Diese Facharbeit beschäftigt sich mit den komplexen Zahlen. In der modernen Mathematik und Physik gehören diese zu elementaren Werkzeugen zur Lösung verschiedenster Probleme. Einerseits lassen sich viele Probleme und Gleichungen in den reellen Zahlen nicht lösen. Um eine Lösung zu erhalten ist es unausweichlich, den Zahlenbereich der reellen Zahlen zu dem der komplexen Zahlen zu erweitern. Andererseits werden die Lösungen vieler Aufgabenstellungen durch Einführung der komplexen Zahlen eleganter und kompakter.
Das Ziel dieser Facharbeit ist es, einen Überblick über die komplexen Zahlen und deren Verwendung zu geben. Dabei geht es zum einen darum, die Eigenschaften komplexer Zahlen und die Problematik, aus der sie entstanden sind, dem Leser verständlich machen. Zum anderen geht es darum, wie sich der Begriff der Differenzierbarkeit von den reellen Zahlen auf die komplexen Zahlen übertragen lässt und welche Folgerungen sich daraus ergeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Prolog
1.1. Begründung der Themenwahl
1.2. Zielsetzung der Facharbeit
1.3. Überblick über den Aufbau der Facharbeit
2. Einführung in die komplexen Zahlen
2.1. Hinführende Problematik
2.2. Die imaginäre Einheit i
2.3. Komplexe Zahlen als Mengen
2.4. Komplexe Zahlen als Körper
2.5. Historische Entwicklung
3. Darstellen der komplexen Zahlen
3.1. Grundlegendes zu komplexen Zahlen
3.2. Real- und Imaginärteil
3.3. Kartesische Darstellung in der Gaußschen Zahlenebene
3.4. Polare Darstellung in der Gaußschen Zahlenebene
3.5. Die Eulersche Formel
3.6. Das komplex Konjugierte
4. Rechnen mit komplexen Zahlen
4.1. Grundlegendes zum Rechnen mit komplexen Zahlen
4.2. Addition und Subtraktion komplexer Zahl
4.3. Multiplikation und Division komplexer Zahl
5. Komplexe und holomorphe Funktionen
5.1. Funktionentheorie komplexer Zahlen
5.2. Allgemeine lineare Funktion
5.3. Allgemeine quadratische Funktion
5.4. Differenzierbarkeit
5.5. Komplexe Differenzierbarkeit
5.6. Exkurs: Analysis im R2
5.7. Holomorphie ≙ Komplexe Differenzierbarkeit
5.8. Cauchy-Riemannsche partielle Differentialgleichungen
5.9. Physikalische Interpretation
5.9.1. Quellenfreiheit
5.9.2. Wirbelfreiheit
5.9.3. Maxwell-Gleichungen
6. Schluss
6.1. Verallgemeinerung durch Quaternionen
6.2. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit verfolgt das Ziel, die theoretischen Grundlagen der komplexen Zahlen sowie deren funktionentheoretische Anwendung und physikalische Bedeutung zu vermitteln, wobei insbesondere die Übertragbarkeit der Differenzierbarkeit untersucht wird.
- Historische Entwicklung und mathematische Einordnung komplexer Zahlen
- Geometrische Repräsentation und Rechenoperationen in der Gaußschen Zahlenebene
- Theorie holomorpher Funktionen und komplexe Differenzierbarkeit
- Anwendung der Cauchy-Riemannschen Differentialgleichungen in der Physik (Maxwell-Gleichungen)
Auszug aus dem Buch
3.4. Polare Darstellung in der Gaußschen Zahlenebene
Gerade haben wir gelernt, wie man den Punkt P(z) in der Gaußschen Zahlenebene mit Hilfe kartesischer Koordinaten beschreibt. Daneben gibt es aber noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die Darstellung mit polaren Koordinaten. Diese polaren Koordinaten sind der Abstand r vom Ursprung des Koordinatensystems zum Punkt P(z) und der mit der reellen Achse eingeschlossene Winkel φ des Punktes P(z). Unter Abbildung 4 ist eine grafische Darstellung mit polaren und kartesischen Koordinaten zu finden.
Bei komplexen Zahlen hat r die Länge des Betrages der komplexen Zahl und kann mit dem Satz des Pythagoras berechnet werden.
r = |z| = sqrt(a^2 + b^2)
Den Winkel φ bezeichnen wir als Argument arg(z) einer komplexen Zahl. Dieses kann mithilfe der trigonometrischen Gesetze berechnen.
φ = arg(z) = arctan(b/a) für a > 0
Zusammenfassung der Kapitel
Prolog: Einführung in die Relevanz komplexer Zahlen für Mathematik und Physik sowie Vorstellung der Zielsetzung und Struktur der Arbeit.
Einführung in die komplexen Zahlen: Motivation durch in reellen Zahlen unlösbare Gleichungen und Einführung der imaginären Einheit sowie der Körperstruktur.
Darstellen der komplexen Zahlen: Erläuterung der Gaußschen Zahlenebene, kartesische und polare Darstellung sowie die Eulersche Formel.
Rechnen mit komplexen Zahlen: Anwendung von Rechenoperationen unter besonderer Berücksichtigung der polaren Form zur effizienten Multiplikation und Division.
Komplexe und holomorphe Funktionen: Definition komplexer Funktionen, Untersuchung der Differenzierbarkeit, Einführung der Holomorphie und physikalische Anwendung auf Vektorfelder.
Schluss: Kurzer Ausblick auf die Verallgemeinerung mittels Quaternionen und Fazit der erarbeiteten Inhalte.
Schlüsselwörter
Komplexe Zahlen, Gaußsche Zahlenebene, Imaginäre Einheit, Holomorphe Funktionen, Differenzierbarkeit, Cauchy-Riemannsche Differentialgleichungen, Physikalische Interpretation, Vektorfelder, Maxwell-Gleichungen, Quellenfreiheit, Wirbelfreiheit, Eulersche Formel, Quaternionen, Mathematik, Funktionentheorie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen komplexer Zahlen, deren Darstellungsmöglichkeiten und der Übertragung des Begriffs der Differenzierbarkeit auf komplexe Funktionen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themenfelder sind die mathematische Definition der komplexen Zahlen, die Funktionentheorie, komplexe Analysis und die Anwendung dieser Konzepte in physikalischen Feldtheorien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Eigenschaften komplexer Zahlen verständlich zu machen und zu zeigen, wie sich die Differenzierbarkeit von reellen auf komplexe Funktionen ausweitet und welche physikalischen Konsequenzen dies hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine mathematisch-theoretische Ausarbeitung, die auf der Analyse mathematischer Definitionen, der geometrischen Veranschaulichung und der Herleitung physikalischer Zusammenhänge aus der Funktionentheorie basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Einführung in komplexe Zahlen, deren geometrische Darstellung (kartesisch/polar), das Rechnen mit diesen Zahlen sowie eine detaillierte Analyse holomorpher Funktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Komplexe Zahlen, Holomorphie, Gaußsche Zahlenebene und Cauchy-Riemannsche Differentialgleichungen charakterisiert.
Was zeichnet die Eulersche Formel in diesem Kontext aus?
Die Eulersche Formel ist zentral, da sie eine elegante Verbindung zwischen der algebraischen und der polaren Darstellung komplexer Zahlen schafft und exponentielle Schreibweisen vereinfacht.
Inwiefern sind Cauchy-Riemannsche Differentialgleichungen für die Physik relevant?
Sie erlauben es, physikalische Eigenschaften wie Quellenfreiheit und Wirbelfreiheit in Vektorfeldern direkt aus der komplexen Funktionentheorie abzuleiten, was für die klassische Elektrodynamik essenziell ist.
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- Christoph Fröse (Author), 2015, Komplexe Zahlen und Holomorphe Funktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317726