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Die Transformation der Medienproduktion der Videobranche durch YouTube, Social Media und Multi-Channel-Networks

Nicht länger in die Röhre gucken?

Titre: Die Transformation der Medienproduktion der Videobranche durch YouTube, Social Media und Multi-Channel-Networks

Thèse de Bachelor , 2015 , 81 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Fachner (Auteur)

Médias / Communication - Film et Télévision
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Den Kern dieser Arbeit bildet die Untersuchung, wie YouTube und Social Media sowie das Internet als Kommunikationstechnologie selbst die Medienproduktion der Videobranche auf verschiedenen Ebenen verändern und sich in Verbindung mit dem Fernsehen gegenseitig beeinflussen. Die verschiedenen Aspekte und Entwicklungen werden zunächst von technologischer Seite aus betrachtet, bevor ihre Auswirkungen auf die Inhalte untersucht werden.

Zu diesem Zweck werden die beiden Fernsehsendungen „Neo Magazin Royale“ mit Jan Böhmermann (ZDF/ZDFneo) und „GRIP – Das Motormagazin“ (RTL II) untersucht und anhand qualitativer Leitfaden-Interviews mit den professionellen YouTubern „Rewinside“, „Paluten“ und „Sturmwaffel“ der Status quo der YouTube-zentrischen Online-Videoproduktion analysiert. Auf den Erkenntnissen der deskriptiv-fallbasierten Analysen baut abschließend der Versuch einer Theoriebildung zur gegenwärtigen Transformation der Videobranche auf.

Aus dem Inhalt:
– Digitalisierung und Medienkonvergenz
– Social Media
– Die neuen Rollen der Rezipienten und Produzenten
– Multi-Channel-Networks
– Theorie zur Transformation der Videobranche

Die Medienproduktion der Videobranche auf dem Unterhaltungsmarkt befindet sich in einem grundlegenden Transformationsprozess: Sowohl für die Produktion und Distribution von Inhalten als auch zur Interaktion mit Zuschauern ist das Internet mit sozialen Netzwerken wie YouTube, Facebook und Twitter zum festen Bestandteil geworden. Anhand einer Analyse von Praxisbeispielen aus Fernsehen und Internet in Verbindung mit Interviews professioneller YouTuber zeigt die vorliegende Arbeit, dass die Konsumenten eine zunehmend zentrale Rolle in der Wertschöpfungskette der Medien einnehmen. Aus zuvor ausschließlich passiven Rezipienten werden durch die Beteiligung via Social Media aktive Mitschauer, die mit den Produzenten interagieren. Die Rezipienten können zum Ideengeber für neue Inhalte oder zum Inhalt der Videos selbst werden – eine Entwicklung, die aus Produzentenperspektive ein Content-Crowdsourcing darstellt. Darüber hinaus zeichnen sich die Trends der strukturellen und qualitativen Professionalisierung der Videoproduktion im Internet ab, während Fernsehunterhaltung durch die Integration von Social Media und Content-Crowdsourcing partizipativer wird und sich in Richtung der Online-Video-Kultur bewegt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Digitalisierung und Medienkonvergenz

2.1 Aktuelle technologische Entwicklungen des Fernsehens

2.2 Videodistribution im Internet

2.2.1 Paid Content und Video-on-Demand

2.2.2 Free Content: YouTube

3. Social Media

3.1 Facebook und Twitter: Ein Überblick

3.2 Cross-mediales Zuschauerverhalten

3.2.1 #Social Viewing

4. Die neuen Rollen der Rezipienten und Produzenten

4.1 Etablierte Produzenten und neue Creator

4.1.1 Videoformate online: Vlogs und Let’s Plays

4.2 Im Wandel: Medienprodukte und Produktionslogik

5. Medienökonomie

5.1 Finanzierung von Videoproduktion und Produzenten

5.1.1 Werbung, Branded Content und Produktplatzierungen

6. Multi-Channel-Networks

6.1 Übersicht und Entwicklung

6.2 Funktionsweisen der Netzwerke

6.3 Netzwerke als Bindeglied zwischen TV und Online?

7. Analyse von Praxisbeispielen

7.1 TV

7.1.1 Neo Magazin Royale mit Jan Böhmermann

7.1.2 GRIP – Das Motormagazin

7.2 YouTube

7.2.1 Vorstellung der YouTuber und methodisches Vorgehen zur Datenerhebung

7.2.2 Professionelle Medienproduktion auf YouTube

8. Theorie zur Transformation der Videobranche

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den fundamentalen Transformationsprozess der Medienproduktion in der Videobranche, der durch die Verbreitung des Internets, soziale Medien und neue Player wie YouTube und Multi-Channel-Networks vorangetrieben wird. Dabei wird analysiert, wie sich klassische Rollenmodelle von Produzenten und Zuschauern verändern und welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die Wertschöpfung und mediale Praxis haben.

  • Transformation der Videoproduktion durch digitale Kanäle
  • Veränderung der Zuschauerrolle hin zu aktiven "Mitschauern" (Content-Crowdsourcing)
  • Rolle von Multi-Channel-Networks als Bindeglied zwischen TV und Online
  • Professionalisierung des Internet-Contents (Vlogs, Let's Plays)
  • Medienökonomische Finanzierungsmodelle und der Wandel der Zuschauerbindung

Auszug aus dem Buch

4.2 Im Wandel: Medienprodukte und Produktionslogik

Medienproduktion und ihre Wertschöpfung kann nach Kiefer (2001: 160), Heinrich (2002: 117) und Fröhlich (2010: 119) in drei Ebenen unterteilt werden: Input und Produktion, die publizistische Ebene sowie die Multiplikations- und Distributionsebene. Wie bereits in den vorangegangenen Kapiteln aufgezeigt, haben Digitalisierung, Medienkonvergenz und die Verbreitung des Internets erheblichen Einfluss auf jede einzelne dieser Ebenen und ihre Eigenschaften im Wertschöpfungsprozess der Medienbranche. Doch welche Auswirkungen sind das genau und wie und an welchen Stellen zeigt sich der Wandel?

In allen Bereichen der Medienproduktion und -distribution gewinnen die Zuschauer an Bedeutung. Teilweise werden sie sogar zum entscheidenden Dreh und Angelpunkt. In puncto Input und Produktion von Videoinhalten etwa werden die Zuschauer aus ihrer ehemals ausschließlich passiven Rolle als Beobachter nun zu Ideengebern, Gestaltern oder zum Gegenstand der Unterhaltung selbst. Besonders und zuerst auf YouTube ist diese Veränderung zu erkennen. Die interviewten YouTuber gaben alle an, bei der Gestaltung ihrer Videos auf Anregungen, Kritik und Feedback ihrer Zuschauer einzugehen, und sagten aus, dass diese einen tatsächlichen Einfluss auf die Produktion und Gestaltung der Videos haben (vgl. Anhang 1: Z. 25f., 91ff.; Anhang 2: Z. 88ff.; Anhang 3: Z. 86ff.). Es handelt sich beim kommunikativen Austausch in den Kommentarsektionen unter YouTube-Videos demnach um richtige soziale Interaktionen – und nicht um quasi-soziale, wie sie für die klassischen Massenmedien typisch sind –, da die Produzenten tatsächlich auf die Äußerungen der Zuschauer eingehen, teilweise direkt antworten oder in zukünftigen Videos darauf Bezug nehmen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den technologischen und medienökonomischen Wandlungsprozess der Videobranche, weg von starren TV-Strukturen hin zu einer partizipativen Online-Kultur.

2. Digitalisierung und Medienkonvergenz: Es wird analysiert, wie digitale Technologien und das Internet die Distributionswege von Videoinhalten durch On-Demand-Angebote und Plattformen wie YouTube grundlegend verändern.

3. Social Media: Das Kapitel beleuchtet, wie soziale Netzwerke die Kommunikation zwischen Produzenten und Zuschauern durch Mechanismen wie Social Viewing revolutionieren.

4. Die neuen Rollen der Rezipienten und Produzenten: Hier wird der Wandel vom passiven Zuschauer zum aktiven "Mitschauer" und Ideengeber (Content-Crowdsourcing) sowie die Professionalisierung neuer Creator-Formate untersucht.

5. Medienökonomie: Der Fokus liegt auf der Aufmerksamkeitsökonomie und den verschiedenen Finanzierungsmodellen (Werbung, Sponsoring, Produktplatzierung) im Internet-Video-Segment.

6. Multi-Channel-Networks: Dieses Kapitel erläutert die gatekeeper-ähnliche Funktion von MCNs bei der Professionalisierung und Vermarktung von YouTube-Kanälen.

7. Analyse von Praxisbeispielen: Anhand von Fallstudien (Neo Magazin Royale, GRIP, ausgewählte YouTuber) wird die theoretische Transformation empirisch belegt.

8. Theorie zur Transformation der Videobranche: Abschließender Versuch, die beobachteten Trends in einen theoretischen Kontext der Medienwissenschaft zu setzen.

9. Resümee: Zusammenfassendes Fazit über die dauerhafte Verschiebung der Machtverhältnisse und die Notwendigkeit einer plattformübergreifenden Strategie für Produzenten.

Schlüsselwörter

Medienkonvergenz, Videoproduktion, YouTube, Social Media, Content-Crowdsourcing, Multi-Channel-Networks, Medienökonomie, Digitalisierung, Zuschauerverhalten, Social Viewing, Mitschauer, Vlogs, Let’s Plays, Online-Video, Partizipative Medienkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht den tiefgreifenden Wandel der Medienproduktion im Videosektor. Sie beleuchtet, wie digitale Kommunikationstechnologien und soziale Netzwerke die traditionellen Grenzen zwischen Fernsehsendern und Internet-Content-Erstellern aufbrechen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die zentralen Themen sind der Einfluss von Medienkonvergenz, die neue Rolle der Konsumenten als aktive Mitgestalter und die Rolle von Multi-Channel-Networks als neue Akteure im Markt.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?

Die Untersuchung konzentriert sich darauf, wie YouTube, soziale Medien und das Internet die Medienproduktion der Videobranche verändern und wie sich diese neuen Entwicklungen in Verbindung mit klassischen Fernsehformaten wechselseitig beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt deskriptiv-fallbasierte Analysen, ergänzt durch Experteninterviews mit drei professionellen YouTubern, um den Status quo der Online-Videoproduktion empirisch zu fundieren.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert technologische Neuerungen, die ökonomische Logik der Aufmerksamkeit, die Funktion von Multi-Channel-Networks sowie die praktischen Auswirkungen der Zuschauerintegration auf die Inhaltsproduktion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medienkonvergenz, Content-Crowdsourcing, Professionalisierung von Online-Inhalten und die Verschiebung der ökonomischen Machtverhältnisse zugunsten der Zuschauerpartizipation.

Welche Rolle spielt die "Authentizität" in den analysierten Videos?

Authentizität gilt als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für YouTuber, da sie sich dadurch explizit vom als "unpersönlich" wahrgenommenen Fernsehen abgrenzen, wenngleich dieser Begriff zwischen künstlerischem Anspruch und kommerzieller Inszenierung ein Spannungsfeld bildet.

Inwieweit sind Multi-Channel-Networks für YouTuber relevant?

Laut den Interviews bieten diese Netzwerke vor allem Vorteile bei der Urheberrechtsklärung ("Strikes"), der Monetarisierung und der Reichweitenoptimierung, fungieren aber gleichzeitig als gatekeeper im Ökosystem der Videoplattformen.

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Résumé des informations

Titre
Die Transformation der Medienproduktion der Videobranche durch YouTube, Social Media und Multi-Channel-Networks
Sous-titre
Nicht länger in die Röhre gucken?
Université
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,0
Auteur
Andreas Fachner (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
81
N° de catalogue
V318397
ISBN (ebook)
9783668185678
ISBN (Livre)
9783946458494
Langue
allemand
mots-clé
transformation medienproduktion videobranche youtube social media multi-channel-networks nicht röhre
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Fachner (Auteur), 2015, Die Transformation der Medienproduktion der Videobranche durch YouTube, Social Media und Multi-Channel-Networks, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318397
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