Aufbau und Ziele der Erlösrechnung


Hausarbeit, 2016

16 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemkontext
1.2 Ziel der Arbeit
1.3 Untersuchungslayout

2 Definition und Abgrenzung
2.1 Begriffliche Abgrenzung
2.2 Einordnung der Erlösrechnung

3 Gestaltung der Erlösrechnung
3.1 Beschreibung der Erlösrechnung
3.2 Erlösartenrechnung
3.3 Erlösstellenrechnung
3.4 Erlösträgerrechnung
3.5 Erlösquellenrechnung

4 Erfolgsrechnung

5 Fazit

Literaturverzeichnis

Vorwort

Für den unternehmerischen Fortschritt ist die Prüfung von Kosten und Erlösen notwendig. Ohne Verständnis für die eigenen Kosten und Erlösen können Unternehmen langwierig nicht erfolgreich sein. Erlösrechnungen werden auch in anderen Bereichen benötigt. Dies gilt vor allem für das Controlling, aber auch für Produktion und Vertrieb.

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gesamtkostenverfahren

1 Einleitung

In diesem Abschnitt wird der Problemkontext für diese Arbeit verdeutlicht und die Ziele und das Untersuchungslayout werden vorgestellt.

1.1 Problemkontext

In den vergangenen Jahren hat sich die Betriebswirtschaftslehre sowohl in der Theorie als auch in der Praxis intensiv mit der genauen Erfassung der Kosten auseinandergesetzt.1 Neben dem Ausbau eines umfassenden Systems in Form von Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträ- gerrechnungen zur verursachungsgerechten Erfassung von Kosten wurde auch eine Reihe neuer Ansätze entwickelt, wie z. B. die Prozesskostenrechnung, das Target Costing oder die Grenz- plankostenrechnung.2

Auslöser waren veränderte Rahmenbedingungen, denen sich Unternehmen gegenübersahen, und die in der Kostenrechnung Berücksichtigung finden mussten. Zu den veränderten Rahmenbedingungen zählten bzw. zählen z. B. der zunehmende Wettbewerbs- und Kostendruck, u. a. durch die Globalisierung oder gesättigte Märkte, eine höhere Relevanz von Kundenwünschen, kürzere Produktlebenszyklen und einer damit einhergehenden geringeren Time-to-Market sowie der steigende Gemeinkostenanteil der Fertigung.3

Auch wenn die o. a. veränderten Rahmenbedingungen die Erlösrechnung z. T. ebenso betreffen, so stellte Eigler noch nach der Jahrtausendwende fest, dass die Erlösrechnung inhaltlich und konzeptionell wesentlich weniger weit entwickelt ist und zudem der Begriff „Kostenrechnung“ synonym für die Kosten- und Erlösrechnung verwendet wird.4

1.2 Ziel der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich im Schwerpunkt mit der Erlösrechnung auseinander. Ziel ist es dabei, eine Einordnung in das System des betrieblichen Rechnungswesens vorzunehmen und die Ausgestaltung der Erlösrechnung durch die Erlösarten-, Erlösträger-, Erlösstellen- sowie Erlösquellenrechnung zu beschreiben.

1.3 Untersuchungslayout

Um das Untersuchungsziel zu erreichen, ist diese Arbeit in fünf inhaltliche Abschnitte unter- gliedert. Der erste Abschnitt hat in das Thema und das Ziel der Arbeit eingeführt. Mit den definitorischen Grundlagen und der Einordnung der Erlösrechnung setzt sich der zweite Ab- schnitt auseinander. Der dritte Abschnitt erarbeitet die Anforderungen an eine zeitgemäße Er- lösrechnung und beschreibt die Aufteilung in Erlösarten-, Erlösträger-, Erlösstellen- sowie Er- lösquellenrechnung. Auf die Erfolgsrechnung wird im vierten Abschnitt eingegangen. Die we- sentlichen Ergebnisse der Arbeit werden im fünften und letzten Abschnitt zusammengefasst.

2 Definition und Abgrenzung

2.1 Begriffliche Abgrenzung

Die Erlösrechnung stellt das Pendant zur Kostenrechnung dar.5 Zusammengefasst haben die Kosten- und Erlösrechnung den kurzfristigen Erfolg der betrieblichen Tätigkeit zu ermitteln und zu steuern.6 Eine Gegenüberstellung der Kosten- und Erlösrechnung wird im Rahmen der Ergebnisrechnung vorgenommen.7

Um Wesen, Inhalt und Aufbau der Erlösrechnung beschreiben zu können, ist eine Reihe begrifflicher Abgrenzungen vorzunehmen. Diese beziehen sich auf die im Rechnungswesen verwendeten Rechengrößen:8

- Einzahlungen und Auszahlungen beziehen sich auf den Zahlungsmittelbestand eines Unternehmens. Einzahlungen erhöhen den Zahlungsmittelbestand eines Unternehmens (z. B. Bar- und Buchgeldbestände), Auszahlungen verringern den Bestand.
- Einnahmen und Ausgaben stehen in Bezug zu dem Geldvermögen eines Unternehmens. Zur Ermittlung wird der o. a. Zahlungsmittelbestand um Forderungen und Verbindlich- keiten (z. B. Kreditvorgänge) ergänzt. Einnahmen erhöhen das Vermögen, Ausgaben verringern es.
- Erträge und Aufwendungen beziehen sich auf Wertzuwächse oder Werteverzehr im Hinblick auf das Reinvermögen eines Unternehmens. Zu den Einnahmen und den Er- trägen besteht der wesentliche Unterschied im Hinblick auf die Veränderungen des La- gerbestands.

Relevanz für die Kosten- und Erlösrechnung besitzen - wie die Bezeichnungen bereits erken- nen lassen - zum einen die Kosten, definiert als den durch den betrieblichen Prozess der Leis- tungserstellung und Leistungsverwertung entstandenen Güterverzehr, sowie die Erlöse als das bewertete Ergebnis des Erstellungs- und Verwertungsprozesses. Ein Unterschied zwischen Kosten und Erlösen zu den o. a. Erträgen und Aufwänden besteht in mehrfacher Hinsicht, so z. B. im Hinblick auf neutrale Aufwendungen und Kosten, die keine Erlöse und Kosten darstel- len.9

2.2 Einordnung der Erlösrechnung

Die Erlösrechnung ist grundsätzlich dem betrieblichen Rechnungswesen zuzuordnen.10 Bezüg- lich der genauen Einteilung bestehen in der Literatur allerdings unterschiedliche Ansichten.11 Eine gängige Einteilung unterscheidet zwischen dem externen und dem internen Rechnungs- wesen.12

Dabei umfasst das externe Rechnungswesen die Bilanzrechnung mit den Teilbereichen Bilanz sowie Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Bilanzen beziehen sich dabei auf Vermögen und Schulden, die GuV auf Erträge und Aufwendungen. Das Entscheidungsziel ist dabei in beiden Fällen der Periodenerfolg.

Bei dem internen Rechnungswesen wird zwischen der Investitionsrechnung, der Finanzrech- nung und der Kosten- und Erlösrechnung unterschieden: Die Investitionsrechnung basiert auf Einzahlungen und Auszahlungen mit dem Ziel einer Erfolgsbestimmung. Die Finanzrechnung nutzt als Rechengrößen ebenfalls Einzahlungen und Auszahlungen. Ziele der Finanzrechnung sind allerdings die Bestimmung und Steuerung der Liquidität. Die Kosten- und Erlösrechnun- gen liefern Informationen, die zu Planungs- und Kontrollzwecken hinsichtlich des kurzfristigen Erfolgs der betrieblichen Tätigkeit notwendig sind. Dadurch soll die Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung und Leistungsverwertung sichergestellt werden.13

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Diese beziehen sich sowohl auf eine mengen- als auch eine wertmäßige Darstellung der Unternehmenssituation,14 die sich wie folgt darstellen lässt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie bereits angeführt, lassen sich drei Teilbereiche der Kosten- und Erlösrechnung unterscheiden: die Kostenrechnung, die Erlösrechnung sowie die kurzfristige Erfolgsrechnung als Zusammenführung und Abgleich der beiden zuvor genannten Teilbereiche. Inputgrößen für die Berechnung sind Preis- und Mengeninformationen.15

In der Kostenrechnung werden die Kosten dann nach unterschiedlichen Kriterien gegliedert und untersucht: So erfolgt in der Kostenartenrechnung eine Gliederung des Güterverzehrs je Periode nach Kriterien wie z. B. den Kostenartengruppen (Personen-, Sach-, Kapitalkosten), der Beschäftigungsabhängigkeit (fixe oder variable Kosten) oder den betrieblichen Funktions- bereichen (Produktionskosten, Marketingkosten) als Voraussetzung für weitere Berechnun- gen.16 Die Kostenstellenrechnung stellt die Frage nach dem Entstehungsort der Kosten. Inso- fern wird ein Betrieb in rechentechnisch unterscheidbare Bereiche, die sog. Kostenstellen, un- tergliedert. Auf diese Weise können die bei der Kostenartenrechnung nicht eindeutig einem Kostenträger zurechenbaren Kosten einem Abrechnungsbereich zugeschlagen werden.17 In der Kostenträgerrechnung werden die ermittelten und auf Kostenstellen verteilten Kosten auf die jeweiligen Kostenträger verrechnet. „Kostenträger“ meint dabei eine selbstständige Leistungs- einheit in einem Betrieb.18

Zusammen mit den Informationen aus der Erlösrechnung können diese Informationen im Zuge der kurzfristigen Erfolgsrechnung zusammengeführt und Kosten-, Erlös- und Erfolgsinformationen abgeleitet werden.19

Im Folgenden sollen die Erlösrechnung (Abschnitt 3) sowie die Erfolgsrechnung (Abschnitt 4) sowie die wesentlichen Bestandteile beschrieben werden.

3 Gestaltung der Erlösrechnung

In diesem Abschnitt werden die Aufgabe und die Zielsetzung der Erlösrechnung beschrieben (Abschnitt 3.1). Im Schwerpunkt beschreibt dieser Abschnitt die Bestandteile der Erlösrechnung (Abschnitte 3.2 bis 3.5).

3.1 Beschreibung der Erlösrechnung

Wie bereits angeführt, sollen die Kosten- und Erlösrechnungen die Wirtschaftlichkeit der Leistungserstellung und Leistungsverwertung bewerten. Der Teil „Erlösrechnung“ bezieht sich dabei nur auf den bewerteten Output (= Erlöse).

Der Erlösrechnung wird generell weniger Aufmerksamkeit zuteil als der Kostenrechnung, da sich die Erfassung der Kosten wesentlich schwieriger gestaltet als die Erfassung der Erlöse.20 Bei der Erlösrechnung sind - ebenso wie bei der Kostenrechnung - zwei Dimensionen zu be- trachten:

- Zeitbezug der Erlösrechnung,
- Aufteilung der Erlösrechnung in verschiedene Teilbereiche.

Hinsichtlich des Zeitbezugs ist zu unterscheiden, ob ausschließlich eine IST-Rechnung oder eine IST-Rechnung in Kombination mit einer Planrechnung durchgeführt wird. Bei einer IST- Erlösrechnung wird ausschließlich auf bereits realisierte Erlöse abgestellt. Im Gegensatz dazu wird bei der Planerlösrechnung bestimmt, in welcher Höhe künftige Erlöse zu erwarten sind, um damit Informationen sowohl für die Entscheidungsfindung als auch für die Verhaltenssteu- erung zu generieren.21 In einem weiteren Schritt kann eine Abweichungsanalyse zwischen den

IST- und den Planerlösen durchgeführt werden. Im Wesentlichen können durch diese Analysen zwei Arten von Ursachen identifiziert werden: (1) Abweichungen, die aufgrund von Ungewissheit zu Fehlern in der Zielbildung bzw. Planung geführt haben, sowie (2) Abweichungen, die aufgrund von Unzulänglichkeiten bei der Ausführung entstanden sind. Ziel ist es, Erkenntnisse für künftige Planungs- und Ausführungsprozesse zu generieren.22

Im Hinblick auf einzelne Teilbereiche kann bei der Erlösrechnung zwischen der Erlösarten-, Erlösträger-, Erlösstellen sowie Erlösquellenrechnung unterschieden werden. Die einzelnen Teilbereiche werden in den folgenden Unterabschnitten beschrieben. Ewert und Wagenhofer halten allerdings in diesem Zusammenhang fest, dass in der Praxis nicht immer eine so deutliche Unterscheidung zwischen den Teilbereichen getroffen wird, wie es bei den Teilbereichen der Kostenrechnung der Fall ist.23

3.2 Erlösartenrechnung

Aufgabe der Erlösartenrechnung ist es, die angefallenen (IST-Erlösrechnung) oder künftig an- fallenden (Planerlösrechnung) Erlöse im Hinblick auf verschiedene Erlösarten zu differenzie- ren. Möglicher Ansatzpunkt für die Aufgliederung von Erlösen ist (1) das Verhalten bei Be- schäftigungsveränderung. In diesem Zusammenhang wird unterschieden, ob zwischen der Be- schäftigungsveränderung (z. B. Anzahl der erstellten Produkte oder Anzahl der geleisteten Stunden bei der Erbringung einer Dienstleistung) und den Erlösen ein Zusammenhang besteht oder ob eine Beschäftigungsveränderung keine Auswirkung auf den Erlös hat. Eine Abhängig- keit des Erlöses von der Beschäftigung ist z. B. bei produzierenden Unternehmen gegeben, da hier der Erlös mit der Anzahl der produzierten und verkauften Produkte steigt. Eine Unabhän- gigkeit des Erlöses ist gegeben, wenn das Unternehmen seine Leistungen zu einem Fixpreis anbietet. Dies ist regelmäßig bei Dienstleistungsunternehmen der Fall, die eine periodenbezo- gene und von der Anzahl der geleisteten Stunden unabhängige Pauschale für die Erbringung der Dienstleistung ansetzen. Möglich ist auch eine Kombination von fixen und proportionalen Erlösen die z. B. dann vorzufinden ist, wenn ein Unternehmen einen Pauschalbetrag für die Bereitstellung einer Service- oder Wartungsleistung verlangt und zudem aufwandsbezogen, d. h. nach der Anzahl der geleisteten Stunden, abrechnet.24 Weitere Ansatzpunkte sind (2) die Zurechenbarkeit der Kosten und eine Unterscheidung zwischen Einzel- und Gemeinerlösen.

[...]


1 Vgl. Männel, W. (1992), S. 631.

2 Vgl. Kilger, W., Pampel, J., & Vikas, K. (2012), S. 10-114.

3 Vgl. Walter, W., & Wünsche, I. (2013), S. 279; Götze, U. (2010), S. 271; Freidank, C.-C. (2001), S. 227.

4 Vgl. Eigler, J. (2001), S. 275.

5 Vgl. Ewert, R., & Wagenhofer, A. (2014), S. 673.

6 Vgl. Szyska, U. (2011), S. 36.

7 Vgl. Becker, W., & Holzmann, R. (2014), S. 83.

8 Vgl. Götze, U. (2010), S. 4-9.

9 Vgl. Götze, U. (2010), S. 7.

10 Vgl. Horsch, J (2015), S. 3.

11 Vgl. Götze, U. (2010), S. 3.

12 Vgl. Götze, U. (2010), S. 3.

13 Vgl. Szyska, U. (2011), S. 37.

14 Vgl. Mayr, A. (2012), S. 30.

15 Vgl. Brühl, R. (2004), S. 92

16 Vgl. Ostermann, R. (2010), S. 111.

17 Vgl. Mumm, M. (2015), S. 97.

18 Vgl. Mumm, M. (2015), S. 135.

19 Vgl. Brühl, R. (2004), S. 92.

20 Götze, U. (2010), S. 249.

21 Vgl. Schweitzer, M., Küpper, H.-U., Friedl, G., Hofmann, C., & Pedell, B. (2015), S. 82.

22 Vgl. Wöhe, G., & Döring, U. (2013), S. 153-154.

23 Vgl. Ewert, R., & Wagenhofer, A. (2008), S. 674.

24 Vgl. Ossadnik, W. (2008), S. 119-122.

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Details

Titel
Aufbau und Ziele der Erlösrechnung
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V318230
ISBN (eBook)
9783668174368
ISBN (Buch)
9783668174375
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erlösrechnung, Erlös, Controlling, Produktion, Vertrieb
Arbeit zitieren
Asier Yohannes (Autor), 2016, Aufbau und Ziele der Erlösrechnung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318230

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