Übung zur Erstellung eines individuellen Förderplans auf der Grundlage des TRF und LSL im Rahmen der sonderpädagogischen Diagnostik für einen Schüler der Klasse 9.
Inhaltsverzeichnis
1. Beobachtungen der Lehrpersonen
1.1. Entwicklungsbesonderheiten
1.2. Spezifik des emotionalen und sozialen Verhaltens
1.2.1. Fähigkeiten, Stärken, Vorlieben
1.2.2. Schwierigkeiten, Probleme, Besonderheiten
1.2.3. Ergebnisse eines Screeningverfahrens
2. Förderliche und hemmende Bedingungen
2.1. in der Schule
2.2. in der Familie
2.3. in der Peer Group
2.4. anderes Umfeld
3. Ergebnisse und Interpretationen diagnostischer Verfahren je nach Einzelfall
4. Konkreter Lern- und Förderplan
4.1. Motorik - Fein- und Grobmotorik - Geschicklichkeit und Bewegungskoordination
4.2. Sozialverhalten - Selbstkontrolle - Konflikte aggressionsfrei lösen
4.3. Sozialverhalten - Kooperation - Teamfähigkeit im Unterricht
4.4. Deutsch - Lesen - Leseflüssigkeit verbessern und automatisieren
4.5. Kognition - produktives/ reproduktives Handeln - Selbständigkeit und Intelligenz fördern
5. weitere Empfehlungen und Förderhinweise
6. Unterstützungen anderer Leistungsträger (Jugendhilfe, Sozialhilfe, Gesundheitswesen, Schulträger, …)
7. Fazit
Zielsetzung und Themen
Ziel dieser Arbeit ist die Erstellung eines individuellen Förderplans für einen 15-jährigen Schüler der 9. Klasse mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf „Lernen“, basierend auf der diagnostischen Auswertung der Verfahren TRF (Lehrerfragebogen) und LSL (Lehrereinschätzliste für Sozial- und Lernverhalten).
- Analyse von Entwicklungsbesonderheiten in den Bereichen Sprache, Motorik und Wahrnehmung.
- Erfassung förderlicher und hemmender Bedingungen im schulischen und familiären Umfeld.
- Auswertung diagnostischer Verfahren zur Identifikation von Stärken und Schwierigkeiten.
- Ableitung konkreter pädagogischer Förderziele und Interventionsmaßnahmen.
- Empfehlungen zur ganzheitlichen Unterstützung durch weitere Leistungsträger.
Auszug aus dem Buch
Motorik
Der Schüler hat Entwicklungsschwierigkeiten in der Grob- und Feinmotorik. Seine allgemeine Geschicklichkeit ist weniger ausgeprägt. Er hat Schwierigkeiten beim Fangen von kleinen oder unförmigen Gegenständen. Er hat ebenfalls Probleme beim Gleichgewichtssinn (auf einem Bein stehen). Das Hüpfen fällt ihm aufgrund seiner körperlichen Besonderheiten (Größen- und Gewichtsauffälligkeiten) ebenfalls schwer. Bei rhythmischen Wiederholungsabläufen muss er sich sehr anstrengen. Seine Bewegungs- und Reaktionsschnelligkeit sind eingeschränkt. Er zeigt wenig Freude an Bewegung und Sport. Beim Gehen weist er eine etwas nach vorne gebückte Körperhaltung auf und hatte 7 Jahre lang speziell angefertigte orthopädische Schuhe (Fehlstellung der Füße).
Erst seit einem Jahr muss er diese nicht tragen. Auffällig sind seine schlaffe Körperhaltung und geringe Bewegungselastizität. Im Sportunterricht fehlt ihm häufig die Ausdauer. Das Bewältigen von Hindernissen und Höhen fallen ihm besonders schwer.
Feinmotorisch ist die Hand-Finger Geschicklichkeit weniger ausgeprägt. Im Umgang mit einer Schere ist er unsicher. Das Malen, Basteln oder Werken versucht er zu umgehen. Durch die Haltung des Füllers ist sein Schriftbild häufig etwas ungleichmäßig und schwer leserlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beobachtungen der Lehrpersonen: Beschreibt detailliert die Stärken und Schwierigkeiten des Schülers in den Bereichen Sprache, Motorik, Wahrnehmung, Kognition sowie sein Lern- und Sozialverhalten.
2. Förderliche und hemmende Bedingungen: Identifiziert Faktoren im schulischen, familiären und sozialen Umfeld, die den Lernprozess des Schülers positiv unterstützen oder negativ beeinflussen.
3. Ergebnisse und Interpretationen diagnostischer Verfahren je nach Einzelfall: Fasst die Auswertungen von standardisierten Fragebögen (TRF, LSL) zusammen, um den sonderpädagogischen Handlungsbedarf zu begründen.
4. Konkreter Lern- und Förderplan: Definiert gezielte Ist-Soll-Analysen und konkrete Maßnahmen für die Bereiche Motorik, Sozialverhalten, Lesen und Kognition.
5. weitere Empfehlungen und Förderhinweise: Bietet allgemeine pädagogische Empfehlungen zur ganzheitlichen Förderung, unter anderem zur Medienkompetenz und zur Zusammenarbeit mit Eltern und Therapeuten.
6. Unterstützungen anderer Leistungsträger (Jugendhilfe, Sozialhilfe, Gesundheitswesen, Schulträger, …): Behandelt die notwendige Vernetzung mit externen Hilfsangeboten und die Problematik der Informationsbeschaffung durch mangelnde Schweigepflichtsentbindungen.
7. Fazit: Reflektiert den Förderstatus des Schülers und empfiehlt aufgrund der diagnostischen Befunde eine erneute Überprüfung zur differenzierteren Förderplanung.
Schlüsselwörter
Sonderpädagogische Diagnostik, Förderplan, Förderbedarf Lernen, TRF, LSL, Sozialverhalten, Motorik, Wahrnehmung, Kognition, Inklusion, Schullaufbahn, Lehrereinschätzliste, emotionale Entwicklung, individuelle Förderung, Verhaltensauffälligkeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Es geht um die systematische Erstellung eines individuellen Förderplans für einen Schüler mit Förderbedarf „Lernen“ auf Basis diagnostischer Daten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen motorische, sprachliche, kognitive Entwicklung sowie insbesondere das emotionale und soziale Verhalten des Schülers.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, aus einer detaillierten Ist-Analyse konkrete pädagogische Maßnahmen abzuleiten, um den Schüler gezielt in seiner schulischen und persönlichen Entwicklung zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Beobachtungsprotokolle sowie standardisierte Testverfahren (TRF – Lehrerfragebogen, LSL – Lehrereinschätzliste) herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Beobachtung, die Analyse förderlicher/hemmender Bedingungen, die diagnostische Auswertung und die detaillierte Ausarbeitung des Förderplans.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind u.a. Förderplanung, sonderpädagogischer Förderbedarf, Sozialverhalten, Motorik und Diagnostik.
Warum wird eine erneute Überprüfung des Förderstatus empfohlen?
Da neben dem diagnostizierten Förderbedarf „Lernen“ auch der Verdacht auf Förderbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung besteht.
Wie geht der Schüler mit Kritik und Konflikten um?
Er zeigt eine sehr geringe Frustrationstoleranz, reagiert impulsiv bis aggressiv und kann schlecht mit Kritik oder Misserfolg umgehen.
Welche Bedeutung hat das Lernverhalten für den Schüler?
Das Lernverhalten ist eine der großen Stärken des Schülers; er zeigt ein hohes Erfolgsstreben, gute Arbeitshaltung und exzellente Gedächtnisleistungen.
Welche Rolle spielt die Familie im Förderplan?
Die Familie ist ein zentraler Faktor; während die Mutter unterstützend wirkt, erschweren häusliche Rahmenbedingungen (z.B. Medienkonsum) die Entwicklung, was eine enge Zusammenarbeit erfordert.
- Citation du texte
- Julia Steblau (Auteur), 2016, Erstellung eines individuellen Förderplans auf der Grundlage des TRF und LSL, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317887