Untersuchungsgegenstand der vorliegenden Ausarbeitung ist die Förderung der Sprache in der Schule mit besonderem Augenmerk auf SuS mit einer anderen Muttersprache. Im ersten Abschnitt wird auf die Heterogenität dieser Themenstellung bezuggenommen und die grundlegende Situation von Migration und Schule in der BRD dargestellt. Im Fokus stehen die Bildungslage und die Bildungsbe(nach)teiligung von SuS mit Migrationshintergrund.
Das zweite Kapitel beschäftigt sich mit der sprachlichen Ausgangslage von SuS mit einer anderen Muttersprache als Deutsch. Hierbei soll anhand von türkisch- und russischsprachigen SuS gezeigt werden, welche Schwierigkeiten beim Erwerb der Zweitsprache Deutsch entstehen können. Das dritte Kapitel befasst sich mit dem Thema Sprachförderung in der Schule. Zunächst werden die Entwicklungschancen von Sprachförderung aus integrationspädagogischer Sicht vorgestellt. Anschließend erfolgen die Darstellung der Rahmenbedingungen von Sprachförderung, sowie die ideale Unterrichtsgestaltung in heterogenen Lerngruppen.
Der letzte Unterpunkt des Hauptteils beschäftigt sich mit den sprachlichen Fördermaßnahmen im Unterricht. Eine kritische Auseinandersetzung mit den Fördermaßnahmen in Schule und ein Fazit runden die Ausarbeitung ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die heterogene Situation an deutschen Schulen
3. Sprachliche Ausgangslage von SuS mit Migrationshintergrund
3.1 Zweitspracherwerb
3.2 Problemfelder von türkischen SuS
3.3 Problemfelder von russischsprachigen SuS
4. Sprachförderung in der Schule
4.1 Rahmenbedingungen von Sprachförderung bei SuS mit Migrationshintergrund
4.2 Entwicklungschancen aus integrationspädagogischer Sicht
4.3 Unterrichtsgestaltung für heterogene Lerngruppen
4.4 Sprachförderung in den Kompetenzbereiche Hören, Sprechen, Schreiben und Lesen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten der Sprachförderung von Schülerinnen und Schülern (SuS) mit Migrationshintergrund an deutschen Schulen. Zentral ist dabei die Forschungsfrage, wie durch gezielte pädagogische Konzepte in verschiedenen Kompetenzbereichen der Spracherwerb erfolgreich gestaltet und bestehende Bildungsbenachteiligungen abgebaut werden können.
- Analyse der heterogenen Situation an Schulen und Auswirkungen der sozialen Herkunft.
- Untersuchung spezifischer sprachlicher Problemfelder von türkischen und russischsprachigen SuS.
- Evaluation von Rahmenbedingungen und integrationspädagogischen Ansätzen der Sprachförderung.
- Methodische Gestaltung des Unterrichts zur Förderung der Kompetenzen Hören, Sprechen, Schreiben und Lesen.
Auszug aus dem Buch
3.2 Problemfelder von türkischen SuS
Die meist gesprochene Sprache der Migranten in Deutschland ist Türkisch. Die türkische Sprache gehört zu den agglutinierenden Sprachen und unterscheidet sich somit wesentlich von allen europäischen Sprachen. Das Besondere im Türkischen bzw. an agglutinierenden Sprachen ist die grammatische Funktion. Sätze werden nämlich durch das Hinzusetzen von Affixen gebildet, welcher der Grund für die Entstehung von zu langen Wörtern ist.
Ein weiteres Merkmal der türkischen Sprache ist, dass der Wortstamm sich nicht ändert, wie im Deutschen (wissen-weiß-wusste-wüsste). Hingegen spielt die sogenannte Vokalharmonie eine große Rolle beim Anhängen der Endungen. Das hat zur Folge, dass türkische SuS oft andere Hör- und Sprechmuster als ihre deutschen Mitschüler haben. Außerdem besitzt die türkische Sprache neben den Präpositionen weder ein grammatisches Genus noch einen bestimmten Artikel. Durch das SOV Prinzip wird die Reihenfolge der Wortstellungen geregelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Untersuchungsgegenstand der Sprachförderung bei SuS mit einer anderen Muttersprache und führt in die Problematik des (funktionalen) Analphabetismus und der PISA-Ergebnisse ein.
2. Die heterogene Situation an deutschen Schulen: Dieses Kapitel thematisiert die ungleiche Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund und beleuchtet soziale sowie institutionelle Faktoren, die zu Benachteiligungen führen.
3. Sprachliche Ausgangslage von SuS mit Migrationshintergrund: Hier werden Barrieren beim Spracherwerb diskutiert und die Schwierigkeiten in der Zweitsprache Deutsch für türkisch- und russischsprachige SuS detailliert analysiert.
3.1 Zweitspracherwerb: Dieser Abschnitt beschreibt die Einflussfaktoren auf den simultanen und sukzessiven Spracherwerb bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern.
3.2 Problemfelder von türkischen SuS: Das Kapitel erläutert spezifische grammatische Unterschiede wie die Agglutination und Vokalharmonie sowie deren Auswirkungen auf den deutschen Spracherwerb.
3.3 Problemfelder von russischsprachigen SuS: Hier liegt der Fokus auf den Schwierigkeiten durch das kyrillische Alphabet, abweichende Lautsysteme und Unterschiede in der Satzstruktur zum Deutschen.
4. Sprachförderung in der Schule: Dieses Kapitel bildet den methodischen Teil und erörtert Ansätze zur Förderung der vier zentralen Kompetenzbereiche.
4.1 Rahmenbedingungen von Sprachförderung bei SuS mit Migrationshintergrund: Dieser Punkt kritisiert das Fehlen systematischer didaktischer Konzepte im Regelunterricht für den Bereich Deutsch als Zweitsprache.
4.2 Entwicklungschancen aus integrationspädagogischer Sicht: Hier wird die Bedeutung der Zweitsprache als Brücke zur Gesellschaft betont und die Notwendigkeit eines adaptiven Unterrichts für den Schulerfolg hervorgehoben.
4.3 Unterrichtsgestaltung für heterogene Lerngruppen: Dieses Kapitel stellt Strategien wie die innere Differenzierung und den reflexiven Umgang mit Heterogenität im lehrerzentrierten Unterricht vor.
4.4 Sprachförderung in den Kompetenzbereiche Hören, Sprechen, Schreiben und Lesen: Dieser Abschnitt liefert konkrete Übungsformen und Methoden zur Fehlertherapie sowie zur Förderung der mündlichen und schriftlichen Sprachproduktion.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit ganzheitlicher Förderkonzepte zusammen und appelliert an eine verbesserte Lehrerausbildung sowie eine stärkere Einbindung der Elternhäuser.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Deutsch als Zweitsprache, Migrationshintergrund, Heterogenität, Integrationspädagogik, Schriftspracherwerb, Sprachkompetenz, Bildungsbenachteiligung, Türkisch, Russisch, Zweitspracherwerb, Unterrichtsplanung, Fehleranalyse, Sprachsensibler Fachunterricht, Sprachbarrieren.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der sprachlichen Lernvoraussetzungen von Kindern mit Migrationshintergrund und diskutiert pädagogische Lösungsansätze für eine effektive Sprachförderung im schulischen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder umfassen die Heterogenität an deutschen Schulen, die Spezifika des Zweitspracherwerbs, sprachspezifische Herausforderungen für bestimmte Gruppen sowie Methoden zur Förderung der vier Kompetenzbereiche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Unterrichtsgestaltung und integrative Ansätze die sprachliche Kompetenz von SuS mit Migrationshintergrund gestärkt werden kann, um bessere Bildungschancen zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse aktueller Studien (u.a. PISA) und fachdidaktischer Konzepte zum Thema Deutsch als Zweitsprache und Sprachförderung.
Welche inhaltlichen Schwerpunkte bilden den Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sprachlichen Ausgangslage mit Fokus auf türkische und russischsprachige Schüler sowie die detaillierte Vorstellung von Methoden zur Förderung der Bereiche Hören, Sprechen, Schreiben und Lesen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zweitspracherwerb, Sprachförderung, Heterogenität, Integrationspädagogik und Bildungsbenachteiligung maßgeblich charakterisiert.
Warum stellt das Türkische besondere Anforderungen beim Deutschlernen?
Aufgrund der agglutinierenden Sprachstruktur, des Fehlens grammatischer Genera und des Artikels sowie der spezifischen Vokalharmonie ergeben sich strukturelle Unterschiede, die beim Transfer ins Deutsche zu Fehlerquellen führen können.
Welche Rolle spielt die Schriftsprache bei russischsprachigen SuS?
Hier bilden das kyrillische Alphabet als Hindernis, Unterschiede in der Artikulation von Lauten und die abweichende Satzlogik zentrale Schwierigkeiten, die in der Arbeit als Problemfelder identifiziert werden.
Was bedeutet "funktionaler Analphabetismus" in diesem Kontext?
Es bezeichnet Personen, deren Schriftsprachkenntnisse zwar vorhanden, aber für die Anforderungen des Alltags und der Schule nicht ausreichend sind, was laut Autor ein Problem für Kinder mit Migrationshintergrund verschärfen kann.
- Quote paper
- Elias Bern (Author), 2011, Schulische Sprachförderung von Schülern mit einer anderen Muttersprach als Deutsch. Problemfelder, Rahmenbedingungen und Chancen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317555