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Das politische und kulturelle Klima in Mitteleuropa vor 100 Jahren im Spiegel der Zeitungsberichterstattung

Lassen sich in den Zeitungen „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ von 1913 Hinweise auf den drohenden Ersten Weltkrieg entdecken?

Title: Das politische und kulturelle Klima in Mitteleuropa vor 100 Jahren im Spiegel der Zeitungsberichterstattung

Term Paper , 2014 , 17 Pages

Autor:in: Markolf Waidele (Author)

History of Europe - Ages of World Wars
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In dieser Arbeit möchte ich zeigen, wie das politische Klima und die kulturelle Atmosphäre in der Zeit vom 21. - 27. Januar 1913 von den Zeitungen "Berliner Lokalanzeiger" und "Vorwärts" dargestellt wurden. Dazu werde ich auf zentrale Ereignisse und Berichterstattungen eingehen, die in beiden Zeitungen eine große Rolle gespielt haben und deshalb detailliert beschrieben wurden. Die Arbeit steht unter dem Thema "Das Porträt einer Woche". Vorher werde ich kurz allgemein auf Zeitungen als historische Quellen eingehen.

Teilweise schildern die Zeitungen besondere Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Dadurch wird ein umfangreicherer Standpunkt der Betrachtung eröffnet. Um diesen neuen Betrachtungswinkel einnehmen zu können, vergleiche ich die Darstellungen der beiden Zeitungen bezüglich ihrer Berichterstattung und versuche die markanten Unterschiede herauszuarbeiten. Dann wird einerseits deutlich, welche politische Richtung die jeweilige Zeitung vertritt, andererseits ergibt sich ein Bild der gesamten Berichterstattung, die dann auf die zentrale Fragestellung hinführt.

Zentrale Fragestellung: Lassen sich in den Zeitungen „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ in der Zeit vom 21. - 27. Januar 1913 Hinweise auf den drohenden ersten Weltkrieg entdecken?

Das Ziel dieser Arbeit besteht demnach darin, zu klären ob Vorzeichen des drohenden erste Weltkriegs in irgend einer Weise erkennbar waren. Die gewonnenen Informationen vergleiche ich dann mit der Darstellung, die W.J. Mommsen in seinem Buch „Der autoritäre Nationalstaat“ über das Jahr 1913 gibt. Abschließend fasse ich die gewonnen Eindrücke zusammen und beantworte die zentrale Fragestellung.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgehen und zentrale Fragestellung

3. Zeitungen als historische Quellen

4. Vergleichende Darstellung spezifischer Ereignisse im „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ vom 21. - 27. Januar 1913

4.1. Balkankrise

5. Bezugnahme der Ergebnisse auf die Darstellung W.J. Mommsens in „Der autoritäre Nationalstaat“

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Berichterstattung der Zeitungen „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ im Zeitraum vom 21. bis 27. Januar 1913, um zu analysieren, ob sich darin Anzeichen für den drohenden Ersten Weltkrieg identifizieren lassen und wie das politische Klima jener Zeit in der Presse gespiegelt wurde.

  • Analyse von Zeitungen als historische Primärquellen
  • Vergleichende Untersuchung der Berichterstattung zur Balkankrise
  • Gegenüberstellung unterschiedlicher politischer Perspektiven in der Presse
  • Einordnung der Befunde in die historische Forschung von W.J. Mommsen
  • Erforschung der Wahrnehmung internationaler Konflikte vor 1914

Auszug aus dem Buch

4. Vergleichende Darstellung spezifischer Ereignisse im „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ vom 21. - 27. Januar 1913

Bestimmte Ereignisse werden von den beiden dieser Arbeit als Grundlage dienenden Zeitungen durchaus sehr verschieden dargestellt. Eine Entwicklung zieht dabei besondere Aufmerksamkeit auf sich und wird deshalb genauer beschrieben werden.

4.1. Balkankrise

Im „Berliner Lokalanzeiger“ lesen wir in der Ausgabe vom 21. Januar 1913: „Schon die jüngsten Pressestimmen in Konstantinopel deuten darauf hin, dass die Pforte geneigt ist, den Balkanstaaten in ihren Forderungen so weit als nur irgend möglich entgegenzukommen. Die Friedenssehnsucht des Osmanischen Reichs hat sich noch verstärkt und die Türkei ist jetzt zu neuen Kompromissen bereit.“5 Darauf folgt ein Telegramm, das die Grundlage dieser Meldung bildet.

Im „Vorwärts“ lesen wir hingegen unter dem Stichwort „die Balkankrise“: Der Ministerrat hat sich für eine friedliche Lösung ausgesprochen […] ob freilich die friedliche Lösung rasch gefunden werden wird, ist mehr als zweifelhaft. Wahrscheinlich wird die Pforte noch eine Reihe Vorbehalte machen und die weiteren Verhandlungen blockieren […].“6 Während der „BL“ die Situation relativ neutral darstellt, wertet der „VW“ das geschehen stark und gibt sogar eine Prognose für die Zukunft. Er sieht das Einlenken der Osmanischen Regierung kritisch. Im folgenden wird im „VW“ von der Abtretung Adrianopels gesprochen. Dies ist eine zentrale Forderung an das Osmanische Reich. Der „VW“ berichtet von der geostrategischen Bedeutung Adrianopels für die Türkei und gibt dem Leser die Information, dass die Pforte diesen Standpunkt unter keinen Umständen preisgeben wird.7

Das relativiert das Entgegenkommen des Osmanischen Reiches und lässt es wie ein bloßes Spiel auf Zeit aussehen. Im „BL“ lesen wir nichts dergleichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Bedeutung der Presse als historische Quelle und begründet das Interesse an der zeitgenössischen Berichterstattung kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs.

2. Vorgehen und zentrale Fragestellung: Das Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand, die methodische Herangehensweise und die Forschungsfrage, ob Vorzeichen des kommenden Krieges in der ausgewählten Presse erkennbar waren.

3. Zeitungen als historische Quellen: Hier wird die Rolle der Presse als „vierte Gewalt“ und als Spiegel der politischen Kommunikation sowie die Notwendigkeit der Differenzierung zwischen verschiedenen Zeitungs-Gattungen diskutiert.

4. Vergleichende Darstellung spezifischer Ereignisse im „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ vom 21. - 27. Januar 1913: Dieses Kapitel vergleicht die tägliche Berichterstattung der beiden Zeitungen und arbeitet die unterschiedlichen, teils gegensätzlichen Sichtweisen auf die Balkankrise und den Regierungssturz in der Türkei heraus.

5. Bezugnahme der Ergebnisse auf die Darstellung W.J. Mommsens in „Der autoritäre Nationalstaat“: Die gewonnenen Erkenntnisse werden hier mit der geschichtswissenschaftlichen Analyse von Wolfgang Mommsen konfrontiert, um die Rolle von Eliten und gesellschaftlichen Strömungen im Vorkriegsdeutschland zu bewerten.

6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass in dem untersuchten Zeitraum keine direkten Hinweise auf den Ersten Weltkrieg in der Presse zu finden waren, jedoch eine hohe politische Anspannung und unterschiedliche Interpretationsmuster deutlich wurden.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, Berliner Lokalanzeiger, Vorwärts, Balkankrise, Zeitungsberichterstattung, Historische Quellen, Vorkriegszeit, Wolfgang Mommsen, Osmanisches Reich, Regierungssturz, Politische Kommunikation, Militarismus, Pressegeschichte, Adrianopel, 1913.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Zeitungsberichterstattung des „Berliner Lokalanzeigers“ und des „Vorwärts“ in der letzten Januarwoche 1913, um das politische Klima in Mitteleuropa kurz vor dem Ersten Weltkrieg zu untersuchen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Berichterstattung über die Balkankrise, der Regierungssturz im Osmanischen Reich sowie die Rolle der Presse als historische Quelle und Beeinflusser der öffentlichen Meinung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel besteht darin, herauszufinden, ob in der Presseberichterstattung der ausgewählten Woche konkrete Vorzeichen für den drohenden Ersten Weltkrieg erkennbar waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende Quellenanalyse von zwei Zeitungen unterschiedlicher politischer Ausrichtung vorgenommen, deren Ergebnisse anschließend mit der historischen Fachliteratur, insbesondere von Wolfgang Mommsen, in Bezug gesetzt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung der täglichen Nachrichten über die Balkankrise und den Putsch der Jungtürken in den beiden Zeitungen sowie der Einordnung dieser Befunde in das Konzept des „autoritären Nationalstaats“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem die Balkankrise, der Berliner Lokalanzeiger, der Vorwärts, die historische Medienanalyse, der Militarismus und die politische Stimmung im Jahr 1913.

Wie unterscheidet sich die Berichterstattung zwischen den beiden Zeitungen?

Der „Berliner Lokalanzeiger“ wird als eher neutral und abwartend beschrieben, während der „Vorwärts“ die Ereignisse stärker wertet, Prognosen wagt und vor einer „europäischen Katastrophe“ warnt.

Was schlussfolgert der Autor bezüglich der Vorhersehbarkeit des Ersten Weltkriegs?

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass zwar eine politisch angespannte Atmosphäre und ein Bewusstsein für militärische Aufrüstung herrschten, jedoch keine expliziten Vorzeichen auf den kommenden Ersten Weltkrieg in den Zeitungen dieser speziellen Woche erkennbar waren.

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Details

Title
Das politische und kulturelle Klima in Mitteleuropa vor 100 Jahren im Spiegel der Zeitungsberichterstattung
Subtitle
Lassen sich in den Zeitungen „Berliner Lokalanzeiger“ und „Vorwärts“ von 1913 Hinweise auf den drohenden Ersten Weltkrieg entdecken?
College
University of Potsdam
Author
Markolf Waidele (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V318126
ISBN (eBook)
9783668173422
ISBN (Book)
9783668173439
Language
German
Tags
klima mitteleuropa jahren spiegel zeitberichterstattung lassen zeitungen berliner lokalanzeiger vorwärts hinweise weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markolf Waidele (Author), 2014, Das politische und kulturelle Klima in Mitteleuropa vor 100 Jahren im Spiegel der Zeitungsberichterstattung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318126
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