Inwiefern hat sich der Mann in den letzten Jahren und Jahrzehnten in seinem Verbraucherverhalten verändert? Welche Rollenbilder füllt er heute aus und welche unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche hat er im Vergleich zum weiblichen Geschlecht?
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der Frage, wie Unternehmen die Männer als Zielgruppe im 21. Jahrhundert besser erreichen können. Sie gibt Aufschluss darüber, welche geschlechtsspezifischen Maßnahmen ergriffen werden sollten, um den modernen Mann für die eigenen Produkte zu gewinnen.
Unternehmen sehen sich heutzutage häufig in stark umkämpften Märkten vielen Konkurrenten mit austauschbaren Produkten gegenüber. Der Wettbewerb um den Kunden wird bereits seit einigen Jahren immer mehr zu einem Kommunikationswettbewerb.
Der Kunde steht hierbei im Zentrum jeglicher Marketingaktivitäten und unterscheidet über Erfolg oder Untergang von Produkten und Marken. Dass der Kunde hierbei nicht zwanghaft männlich sein muss, ist den Unternehmen spätestens Mitte des 20. Jahrhunderts im Zuge der fortschreitenden Emanzipation und der damit einhergehenden steigenden Aktivität der Frau im Wirtschaftsleben bewusst geworden.
Über erste Forderungen nach Gleichberechtigung im sozialen, politischen und wirtschaftlichen Umfeld bis hin zum mutmaßlichen Jahrhundert der Frauen hat das „Female empowerment“ binnen weniger Jahrzehnte enorme Erfolge zu verzeichnen. Der Wandel der Frau in ihren gesellschaftlichen Rollen wurde von Unternehmen bisher mit Spannung verfolgt und Marketingaktivtäten daraufhin angepasst.
Beinahe unbemerkt blieb dabei die Tatsache, dass die Vertreter des anderen Geschlechtes ebenfalls einen Wandel durchlaufen haben und neue soziale Rollen ausfüllen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Vorgehensweise
2. Grundlagen des Gendermarketings
2.1 Erläuterungen wichtiger Begrifflichkeiten
2.1.1 Gender
2.1.2 Gender Mainstreaming
2.1.3 Gender Diversity
2.1.4 Gendermarketing
2.1.5 Männermarketing
2.2 Unterschiede zwischen den Geschlechtern
2.2.1 Biologische Unterschiede
2.2.2 Kognitive Unterschiede
2.2.3 Gesellschaftliche und kulturelle Unterschiede
3. Das Kommunikations- und Kaufverhalten der Männer
3.1 Der moderne Mann
3.2 Das männliche Kommunikationsverhalten
3.3 Männer als Zielgruppe der Unternehmenskommunikation
3.3.1 Das persönliche Kundengespräch
3.3.2 Die Ladengestaltung
3.3.3 Die eigene Homepage
3.3.4 Die Werbung
3.3.5 Die Produkte
3.4 Geschlechtsspezifisches Kaufverhalten
3.4.1 Der weibliche Kaufentscheidungsprozess
3.4.2 Der männliche Kaufentscheidungsprozess
3.4.3 Das Kaufinteresse-Modell nach Manazon
4. Geschlechtsspezifische Marketingaktivitäten in der Praxis
4.1 Coca-Cola
4.2 Modomoto/Outfittery
4.3 Red Bull
5. Erfolgsfaktoren für Männermarketing
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die Besonderheiten des Kommunikations- und Kaufverhaltens von Männern zu identifizieren und Erfolgsfaktoren für die Gestaltung von Marketingaktivitäten zu definieren, um Männer in ihren heutigen Rollen optimal als Zielgruppe zu erreichen.
- Grundlagen des Gendermarketings und geschlechtsspezifische Unterschiede
- Die Entwicklung des modernen Mannes und seine veränderten Bedürfnisse
- Analyse des männlichen Kommunikations- und Kaufverhaltens
- Strategien zur zielgruppengerechten Ansprache im Marketing und Vertrieb
- Praxisbeispiele für erfolgreiches Männermarketing
Auszug aus dem Buch
3.1 Der moderne Mann
Die Frau von heute ist „selbstständig, selbstbewusst und unabhängiger als je zuvor“. Sie hat sich schon lange von ihrer exklusiven Rolle als Mutter, Ehefrau und Hausfrau emanzipiert und erobert die Politik, Wirtschaft und Arbeitswelt. Bereits im Jahre 2012 lag die Frauenerwerbsquote der 15- bis 65-Jährigen bei 68%, lediglich neun Prozent unter der der Männer. Auch bei der Bildung scheint dem Vormarsch der Frauen keine Grenzen gesetzt zu sein. Der Anteil aller weiblichen Abiturienten in Deutschland dürfte bereits im Jahre 2020 bei 62% liegen. Selbst bei den Promotionen könnten die Frauen bis dahin die Männer mit 49% fast eingeholt haben. Eine erstaunliche Entwicklung, wenn man bedenkt, dass im Jahre 1980 nur jede fünfte Promotion eine weibliche Handschrift trug.
Die Ansprüche der Frauen an sich und an ihre männlichen Gegenüber haben sich im Laufe der Zeit drastisch gewandelt. Die moderne Frau versucht heute mitunter „Karrierefrau, Mutter, Hausfrau, Intellektuelle und Model zur gleichen Zeit“ zu sein. Ob sie auf Dauer in diesen vielfältigen Rollen parallel Erfolg hat wird die Zukunft zeigen müssen. Fakt ist aber, dass sie ambitioniert in Lebensbereiche vorstößt, die bisher nur den Männern vorbehalten war. Was wie ein erfolgreicher Feldzug der Frauen durch die Gesellschaft zu sein scheint, hat allerdings auch eine Kehrseite. Die Daseinsberechtigung der Männer scheint mehr und mehr zu schwinden. Sie scheinen nicht mehr benötigt zu werden in ihren Funktionen als Familienoberhaupt, welches das Einkommen sichert oder als Bildungselite, die das Land intellektuell antreibt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die veränderten Rollenbilder von Mann und Frau ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Identifikation männerspezifischer Bedürfnisse im Marketing.
2. Grundlagen des Gendermarketings: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Gender, Gendermarketing sowie Männermarketing und analysiert biologische, kognitive und soziokulturelle Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
3. Das Kommunikations- und Kaufverhalten der Männer: Dieser Hauptteil beleuchtet den modernen Mann, dessen Kommunikationsstil sowie spezifische Anforderungen an Kundengespräche, Ladengestaltung, digitale Auftritte und Produktgestaltung.
4. Geschlechtsspezifische Marketingaktivitäten in der Praxis: Anhand der Beispiele Coca-Cola, Modomoto/Outfittery und Red Bull wird die konkrete Umsetzung erfolgreicher Männermarketing-Strategien demonstriert.
5. Erfolgsfaktoren für Männermarketing: Das Kapitel fasst die wesentlichen Faktoren für eine erfolgreiche Markenführung und Ansprache der männlichen Zielgruppe zusammen.
6. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit einer geschlechtsspezifischen Ansprache und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung dieser Strategien in gesättigten Märkten.
Schlüsselwörter
Männermarketing, Gendermarketing, Konsumentenverhalten, Kommunikation, Kaufentscheidungsprozess, moderne Männerrollen, Gender Diversity, Marketing-Mix, Point-of-Sale, E-Commerce, Markenführung, Zielgruppenansprache, Produktdesign, Rollenbilder, Konsumentenpsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich das Verhalten und die Rollenbilder von Männern gewandelt haben und wie Unternehmen ihre Marketingstrategien anpassen können, um diese Zielgruppe effektiv anzusprechen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die theoretischen Grundlagen des Gendermarketings, das Kommunikations- und Kaufverhalten von Männern sowie praktische Strategien und Beispiele für ein zielgruppenorientiertes Marketing ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Identifikation von Besonderheiten im männlichen Konsumverhalten, um daraus Erfolgsfaktoren für Marketingaktivitäten abzuleiten, die Männer in ihren neuen gesellschaftlichen Rollen optimal erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle Studien, Literatur und marktforschungsrelevante Erkenntnisse aus den Bereichen Sozialwissenschaften, Psychologie und Marketing zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das männliche Kommunikationsverhalten, die Bedürfnisse von Männern bei Kaufentscheidungen sowie spezifische Anforderungen an die Unternehmenskommunikation in physischen Geschäften und im Internet erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Männermarketing, Gendermarketing, Konsumentenverhalten, Kommunikation, Kaufentscheidungsprozess sowie moderne Männerrollen.
Wie unterscheidet sich der männliche Kaufentscheidungsprozess vom weiblichen?
Männer agieren beim Einkauf meist zielorientiert, linear und faktenbasiert, während Frauen das Shopping häufig als sozialen Prozess erleben, bei dem emotionale Aspekte, Ästhetik und Beratung eine übergeordnete Rolle spielen.
Warum ist das "Curated Shopping" für Männer besonders attraktiv?
Da viele Männer den Einkauf von Bekleidung als lästige Pflicht empfinden, bietet Curated Shopping eine effiziente Lösung, bei der Experten die Auswahl übernehmen und der Kunde den zeitaufwändigen Prozess vermeidet.
Welche Bedeutung hat das "Produktgeschlecht" für den Unternehmenserfolg?
Die Studie zeigt, dass eine Konsistenz zwischen dem wahrgenommenen Geschlecht eines Produkts oder einer Marke und dem Käufergeschlecht essenziell ist, da eine zu große Diskrepanz häufig zur Ablehnung der Ware führt.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2015, Erfolgsfaktoren im Männermarketing. Das geschlechtsspezifische Kommunikations- und Kaufverhalten von Männern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318011