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Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz

Title: Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz

Research Paper (undergraduate) , 2004 , 59 Pages , Grade: gut

Autor:in: Annett Beyer (Author)

Nursing Science - Violence in nursing
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Die vorliegende Facharbeit stellt einen Versuch dar, das schwierige Thema „Aggression und Gewalt“ im Umgang mit Menschen mit Demenz in stationären Pflegeeinrichtungen zu thematisieren.

Vor dem eigenen, persönlichen Erfahrungshintergrund sowie bezugnehmend auf Erfahrungen von anderen Mitarbeitern in der Pflege war es Intention, die gewonnenen Informationen unter Berücksichtigung empirischer Befunde zu reflektieren und in ein Gesamtbild einzuordnen. Zu diesem Zweck wurden unter anderem halbstrukturierte Interviews mit zwei Pflegekräften durchgeführt.

Die Darstellungen zeigen, dass sowohl die eigens gemachten Erfahrungen als auch die aus den Interviews hervorgegangenen Ergebnisse nicht nur physische, sondern auch psychische Gewalterscheinungen im Verhalten des Personals erkennen lassen, die auf verschiedene Problemkonstellationen im Umgang zurück zuführen sind.

Darüber hinaus konnte zudem gezeigt werden, dass ein gewisses Informationsdefizit bei den Mitarbeitern vorherrscht, um situationsgerecht - und damit bedürfnisorientiert - mit den Betroffenen umgehen zu können. Zudem spielen Faktoren wie die verbindliche Orientierung am Tagesablauf, die Vorurteilsbildung aufgrund der bestehenden Erkrankung und der damit im Zusammenhang stehenden Symptomatik (herausforderndes Verhalten), das Entstehen eines Mehraufwandes in der pflegerischen Versorgung sowie andere, institutionell und von außen bedingte Anforderungen ebenfalls eine Rolle.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlegende Begriffsklärungen

2.1 Symptome der dementiellen Erkrankung

2.2 Definition Aggression

2.3 Definition Gewalt und Gewaltformen

2.3.1 Strukturelle Gewalt

2.3.2 Personale Gewalt

2.4 Zusammenfassung

3 Aggression und Gewalt in der stationären Pflege

3.1 Alltägliche Formen von Aggression und Gewalt

3.2 Ursachen für das Auftreten von Aggression und Gewalt

3.3 Zusammenfassung

4 Einblicke in unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen im Umgang mit Demenzkranken

4.1 Eigene Erfahrungen

4.2 Interviews mit Pflegekräften

4.3 Zusammenfassung

5 Diskussion

5.1 Rollenzuschreibungen und Rollenerwartungen

5.1.1 Die Rolle des Heimbewohners

5.1.2 Die Rolle der Pflegekraft

5.2 Strukturelle Einflussfaktoren

5.3 Zusammenfassung

6 Schlussfolgerungen und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen von Aggression und Gewalt durch Pflegepersonal in stationären Einrichtungen, unter besonderer Berücksichtigung der Herausforderungen im Umgang mit demenziell erkrankten Menschen. Ziel ist es, die emotionalen und strukturellen Belastungsfaktoren im Pflegealltag zu beleuchten, die zu grenzüberschreitendem Verhalten führen können.

  • Phänomenologie von Aggression und Gewalt in der stationären Altenpflege
  • Die Rolle der Pflegekraft im Spannungsfeld zwischen professionellem Anspruch und Überlastung
  • Einfluss der Demenzproblematik auf die Beziehungsgestaltung zwischen Personal und Bewohnern
  • Strukturelle Belastungsfaktoren wie Zeitdruck, Personalmangel und institutionelle Abläufe
  • Reflexion der pflegerischen Praxis anhand von Interviews und persönlichen Erfahrungen

Auszug aus dem Buch

4.1 Eigene Erfahrungen

Im Vergleich zum Krankenhaus ist der Kontakt zu pflegebedürftigen Menschen im Heim wesentlich enger, demzufolge auch der Balanceakt zwischen Nähe und Distanz. Viele Mitarbeiter in der Pflege meinen, sie haben ein besonders gutes Verhältnis zu „ihren“ Heimbewohnern, dass durch eine besondere Nähe gekennzeichnet ist. Jedoch wird immer wieder auffällig, mit wie viel Distanz im Sinne von Würdelosigkeit dem Bewohner gegenüber getreten wird, ohne dies als negativ zu empfinden. Dies wird in bezug auf demenzkranke Heimbewohner besonders deutlich, die – eingebettet im institutionellen Kontext – größtenteils mit orientierten Bewohnern zusammenleben.

Die aufgrund von routinierten Abläufen und einer starren Tagestruktur zum Teil entwickelte Selbstverständlichkeit, mit der Pflegekräfte die anfallenden Pflegearbeiten bewältigen, macht die Berücksichtigung der Individualität des Einzelnen scheinbar unmöglich, d.h. dementiell veränderte Bewohner werden „anders“ wahrgenommen und oft als Störfaktor angesehen, weil sie sich aufgrund ihrer Symptomatik nicht in Tagesabläufe integrieren können und somit „schlechter führen lassen“. Hierzu ein Beispiel:

Zwei Pflegekräfte im Spätdienst gehen durch die Zimmer, um die Heimbewohner aus der Mittagsruhe heraus, für das anstehende Kaffeetrinken zu wecken. Bei einer dementen Bewohnerin, die im Frühdienst durch aggressives Verhalten auffällig geworden war, wurde nach einem kurzen Austausch beschlossen: „Die lassen wir gleich im Bette. Wenn die wieder durchdreht, haben wir nur Arbeit. Die merkts doch sowieso ne mehr.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den hohen Stellenwert pflegerischer Qualität und den zunehmenden Druck auf das Personal durch steigende Anforderungen in der Betreuung demenziell erkrankter Heimbewohner.

2 Grundlegende Begriffsklärungen: Hier werden zentrale Begriffe wie Demenzsymptomatik, Aggression und Gewalt definiert sowie Formen struktureller und personaler Gewalt voneinander abgegrenzt.

3 Aggression und Gewalt in der stationären Pflege: Dieses Kapitel analysiert Ursachen für Gewalt in der Pflege, wobei insbesondere Belastungsfaktoren wie Leistungsdruck, Zeitnot und das Nähe-Distanz-Problem im Mittelpunkt stehen.

4 Einblicke in unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen im Umgang mit Demenzkranken: Basierend auf persönlichen Beobachtungen und Experteninterviews werden Alltagssituationen dargestellt, in denen professionelle Anforderungen und menschlicher Umgang in Konflikt geraten.

5 Diskussion: Die Diskussion reflektiert Rollenkonflikte von Bewohnern und Pflegekräften sowie die Rolle struktureller Rahmenbedingungen bei der Entstehung von Gewaltpotenzial.

6 Schlussfolgerungen und Ausblick: Das abschließende Kapitel fordert eine verbesserte Personalausstattung, gezielte Fortbildungen und eine Supervision ein, um ethisch vertretbare Pflegebeziehungen im Umgang mit Demenz zu fördern.

Schlüsselwörter

Altenpflege, Aggression, Gewalt, Demenz, Pflegepersonal, Belastungsfaktoren, Pflegebeziehung, Bewohnerrolle, Personalknappheit, Zeitdruck, Ethik, Supervision, Pflegealltag, Gerontopsychiatrie, institutionelle Strukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Facharbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung von aggressivem und gewalttätigem Verhalten im stationären Altenpflegebereich, speziell im Hinblick auf den Umgang mit Menschen mit Demenz.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die Begriffe Aggression und Gewalt, die Analyse von Belastungsfaktoren für Pflegekräfte, die Dynamik von Rollenkonflikten sowie die Auswirkungen institutioneller Zwänge auf die Pflegequalität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Gründe hinter ethisch nicht vertretbarem Pflegehandeln zu entwickeln, um durch Reflexion und strukturelle Anpassungen professionellere Lösungswege aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer qualitativen Untersuchung durch eigene Beobachtungen und halbstrukturierte Interviews mit zwei erfahrenen Pflegekräften.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsklärung, die Darstellung praktischer Alltagssituationen in der Betreuung und eine abschließende Diskussion über die Rolle des Pflegepersonals und strukturelle Einflussfaktoren im Heim.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Altenpflege, Aggression, Gewalt, Demenz, Pflegebeziehung, Belastung, Zeitdruck und ethische Grundhaltung.

Warum wird der Umgang mit Demenzkranken als besonders belastend beschrieben?

Die Arbeit erläutert, dass die Symptomatik der Demenz, wie beispielsweise die Verwirrtheit oder mangelnde Kooperationsbereitschaft, oft nicht als Teil der Erkrankung, sondern als Störfaktor wahrgenommen wird, was bei unzureichend geschultem Personal zu Überforderung und Fehlreaktionen führen kann.

Welche Rolle spielt das Personal bei der Entstehung von Gewaltpotenzial?

Das Personal fungiert laut Arbeit oft in einem „Zwei-Rollen-System“ zwischen fachlichem Experten und sozialem Betreuer; bei hohem Zeitdruck und mangelnder Ausbildung kann eine Dehumanisierung der Bewohner ein Abwehrmechanismus gegen die eigene Überforderung sein.

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Details

Title
Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz
College
Sächsische Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie e.V.
Grade
gut
Author
Annett Beyer (Author)
Publication Year
2004
Pages
59
Catalog Number
V31724
ISBN (eBook)
9783638326360
ISBN (Book)
9783638703628
Language
German
Tags
Aggression Gewalt Versorgung Menschen Demenz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Annett Beyer (Author), 2004, Aggression und Gewalt in der stationären Versorgung von Menschen mit Demenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31724
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