Im Laufe des Lebens gehen wir alle durch “Höhen und Tiefen”. Das Gefühl nicht “richtig” oder “anders” zu sein, bewegen wir oft in unseren Herzen. Dabei stößt man auch auf das Persönlichkeitsmerkmal der Hochsensibilität, welches oft als negativ betrachtet wird. Besonders im Bereich der Sozialen Arbeit können die Menschen durch die Gabe der hohen Sensibilität und des Einfühlungsvermögens beruflich äußerst erfolgreich sein. Dennoch begegnen sie oft Schwierigkeiten im beruflichen Alltag.
Diese Arbeit soll einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen mit diesem Persönlichkeitsmerkmal als wertvolle Menschen mit einem besonderen Charakterzug erkannt und vor allem anerkannt werden. Daher beschäftigen sich die Autorinnen mit der Frage: “Wie kann man im sozialarbeiterischen Berufsalltag mit Hochsensibilität umgehen?” und beantworten was Hochsensibilität bedeutet und wie man zu diesem Merkmal in der Persönlichkeit kommt. Außerdem geben sie Tipps wie es möglich ist, einen angenehmen und professionellen Umgang mit hochsensiblen Klienten zu haben.
Aus dem Text:
Hochsensibilität
Soziale Arbeit
hochsensible Sozialarbeiter
biologische Besonderheiten
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Hochsensibilität
2.1 Biologische Besonderheiten
2.2 Unterschiede zu Normalsensiblen – vier Kriterien
2.3 Verschiedene Ausprägungen der Hochsensibilität
2.4 Fragebögen zur Selbsteinschätzung von Betroffenen
3 Hochsensibilität in der Vergangenheit und Heute
3.1 Bedeutung in der Geschichte
3.2 Entstehung des Konstruktes
3.3 Aktuelle Forschungen und Erkenntnisse
3.4 Präsenz in den Medien
4 Die Lebenswelt der Hochsensiblen Personen
4.1 Kindheit
4.2 Jugend
4.3 Erwachsenenalter
5 Hochsensible Personen im Berufsalltag
5.1 Der hochsensible Sozialarbeiter
5.1.1 Schwierigkeiten und Herausforderungen
5.1.2 Strategien und Ratschläge
5.2 Der hochsensible Klient
5.2.1 Die Hilfesuche
5.2.2 Neubewertung des Lebens
5.2.3 Möglichkeiten der Hilfe
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Persönlichkeitsmerkmal der Hochsensibilität und dessen Relevanz im Berufsfeld der Sozialen Arbeit, um aufzuzeigen, wie hochsensible Fachkräfte gesund arbeiten können und wie ein professioneller Umgang mit hochsensiblen Klienten gelingen kann.
- Definition und biologische Grundlagen der Hochsensibilität
- Die Lebenswelt hochsensibler Personen in verschiedenen Altersphasen
- Herausforderungen und Bewältigungsstrategien für hochsensible Sozialarbeiter
- Ansätze zur Unterstützung hochsensibler Klienten im Beratungskontext
- Reframing und Selbstfürsorge als zentrale Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
2.1 Biologische Besonderheiten
Da Hochsensible häufig zurückgezogen leben, dachten einige Persönlichkeitspsychologen, dass die Hochsensibilität eine Form von sozialer Angst ist. Doch neuere Studien bestärken Elaine Arons bereits 1997 entworfenes Konzept, welches annimmt, dass Hochsensibilität eine Persönlichkeitseigenschaft ist, die vererbt wird. Aufgrund einer Vielzahl von Studien, unter anderen mit eineiigen Zwillingen, ist man sich sicher, dass hochsensible Personen (HSP) bereits mit einem stärker an- und erregbaren Nervensystem geboren werden.
Studien an Säuglingen zeigten, dass es unter den Neugeborenen eine Gruppe gibt (auch hier die genannten 15 bis 20 Prozent), die stärker auf Reize reagiert, schwerer zu beruhigen ist und insgesamt weniger “belastbar” zu sein scheint. In zwei von drei Fällen ist die Hochsensibilität (HS) schon bei der Geburt vorhanden. Oft findet sich das Persönlichkeitsmerkmal bei einem Elternteil oder in den Generationen davor. Bei dem anderen Drittel wird die HS durch schwere Kindheitserlebnisse, seelische Verletzungen oder Traumata erworben. In unseren Ausführungen gehen wir grundlegend von der angeborenen HS aus. Es gibt also bestehende neurologisch-biologische Besonderheiten bei den hochsensiblen Menschen (HSM), die genetisch bedingt sind.
Von Hochsensibilität betroffene Menschen werden mit einem Nervensystem geboren, welches innere und äußere Reize sehr verstärkt wahrnimmt. Die Funktionsweise der neuronalen Netzwerke sind dabei sowohl genetisch bedingt, als auch von Erfahrungen mit der Umwelt geprägt, meint die Psychotherapeutin Andrea Brackmann. Die Grundanlage zur Empathie zum Beispiel ist genetisch vorhanden, kann aufgrund von stetem Benutzen noch verfeinert und erregbarer werden. Die Sensibilität ist ein Wesenszug und zählt damit zu den veränderlichen Persönlichkeitsmerkmalen eines Menschen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Alltagsherausforderungen hochsensibler Menschen anhand eines Praxisbeispiels und formuliert die zentrale Fragestellung zum Umgang mit Hochsensibilität in der Sozialen Arbeit.
2 Was ist Hochsensibilität: Dieses Kapitel definiert den Begriff wissenschaftlich, erläutert vier zentrale Kriterien sowie biologische Merkmale und stellt Fragebögen zur Selbsteinschätzung vor.
3 Hochsensibilität in der Vergangenheit und Heute: Hier werden die historische Bedeutung, die Entwicklung des Konstrukts durch Elaine N. Aron, aktuelle Forschungsergebnisse und die Präsenz des Themas in modernen Medien behandelt.
4 Die Lebenswelt der Hochsensiblen Personen: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung hochsensibler Menschen von der Kindheit über die Jugend bis ins Erwachsenenalter und diskutiert spezifische Herausforderungen in diesen Lebensphasen.
5 Hochsensible Personen im Berufsalltag: Dieser Hauptteil analysiert die berufliche Situation hochsensibler Sozialarbeiter, deren Schwierigkeiten, Bewältigungsstrategien sowie den Umgang mit hochsensiblen Klienten und deren Hilfesuche.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und unterstreicht, dass Hochsensibilität ein wertvolles Potenzial für die Gesellschaft und insbesondere die Soziale Arbeit darstellt.
Schlüsselwörter
Hochsensibilität, Sozialarbeit, Nervensystem, Reizüberflutung, Empathie, Persönlichkeitsmerkmal, Stressbewältigung, Beratung, Selbstfürsorge, Hochsensible Personen, Arbeitsalltag, Reflexion, Individuation, Prävention, Klienten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Hochsensibilität als einem angeborenen Persönlichkeitsmerkmal und beleuchtet dessen Auswirkungen auf das Leben und insbesondere auf den Berufsalltag in der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Biologie der Hochsensibilität, die lebensphasenspezifische Entwicklung, die beruflichen Belastungen im Sozialwesen sowie Strategien zur persönlichen und professionellen Resilienz.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Mehrwert hochsensibler Personen in der Gesellschaft und in helfenden Berufen aufzuzeigen und praktische Ansätze für einen gesunden Berufsalltag sowie eine effektive Beratung hochsensibler Klienten zu vermitteln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung wissenschaftlicher Studien zum Konstrukt der Hochsensibilität sowie der Analyse von Experteninterviews und praktischen Fallbeispielen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem hochsensiblen Sozialarbeiter, seinen spezifischen Herausforderungen (wie Burnout-Gefahr oder Mobbing) und den Möglichkeiten, sich durch Strategien wie "Persona"-Bildung oder Stressmanagement gesund zu erhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Hochsensibilität, Sozialarbeit, Reizüberflutung, Empathie, Selbstfürsorge und professionelle Abgrenzung.
Wie gehen hochsensible Menschen mit dem Leistungsdruck in der Sozialen Arbeit um?
Viele hochsensible Fachkräfte neigen dazu, sich durch ein hohes Verantwortungsbewusstsein selbst zu überfordern; die Arbeit empfiehlt daher Techniken zur professionellen Abgrenzung, Pausenmanagement und das Setzen von "Erfolgsankern".
Welche Rolle spielt die "Persona" im Arbeitsalltag?
Die "Persona" dient als hilfreiche psychologische Maske, die es hochsensiblen Menschen ermöglicht, in beruflichen Rollen zu agieren, ohne ihre eigene Sensibilität durch ständige emotionale Überforderung zu gefährden.
Warum ist eine Neudeutung der Vergangenheit (Reframing) für Klienten wichtig?
Durch das Reframing können betroffene Klienten ihre bisherigen negativen Erfahrungen in einem neuen Licht sehen, was zu einer Entlastung von Schamgefühlen führt und den Weg für eine aktive Gestaltung ihres Lebens ebnet.
- Arbeit zitieren
- Sina Muva (Autor:in), Christin Pallaske (Autor:in), 2015, Hochsensibilität als Persönlichkeitsmerkmal im Berufsfeld der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/317921