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Monstrosität im Mittelalter. Die "Melusine" Thürings von Ringoltingen

Título: Monstrosität im Mittelalter. Die "Melusine" Thürings von Ringoltingen

Trabajo Escrito , 2015 , 18 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Janine Simon (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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Für die Untersuchung des Monströsen im Mittelalter wurde die "Melusine" Thürings von Ringoltingen ausgewählt, anhand derer ein beispielhafter Überblick über unterschiedliche Interpretationen von Monstern und Monströsem gegeben werden soll. Es soll dabei untersucht werden, inwiefern ein Kontakt zwischen Menschen und "andersartigen" Wesen zustande kommen kann und ob es unmittelbar zu einem Konflikt innerhalb dieser Kombination kommen muss.

Im Mittelpunkt der Analyse soll zudem die Herangehensweise des Autors stehen, der mit Wortwahl und Dynamik in der Erzählung genau bestimmen kann, wie und wann sich das dargestellte Wesen als Monster herausstellt und wie dieses dabei beschrieben wird. Da Monster oft mit dem Bösen gleichgesetzt werden, gilt es auch zu untersuchen, ob das Andersartige als hässlich wahrgenommen wird und in diesem Zusammenhang sogar ethisch verurteilt wird. Thürings "Melusine" bietet auch ohne das Vorkommen von Riesen, Drachen oder anderen animalischen Wesen einen sehr guten Einblick in das Verständnis von Monstern im Mittelalter. Die geschickte Wandlung von der schönen Melusine zu einer bösen Schlange, einem schändlichen Wurm steht dabei exemplarisch für die unterschiedlichen Auffassungen von Übernatürlichkeit und Andersartigkeit.

Die Frage nach dem Monströsen in dem Werk Thürings versucht diese Ausarbeitung zu beantworten. Vor der Analyse einiger in diesem Zusammenhang elementarer Textstellen, soll zunächst der beschriebene Überblick über Monster im Mittelalter in das Thema einführen, um ein besseres Verständnis der später folgenden Textstellen zu gewährleisten. Im Anschluss daran, soll ein kurzer Exkurs zur Historie der sogenannten Melusinensage in die Thematik von Thürings Werk einführen. Ein kurzer Überblick über die Entstehungsgeschichte soll diesen Exkurs zusätzlich bekräftigen. Darauf folgend soll das Hauptaugenmerk dieser Arbeit auf der Analyse des Textes und für das Thema Monster relevante Textpassagen liegen. Diese sollen die unterschiedlichen Ansätze zur Findung eines Monstrositätskonzeptes verdeutlichen und zeigen, mit welcher Vielfalt man dem Monströsen in mittelalterlichen Texten begegnen kann. Abschließend wird in der Schlussbetrachtung bewertet, ob und inwieweit die "Melusine" tatsächlich als Beispiel für mittelalterliche Monstrosität dient.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung Monstrosität im Mittelalter

3. Entstehung der Melusinensage

4. Entwicklung vom Schönen zum Monströsen in der Melusine

4.1. Begegnung Reymunds mit der schönen Melusine

4.2. Das Versprechen

4.3. Wer ist die Melusine?

4.4. Die missgestaltenen Söhne

4.5. Die Entdeckung der Melusine

4.6. Reymunds Reue und die Melusine als „Tiermensch“

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis von Monstrosität im Mittelalter am Beispiel der Melusine von Thüring von Ringoltingen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie das „Andersartige“ und „Monströse“ in der Erzählung konstruiert, wahrgenommen und bewertet wird und ob ein Kontakt zwischen Menschen und solchen Wesen zwangsläufig in einem Konflikt endet.

  • Grundlagen der Monstrositätsforschung im Mittelalter
  • Die historische Genese und Bedeutung der Melusinensage
  • Analyse der narrativen Darstellung des Monströsen in Thürings Werk
  • Die Rolle des Körpers als Spiegel der Seele und Indiz für Andersartigkeit
  • Das Spannungsfeld zwischen christlicher Norm und übernatürlicher Erscheinung

Auszug aus dem Buch

4.2. Das Versprechen

Die Jungfrauw sprach: »Reymund / du solt mir zum ersten schweren bey Gott unnd seinem Leichnam / daß du mich zu einem Ehelichen Gemahel nemmen / und an keinem Sambstag mir nimmer nachfragen / noch mich ersuchen wœllest / weder durch dich selbs / noch dich lassen darauff weisen / daß du mich denn immer ersuchst / wo ich sey / was ich thu oder schaff / sondern mich den gantzen Tag unbekᵫmmert lassen wœllest. So will ich dir hinwider schweren und geloben / daß ich derselben und all mein Zeit und Tag / besonder auff denselbigen Tag an kein ende kommen will / das dir schælich oder unehrlich sey.«

Das Versprechen, dass Reymund geben sollte, ist eine weitere Andeutung des Übernatürlichen. Wieso darf Reymund sie an keinem Samstag suchen? Es ist für den Rezipienten schnell klar, dass etwas mit der Melusine nicht stimmen kann. Reymund, der sich wie beschrieben in einer seelisch schwierigen Verfassung befindet, bemerkt diese Auffälligkeit zunächst nicht. Gefesselt von der Vision eines guten Lebens durch die Melusine und zudem von Angst erfüllt, aufgrund der gleichzeitig ausgesprochenen Drohung:

Die Jungfraw sprach zu im: »Reymund / ist es sach / daß du mir nicht leistet oder heltest / das du mir gelobet unnd geschworen hast / so solt du mich warlich verlieren / und mich nimmermehr gesehen / und es wirdt darnach deinen Kindern und Erben fast mißgehen / und werden abnemmen an Land und Leuten / an Ehr und an Gut.«

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Monsterbegriffs im Mittelalter ein und definiert die methodische Ausrichtung der Analyse anhand der Melusine.

2. Einführung Monstrosität im Mittelalter: Dieses Kapitel erläutert die etymologische Herkunft des Monsterbegriffs und die theologische Einordnung des Monströsen als Teil der gottgewollten Schöpfung.

3. Entstehung der Melusinensage: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss über die literarische Überlieferung der Melusinensage vom 12. bis zum 15. Jahrhundert.

4. Entwicklung vom Schönen zum Monströsen in der Melusine: Der Hauptteil analysiert spezifische Textstellen, die den Wandel der Melusine von der schönen Erscheinung zum monströsen „Wurmschwanz“-Wesen sowie die Reaktionen der Umgebung beleuchten.

4.1. Begegnung Reymunds mit der schönen Melusine: Fokus auf die schicksalhafte erste Begegnung am Brunnen, die durch übernatürliches Wissen der Melusine geprägt ist.

4.2. Das Versprechen: Untersuchung des mysteriösen Ehevertrags und der damit verbundenen Drohungen als Vorausdeutung auf den späteren Bruch des Tabus.

4.3. Wer ist die Melusine?: Analyse der Identitätsfrage durch den Grafen und die Reflexion von Reymunds Wissenslücke bezüglich seiner Braut.

4.4. Die missgestaltenen Söhne: Erörterung der Geburt missgestalteter Kinder und deren Platzierung innerhalb der mittelalterlichen Gesellschaftsordnung.

4.5. Die Entdeckung der Melusine: Analyse der Schlüsselszene, in der Reymund durch das verbotene Beobachten im Bad die wahre, monströse Gestalt der Melusine erkennt.

4.6. Reymunds Reue und die Melusine als „Tiermensch“: Betrachtung der Verwandlung in einen „Tiermenschen“ und der theologischen Deutung von innerer Hässlichkeit als Konsequenz sündhaften Verhaltens.

5. Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst zusammen, dass Monster im Mittelalter nicht nur als Bedrohung, sondern als komplexes Symbol für das Übernatürliche und Fremde zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Monstrosität, Mittelalter, Melusine, Thüring von Ringoltingen, Andersartigkeit, Übernatürlichkeit, Monsterforschung, Tiermensch, Tabubruch, christliche Weltordnung, höfische Literatur, Erzähltextanalyse, symbolische Bedeutung, Missgestalt, Schöpfungstheologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das literarische Konzept des Monströsen im Mittelalter am Beispiel der Melusinen-Erzählung von Thüring von Ringoltingen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Konstruktion von Fremdheit, der Interpretation von Missgeburten sowie der Spannung zwischen menschlicher Normalität und übernatürlicher Andersartigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, einen Überblick über moderne Forschungsansätze zum Monströsen zu geben und aufzuzeigen, wie sich diese auf die spezifische Erzählung der Melusine anwenden lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Erzähltextanalyse angewandt, die durch historische und theologische Kontexte ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise zentrale Textstellen, von der ersten Begegnung bis hin zur Entlarvung der Melusine und der Beschreibung ihrer monströsen Nachkommen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Monstrosität, Andersartigkeit, Melusine, Tabubruch, Übernatürliches und mittelalterliche Schöpfungslehre.

Warum ist das Versprechen der Melusine für die Analyse so wichtig?

Das Versprechen fungiert als strukturelles Hauptelement der Erzählung, da es durch die Prolepse (Vorausdeutung) das spätere Scheitern der Beziehung und die monströse Wandlung der Melusine ankündigt.

Wie bewertet die Arbeit die Söhne der Melusine?

Die Arbeit stellt fest, dass die Söhne trotz ihrer physischen Missgestaltung gesellschaftlich akzeptiert wurden, was darauf hindeutet, dass das „Monströse“ im Mittelalter nicht zwangsläufig zur totalen Ausgrenzung führen musste.

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Detalles

Título
Monstrosität im Mittelalter. Die "Melusine" Thürings von Ringoltingen
Universidad
University of Frankfurt (Main)
Calificación
2,0
Autor
Janine Simon (Autor)
Año de publicación
2015
Páginas
18
No. de catálogo
V318045
ISBN (Ebook)
9783668172265
ISBN (Libro)
9783668172272
Idioma
Alemán
Etiqueta
monstrosität mittelalter melusine thürings ringoltingen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Janine Simon (Autor), 2015, Monstrosität im Mittelalter. Die "Melusine" Thürings von Ringoltingen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318045
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