Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Öffentlichkeitsarbeit von gemeinnützigen
Organisationen (Nonprofit-Organisationen). Eine Form der Nonprofit-Organisationen sind
die Verbände, auf deren Öffentlichkeitsarbeit ich in der vorliegenden Arbeit eingehen werde.
Verbänden kommen in einer Demokratie eine wichtige Rolle zu. Sie agieren als Mittler
zwischen den Bürgern und dem Staat, indem sie Interessen bestimmter Gruppen der
Bevölkerung beziehungsweise ihrer Mitglieder bündeln und versuchen, die Regierung bei der
Gesetzgebung entsprechend dieser Interessen zu beeinflussen. Diese Art der Beeinflussung
und der praktischen Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden widme ich mein besonderes
Augenmerk. Das wird anhand eines Praxisbeispiels, der Verbraucherzentrale Bundesverband
e.V., im folgendem kurz Verbraucherzentrale, verdeutlicht.
Im Folgendem sollen die Begriffe Nonprofit-Organisationen und Verbände definiert und von
einander abgegrenzt werden. Desweiteren werden die allgemeinen Arbeitsbereiche und
Zielsetzungen der Verbände in der Bundesrepublik dargestellt.
Im zweiten Teil des ersten Kapitel folgen eine grobe Einordnung der Verbraucherzentrale ins
Verbändesystem der Bundesrepublik Deutschland, ein kurzer Abriss ihrer Geschichte sowie
die spezifische Zielvorstellung der Verbraucherzentrale als Interessenvertung der Bürger.
Im zweiten Kapitel meiner Arbeit beschäftige ich mich gezielt mit der Öffentlichkeitsarbeit
von Verbänden. Zum einen werden Adressaten der Kommunikation von Verbänden und die
damit verbundenen Ziele und zum anderen Formen politischer Einflussnahme wie
„lobbying“ oder „pressure“ erläutert.
Im letzten Kapitel wird die Öffentlichkeitsarbeit der Verbände am Beispiel der Verbraucherzentrale
dargestellt. Im Laufe meiner Recherche zur praktischen Öffentlichkeitsarbeit vo n
gemeinnützigen Organisationen fand ich überwiegend nur Literatur darüber, wie man als
Organisation die Aufmerksamkeit der Medien für sich gewinnt. Am Beispiel der
Verbraucherzentrale soll die Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden in der Praxis verdeutlicht
werden.
Abschließend lege ich eine Zusammenfassung und Bewertung meiner Ergebnisse dar.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Definition
1.1 Was sind Gemeinnützige Organisationen und Verbände
1.2 Die Verbraucherzentrale
2. Verbändekommunikation am Beispiel der Verbraucherzentrale
2.1 Ziele und Zielgruppen verbandlicher Öffentlichkeitsarbeit
2.2 Politische Einflussnahme der Verbände auf politische Akteure
2.3 Einflussnahme von Verbänden auf gegnerische Verbände
3. Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden am Beispiel der Verbraucherzentrale
Schluss
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die strategische Öffentlichkeitsarbeit gemeinnütziger Organisationen, wobei der Fokus auf dem Einfluss von Verbänden in einer demokratischen Gesellschaft liegt. Anhand des Praxisbeispiels der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. wird analysiert, wie diese Organisationen als Interessenvertreter gegenüber Politik und Öffentlichkeit agieren.
- Grundlagen von Nonprofit-Organisationen und Verbänden
- Methoden und Ziele der verbandlichen Interessenvertretung
- Politische Einflussnahme durch "Lobbying" und "Pressure"
- Instrumente der Medien- und Pressearbeit
Auszug aus dem Buch
Politische Einflußnahme der Verbände auf politische Akteure
Um die Interessen des Verbandes durchzusetzen, können politische Entscheidungen auf verschiedenen Wegen beeinflusst werden. Hier führt Alemann (1987) (vgl. Hackenbroch 1998, 75) zwei verschiedene Möglichkeiten auf. „Er unterscheidet im Einzelnen Versuche der verbandlichen Einflußnahme, wie die Drohung des Entzugs von Wählerstimmen, Kundgebungen und Großdemonstrationen, politischen Streik und Boykottaktionen, die er [...] unter dem Begriff des „pressure“ zusammenfaßt, im Weiteren aber auch solche Einflussversuche wie das personelle Eindringen von Verbandsvertretern in Parteien, Parlamente und Regierungen, die Vergabe exklusiver Informationen oder auch Bedrohung und Nötigung, dies wiederum zusammengefaßt unter dem Begriff des „lobbying“.“ (Hackenbroch 1998, 74) Weiterhin unterscheidet Hackenbroch die Formen der politischen Einflußnahme danach, ob es sich um eine öffentliche beziehungsweise nicht öffentliche Kommunikation handelt. Das „lobbying“, die Kontaktaufnahme mit politischen Akteuren, geschieht auf internen Wege und ist eine Form der nicht öffentlichen Kommunikation. Hingegen sind Boykotts oder etwa Großdemonstrationen Formen der öffentliche Kommunikation. (vgl. Hackenbroch 2001, 6) Entsprechend der Möglichkeiten, die ein Verband besitzt, solche kommunikativen Wege wie etwa „lobbying“ zu beschreiten, sind auch seine Chancen, die politische Gesetzgebung in seinem Interesse zu beeinflussen. Diese Möglichkeiten werden zum einen bestimmt durch interne verbandliche Ressourcen und zum anderen durch externe gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen. (vgl. Hackenbroch1998, 75)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Rolle von Verbänden in der Demokratie und Vorstellung der Verbraucherzentrale als Untersuchungsgegenstand.
1. Definition: Theoretische Abgrenzung von Nonprofit-Organisationen und Verbänden sowie eine historische Einordnung der Verbraucherzentrale.
2. Verbändekommunikation am Beispiel der Verbraucherzentrale: Analyse der Adressaten, Ziele und Methoden der Verbandskommunikation sowie der politischen Einflussnahme.
3. Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit von Verbänden am Beispiel der Verbraucherzentrale: Darstellung der praktischen Medienarbeit, wie Pressearbeit und Kampagnen, zur Durchsetzung verbraucherpolitischer Ziele.
Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse zur Bedeutung professioneller Öffentlichkeitsarbeit für die Überlebensfähigkeit von Verbänden.
Schlüsselwörter
Öffentlichkeitsarbeit, Verbände, Nonprofit-Organisationen, Verbraucherzentrale, Interessenvertretung, Lobbying, Pressure, politische Kommunikation, Medienarbeit, Verbraucherschutz, Demokratie, Interessenverband, Pressearbeit, Stakeholder, Öffentlichkeitswirkung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Öffentlichkeitsarbeit gemeinnütziger Organisationen, speziell von Verbänden, und wie diese ihre Interessen in einer Demokratie gegenüber Staat und Öffentlichkeit vertreten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Verbänden, der politischen Einflussnahme (Lobbying/Pressure) sowie den praktischen Instrumenten der Medien- und Pressearbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, am Beispiel der Verbraucherzentrale aufzuzeigen, wie ein Interessenverband mittels Öffentlichkeitsarbeit politische Entscheidungen beeinflusst und sich als kompetenter Akteur etabliert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Fachartikeln, um die theoretischen Konzepte auf das Praxisbeispiel der Verbraucherzentrale anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die Analyse der Kommunikationsziele und -adressaten sowie eine detaillierte Betrachtung der eingesetzten Instrumente der Verbraucherzentrale.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Öffentlichkeitsarbeit, Lobbying, Verbraucherschutz, Verbandskommunikation und politische Einflussnahme.
Welche Rolle spielt das "Bargaining" in der Arbeit?
Das Bargaining wird als eine Form der Interessendurchsetzung zwischen Verbänden kurz erwähnt, spielt jedoch für die Beeinflussung staatlicher Gesetze in dieser Analyse eine untergeordnete Rolle.
Warum ist die Verbraucherzentrale in einer "Zwickmühle"?
Die Organisation ist einerseits auf staatliche Finanzierung angewiesen, muss andererseits aber ihre Unabhängigkeit wahren, um ihre Funktion als legitime Interessenvertreterin der Verbraucher zu erfüllen.
- Quote paper
- Clara Schwarz (Author), 2003, Public Relation von gemeinnützigen Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31740