Vorliegende Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der DIN Europa-Norm 1090 auf kleine und mittelständische Unternehmen in der Metallverarbeitungsbranche. Es wird der Frage nachgegangen, ob die Einführung der DIN EN 1090 zu Auftragsabnahme und Änderungen der Produktpolitik bei kleinen und mittelständischen Unternehmen führt, wenn diese auf Grund ihrer Struktur die Norm nicht umsetzen können.
Heutzutage wird immer deutlicher, wie sehr die Europäische Union unseren privaten und beruflichen Alltag beeinflusst. Dahinter steht hauptsächlich der politische Wille, Handelshemmnisse zwischen den Mitgliedsländern zu minimieren, so dass ein weitestgehend freier Personen-, Dienstleistungs-, Kapital- und Warenmarkt stattfinden kann.
Dazu gehört auch die Angleichung von Technischen Vorschriften, durch welche die Waren am Markt definiert und geregelt werden. Es werden normierte technische Regelwerke benötigt, die in ganz Europa akzeptiert werden, weitgehend gleich sind und den Verbraucherschutz erhöhen.
Bisher galten in Deutschland die nationalen Normen DIN 18800 Teile 1 – 4 von 1990 und Teil 7 von 2002 für den Stahlbau, sowie DIN 4114 für den Aluminiumbau. Dazu folgte 2008 eine überarbeitete Fassung aller Teile.
Bedingt durch die Europa-Angleichung führte die Bauaufsicht am 17.12.2010 die europaweit geltende Normreihe DIN EN 1090 (europäische Bemessungsnorm, kurz: Eurocode) ein, welche maßgebliche Änderungen für die Ausführung von Stahl- und Aluminiumtragwerken beinhaltet.
Seit dem 01.01.2011 wird die DIN EN 1090-1 angewendet, d.h. CE-gekennzeichnete Produkte (gerechnete, geschweißte, beschichtete und geschraubte Produkte) nach Norm in den Verkehr gebracht. Auch die Ausführung der DIN EN 1090-2 startete im Januar 2011.
Die Koexistensphase der DIN 18800 und der DIN EN 1090 sollte in Deutschland am 01.07.2013 (bereits vom 01.07.2012 um ein Jahr verlängert) enden, wurde nun aber vom ständigen Ausschuss für das Bauwesen (StAB) in Brüssel erneut um ein Jahr auf den 01.07.2014 verschoben.
Alle Unternehmen, die im bauaufsichtlichen Bereich Bauteile aus Stahl oder Aluminium herstellen, müssen ab Juli 2014 bindend nach der DIN EN 1090 arbeiten und die werkseigene Produktionskontrolle durch eine notifizierende Stelle zertifizieren lassen um der Norm zu entsprechen. Neu ist die Überwachungspflicht für alle Hersteller tragender Bauteile sowie die Überwachung aller in der Handwerksrolle eingetragenen Metallbaubetriebe (ca. 30.000) durch bisher 15 notifizierte Stellen.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
2.1. Problembeschreibung
2.2. Hypothesenbildung
2.3. Relevanz der Hypothese
2.4. Zielsetzung
2.5. Themenrelevante Begriffsdefinition
3. Inhalt
3.1. Konformität/ CE-Kennzeichnung
3.1.1. Allgemeines
3.1.2. Zertifizierungsstelle
3.1.3. Werkseigene Produktionskontrolle
3.1.4. Klassifizierung und Kennzeichnung
3.2. Sicherheitskonzept
3.3. Qualifikation
3.4. Rückverfolgbarkeit
3.5. Auswirkungen auf spezifische Arbeitsschritte
3.5.1. Schweißen
4. Zusammenfassung
4.1. Schlussfolgerung
4.2. Diskussion
5. Überprüfung der Hypothese nach Bortz/ Döring
5.1. Kriterium 1
5.2. Kriterium 2
5.3. Kriterium 3
5.4. Kriterium 4
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Einführung der DIN EN 1090 auf kleine und mittelständische metallverarbeitende Betriebe. Ziel ist es zu analysieren, ob die durch die Norm geforderten Umstellungen zu einer Auftragsabnahme und einer Veränderung der Produktpolitik führen und inwiefern diese Betriebe durch die neuen bürokratischen und technischen Auflagen in ihrer Existenz bedroht sind.
- Regulatorische Anforderungen der DIN EN 1090 für den Stahl- und Aluminiumbau
- Prozessanforderungen wie die werkseigene Produktionskontrolle (WPK) und CE-Kennzeichnung
- Qualifikationserfordernisse für Schweißaufsichtspersonen und Schweißverfahren
- Wirtschaftliche Folgen wie Kostensteigerungen und Wettbewerbsnachteile für kleine Unternehmen
- Methodische Überprüfung der aufgestellten Hypothese nach wissenschaftlichen Kriterien
Auszug aus dem Buch
3.1.2. Zertifizierungsstelle
Die Überwachung durch die Zertifizierungsstelle besteht aus einer Erstprüfung und einer regelmäßig wiederkehrenden Prüfung. “Zweck der Erstprüfung ist nachzuweisen, dass der Hersteller (z. Bsp. Metallbauer) über die Voraussetzungen verfügt, um tragende Bauteile und Bausätze nach dieser Europäischen Norm zu liefern.“ (DIN EN 1090-1 Abs. 6.2.1) Die Erstprüfung erstreckt sich auf die Erstberechnung (ITC, Voraussetzungen hins. der Statik, Fertigungszeichnungen und Bemessung der Konstrukte) und die Erstprüfung (ITT, Voraussetzungen hins. der Herstellung, des Verfahrens, der Ausführungsklasse und Produktneuheiten)
Der Fremdüberwacher (Zertifizierungsstelle) stellt nach der Erstinspektion des Unternehmens (Werkstatt, Produktionshalle,…) und der werkseigenen Produktionskontrolle (WPK) ein „Schweißzertifikat“ aus. (siehe DIN EN 1090-1 Tab. B.1) In diesem werden dem Hersteller die Übereinstimmung mit den Anforderungen bestätigt. Danach wird die WPK des Herstellers in regelmäßigen Abständen geprüft, beurteilt und neu zertifiziert, die Prüfintervalle sind in DIN EN 1090-1 Tab. B.3 festgelegt: EXC1 und EXC2 1 – 2 – 3 – 3 – … (Jahre), EXC3 und EXC4 1 – 1 – 2 – 3 – 3 – … (Jahre)
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Beschreibt den Kontext der europäischen Normung und die daraus resultierende Verpflichtung für metallverarbeitende Betriebe zur Einführung der DIN EN 1090.
3. Inhalt: Detailliert die technischen und organisatorischen Kernanforderungen, einschließlich CE-Kennzeichnung, Sicherheitskonzept, Qualifikationsvorgaben und spezifischer Regeln für Schweißprozesse.
4. Zusammenfassung: Analysiert die Vor- und Nachteile der Norm und diskutiert die Konsequenzen für KMUs in Bezug auf Wettbewerbsdruck und Zertifizierungskosten.
5. Überprüfung der Hypothese nach Bortz/ Döring: Validiert die aufgestellte Hypothese durch eine systematische wissenschaftliche Prüfung anhand festgelegter Kriterien.
Schlüsselwörter
DIN EN 1090, Eurocode, Metallverarbeitung, CE-Kennzeichnung, werkseigene Produktionskontrolle, WPK, Ausführungsklasse, EXC, Schweißaufsicht, Zertifizierung, Stahlbau, Aluminiumbau, KMU, Normung, Konformitätsnachweis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Auswirkungen der europaweiten Einführung der Normreihe DIN EN 1090 auf kleine und mittelständische metallverarbeitende Betriebe in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Konformitätsbewertung, der Zertifizierung der Produktionsabläufe, den erhöhten Qualitätsanforderungen und den ökonomischen Herausforderungen für kleinere Unternehmen.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Anforderungen der DIN EN 1090 zu einer Auftragsabnahme und zu negativen Veränderungen der Produktpolitik bei KMUs führen, da diese die Norm aufgrund ihrer Struktur oft nicht effizient umsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Zur methodischen Überprüfung der aufgestellten Hypothese werden die Kriterien nach Bortz/Döring angewendet, um die empirische Messbarkeit und Falsifizierbarkeit der aufgestellten Behauptung zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Details der CE-Kennzeichnung, das Sicherheitskonzept, Qualifikationsvorgaben für Personal sowie spezifische Anforderungen an Arbeitsschritte wie das Schweißen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind DIN EN 1090, CE-Kennzeichnung, werkseigene Produktionskontrolle (WPK), Ausführungsklassen (EXC) und Zertifizierung.
Welche Rolle spielt die Schweißaufsicht in der Norm?
Für die Ausführungsklassen EXC2 bis EXC4 ist eine fachlich qualifizierte Schweißaufsichtsperson zwingend vorgeschrieben, was für kleine Betriebe eine erhebliche organisatorische und finanzielle Hürde darstellt.
Wie bewertet der Autor die Auswirkungen auf kleine Betriebe?
Die Einführung wird kritisch gesehen, da sie zu Marktbereinigungen führt, bei denen kleine Unternehmen durch den hohen Verwaltungs- und Kostenaufwand von öffentlichen Ausschreibungen ausgeschlossen werden könnten.
- Citar trabajo
- Sophia Rönsch (Autor), 2012, Die Auswirkungen der DIN EN 1090 auf kleine und mittelständische Betriebe in der Metallverarbeitungsbranche, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317358