Die Bedeutung Stefania Wilczynksas für das Waisenhaus „Dom Sierot“


Hausarbeit, 2013

13 Seiten, Note: bestanden

Yannah Holzderber (Autor)


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung ... 2

2. Das Waisenhaus „Dom Sierot“ ... 3

3. Janusz Korczak ... 3

4. Stefania Wilczynska ... 5
4.1 Stefania Wilczynska als Mitarbeiterin Korczaks ... 5
4.2 Die Anfänge der Arbeit im Waisenhaus ... 6
4.3 Stefania Wilczynskas allgemeine Aufgaben im Waisenhaus ... 6
4.4 Die Kriegsjahre ... 7
4.5 Erweiterungen des Waisenhauses ... 7
4.6 Neue Tätigkeitsfelder ... 8
4.7 Stefania Wilczynskas Präsenz im Waisenhaus ... 8
4.8 Abgrenzung von Korczak ... 9
4.9 Beeinflussung durch die Reisen nach Palästina ... 9
4.10 Der Versuch sich zu distanzieren ... 10
4.11 Die Zeit des 2. Weltkriegs ... 10

5. Schluss ... 11

Literaturverzeichnis ... 12

1. Einleitung

Thema der folgenden Ausarbeitung ist es, die Bedeutung der Haupterzieherin des Waisenhauses „Dom Sierot“ für das alltägliche Leben und die Durchsetzung pädagogischer Grundprinzipien heraus zu filtern.

Ich möchte versuchen einen Überblick und Eindruck darüber zu verschaffen, welche tragende Rolle Stefania Wilczynska in dieser Einrichtung übernahm.

Stefania Wilczynska ist eine häufig vergessene, übersehene Mitarbeiterin Janusz Korczaks, welcher die Position des Direktors des Waisenhauses innehatte. In dieser Ausarbeitung werde ich versuchen, dem Leser einen Eindruck über die Bedeutung Stefania Wilczynskas zu verschaffen, denn auch wenn Janusz Korczak der Direktor des „Dom Sierot“ war und den pädagogischen „Leitfaden“ für den Umgang mit Kindern in seiner Einrichtung entworfen hatte, so war Stefania Wilczynska doch eine eigenständige Person, mit eigenen Vorstellungen und Ideen, die sie auch in das alltägliche Leben einbrachte.

Um die Rolle Stefania Wilczynskas im „Dom Sierot“ erfassen zu können braucht man einige Hintergrundinformationen, da ihr Leben eng mit dem Leben Janusz Korczaks und dem Waisenhaus verbunden war. Aus diesem Grund werde ich zu Anfang das Waisenhaus „Dom Sierot“ in einigen Worten darstellen. Darauf folgt eine Kurzbiografie Janusz Korczaks und in kürzester Form seine pädagogischen Grundansichten, da man die Bedeutung der Haupterzieherin des „Dom Sierot“ auch in Abgrenzung zu ihrem Direktor bedenken sollte.

Schließlich widme ich mich Stefania Wilczynska persönlich. Auch bei ihr werde ich erst einige Punkte zu ihrer Biografie erwähnen und danach ihr Leben und Wirken im Waisenhaus beschreiben, angefangen beim Einzug in das neu erbaute Waisenhaus, bis hin zu dem Tag an dem alle Bewohner des Waisenhauses aus dem Ghetto deportiert wurden.

2. Das Waisenhaus „Dom Sierot“

Um die Bedeutung Stefania Wilczynskas für das „Dom Sierot“ zu erkennen, muss man zuerst einiges über das Waisenhaus an sich erfahren.

Finanziert und unterstützt wurde das Waisenhaus durch die Gesellschaft „Hilfe für Waisen“.

1911 wurde das neu erbaute Waisenhaus eröffnet und Stefania Wilczynska, Janusz Korczak sowie 85 Kinder zogen in das noch nicht ganz fertig gestellte Gebäude ein.

Janusz Korczak arbeitete als Direktor des Waisenhauses, Stefania Wilczysnka als Haupterzieherin, desweiteren gab es eine Hausmutter, eine Köchin und einen Hausmeister.

Im Laufe der Zeit wuchs die Zahl der Bewohner an, etwa zwanzig neue Kinder wurden pro Jahr wurden aufgenommen. Aufgenommen wurden Waisen, Halbwaisen und Sozialwaisen. Allerdings waren die Kinder ausschließlich jüdischer Herkunft und es wurden nur „körperlich unversehrte“ Kinder aufgenommen. Wenn ein Kind im „Dom Sierot“ aufgenommen wurde, dann galt dies als Ehre und nicht als Diskriminierung.

Erbaut wurde das Dom Sierot in der Krochmalna-Straße in Warschau. Mit der Zeit wurde angebaut, erweitert, neues Gelände und neue Gebäude hinzugefügt. Mit der Gründung der Ghettos wurden die Bewohner des „Dom Sierot“ gezwungen ihr Heim zu verlassen und innerhalb der Grenzen des Ghettos umgesiedelt. Hier blieben Stefania Wilczynska, Korczak und die Kinder bis zu ihrer Deportation im Jahr 1942.

3. Janusz Korczak

Auch zu Janusz Korczak, der als Direktor des „Dom Sierot“ fungierte, sollte man sich einen kurzen Überblick veschaffen.

Der Name „Janusz Korczak“ ist ein Pseudonym unter welchem die Romane und Schriften von Henryk Goldszmit erschienen. Geboren wurde er am 22. Juli 1878 oder 1879, die genaue Jahreszahl ist nicht bekannt.

Korczak wuchs als Sohn eines angepassten, jüdischen Anwalts in einer zunächst recht wohlhabenden Familie auf. Allerdings verarmte seine Familie aufgrund einer Geisteskrankheit des Vaters und dessen Spielschulden. Korczak studierte Medizin und gab nebenher Unterricht um für sich, seine Mutter und seine Schwester den Lebensunterhalt zu verdienen. Bei diesen Unterrichtsstunden kam er in Kontakt mit der bürgerlichen Lebensweise und sein Interesse am Studium des Kindes wurde geweckt. Er verfasste verschiedene Bücher und pädagogische Schriften, durch welche er bekannt wurde und nutzte seinen Urlaub zwei Mal um in einem Ferienlager mitzuwirken.

Korczak vertrat einen für seine Zeit äußerst modernen Ansatz der Pädagogik, der sich zum Teil aus seinen Beobachtungen der verschiedenen Erziehungsweisen der wohlhabende, städtischen und der ländlichen Bevölkerung entwickelte.

So formulierte er unter anderem die drei Rechte des Kindes. Als erstes Recht fordert er „das Recht des Kindes auf seinen eigenen Tod“, wobei er hier der Überfürsorglichkeit einiger Eltern entgegenwirken wollte. Es ging ihm darum, dass man Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen lassen solle, sie raus gehen und spielen sollen, man sie nicht in einem Zimmer einsperren solle, aus lauter Angst dem Kind könne etwas zustoßen. Als zweites Recht formuliert er „das Recht des Kindes auf den heutigen Tag“ und als drittes „das Recht des Kindes so zu sein wie es ist“. Korczak baute in seinem Waisenhaus auf die Selbsterziehung der Zöglinge. (Quelle 1, S. 148)

Desweiteren vertrat er die Ansicht, dass man Kinder als selbstständige Menschen, mit eigenen Gedanken, Bedürfnissen und Wünschen wahrnehmen und respektieren sollte und sie nicht nur „unfertige Erwachsene“ seien.

Sein Wunsch, der allen seinen Erziehungszielen zugrunde lag, war es eine gerechtere Gesellschaft zu errichten.

1911 schließlich gab er seine gut laufende Arztpraxis auf und übernahm zusammen mit Stefania Wilczynska das Waisenhaus „Dom Sierot“, welches nach seinem Entwurf errichtet worden war.

[…]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung Stefania Wilczynksas für das Waisenhaus „Dom Sierot“
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Veranstaltung
Seminar
Note
bestanden
Autor
Jahr
2013
Seiten
13
Katalognummer
V317606
ISBN (eBook)
9783668167254
ISBN (Buch)
9783668167261
Dateigröße
599 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Korczak, dom sierot, Wilczynksa
Arbeit zitieren
Yannah Holzderber (Autor), 2013, Die Bedeutung Stefania Wilczynksas für das Waisenhaus „Dom Sierot“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317606

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