Filmanalyse zu 'Tsatsiki - Freunde für immer'


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

33 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einführung

2 Daten und Fakten zum Film

3 Der Plot des Films

4 Das Filmprotokoll
4.1 Begriffsklärung
4.2 Das Filmprotokoll

5 Der Aufbau des Films
5.1 Die Exposition
5.2 Die Ansteigende Handlung
5.3 Die Lösung der Konflikte
5.4 Die Absteigende Handlung
5.5 Das Ende
5.6 Die Einstellungsgrößen
5.7 Die Musik
5.8 Die Effekte
5.9 Die Beziehungs- und Konfliktkonstellationen
5.9.1 Die Beziehungen
5.9.2 Die Konflikte

6 Das Fazit: FSK-Freigabe und medienpädagogische Empfehlung
6.1 Die emotionale Erlebnisqualität
6.2 Die kognitive Erlebnisqualität
6.3 „Tsatsiki – Freunde für immer“ als Lernfeld– bzw. Kommunikationsangebot

7 Literatur

1 Einführung

Skandinavien ist offensichtlich ein gutes Pflaster für Kinderfilme. Viele Werke filmischer Kunst haben bei nationalen und internationalen Filmfesten einiges an Preisen gewonnen, so beispielsweise „Ein toller Sommer“ von Ulf Malmros, der beim Cinekid-Festival in Amsterdam als Bester Film ausgezeichnet wurde, oder Harald Hamrells „Eine Hexe in der Familie“, welcher beim Internationalen Kinder- und Jugendfilmfestival im norwegischen Sandnes von der internationalen Jury als bester nordischer Kinderfilm bewertet wurde. Auch der erste Teil des „Tsatsiki“-Duetts wurde mit einigen Preisen bedacht. Der Zusammenschluss von 300 Kinos in 16 Ländern, EURO Kid Network, kürte „Tsatsiki- Tintenfische und erste Küsse“ zum besten Kinderfilm des Jahres 2000. Auch beim Kopenhagener Filmfestival BUSTER sowie dem finnischen Kinderfilmfestival in Oulu bekam „Tsatsiki“ den ersten Preis. Dem Erfolg zugrunde liegen laut dem Direktor des Kinderfilmfestes der Berlinale, Thomas Hailer, zwei entscheidende Faktoren: Zum einen herrscht in den nordischen Ländern ein anderes Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern, dergestalt, dass Kinder von den Erwachsenen ernst genommen werden und die Kindheit als solche einen hohen Stellenwert hat. Zum anderen trägt die Filmförderung ihr Übriges dazu bei, dass viele Projekte überhaupt erst verwirklicht werden können. So ist es in Dänemark zum Beispiel usus, dass ein Produzent 25 Prozent seiner finanziellen Mittel in die Erschaffung eines Kinderfilmes investieren muss, damit er die Förderung seiner anderen Projekte nicht gefährdet. Ähnlich ist es in den anderen skandinavischen Ländern, so dass man von einem starken finanziellem Anreiz für die Kinderfilmproduktion sprechen kann.[1]

Dass auch der in dieser Arbeit zu analysierende Film „Tsatsiki – Freunde für immer“ zu den erfolgreichen Werken aus Schweden zählt, zeigt die Auszeichnung zum besten Spielfilm mit dem Publikumspreis des Montreal International Children Film Festival 2002.

2 Daten und Fakten zum Film

„Tsatsiki 2“ wurde 2001 in Schweden gedreht und hatte seinen Kinostart am 31.10. 2002. Der Film hat eine Abspieldauer von 84 Minuten und ist in Farbe auf 35mm im 1:1.66-Format gedreht worden. Er basiert auf den literarischen Vorlagen Moni Brännström, die zuvor eine ganze Reihe „Tsatsiki“-Bücher verfasst hat.

Die Regie führte Eddie Thomas Petersen, der bereits für die dänische Version des ersten Teils „Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse“ verantwortlich zeichnete und sich während dieser Zeit sehr für die Charaktere der Geschichte begeisterte. Produziert wurde „Tsatsiki 2“ von Anne Ingvar, die schon den ersten Teil erfolgreich produzierte.

Tsatsiki selbst wird gespielt von dem mittlerweile 13jährigen Samuel Haus. Die beiden Tsatsikifilme sind seine erste Kameraerfahrungen und für seine Darstellung wurde er sowohl von Kritikern als auch vom Publikum sehr gelobt. Seine Filmmutter gibt die studierte Schauspielerin Sara Sommerfeld, die 2001 den Nordic Film Festival Preis als beste Schauspielerin in „Flügel aus Glas“ gewann. Tsatsikis besten Freund Per mimt Sam Kessel, der bereits in mehreren schwedischen TV-Serien und Rundfunkproduktionen mitwirkte. Maria, Tsatsikis Freundin spielt Isa Engström, die ebenfalls schon einige Erfahrungen vor der Kamera gesammelt hat. Eric Ericson spielt Göran, den Freund von Tsatsikis Mutter. Er war im ersten Teil noch nicht mit dabei, ebenso wenig wie Sara Sommerfeld.

3 Der Plot des Films

Tobias ist ein zehnjähriger Junge aus Stockholm. In Anspielung auf seinen griechischen Vater wird er jedoch von allen Tsatsiki genannt. Tsatsiki lebt mit seiner (schwedischen) Mutter Tina und deren Freund Göran in Göteborg zusammen. Tsatsikis bester Freund ist Per, der Fußballstar werden will und wie Tsatsiki das Angeln mag. Maria ist Tsatsikis Freundin. Ihre Eltern streiten sich andauernd, was schließlich zu deren Trennung führt. Tsatsikis Mutter, Tina, spielt in einer aufstrebenden Band und ihr Freund Göran ist ein bodenständiger Polizist.

„Tsatsiki 2“ ist vor allem ein Film über erste Liebe und Freundschaft. Quasi nebenher werden aber auch Themen wie Tod und Eltern-Kind-Beziehungen behandelt.

Tsatsikis erste zarte Liebesbande zerbrechen als Maria mit ihm Schluss macht. Sie sagt, er wisse nicht was Liebe ist und meint, Liebe gäbe es gar nicht. Wenig später geht schließlich auch die Freundschaft zu Per zu Bruch geht, als Tsatsiki ein peinliches Geheimnis Pers ausplaudert. Schließlich scheint auch noch der geplante Besuch bei Tsatsikis Vater in Griechenland an einer plötzlichen Japantournee von Tinas Band zu scheitern. Doch Tsatsikis Großvater rettet den Urlaub und fährt mit ihm nach Griechenland. Dort erfährt Tsatsiki von seinem griechischen Opa Dimitris und seiner Cousine Elena etwas über die Liebe und spricht mit seinem schwedischen Großvater über die Freundschaft. Kurz vor seiner Abreise stirbt Dimitris.

Doch schließlich gestärkt kommt Tsatsiki nach Stockholm zurück und beweist Maria, dass er sehr wohl weiß, was Liebe ist und dass es sie gibt. Außerdem versöhnt er sich mit Per wieder. Das Finale besteht in einer aufregenden Geburt Tsatsikis Schwester und schließlich endet der Film damit, dass Wille, ein Klassenkamerad von Tsatsiki, Per und Maria und zugleich ein Außenseiter, von den drei Kindern in ihrem Freundeskreis aufgenommen wird.

4 Das Filmprotokoll

Das folgende Filmprotokoll gibt einen Überblick über den Ablauf der Geschichte, die dabei verwendeten Kameraeinstellungsgrößen, die Musik und eventuelle Effekte. Diese Bündelung soll dazu dienen, aufzuzeigen, inwiefern die Art und Weise der Kameraeinstellung, der Musikeinspielung und der Verwendung von Effekten die Erzählweise des Films konstruiert und die Rezeption leitet. Eine Filmanalyse macht es überhaupt erst möglich auf den Film einen „analytischen Zugriff“[2] zu bekommen um die Wirkungsweise der technischen und dramaturgischen sowie der schauspielerischen Elemente erkennen und bewerten zu können.

Um einen Film ausführlichst zu analysieren, kann man viele und verschiedenste Funktionen beobachten und auswerten. Diese Arbeit konzentriert sich auf die bereits erwähnten Aspekte Kameraeinstellungen, Musik und Effekte.

4.1 Begriffsklärung

Es wurde gesagt, dass es viele verschiedene filmisch-technische Funktionen gibt, die man in einer Filmanalyse berücksichtigen kann. Da sich diese Arbeit auf ausgewählte beschränkt, sollen der Vollständigkeit halber trotzdem die wichtigsten Funktionen eine kurze Erläuterung bekommen.

Bei der Analyse kameratechnischer Arbeit gibt es, neben anderen, drei bedeutende filmisch-technische Funktionen, die eine Kamera ausführen kann. Zum einen die Einstellungsgröße, zum anderen die Perspektive und schließlich die Bewegung.

Die Einstellungsgröße, die Kamerabewegung und die Perspektive bestimmen das Sehen und Deuten des Gesehenen beim Betrachter, wobei nicht zu vergessen ist, dass Musik und Sprache eine ebenso große Bedeutung haben. Erst das Zusammenwirken all dieser Komponenten macht das Wesentliche einer Einstellung, der kleinsten filmischen Einheit, aus.[3] Die Einstellungsgrößen unterteilen sich in die folgenden:

- Weit: Große Übersicht über eine ausgebreitete Landschaft.
- Total: Überblick, um eine Vorstellung vom Ganzen zur Orientierung im Raum zu gewinnen, in welchem sich die Handlung bald entwickelt durch Nah und Großeinstellungen.
- Halbtotal: Geschehen ist im Blick, allerdings aus der Entfernung. Menschen und Gegenstände erscheinen in der für sie charakterisierenden Gegend.
- Halbnah: Menschen erscheinen in voller Größe, so dass eine Gesprächssituation gezeigt werden kann
- Amerikanisch: Einstellung zwischen Halbnah und Nah, bei der die Menschen bis oberhalb des Knies und unterhalb der Hüfte gezeigt werden.
- Nah: Zeigt Brustbild, vor allem Oberkörper und Kopf.
- Groß: Kopfbild mit Hals, um beim Gespräch die Mimik voll einfangen zu können.
- Detail: Ausschnitt eines Gegenstandes oder einer Person (Auge, Nase, Mund usw.), um das Gefühl großer Nähe zur Figur zu erzeugen.[4]

Die Perspektiven wiederum lassen sich grob oder fein gliedern. Die Grobgliederung beschränkt sich auf die Vogelperspektive, die von oben senkrecht herabschaut, die Normalsicht in Augenhöhe und die Froschperspektive, die vom Boden nach oben blickt. Die Feingliederung unterscheidet sich in fünf Varianten, nämlich die Vogelperspektive, die Aufsicht, die Normalsicht, die Bauchsicht, sowie die Froschperspektive.[5]

Die Kamerabewegungen schließlich schaffen dem Betrachter eine Dynamik des Sehens, da er am Handlungsgeschehen visuell-aktiv teilnimmt.[6] Sie bestimmen das Verhältnis zwischen Gegenstand und Zuschauer, weswegen der Kamerabewegung ein hoher Stellenwert als feste Größe für den Filminhalt zukommt. Es gibt zwei grundlegende Arten der Bewegung. Die Kamera dreht sich entweder um ihre Schwenkachsen, oder sie bewegt sich von einem Ort zum anderen. Innerhalb dessen unterscheiden sich folgende Bewegungsarten:

- Stand: Ein Gegenstand, eine Person wird aus einer Perspektive ohne jegliche Veränderung aufgenommen. Wechselt diese Kamera jedoch den Standort, so verändert sich das Verhältnis zum Gefilmten und wird interpretiert, denn die Sichtveränderung bewirkt eine andere Beziehung.
- Fahrt: Die Kamera bewegt sich auf Gegenstand oder Person zu oder davon weg. Bewegt sich Gegenstand oder Person, so kann die Kamera auch folgen.
- Schwenk: Die Kamerabewegung erfolgt auf horizontaler Ebene, ähnlich wie das Drehen des Kopfes.
- Neigung: Die Kamerabewegung erfolgt auf vertikaler Ebene, ähnlich dem Heben und Senken des Kopfes.
- Rollen: Die Kamera dreht sich seitwärts um ihre „Standachse“, vergleichbar mit dem Radschlag eines Menschen

Die Funktion von Musik in Filmen ist von zentraler Bedeutung, denn sie dient dazu,

Situationen atmosphärisch zu untermalen bzw. Geschehnisse einzurahmen. Die Filmmusik kann viele Aufgaben erfüllen: sie akzentuiert, stellt Stimmungen her, illustriert Bewegungen, suggeriert Emotionen, schafft Spannung, steigert Aspekte, integriert Bilder, verknüpft Sequenzen, strukturiert die Form, vermittelt bestimmte Kontexte, evoziert, kommentiert, karikiert Historisches, verschafft Figuren mehr Dimensionen und psychologisiert sie, stellt Raum- und Zeitgefühl her oder relativiert es bzw. hebt es auf.[7]

Weiterer wichtige Mittel sind u.a. der Spezialeffekt, der Schnitt bzw. die Montage. Der Spezialeffekt ist ein „Sammelbegriff für alle Film-Tricks, sowohl der filmtechnischen wie auch der vor der Kamera hergestellten“[8]. Zum Spektrum gehören u. a. Stunts, das Bluescreenverfahren, Explosionen, Zeitlupen und ähnliches.

Unter Schnitt versteht man die letzte Stufe der Filmherstellung, wobei das gedreht Material zunächst rohgeschnitten und schließlich dem Feinschnitt unterzogen wird. Die Montage als letzter Begriff meint schlussendlich die ästhetische Seite des Schnitts.[9]

4.2 Das Filmprotokoll

Die Zeitangaben im Protokoll entsprechen der Abspieldauer auf der Doppel-DVD „Tsatsiki – Tintenfische und erste Küsse“ und „Tsatsiki – Freunde für immer“. Es wird gebeten, eventuelle Abweichungen zu entschuldigen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Interview mit Thomas Hailer, Direktor des Kinderfilmfestes der Berlinale: http://www.nzz.ch/2004/02/20/fi/page-article9EXOL.html, gefunden am 21.07. 2004

[2] Faulstich, Werner: Die Filminterpretation, Göttingen 1988, S. 17

[3] Vgl.: Beicken, Peter: Wie interpretiert man einen Film?, Stuttgart 2004, S. 35

[4] Vgl.: Beicken, S. 35, 36

[5] Vgl.: Faulstich, Werner: Grundkurs Filmanalyse, München 2002, S. 114

[6] Vgl.: Beicken, S. 39

[7] Vgl.: Beicken, S. 55

[8] Monaco, James: Film verstehen, Reinbek bei Hamburg 1995, S. 573

[9] Vgl.: Monaco, S. 572

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten

Details

Titel
Filmanalyse zu 'Tsatsiki - Freunde für immer'
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Erziehungswissenschaft)
Veranstaltung
Nord-Licht-Bilder - Highlights des skandinavischen Jugendfilms
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
33
Katalognummer
V31825
ISBN (eBook)
9783638327183
Dateigröße
686 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Filmanalyse, Tsatsiki, Freunde, Nord-Licht-Bilder, Highlights, Jugendfilms
Arbeit zitieren
Johannes Keil (Autor), 2004, Filmanalyse zu 'Tsatsiki - Freunde für immer', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31825

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