Der Rechtspopulismus ist in Europa auf dem Vormarsch, in vielen EU-Staaten haben sich rechtspopulistische, oder gar rechtsextremistische Parteien etabliert, wirken in den Regierungen mit und erfreuen sich einer zunehmenden Wählerschaft. In engem Zusammenhang dazu stehen die Massenmedien. Verfolgt man die tägliche Medienberichterstattung, so könnte man trotz aller Negativberichte über Rechtspopulismus zu der These gelangen, dass dieser durch die besondere medientypische Aufarbeitung geradezu gefördert wird. Dieser Frage, nach der Rolle der Massenmedien beim Siegeszug der rechtspopulistischen Parteien quer durch Europa, soll im Laufe dieser Arbeit nachgegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Konkretisierung des Forschungsinteresses
2. Medien und Medienkritik
2.1 PEGIDA: Eine neue Form der Medienkritik
2.2 Massenmedien und der Umgang mit rechtspopulistischer Kritik
3. Rechtspopulismus in Zeiten von Medialisierung und Mediendemokratie
3.1 Rechtspopulisten und die sozialen Medien
4. Fazit und Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Massenmedien bei der Entstehung und dem Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die aktuelle politische Medienberichterstattung den Erfolg rechtspopulistischer Akteure in Europa begünstigt und welche wechselseitigen Abhängigkeiten zwischen Medienlogik und populistischem Auftreten bestehen.
- Wechselwirkung zwischen Medienberichterstattung und rechtspopulistischem Erfolg
- Die Rolle der Medienkritik, exemplifiziert an der PEGIDA-Bewegung
- Medialisierung von Politik und der Wandel zur Mediendemokratie
- Die Nutzung sozialer Medien durch rechtspopulistische Akteure als Gegenöffentlichkeit
- Ethische Verantwortung und Neutralitätsanspruch des Journalismus
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Rechtspopulismus ist in Europa auf dem Vormarsch, in vielen EU-Staaten haben sich rechtspopulistische, oder gar rechtsextremistische Parteien etabliert, wirken in den Regierungen mit und erfreuen sich einer zunehmenden Wählerschaft. Fremdenfeindliches Gedankengut verbreitet sich und wird salonfähig, rassistische Parolen, die früher nur hinter vorgehaltener Hand in bestimmten Kreisen ausgetauscht wurden, sind jetzt nicht nur in Deutschland auf sogenannten „Spaziergängen“ zu hören. Der Aufstieg von rechten Parteien ist mittlerweile in Frankreich, Österreich, Niederlande und Großbritannien zu beobachten, zudem neuerdings auch in der Schweiz und Polen, sowie schon seit längerem in Italien, Ungarn und einigen skandinavischen Staaten. In engem Zusammenhang dazu stehen die Massenmedien. Politik und Medien standen schon immer in einem besonderen Verhältnis, die wechselseitige Bedingung wurde bereits in mehreren Studien analysiert und nachgewiesen. Marcinkowski (Vgl. 2009: 37f.) spricht von einer zunehmend engeren Kopplung zwischen Massenmedien und Politik, was seiner Auffassung nach gesellschaftsstrukturell bedingt ist, da die Politik vermehrt auf die Akzeptanz eines öffentlichen Publikums angewiesen ist. Doch auch Medien, die laut Wymann (Vgl. 1995: 9f.) aufgrund ihrer Vermarktungsstrategien als Unternehmen betrachtet werden können, sind auf Zuspruch aus der Bevölkerung angewiesen. In Bezug auf die besondere Thematik von rechtspopulistischen Parteien und die Rolle der Medien rückt der Fokus vielmehr auf den Kommunikationsstil populistischer Akteure, der den massenmedialen Aufmerksamkeitsregeln besonders affin zu scheinen scheint. (Vgl. Diehl, 2012)
Verfolgt man die tägliche Medienberichterstattung, so könnte man trotz aller Negativberichte über Rechtspopulismus zu der These gelangen, dass dieser durch die besondere medientypische Aufarbeitung geradezu gefördert wird. (Vgl. Mayer, 2006: 86f.) Populisten lieben mediale Aufmerksamkeit und scheinen es zu ihrem Vorteil zu nutzen, von der medialen Darstellung der eigenen Person zu profitieren. Tatsächlich lassen sich gewisse Gemeinsamkeiten zwischen massenmedialer Kommunikation und Logik des Populismus feststellen. Personalisierung, Komplexitätsreduktion, Dramatisierung und Emotionalisierung können als Schnittmenge in beiden Fällen genannt werden. (Vgl. Diehl, 2012) Ebenso wie rechtspopulistische Parteien versuchen Massenmedien Überzeugungsarbeit zu leisten und die eigene Sichtweise als „die Richtige“ zu verkaufen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema des Rechtspopulismus in Europa ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses der Massenmedien auf diesen politischen Aufstieg.
2. Medien und Medienkritik: Dieses Kapitel analysiert das Interaktionsverhältnis zwischen Medien und Politik sowie die zunehmende Medienkritik durch Bewegungen wie PEGIDA.
3. Rechtspopulismus in Zeiten von Medialisierung und Mediendemokratie: Hier wird untersucht, wie sich die Medialisierung und die spezifischen Bedingungen der Mediendemokratie auf populistische Strategien sowie die Nutzung digitaler sozialer Medien auswirken.
4. Fazit und Schlusswort: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die gegenseitige Abhängigkeit von Medien und rechtspopulistischen Akteuren in einem komplexen Mediensystem.
Schlüsselwörter
Rechtspopulismus, Massenmedien, Medialisierung, Mediendemokratie, Medienkritik, PEGIDA, Soziale Medien, Politische Kommunikation, Lügenpresse, Agenda-Setting, Populismus, Meinungsbildung, Pressefreiheit, Demokratie, Partizipation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wechselseitigen Beziehung zwischen Massenmedien und rechtspopulistischen Bewegungen sowie Parteien in Europa.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind der Medieneinfluss auf politische Prozesse, die Rolle der sozialen Medien als alternative Informationskanäle und die Kritik an der klassischen Berichterstattung.
Welche Forschungsfrage steht im Zentrum?
Die Arbeit geht der Kernfrage nach, inwiefern die politische Medienberichterstattung den Erfolg rechtspopulistischer Parteien aktiv begünstigt oder durch ihre Logik fördert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Forschungsstandanalyse, die theoretische Ansätze mit aktuellen medialen Entwicklungen und Fallbeispielen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der Medienkritik (am Beispiel PEGIDA), eine theoretische Auseinandersetzung mit der Mediendemokratie und die Rolle der sozialen Medien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rechtspopulismus, Medialisierung, Soziale Medien und das Spannungsfeld zwischen Medienberichterstattung und demokratischer Meinungsbildung.
Welche Rolle spielt der Begriff „Lügenpresse“ in der Arbeit?
Der Begriff wird als zentrales Element der Medienkritik von rechtspopulistischen Akteuren analysiert, um zu verstehen, wie diese Bewegungen eine Gegenöffentlichkeit konstruieren.
Wie bewertet die Arbeit den Einfluss der sozialen Medien?
Die sozialen Medien werden als Werkzeug identifiziert, das es rechtspopulistischen Gruppen ermöglicht, klassische Medien zu umgehen und ihre Anhängerschaft effizient zu mobilisieren.
- Citation du texte
- Leonard Laurig (Auteur), 2016, Medienpopulismus. Die Rolle der Massenmedien beim Aufstieg rechtspopulistischer Bewegungen und Parteien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318155