 etc.). Ebenso wird aggressives Verhalten beim Menschen auf körperliche Faktoren zurückgeführt (z. B. neurohormonale Faktoren8, Hirnschädigungen9 sowie Medikamente als Aggressionsförderer10 ) und damit erklärt (vgl. Kienzle/Paul-Ettlinger 2001). An dieser Stelle soll jedoch nicht weiter darauf eingegangen werden, da dies den Rahmen der Arbeit sprengen würde.

Für die Entstehung von Konflikten im Beziehungsgeflecht zwischen Mitarbeiter und Bewohner erscheint – zur besseren Verständlichkeit – die Übersicht von Ruthemann (1993, siehe Abb. 2) interessant, in der verschiedene Quellen des beiderseitigen Gewaltpotentials dargestellt sind bzw. mit der sich Entstehungsbedingungen und Gewaltmechanismen näher beschreiben lassen. Hiernach ist generell zwischen auslösenden Faktoren zu unterscheiden, die direkt aus dem Umgang zwischen Mitarbeiter und Bewohner resultieren und denen, die außerhalb der Beziehung liegen. Weiterhin kommt es darauf an, auf wen die Faktoren einwirken. So kann es z. B. auf seiten der Pflegemitarbeiter zu Frustrationen kommen, da die geleistete Pflege objektiv gesehen als „Endlospflege“ stattfindet, d. h. eine Verbesserung des Zustandes, wie dies z. B. im Krankenhausbetrieb der Fall ist, kaum stattfindet. Auf die pflegerische Beziehung direkt wirkt sich auch das Verhalten des Bewohners aus, nämlich dann, wenn er sich dem strukturierten Tagesablauf nicht anpassen kann. Auch mangelnde Dankbarkeit führt mitunter zu Erschwernissen bzw. Konfliktsituationen in der Beziehung, wo Aggressionspotentiale vorhanden sein können.

Auch auf seiten des Heimbewohners kann es zu Frustrationen kommen. Zu erwähnen an dieser Stelle ist wiederum der Arbeitsablauf, der nicht selten situationsbedingt gegen einzelne Bedürfnisse des Bewohners vollzogen wird und teilweise mit „Bevormundung“ oder „Entmündigung“ einhergeht (vgl. Sachweh 1997).

Abgesehen von inneren Konflikten, die sich direkt auf die pflegerische Beziehung auswirken, können auch außerhalb der Beziehung Quellen für Frustrationen auftreten. Teilweise sind dies Belastungsfaktoren, die mit der Einnahme verschiedener Rollenfunktionen zusammenhängen. Aus Sicht der Pflegekräfte können beispielweise Familienprobleme, die sich aufgrund der zu tragenden Doppellast (Mutter und Ehefrau) ergeben, auf die (Arbeits-) Beziehung negativ auswirken und somit zu aggressiven Verhaltensweisen führen.

Auf der anderen Seite kann es ebenfalls bei Bewohnern durch äußere Einflussfaktoren zu Spannungen kommen, z. B. aufgrund struktureller Zwänge wie etwa durch das Erleben unfreier Kontakte (durch nicht gewählte Mitbewohner) oder grundsätzlich aufgrund des Eintritts in ein Pflegeheim, der meistens unfreiwillig geschieht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Quellen des Gewaltpotentials von Mitarbeiter/innen und Heimbewohnern. Interaktive Frustrationen aus ihrem Umgang miteinander und Faktoren der Gewalt außerhalb der Beziehung (nach Ruthemann 1993, 31)

3.3 Zusammenfassung

Die Ursachen, die zu einer möglichen Eskalation von Aggression und Gewalt (auf beiden Seiten) beitragen können, sind demnach sehr unterschiedlich. Trotzdem kann gesagt werden, dass im Hinblick auf die Beweggründe seitens des Pflegepersonals, Gewalt in der stationären Pflege vor allem als Versuch interpretiert wird, „die eigene Arbeitsbelastung zu begrenzen oder ein Ventil für Ärger und Aggression zu finden“ (Görgen 2000, 18). Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Misshandlung und Vernachlässigung alter Menschen in stationären Einrichtungen

- als Effekte der Be- und Überlastung der Pflegenden11,
- als in Persönlichkeit und Biografie der jeweiligen Täter wurzelnde Delikte12,
- als in professionelle und institutionelle Subkulturen eingebettete Handlungsmus-ter13,
- als Ausdruck des Machtgefälles zwischen Pflegebedürftigem und Pflegendem und der gleichzeitigen Dialektik von Macht und Ohnmacht14,
- als Ergebnis mangelnder formeller und informeller Kontrolle angesehen werden können (vgl. Görgen 2000)15.

Dies führt in erster Linie zu folgenden, wesentlichen Erscheinungsformen von Gewalt, die in der Literatur entsprechend genannt werden:

- körperliche Gewaltanwendung (inkl. sexueller Übergriffe),
- verbale Gewaltanwendung: Beschimpfungen, Beleidigungen, Drohungen,
- missbräuchliche Medikamentenvergabe, insbes. Sedativa und Neuroleptika,
- missbräuchliche Anwendung freiheitsentziehender oder –einschränkender mechanischer Mittel,
- Durchführung unter pflegerischen/medizinischen Gesichtspunkten verzichtbarer Maßnahmen (z. B. Legen eines Dauerkatheters, einer Magensonde) aus Gründen der Arbeitsökonomie,
- vorsätzlich oder grob fahrlässig unsachgemäße Durchführung pflegerischer Maßnahmen,
- Unterlassen oder Verzögern pflegerischer Maßnahmen (vgl. Hüsing 2000).

Im nachfolgenden Kapitel geht es noch einmal darum, die bisher dargelegten Ausführungen praktisch zu verdeutlichen. Dies soll einerseits anhand der Beschreibung eigener Erfahrungen in Form von Beispielen gelingen, denn auch ich konnte in meiner Tätigkeit als Altenpflegerin diesbezügliche Momente, in denen es zur Gewaltanwendung durch Pflegekräfte gekommen war, beobachten. Zusätzlich zu der Beschreibung eigener Erfahrungen werden anschließend die Ergebnisse von 2 Interviews dargestellt, die ich mit Altenpflegekräften durchführte. Diese sollen ebenfalls einen kleinen Einblick in diese Thematik ermöglichen. Beide Darstellungen konzentrieren sich dabei auf den Umgang mit Demenzkranken.

[...]


1 Die Begriffe „Bewohner“ und „Heimbewohner“ werden synonym verwendet. Aus pragmatischen Gründen wurde dabei die männliche Form verwendet, die weibliche ist, falls nicht explizit erwähnt, jeweils mit eingeschlossen.

2 Mit Personal, Mitarbeiter oder Pflegenden sind im folgenden Pflegefach- und/oder Pflegehilfskräfte gemeint.

3 Dies trifft in erster Linie auf Menschen mit Demenz zu, da diese den Großteil an der Gesamtzahl von gerontopsychiatrisch erkrankten Heimbewohnern ausmachen. Bis zum Jahr 2050 wird bei gleich bleibenden altersspezifischen Prävalenzraten die Zahl der Demenzkranken in Deutschland auf rund 2 Mill. ansteigen (vgl. Bickel 2001).

4 Die Frustrations-Aggressions-Hypothese (nach Miller/Dollard) besagt, dass Aggression immer die Folge einer Frustration ist und Frustration immer zu irgendeiner Form von Aggression führt (vgl. Kienzle/Paul-Ettlinger 2001).

5 In der Theorie des sozialen Lernens werden einerseits Verhaltensweisen anderer durch Beobachtung nachgeahmt (Nachahmungslernen). Hier spielt das Vorbild anderer Personen eine wesentliche Rolle, wo z. B. bereits die Wahrnehmung von aggressivem Modellverhalten zu aggressiven Verhaltensweisen führt. Andererseits kann ein Verhalten durch Belohnung verstärkt werden, damit es in Zukunft wieder auftritt (instrumentelles Lernen). Dies gilt natürlich auch für negative Verhaltensweisen (vgl. Kienzle/Paul-Ettlinger 2001).

6 In der Motivationstheorie (nach Kornadt) wird einerseits ein eigenständiges, überdauerndes Aggressionsmotiv angenommen, dessen situative Verwirklichung durch Frustration, angeborene oder erlernte Verhaltensweisen, durch Abwägung von Erfolgsaussichten und anderes mehr begünstigt werden kann. Anderseits steht dem ein überdauerndes Motiv gegenüber, dessen Aufgabe es ist, Aggression zu vermeiden. Das Auftreten oder Nichtauftreten von Aggression wird durch diese beiden Motive bestimmt (vgl. Kienzle/Paul-Ettlinger 2001).

7 Angst ist aus Sicht der Verhaltensbiologie eine Grundform aggressiven Verhaltens. „Kommt es im Erleben des Individuums zu überwältigender, unkontrollierbarer Angst, liegt die Reaktion einer unkontrollierten, überschießenden Aggression nahe“ (Kienzle/Paul-Ettlinger 2001, 26).

8 Grond (1997) nennt hier vor allen Dingen Testosteron und Serotonin als mögliche, aggressionsauslösende Hormone.

9 „Bei bestimmten Erkrankungen wie bei M. Alzheimer, Parkinson, Morbus Pick, Chorea Huntington, Multi-Infarkt-Demenz, bei Epilepsie, nach Schlaganfällen oder Hirnverletzungen, aber auch im Alkoholrausch bzw. Alkoholdelir kann das Stammhirn seine Funktion als Kontrollinstanz verlieren und damit die Aggressionsbereitschaft erhöhen“ (Kienzle/Paul-Ettlinger 2001, 28).

10 Medikamente können nach Grond (1997) die Aggression steigern, beispielsweise Piracetam (z. B. Piracebral, Nootrop, Cerepar, Memo-Puren), aktitivierende Antidepressiva (z. B. Anafranil, Gamonil, Clomipramin), Antiepileptika und Barbiturate (z. B. Luminal, Liskantin, Epanutin), Parkinsonmittel (z. B. Levodopa, Dopaflex), Theophillin (z. B. Aerobin, Afonilum), Coffein und coffeinhaltige Schmerzmittel (z. B. Azur, CC forte, Neuralgin), Benzodiazepin-Tranquilizer (z. B. Diazepam, Adumbran) und Benzodiazepin-Schlafmittel (z. B. Rohypnol, Mogadan).

11 Belastend wirken Personalmangel, Zeitknappheit, eine als unbefriedigend empfundene Bezahlung (vgl. Görgen 2000). Weiterhin führen zur Überforderung und zu eigenen psychischen und körperlichen Belastungen eine hohe Personalfluktuation, „das Gefühl, sich nicht intensiv und individuell um die Bewohner kümmern zu können, die Erkenntnis, keine Möglichkeiten zu sehen, auf die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner eingehen zu können, sie nicht angemessen psychosozial betreuen und deren Selbständigkeit nicht hinreichend fördern zu können [...]“ (Prahl/Schroeter 1996, 194). Prahl/Schroeter (1996) nennen des weiteren eine emotionale Belastung aufgrund des Nähe-Distanz-Problems. Ebenfalls belastend werden der Umgang mit desorientierten, verwirrten Menschen, die Betreuung chronisch Kranker, der Umgang mit Sterbenden wahrgenommen. Auch eine nicht gelungene Trennung zwischen Privatem und Beruflichem beherbergt potentielle Konflikte, die zu Belastungen führen können (vgl. dazu auch Kruse et al. 1992). „Nörgelnde und aggressive“ Patienten sind für die Pflegenden in Altenheimen eine hohe Belastung (vgl. Berger/Küfner 2003).

12 „Personen, die schwerwiegende Gewalthandlungen in Heimen begehen, sind oftmals charakterisiert durch Suchterkrankungen, durch fehlendes oder nur schwach ausgeprägtes Einfühlungsvermögen gegenüber dem Pflegebedürftigen, durch Minderwertigkeitsgefühle auf der einen und Geltungsdrang auf der anderen Seite. Es gibt Hinweise auf unverarbeitete lebensgeschichtliche Probleme (z. B. Autoritätskonflikte) oder auf eigene Gewalterfahrungen des Täters in der Kindheit“ (Görgen 2000).

13 Hier handelt es ich um Handlungen, die in einem Milieu entstanden sind, akzeptiert, gefördert bzw. sogar gefordert werden. In Einrichtungen gibt es diesbezüglich „ein stillschweigendes Übereinkommen, dass Gewaltanwendung manchmal unumgänglich ist; die Überzeugung, dass die Bewohner kontrolliert und in gewisser Wiese erzogen werden müssen; gemeinsame Erklärungs- und Rechtfertigungsstrategien, die Fehlverhalten plausibel und entschuldbar machen“ (Görgen 2000, 5). Derartiges Verhalten wird demnach legitimiert.

14 Misshandlung alter Menschen wird „als Machtmissbrauch verstanden, als Machtausübung, welche die Verpflichtungen und Verantwortlichkeiten, die mit einer Pflegebeziehung einhergehen, ignoriert“ (Görgen 2000, 5).

15 „Hier wären Defizite der behördlichen Heimaufsicht – zu geringe Kontrolldichte, Vorankündigung der Heimnachschauen – aber auch institutionsinterne Kontrolldefizite zu erwähnen“ (Görgen 2000, 5f.).

Ende der Leseprobe aus 59 Seiten

Details

Titel
Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz
Hochschule
Sächsische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie e.V., Dresden
Note
gut
Autor
Jahr
2004
Seiten
59
Katalognummer
V31724
ISBN (eBook)
9783638326360
ISBN (Buch)
9783638703628
Dateigröße
739 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Aggression, Gewalt, Versorgung, Menschen, Demenz
Arbeit zitieren
Annett Beyer (Autor), 2004, Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31724

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