Die Arbeit soll neue Tendenzen in der Wirtschaft - insbesondere die Globalisierung - deren Auswirkungen im Bereich der Beschaffungsfunktion in Bezug setzen. Dabei werden aktuelle Trends herausgearbeitet sowie mögliche Instrumente zur Umsetzung vorgestellt.
Demnach sind folgende Bereich der Beschaffung besonderen Veränderungen unterlegen:
- Organisation: zentral vs. Dezentral sowie Hybridformen. Außerdem Outsourcing von Teilen der Beschaffungsfunktion.
- Supply Chain Management: Beschaffung wird zunehmend als Teil der unternehmensübergreifenden Wertschöpfungskette angesehen. Die Kooperation mit den Lieferanten erreicht daher neue Dimnesionen. Außerdem gewinnt die Beschaffungslogistik und deren Anbieter zunehmend an Bedeutung.
- E-Business: E-Procurement und darin enthaltene Instrumente wie virtuelle Marktplätze, kataloge o.ä. gewinnt immer mehr an Bedeutung, wenn auch noch Vorbehalte bestehen.
In der darauf aufbauenden Analyse über die Entwicklung des strategischen Beschaffungsmanagements in Deutschland lässt sich feststellen, dass Potentiale der skizzierten Trends noch nicht ausreichend genutzt werden. Dies lässt sich oft auf den Stellenwert des Einkaufs in der Organisation, aber auch auf die Qualifikation des Einkaufspersonals zurückführen.
Sowohl die organisatorische Stellung der Abteilung als auch die gezielte Entwicklung von Fachkräften sind daher als wichtige Eckpfeiler für eines strategische Ausrichtung der Beschaffung zu nennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neue Organisationsstrategien für die Beschaffung
2.1 Global Sourcing
2.2 Zentraler und dezentraler Einkauf im internationalen Kontext
2.3 Outsourcing von Beschaffungsaufgaben
3. Supply Chain Management aus Sicht der Beschaffung
3.1 Supply Chain Management (SCM)
3.2 Collaborative Supply Chain Management (CSCM)
3.3. Supplier Relationship Management (SRM)
3.4 Logistik als Teil internationaler Beschaffung
4. Einflüsse von E-Business auf die Beschaffung
4.1 Grundzüge des E-Procurement-Konzepts
4.2 Online-Kataloge
4.3 Online Marktplätze
4.4 Vorbehalte gegen E-Procurement
5. Herausforderung der internationalen Beschaffung in Deutschland
5.1 Im Unternehmen
5.2 Für den Einkäufer
6. Fazit und Handlungsempfehlungen
Anhang
A. Zentrale und dezentrale Beschaffung
B. Outsourcing im Sinne der Make-or-Buy-Entscheidungen des Einkaufs
C. ABC-Analyse als Grundlage von Einkaufsentscheidungen
D. Ursprünge des Supply Chain Management
E. Extranet
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Transformation des Beschaffungsmanagements durch die Integration neuer Strategien und Technologien im internationalen Kontext. Das zentrale Ziel ist es, moderne Organisationskonzepte und digitale Werkzeuge vorzustellen, deren strategische Relevanz zu analysieren und Handlungsempfehlungen für Unternehmen abzuleiten, um den Anforderungen der globalen Wertschöpfungskette gerecht zu werden.
- Strategische Organisationskonzepte wie Global Sourcing und Outsourcing.
- Optimierung der Wertschöpfungskette durch Supply Chain Management.
- Einsatz von E-Procurement und elektronischen Marktplätzen in der operativen Beschaffung.
- Herausforderungen und Qualifikationsanforderungen an den modernen Einkäufer.
- Analyse der Akzeptanz und Implementierung internationaler Beschaffungsstrategien in Deutschland.
Auszug aus dem Buch
2.1 Global Sourcing
Oftmals wird unter GS die „systematische Ausdehnung der Beschaffungspolitik unter strategischer Ausrichtung auf internationale Beschaffungsquellen“ verstanden, also die internationale Ausrichtung des Einkaufs.
Allerdings bezeichnet GS nicht einfach nur, dass ein Unternehmen bei ausländischen Lieferanten einkauft, sondern vielmehr, dass es sich strategisch (z.B.: mittels vorheriger Potenzialanalyse, Testprojekten, Festlegung einer Strategie) auf internationale Beschaffungsmärkte einstellt, und auch entsprechende Ressourcen bereitstellt, d.h. die Einführung des GS als Investition betrachtet, und nicht als bloße Maßnahme des Einkaufs.
Auf der anderen Seite ist GS nicht zwingend mit dem Einrichten internationaler Standorte (z.B.: IPOs) verbunden, gerade die neuen IT-Konzepte des E-Procurement und die verbesserten Möglichkeiten einer internationalen Logistik erlauben eine internationale Beschaffungsstrategie, ohne weltweite Standorte zu benötigen. Was aber dennoch für den Aufbau eines globalen Netzwerks spricht, wird in diesem und Abschnitt 2.2 näher behandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung des Einkaufs als Instrument der Unternehmensführung und definiert das Ziel der Arbeit, moderne Beschaffungsstrategien zu untersuchen.
2. Neue Organisationsstrategien für die Beschaffung: Analysiert Konzepte wie Global Sourcing, (De-)Zentralisierung und Outsourcing als Reaktion auf geänderte Anforderungen.
3. Supply Chain Management aus Sicht der Beschaffung: Beleuchtet SCM, CSCM und SRM als Methoden zur ganzheitlichen Integration der Wertschöpfungskette.
4. Einflüsse von E-Business auf die Beschaffung: Untersucht E-Procurement-Tools, Online-Kataloge und Marktplätze sowie die Vorbehalte gegenüber diesen Technologien.
5. Herausforderung der internationalen Beschaffung in Deutschland: Diskutiert die Diskrepanz zwischen strategischer Erkenntnis und praktischer Umsetzung sowie die neuen Anforderungsprofile an Einkäufer.
6. Fazit und Handlungsempfehlungen: Führt die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer verstärkten Internationalisierung und Qualifizierung im Beschaffungsmanagement.
Schlüsselwörter
Beschaffungsmanagement, Global Sourcing, Supply Chain Management, E-Procurement, Outsourcing, Internationalisierung, Wertschöpfungskette, Strategischer Einkauf, Supplier Relationship Management, Beschaffungsmarketing, Prozesskosten, Logistik, Transformation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und Anwendung neuer, innovativer Strategien im internationalen Beschaffungsmanagement unter Berücksichtigung moderner Kommunikations- und Informationstechnologien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf Organisationsformen (Global Sourcing, Outsourcing), der Integration in die Supply Chain sowie dem Einfluss elektronischer Werkzeuge auf die operative Beschaffung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Wandel vom klassischen Einkauf zum strategischen internationalen Beschaffungsmanagement darzustellen und die Bedeutung dieser Entwicklung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller Fachpublikationen, ergänzt durch praktische Erfahrungen des Verfassers und Experteninterviews mit Vertretern aus der Industrie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert verschiedene Beschaffungsstrategien, IT-gestützte Prozesse, Anforderungen an das Personal sowie spezifische Herausforderungen bei der Implementierung dieser Ansätze in deutschen Unternehmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Global Sourcing, E-Procurement, Supply Chain Management, Prozessoptimierung und die strategische Neuausrichtung des Einkaufs beschreiben.
Welche Rolle spielt die RFID-Technologie?
RFID wird als zukunftsweisende Technologie in der Logistik identifiziert, die durch kontaktlose Identifikation Prozesse revolutionieren könnte, aktuell jedoch aufgrund hoher Investitionskosten eher selten genutzt wird.
Was ist der Kernunterschied zwischen 3PL und 4PL Logistikkonzepten?
Während 3PL Logistik-Dienstleister für Transport und Lagerung sind, fungieren 4PL-Anbieter als Systemanbieter, die das Design und Management der gesamten Supply Chain übernehmen.
- Quote paper
- Florian C. Kleemann (Author), 2004, Neue Strategien im internationalen Beschaffungsmanagement, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/31873