Das Projekt Weltethos. Ideen für die Unterrichtsgestaltung


Referat (Ausarbeitung), 2007

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Referat Fachdidaktik 13.06.2007

Das Projekt Weltethos

- Die Idee zu diesem Projekt geht zurück auf Professor Hans Küng, der 1990 ein Buch mit diesem Titel veröffentlicht hat
- In diesem Buch wird der Grundgedanke des Projekt entwickelt, dass die Religionen der Welt gemeinsam den Frieden der Menschheit herstellen können, wenn sie sich auf ein gemeinsames Ethos, einen gemeinsamen Grundkonsens über verbindende Werte, Maßstäbe und Grundhaltungen besinnen

„Niemand dürfte heute noch ernsthaft bestreiten: Eine Weltepoche, die anders als jede frühere geprägt ist durch Weltpolitik, Welttechnologie, Weltwirtschaft und Weltzivilisation, bedarf eines Weltethos. Das heißt: eines Grundkonsenses bezüglich verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen. Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft früher oder später das Chaos oder eine Diktatur. Keine bessere Weltordnung ohne ein Weltethos!“

Die Grundbotschaft des Projekt Weltethos lautet:

- Kein Frieden unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen
- Kein Frieden unter den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen
- Kein Dialog zwischen den Religionen ohne Grundlagenforschung in den Religionen

„Diese eine Welt braucht das eine Ethos, diese eine Weltgesellschaft braucht keine Einheitsreligion und Einheitsideologie, wohl aber einige verbindende und verbindliche Normen, Werte, Ideale und Ziele.“[1]

Mit Weltethos meinen wir keine neue

Weltideologie, auch keine einheitliche

Weltreligion jenseits aller bestehenden Religionen,

erst recht nicht die Herrschaft

einer Religion über alle anderen. Mit Weltethos

meinen wir einen Grundkonsens bezüglich

bestehender verbindender Werte,

unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher

Grundhaltungen.

Hans Küng fasst das Ziel bzw. das Programm eines solchen Weltethos unter der Parole „Planetarische Verantwortung“ zusammen:[2]

- nicht eine bloße Erfolgsethik, ebenso wenig eine reine Gesinnungsethik ist zukunftsfähig, sondern eine Verantwortungsethik
- konkret bedeutet das: Verantwortung der Weltgesellschaft für ihre eigene Zukunft, Verantwortung für Mitwelt, Umwelt, aber auch für die Nachwelt
- „Der Mensch muss sein menschliches Potenzial für eine möglichst humane Gesellschaft und intakte Umwelt anders ausschöpfen, als dies bisher der Fall war.“[3]
- Das erste große Resultat dieser Grundlagenforschung ist die „Erklärung zum Weltethos“, die das Parlament der Weltreligionen 1993 in Chicago verabschiedete
- Der Entwurf dazu stammte von Hans Küng sowie dem Institut für ökumenische Forschung der Universität Tübingen

Worum geht es in dieser Erklärung?

- Minimalkonsens für das friedliche Zusammenleben der Menschheit in der multikulturellen globalisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts
- Sie ist nicht auf bestimmte religiöse Überzeugungen festgelegt, es geht nicht um Missionierung und Werbung für bestimmte religiöse Ansichten, sondern die Erklärung kann auch von Atheisten akzeptiert werden
- Ziel: „eine Koalition von Glaubenden und Nichtglaubenden im Einsatz für eine Etablierung kulturübergreifend akzeptabler Werte“[4]

Wir aber als religiöse und spirituell orientierte

Menschen, die ihr Leben auf eine Letzte Wirklichkeit gründen und aus ihr in Vertrauen, in Gebet oder Meditation, in Wort oder Schweigen spirituelle Kraft und Hoffnung schöpfen, haben eine ganz besondere Verpflichtung für das Wohl der gesamten Menschheit und die Sorge um den Planeten Erde. Wir halten uns nicht für besser als andere Menschen, aber wir vertrauen darauf, daß uns die uralte Weisheit unserer Religionen Wege auch für die Zukunft zu weisen vermag.

In einer solch dramatischen Weltlage braucht die Menschheit nicht nur politische Programme und Aktionen. Sie bedarf einer Vision des friedlichen Zusammenlebens der Völker, der ethnischen und ethischen Gruppierungen und der Religionen in gemeinsamer Verantwortung für unseren Planeten Erde. Eine Vision beruht auf Hoffnungen, auf Zielen, Idealen, Maßstäben.

Diese aber sind vielen Menschen überall auf der Welt abhanden gekommen. Und doch sind wir davon überzeugt: Gerade die Religionen tragen trotz ihres Mißbrauchs und häufigen historischen Versagens die Verantwortung dafür, daß solche Hoffnungen, Ziele, Ideale und Maßstäbe wachgehalten, begründet und gelebt werden können.

Das gilt insbesondere für moderne Staatswesen: Garantien für Gewissens- und Religionsfreiheit sind notwendig, aber sie ersetzen nicht verbindende Werte, Überzeugungen und Normen, die für alle Menschen gelten, gleich welcher sozialen Herkunft, welchen Geschlechts, welcher Hautfarbe, Sprache oder Religion.

- Jede Religion ist aufgefordert ihren Beitrag für die Zukunft und das Überleben der Menschheit beizusteuern.

[...]


[1] Küng, Hans: Projekt Weltethos. München 1990. S.14.

[2] ebd. S.51.

[3] Küng, Hans: Projekt Weltethos. S.53.

[4] ebd. S.58.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das Projekt Weltethos. Ideen für die Unterrichtsgestaltung
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Katholisch-Theologisches Seminar)
Veranstaltung
Fachdidaktik
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V317575
ISBN (eBook)
9783668176287
ISBN (Buch)
9783668176294
Dateigröße
505 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
projekt, weltethos, ideen, unterrichtsgestaltung
Arbeit zitieren
Rebecca Weber (Autor), 2007, Das Projekt Weltethos. Ideen für die Unterrichtsgestaltung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317575

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