Diese Bachelorarbeit widmet sich dem Vergleich ausgewählter Indikatoren für Übergewicht anhand statistischer Analysen auf Basis der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS).
Die steigenden Raten des Übergewichts sind ein Phänomen von globaler Bedeutung. So sind weltweit nach Schätzungen der „International Obesity Taskforce“ (Stand 2010) rund eine Milliarde Menschen übergewichtig. Demnach gelten 200 Millionen Kinder als übergewichtig, wovon wiederum 40-50 Millionen als fettleibig zu bezeichnen sind.
Potentielle Folgeerkrankungen, insbesondere bei stark ausgeprägtem Übergewicht von Jugendlichen, sind sehr vielfältig. So sind etwa Diabetes mellitus Typ II, kardiovaskuläre Störungen, orthopädische Komplikationen, Schlafprobleme nur einige potentielle Folgeerscheinungen. Dies sind denkbar schlechte Voraussetzungen für die Aufrechterhaltung der Gesundheit im Erwachsenenalter. Verbunden mit der Beschreibung der Nachteile für den Einzelnen sind die negativen gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen zu beachten.
Den Jugendlichen kommt hierbei eine wichtige Schlüsselfunktion zu. Einerseits kann anhand der heutigen Generation der Personen unter 18 Jahren bereits eine Prognose für die späteren Folgeerkrankungen erstellt werden. Andererseits besteht das Potential für diese Gruppe spezifische Interventionen der Reduzierung von Übergewicht noch in jungen Jahren anzubieten. Für die Untersuchung des Problems scheint die „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) ideal. Sie bietet die aktuellsten, für Deutschland repräsentativen Daten zur Bewertung des Problems bei den unter 18-Jährigen. Die Forscher gehen davon aus, dass zum Zeitpunkt der Messung 2003-2006 rund 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland übergewichtig waren. Dieser Anteil entspricht einer Zahl von rund 1,7 Millionen Betroffenen allein in Deutschland.
Diese Untersuchung ermöglicht einen Vergleich zwischen verschiedenen Indikatoren für die Messung von Übergewicht. Innerhalb der medizinischen Praxis ist der Body-Mass-Index ein fest etabliertes Maß. Neben diesem Maß wurden innerhalb der Studie von medizinischem Fachpersonal in großem Umfang Daten für verschiedenste Indikatoren erhoben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Beschreibung der Datengrundlage
1.2. Beschreibung der Indikatoren für Übergewicht
1.2.1. Body-Mass-Index (BMI)
1.2.2. Waist to hip Ratio (WHR)
1.2.3. Waist to height ratio (WHtR)
1.3. Formulierung der Forschungsfrage
1.4. Fokus der Untersuchung
2. Hauptteil
2.1. Beschreibung der Untersuchungsvariablen
2.1.1. Bildung
2.1.2. Einkommen
2.1.3. Elterliches Übergewicht
2.1.4. Konsum von Erfrischungsgetränken
2.1.5. Schlafprobleme
2.1.6. Körperliche Aktivität
2.2. Methoden
2.2.1. Chi² - Teststatistik
2.2.2. Binär-logistische Regression
2.3. Ergebnisse
2.3.1. Deskriptive Statistik
2.3.2. Ergebnisse des Chi² Tests
2.3.3. Ergebnisse logistische Regression
3. Schluss
3.1. Zusammenfassung der Ergebnisse
3.2. Ausblick
4. Literaturverzeichnis
5. Anhang
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Eignung verschiedener Indikatoren zur Messung von Übergewicht bei Jugendlichen auf Basis der Daten der KiGGS-Studie zu vergleichen und mögliche Unterschiede in der Aussagekraft aufzuzeigen. Hierzu werden drei spezifische Maße – der Body-Mass-Index (BMI), die Waist-to-hip Ratio (WHR) und die Waist-to-height Ratio (WHtR) – anhand von soziodemografischen sowie lebensstilbezogenen Variablen analysiert.
- Vergleich der Indikatoren BMI, WHR und WHtR zur Identifikation von Übergewicht bei Jugendlichen.
- Analyse des Einflusses von Bildungsstand und Haushaltsnettoeinkommen auf das Übergewichtsrisiko.
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen elterlichem Übergewicht und dem Gewicht des Kindes.
- Evaluierung von Lebensstilfaktoren wie Schlafqualität, Erfrischungsgetränkekonsum und körperliche Aktivität.
- Statistische Überprüfung der Hypothesen mittels deskriptiver Statistik, Chi²-Tests und binär-logistischer Regression.
Auszug aus dem Buch
1.2.1. Body-Mass-Index (BMI)
Der Indikator wurde als relatives Gewichtsmaß nach dem zweiten Weltkrieg populär, da sich epidemiologische Studien mit der Zahl der zunehmenden kardiovaskulärer Krankheiten und Übergewicht befassten. Dies lässt sich anhand von Omran und dessen Theorie der „Epidemiological Transiton“ beschreiben (Omran, 1971). Auf der dritten Stufe des epidemiologischen Übergangs („The Age of Degenerative and Man-Made Diseases“) wird Mortalität durch vielfältige Auswirkungen von Morbidität (Herzerkrankungen, Schlaganfall) überschattet (Omran, 1971, S. 532 f.). Der Body-Mass-Index konnte zur Erforschung dieser Tendenzen einen wichtigen Beitrag leisten.
Bis in die heutige Zeit ist das Maß populär, um die Effekte von Übergewicht auf das Risiko des Eintretens verschiedenster Erkrankungen zu erforschen. Dabei scheint insbesondere die Verbindung von hohem BMI (Adipositas) und dem Auftreten von verschiedenen Erkrankungen signifikant zu sein (Nejat & Polotsky, 2010) . Diese Tendenz lässt sich jedoch nicht vollends auf die Mortalität bei Personen mit erhöhtem Body-Mass-Index und einer chronischen Herzerkrankung übertragen (Oreopoulos, et al., 2008). Generell ist jedoch ein gesunder Lebensstil, der einen niedrigen BMI einschließt, mit einer geringeren Sterbewahrscheinlichkeit verknüpft (Loef & Walach, 2012).Vor allem bei der Frage, ob kindliches Übergewicht Auswirkungen auf spätere Krankheitsentwicklung und frühzeitigen Tod hat, scheint die Lage recht eindeutig. Durch eine Meta-Analyse (Reilly & Kelly, 2010) konnte gezeigt werden, dass die überwiegende Anzahl der Studien ein signifikant erhöhtes Risiko für die Entwicklung späterer Krankheit (Diabetes, Bluthochdruck, ischämische Herzerkrankung und Schlaganfall) im Erwachsenenalter aufzeigten. Die Tendenz ließ sich für das Eintreten des frühzeitigen Todes bestätigen. Der Indikator für die Kategorisierung von Übergewicht und Fettleibigkeit war der BMI (ebenda).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung des Übergewichts, stellt die Relevanz der KiGGS-Studie dar und führt die Zielsetzung sowie die Forschungsfrage der Arbeit ein.
2. Hauptteil: Dieser Teil beschreibt die gewählten Untersuchungsvariablen, erläutert die statistischen Methoden (Chi²-Test und logistische Regression) und präsentiert die Analyseergebnisse bezüglich der Unterschiede zwischen BMI, WHR und WHtR.
3. Schluss: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die aufgestellten Arbeitshypothesen und bietet einen Ausblick auf die Bedeutung zukünftiger Längsschnittdaten für die medizinische Praxis.
4. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Quellen und Studien.
5. Anhang: Dokumentation der technischen Durchführung der Datenanalyse, einschließlich der Syntax für die SPSS-Auswertungen.
Schlüsselwörter
Übergewicht, KiGGS-Studie, Body-Mass-Index, BMI, Waist-to-hip Ratio, WHR, Waist-to-height Ratio, WHtR, Jugendalter, Gesundheitsmonotoring, statistische Analyse, Logistische Regression, Chi²-Test, Prävention, Folgeerkrankungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob es signifikante Unterschiede bei der Messung von Übergewicht bei Jugendlichen gibt, wenn man verschiedene Indikatoren wie BMI, WHR und WHtR verwendet.
Welches Datenmaterial wird der Analyse zugrunde gelegt?
Die Untersuchung basiert auf den repräsentativen Daten der „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS) aus dem Zeitraum 2003-2006.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Unterschiede zwischen den gewählten Indikatoren anhand von sechs potentiellen Determinanten (Bildung, Einkommen, elterliches Übergewicht, Schlafprobleme, Erfrischungsgetränkekonsum, körperliche Aktivität) statistisch aufzuzeigen.
Welche statistischen Methoden kommen zum Einsatz?
Der Autor verwendet deskriptive Statistik, Chi²-Teststatistik zur Prüfung auf Zusammenhänge und die binär-logistische Regression zur Wahrscheinlichkeitsanalyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Variablenwahl, die methodische Vorgehensweise und die detaillierte Präsentation und Interpretation der statistischen Ergebnisse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Neben der methodischen Vergleichsanalyse steht die Public-Health-Relevanz von Übergewicht im Jugendalter sowie dessen Korrelation mit sozialen und verhaltensbezogenen Faktoren im Fokus.
Warum spielt das „Elterliche Übergewicht“ eine so große Rolle für die Analyse?
Die Analyse zeigt, dass das elterliche Übergewicht einer der stärksten Prädiktoren für Übergewicht bei Jugendlichen ist und in allen Modellberechnungen durchweg hochsignifikante Ergebnisse liefert.
Wie bewertet der Autor die Eignung des Indikators WHR im Vergleich zum BMI?
Die Untersuchung deutet darauf hin, dass das Taille-Hüft-Verhältnis (WHR) für viele der untersuchten Variablen weniger sensitiv reagiert als der BMI oder die Waist-to-height Ratio (WHtR).
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Ernährungsfaktoren?
Überraschenderweise konnte bei der Analyse des Erfrischungsgetränkekonsums kein klarer signifikanter Zusammenhang mit einem erhöhten Übergewichtsrisiko festgestellt werden, was den theoretischen Erwartungen widerspricht.
- Citar trabajo
- Kevin Kockot (Autor), 2013, Zur Messung von Übergewicht bei Jugendlichen. Ein Vergleich verschiedener Indikatoren auf Basis der KiGGS-Studie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318324