Die ursprüngliche Idee zum Projekt „Integration von Sonderschüler/Innen in den Verein“ entstand vor längerer Zeit auf der Basis einer möglichen Kooperation zwischen Schule und Sportverein, die sowohl für Schulen, als auch für Vereine interessante Aspekte bieten kann. In Zeiten der Kritik am deutschen Schulsystem, u. a. eingeleitet durch die Pisa-Studie, ist es für Schulen eine attraktive Möglichkeit, neue Lern- und Erfahrungsräume für ihre Schüler zu bieten. Sie kann eine Kooperation mit einem Verein zum Beispiel in ein Schulkonzept einarbeiten und mit als Aushängeschild nutzen. Gerade zu Zeiten der aktuellen Einsparungen im Bildungsbereich ist es für Schulen hilfreich, auf externe Angebote von Vereinen zurückgreifen zu können. Die Schule kann auf das Angebot, die Struktur, Organisation, finanziellen Mittel und Erfahrung von Vereinen zurückgreifen. Mit einer Kooperation kann die Schule damit ihr eigenes Schulprofil verbessern, denn Schulen sind inzwischen nicht mehr einzig und allein Lernort, sondern auch Aufenthaltsort für Schüler und auch Lehrer, mit vielfältigen Aufgaben und Möglichkeiten der Erziehung und Betreuung von Kindern und Jugendlichen (vgl. Positionspapiere des Deutschen Sportbundes zur PISA Studie, 2003). „Offene Schulen leben vom Selbstverständnis eines eigenen pädagogischen Profils. Begriffe wie Schulleben, Schulkultur, Schulklima signalisieren schon den Anspruch eines veränderten Schulverständnisses: Wenn die Schule sich nach innen und außen öffnet, gewinnt sie eine unverwechselbare Eigenart, weil sie, (Anm. d. Verf.: und das halte ich für sehr wichtig,) die Praxis des Miteinanderarbeitens und Miteinanderlebens über die Ausgestaltung von pädagogischen Handlungsspielräumen wichtiger nimmt als ihre klassischen Funktionen der Belehrung, der Auslese und der Leistungskontrolle.“ (aus: Wallrabenstein 2001, S. 105f)
Vereine können auf der anderen Seite ihre Arbeit publik machen, bekommen mehr Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit, gewinnen dabei an Attraktivität und können langfristig neue und jüngere Mitgliederstrukturen aufbauen.
Kooperationen zwischen „Schule und Verein“ können dabei generell in verschiedenen Formen vom StadtSportBund Hannover gefördert und bezuschusst werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Projektbeschreibung:
1. 1. Einleitung/Ansatz
1. 2. Pädagogische Grundgedanken
1. 3. Ziele
2. Projektdurchführung:
2. 1. Projektstruktur: Wochenplanarbeit (Methodik)
2. 2. Inhalte des Projektes
3. Projektauswertung:
3. 1. auf Ebene der Organisation
3. 2. auf der Ebene der Durchführung
4. Anhang:
4. 1. I/Literaturhinweise
4. 2. II/Ausgehängte Plakate
4. 3. III/Arbeits- und Aufgabenblätter
4. 4. IV/Erfahrungsberichte der Kinder & Tagebuch
4. 5. V/Durchführende Organe, Kontakte, rechtlicher Hinweis
4. 6. VI/Präsentationen
4. 7. VII/Fotosammlung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit dokumentiert die Durchführung einer Projektwoche zwischen einem Ruderverein und einer Sonderschule mit dem Ziel, durch den Sport und ein pädagogisch strukturiertes Umfeld die soziale Integration von Schülern mit Lern- und Verhaltensauffälligkeiten in den Verein zu fördern.
- Kooperation zwischen Schule und Sportverein
- Pädagogik des "Offenen Unterrichts"
- Soziales Lernen und Gruppenfähigkeit durch Rudersport
- Methodik der Wochenplanarbeit im Vereinssport
Auszug aus dem Buch
2. 1. Projektstruktur: Wochenplanarbeit:
Die Projektwoche beinhaltete diverse Aspekte aus unterschiedlichen pädagogischen Konzepten und Umsetzungsmöglichkeiten des Offenen Unterrichtes. Es gibt keine einheitlich und einzig richtige Definition von dem Offenen Unterricht, da er in unterschiedlichsten Formen, Intensitäten und Situationen auftreten und eingesetzt werden kann. Es ist dabei auch situationsabhängig und liegt in der Rolle des Betrachters, wie er bewertet wird. Zum Offenen Unterricht gehört neben dem Projektunterricht die Wochenplanarbeit.
Diesen Teil des Projektberichtes möchte ich mit einer kleinen Auseinandersetzung mit den Begriffen „Projektunterricht“ und „Wochenplan“ beginnen. Nach Jank & Meier (1991) „stellt Projektunterricht den Versuch dar, zur Selbstorganisation von Lehr- und Lernprozessen durch die Vereinbarung konkreter Vorhaben bzw. Projekte überzugehen. Dies setzt (...) die Öffnung der Schule voraus.“ Nach Wallrabenstein (2001) „fördert das Projekt die Öffnung der Schule nach außen durch den Bezug zu alltäglichen Lernmöglichkeiten und Lebenszusammenhängen im Stadtteil (...)“ (Wallrabenstein, 2001, S. 215).
Als wichtige Merkmale werden u. a. aufgeführt, dass der Projektablauf selbstorganisiert sein soll, also eine eigenständige Planung des Arbeitsablaufes möglich ist. Fächerübergreifendes Lernen hat ebenfalls einen hohen Stellenwert und soziales Lernen ist notwendig (Kooperation, Arbeitsteilung, Interaktion, gegenseitige Hilfe,...). Der Projektunterricht soll keinesfalls eine Beschäftigungstherapie darstellen, sondern vielmehr auch eine gesellschaftliche Praxisrelevanz haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Projektbeschreibung: Umreißt die Ausgangslage, die pädagogischen Grundlagen der schülerzentrierten Integration und die spezifischen Ziele der Projektwoche.
2. Projektdurchführung: Erläutert die methodische Struktur der Wochenplanarbeit im Kontext des Rudersports und beschreibt die konkreten inhaltlichen Angebote der Projektwoche.
3. Projektauswertung: Reflektiert die organisationstechnischen Herausforderungen sowie die pädagogischen Ergebnisse der Zusammenarbeit auf Ebene der beteiligten Akteure.
4. Anhang: Enthält ergänzende Materialien wie Literaturquellen, organisatorische Dokumente, Arbeitsblätter und die Fotodokumentation.
Schlüsselwörter
Projektwoche, Rudersport, Sonderschule, Integration, Offener Unterricht, Wochenplanarbeit, soziales Lernen, Kooperation, Vereinssport, Inklusion, pädagogische Praxis, Gruppenfähigkeit, Sportvereine, Schulentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit beschreibt den Ablauf und die methodische Konzeption einer einwöchigen Projektwoche, in der Schüler einer Sonderschule den Rudersport in einem lokalen Verein kennenlernten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Kooperation zwischen Schule und Verein, die Anwendung offener Unterrichtsformen im Sport und die Förderung sozialer Kompetenzen bei Kindern mit Lern- und Verhaltensauffälligkeiten.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das primäre Ziel war die soziale Integration der Sonderschüler in den Verein durch das Angebot eines angstfreien Erlebnisfeldes und den Abbau von Hemmschwellen gegenüber außerschulischen Lernorten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einem pädagogischen Projektbericht, der durch eine Analyse der Wochenplanarbeit sowie eine Dokumentation der Durchführung und Auswertung (Evaluation) strukturiert ist.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verortung pädagogischer Konzepte sowie die detaillierte Darstellung der durchgeführten Aktivitäten, inklusive Regatta-Einblicken, Technikvermittlung und Rallye-Elementen.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Keywords sind Inklusion, Rudersport, Projektlernen und Vereinsentwicklung.
Warum spielt der Rudersport eine zentrale Rolle in der Integration?
Rudern erfordert Kooperation, soziale Interaktion und Gruppenfähigkeit, was den Schülern ermöglicht, soziale Systeme außerhalb der Schule in einem überschaubaren "kleinen System" zu erproben.
Wie wurde das Problem der fehlenden Vorerfahrung gelöst?
Durch eine methodische Differenzierung in der Wochenplanarbeit und den Einsatz von "RVL-Kids" als Mentoren konnten auch Anfänger sicher und individuell betreut in das Vereinsleben eingeführt werden.
- Quote paper
- Harald Krüger (Author), 2003, Ruderprojektwoche 2003: Integration von SonderschülerInnen in den Verein, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31742