Eine Darstellung der Exchange Taded Funds (ETFs). Entstehung und Entwicklung


Seminararbeit, 2016

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung und Überblick der Seminararbeit

2. Exchange Traded Funds (ETFs)
2.1. Entstehung und Entwicklung von ETFs
2.2. Was sind ETFs und wie funktioniert dieses Produkt
2.3. Unterschied zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds

3. Exchange Traded Products (ETPs)

4. Abschließende Beurteilung und zukünftiger Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Entwicklung des ETF-Segments

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Unterschied zwischen aktiver und passiver Strategie

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung und Überblick der Seminararbeit

Die amerikanische Investmentbank Lehman Brothers meldete im September 2008 Konkurs an. Die Auswirkungen waren fatal. Das Finanzsystem drohte zu kollabieren. Die Finanzkrise hatte sich rasend schnell international ausgeweitet. Die Börsen gingen auf Talfahrt. Angst und Panik brach aus. Die massiven Kursrückgänge verdeutlichten vielen privaten als auch institutionellen Anlegern, dass eine Geldanlage in Einzeltitel ohne Diversifikation (Asset Allocation) mit erheblichen Risiken verbunden ist. Aufgrund der hohen Kapitalverluste hatte sich bei vielen Investoren das Anlageverhalten verändert. Sie waren sehr verunsichert, vorsichtig, zurückhaltend und haben das Vertrauen in die Anlageprodukte verloren. Die Risikobereitschaft der Kunden ging stark zurück. Manch ein Anleger musste sich eingestehen, sein Risiko deutlich überschätzt zu haben.

Die Erzielung nachhaltiger Renditen ist aufgrund der aktuellen Kapitalmarktverhältnisse schwerer denn je. Die Kurse gehen nicht nur steil nach oben. Eine Anlage ist auch mit Risiken verbunden. Die Anleger sind auf der Suche nach Sicherheit.

Eine Möglichkeit der Risikosenkung ist die Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen. Das Risiko hängt somit nicht nur von einer Einzelanlage ab, sondern von der Kombination des gesamten Portfolios. Das ist die Grundlage des Risikomanagements. Eine erfolgreiche Vermögensanlage beruht auf dem Grundprinzip der Diversifikation.

Welche Produkte eignen sich zur Risikoreduzierung eines Anlageportfolios im Rahmen der Asset Allocation?

Eine Möglichkeit ist die Investition in Exchange Traded Funds (ETFs). ETFs sind börsengehandelte Fonds und bilden einen Index möglichst genau ab. Sie werden auch als passiv gemanagte Indexfonds bezeichnet. Dieses Produkt ist sehr breit diversifiziert, transparent, kostengünstig, flexibel und leicht verständlich. Ein Produkt mit vielen Vorteilen für konservative Anleger. Das Risiko wird minimiert und die Rendite maximiert. Eine wichtige Anlagestrategie um dem Anleger eine optimale Wertentwicklung unter Berücksichtigung des Risikos zu ermöglichen. Angesichts der Rahmenbedingungen spielt die Auswahl der richtigen Zusammensetzung des Portfolios eine immer bedeutendere Rolle.

Zu Beginn der Seminararbeit wird ein geschichtlicher Rückblick vorgenommen. Auf die Entstehung und die bisherige Entwicklung von ETFs wird eingegangen. Im weiteren Verlauf wird erläutert was ETFs sind und wie sie funktionieren. Des Weiteren wird eine Gegenüberstellung zwischen aktiv gemanagten Investmentfonds und passiv gemanagten Indexfonds vorgenommen und die Unterschiede werden dargestellt. Da die ETFs immer stärker an Bedeutung gewinnen werden die verwandten Exchange Traded Products (ETPs) vorgestellt. Mit einer abschließenden Beurteilung und einem Ausblick in die Zukunft endet die Seminararbeit.

2. Exchange Traded Funds (ETFs)

2.1. Entstehung und Entwicklung von ETFs

Der französische Mathematiker Louis Bachelier untersuchte Aktienkurse und stellte fest, dass die Chance besser als der Markt zu sein, bei genau 50 Prozent lag. Weiterentwickelt wurde diese Feststellung in der Modern Portfolio Theory, von dem amerikanischen Ökonomen Harry Max Markowitz, im Jahre 1952. Dafür bekam er 1990 den Wirtschaftsnobelpreis. Durch die Diversifikation wird das zur Verfügung stehende Kapital auf das Universum der möglichen Anlageprodukte aufgeteilt. Die bedeutendste Erkenntnis liegt in der Aussage, dass sich das Risiko durch Diversifikation reduzieren, aber nicht ausschließen lässt.[1] Das negative Risiko einer Anlage wird durch die positive Entwicklung einer anderen Anlage ausgeglichen. Die bestmögliche Risikoreduzierung wird erreicht, wenn sich die Anlageklassen des gesamten Portfolios möglichst unabhängig voneinander entwickeln. Ziel dabei ist, die Rendite zu maximieren und das Risiko zu minimieren. Dies ist die finanzwissenschaftliche Grundlage der Risikodiversifizierung für ein optimales Portfolio.

Im Jahr 1971 entwickelten William Sharpe und Bill Fouse bei Wells Fargo den ersten Indexfonds (den Samsonite Pension Fund) für institutionelle Investoren.[2] Abgebildet hat dieser Indexfonds die damals 1.500 Einzelwerte welche an der New York Stock Exchange gelistet waren. Einmal täglich konnte der Fonds zum festgelegten Preis gehandelt werden. Die Privatanleger mussten nicht lange warten, denn im Jahr 1975 legten John Bogle und Burton Malkiel den ersten indexbasierten Publikumsfonds, den Vanguard 500 Indexfonds, auf. Der erste erfolgreiche Exchange Traded Funds Standard & Poors Depositary Receipt startete 1993 an der American Stock Exchange. Er wird in der Finanzbranche auch Spider genannt. Dieser konnte während der gesamten Börsenöffnungszeit gehandelt werden.

Am 11. April 2000 startete an der Frankfurter Börse das ETF-Segment als erste ETF Plattform in Europa mit zwei ETFs auf die europäischen Indizes Euro Stoxx 50 und Stoxx 50 sowie 2001 der erste DAX-ETF. Die Produktvielfalt stieg rasant an. Die Anzahl der in Deutschland zum Börsenhandel zugelassenen ETFs hat am 22. August 2012 die 1.000er-Marke überschritten.[3]

Weltweit gibt es inzwischen mehr als 6.000 ETFs mit einem gemeinsamen Vermögen von mehr als drei Billionen Dollar.[4] Durch das starke Wachstum stieg auch die Anzahl der Anbieter. Weltweit zählen die ETF-Marktforscher 271 ETF- und ETP-Anbieter in 51 Ländern und an 63 Börsen.[5] Der größte Anbieter ist das Investmenthaus Blackrock mit seiner Tochter iShares, gefolgt von Société Générale (Lyxor Asset Management), Deutsche Bank (db X-trackers) und der Commerzbank (Comstage).

Die nachfolgende Abbildung zeigt die Entwicklung des ETF-Segments der Deutschen Börse von 2002 bis 2015.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entwicklung des ETF-Segments

Quelle: Deutsche Börse AG, Xetra: Die führende Handelsplattform für ETFs in Europa, Mai 2015, S. 4

Das Segment ist konstant gewachsen. Seit der Einführung hat sich die Zahl der Listings bis Mai 2015 auf 1.070 ETFs erhöht, ebenso stieg das Fondsvermögen mit einer jährlichen Wachstumsrate von 75 Prozent deutlich von anfangs 400 Millionen Euro auf 348,7 Milliarden Euro.[6]

Die Produktpalette wird ständig erweitert. Neben Produkten auf die gängigen Aktien-, Geldmarkt- und Rentenindizes existieren ETFs auf eine Fülle von Spezialsegmenten, Anlageklassen, Regionen, Branchen und Marktnischen inklusive Rohstoffe, Immobilien, Short-Strategien, Währungen und Alternative Investments.[7] In den kommenden Jahren wird die Ausweitung des Spektrums an Investmentstilen und Anlageklassen deutlich zunehmen.

2.2. Was sind ETFs und wie funktioniert dieses Produkt

Die Möglichkeit der schnellen, transparenten und kostengünstigen Anlage in verschiedenste Indizes hat die schnell steigende Popularität von ETFs (Exchange Traded Funds, lt. einem Werbespruch steht das Kürzel auch für „Einfach, Transparent, Flexibel“) auch am deutschen Markt begünstigt.[8]

Eine Möglichkeit zur Abbildung eines Index sind die Swap-basierenden Fonds (wird auch synthetischer Ansatz genannt). Dies erfolgt durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Der Index wird nicht auf direktem Weg durch Erwerb der enthaltenen Wertpapiere nachgebildet, sondern indirekt über eine oder mehrere Swap-Vereinbarungen.[9] Die Finanzkrise hat bei den Anlegern jedoch das Bewusstsein für mögliche Gegenparteirisiken in ETFs geschärft und hat somit zu einer Verschiebung der Anlegerneigung zugunsten der ETFs mit physischer Indexabbildung geführt.

Die Physisch-replizierende Fonds investieren im gleichen Verhältnis in die Basiswerte, wie sie in dem Index enthalten sind. Die Zusammensetzung des Fonds entspricht dem zugrunde liegenden Index.[10] Es können Performance-, als auch Kursindizes abgebildet werden. Der wesentliche Unterschied besteht in der Handhabung von Zins- und Dividendenzahlungen der im Index enthaltenen Instrumente.[11] Bei Performance-Indizes werden sämtliche Erträge aus Dividenden und Zinszahlungen in das Indexportfolio reinvestiert. Bei Kursindizes wird die eigentliche Kursentwicklung gemessen, bereinigt um die Erträge.

Das Ziel ist bei beiden Strategien dasselbe. Möglichst genau den Index abzubilden. Die Abweichung (Tracking Error) zwischen der Kursentwicklung des ETFs und dem Verlauf des Index soll so gering wie möglich sein. Je niedriger der Wert ist umso ähnlicher verläuft die Wertentwicklung des Fonds zur Entwicklung des Index. ETF-Emittenten geben täglich die Zusammensetzung des Indexfonds bekannt. Die Anleger wissen zu jedem Zeitpunkt worin sie investiert sind. ETFs garantieren eine hohe Risikodiversifikation eines ausgewählten Marktes. Mit einer einzigen Transaktion kann ein Anleger auf einen ganzen Markt setzen.

[...]


[1] Vgl. C. Hecher, Anlegen wie die Profis mit ETFs, 2. Auflage, München 2015, S. 13

[2] Vgl. R. Götte, Exchange Traded Funds (ETFs), Grundlagen, Funktionsweise und praktischer Einsatz, Das 1 * 1 der Exchange Traded Funds, 1. Auflage, Stuttgart 2010, S. 129

[3] Vgl. C. Hecher, Anlegen wie die Profis mit ETFs, 2. Auflage, München 2015, S. 12

[4] Vgl. Deutsche Börse AG / Focus Money, ETF Magazin, Ausgabe 04, Dezember 2015, S. 6

[5] Vgl. Deutsche Börse AG / Focus Money, ETF Magazin, Ausgabe 04, Dezember 2015, S. 6

[6] Vgl. Deutsche Börse AG, Xetra: Die führende Handelsplattform für ETFs in Europa, Mai 2015, S. 4

[7] Vgl. S. Günther / C. Moriabadi / J. Schulte / H. Garz, Portfolio-Management, Theorie und Anwendung, 5. Auflage, Frankfurt am Main 2012, S. 163

[8] Vgl. S. Günther / C. Moriabadi / J. Schulte / H. Garz, Portfolio-Management, Theorie und Anwendung, 5. Auflage, Frankfurt am Main 2012, S. 163

[9] Vgl. Deutsche Börse AG, Xetra: Die führende Handelsplattform für ETFs in Europa, Mai 2015, S. 12

[10] Vgl. Dipl.-Wirtsch. A. L. Roberts / Dr. R. Mosena / Dr. E. Winter, Gabler Wirtschaftslexikon, Bf-E, 17. Auflage, Wiesbaden 2010, S. 1013

[11] Vgl. Deutsche Börse AG, Xetra: Die führende Handelsplattform für ETFs in Europa, Mai 2015, S. 12

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Eine Darstellung der Exchange Taded Funds (ETFs). Entstehung und Entwicklung
Hochschule
Frankfurt School of Finance & Management
Veranstaltung
Bankbetriebswirt
Note
1,0
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V318224
ISBN (eBook)
9783668175303
ISBN (Buch)
9783668175310
Dateigröße
434 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exchange, Traded, Funds, ETFs, Portfoliomanagement, Bankbetriebwirt, Frankfurt School
Arbeit zitieren
Jennifer Flattich (Autor), 2016, Eine Darstellung der Exchange Taded Funds (ETFs). Entstehung und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318224

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