Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZ. Das Beispiel Diabetologie


Forschungsarbeit, 2016

11 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abstract

Key Assumption

Einleitung

1 Diabetologie in MVZs

2 Der Diabetologe

3 MVZs mit Schwerpunkt Kardiologie

4 Pflegeaspekte
4.1 Vorteile überwiegen der anfänglichen Skepsis
4.2 Träger sind hauptsächlich niedergelassene Ärzte
4.3 Hauptmotivation: Erweiterte Position am Markt
4.4 MVZ meist mit Versorgungsschwerpunkt
4.5 Gründungsdrang hält an

5 Praxisbeispiel

Fazit

Literatur

Abstract

RENGER, Fabian: Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZs am Beispiel der Diabetologie / Fabian Renger – St. Elisabeth Universität für Gesundheitswesen und Sozialarbeit, Bratislava; Katheder für Gesundheitswissenschaften, Supervisor: CZIRFUSZ, Attila, Assoc. Prof., M.D., Ph.D. – St. Elisabeth Universität Bratislava, 2016, 24 Seiten

Bei der Untersuchung des Themas „Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZs am Beispiel der Diabetologie“, wurde deutlich, dass es durchaus Sinn macht, für Medizinischer Versorgungszentren (Kurzform: MVZs) mit Schwerpunkt Kardiologie einen Fachbereich Diabetologie einzugliedern.

Die Einführung der MVZs durch den Gesetzgeber mit dem GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GKV-GMG) zum 01.01.2004 hatte verschiedene Zielsetzungen.

Die Erhöhung des Schulungsbedarfs sowie die Übertragung einer vermehrten Verantwortung auf die Patienten und ihre Angehörigen sollen einen integrierten Anteil im Gesundheitswesen darstellen.

Der Diabetologe DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) ist ein Spezialist, der sich durch eine umfangreiche 2-jährige Weiterbildung in einer DDG anerkannten Einrichtung und die Teilnahme an Fortbildungskursen der DDG auszeichnet.

Key Assumption

Bei der Untersuchung des Themas „Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZs am Beispiel der Diabetologie“ wurde deutlich, dass es durchaus Sinn macht, für MVZs mit Schwerpunkt Kardiologie einen Fachbereich Diabetologie einzugliedern.

Einleitung

Die Einführung Medizinischer Versorgungszentren (Kurzform: MVZs) durch den Gesetzgeber mit dem GKV-Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GKV-GMG) zum 01.01.2004 hatte verschiedene Zielsetzungen. Als grundlegend sind zu nennen:

1.) eine Verbesserung der medizinischen Qualität in der ambulanten Versorgungsstruktur
2.) eine Optimierung der integrierten Versorgung
3.) mehr Flexibilität für Ärzte unter organisatorischen Gesichtspunkten
4.) die Möglichkeit, Kapital aus der medizinischen Industrie für MVZs zu binden
5.) die Zusammenarbeit der Ärzte untereinander zu verbessern

Wie auch die MVZs selbst und die dort tätigen Personen sind diese ursprünglichen Ziele ständigen Änderungen im Rahmen der aktuellen Gesetzgebung unterworfen.

Der Beitrag des MVZs zur Versorgungsstruktur ist neu. Das bedeutet, dass die Auswirkungen, also ihr Funktionieren in der Versorgungsstruktur, noch nicht abschließend bewertet werden kann.

Rudimentär betrachtet lässt sich das MVZ als eine spezielle Art von Arztpraxis erklären, wobei seine Komplexität durch die organisatorische Möglichkeit einer leichteren Vergrößerung einer MVZ-Einheit und die Einbindung juristischer Personen in die Eigentümerstruktur zunimmt.[1]

1 Diabetologie in MVZs

Die Erhöhung des Schulungsbedarfs sowie die Übertragung einer vermehrten Verantwortung auf die Patienten und ihre Angehörigen sollen einen integrierten Anteil im Gesundheitswesen darstellen. Dabei nimmt die Diabetesberatung einen fundamentalen Bereich der allgemeinen Patientenschulung ein.[2]

Aus diesem Grund macht es Sinn, für MVZs mit dem Schwerpunkt Kardiologie die Integrierung der Diabetologie zu überdenken.

„Es sind vor allem Informationen zu individuellen Bedürfnissen und Gewohnheiten, zur Biografie, zu den allgemeinen Lebensbedingungen sowie zu den Faktoren, die Pflegebedürftigkeit beeinflussen, und zu ihrem individuellen Wechselspiel, die vom neuen Begutachtungsinstrument nicht erfasst werden. Denn die Begutachtung verfolgt ein anderes Ziel als die individuelle Pflege von Angehörigen: die Feststellung, ob und in welchem Maße eine Person Leistungen der Sozialversicherung zustehen.“[3]

Die sozialmedizinische Nachsorge nach §43 Abs. 2 SGB (Sozialgesetzbuch) V ist als Ergänzung zu den bestehenden Versorgungsmöglichkeiten für chronisch und schwerstkranke Kinder und Jugendliche zu sehen.[4] „Sie setzt am Ende des Krankenhausaufenthalts an, hilft, den Übergang nach Hause zu meistern, organisiert und koordiniert die ambulanten Therapien, Beratungen und Schulungen sowie Rehabilitationsleistungen. Sie begleitet die Patientenfamilien in den ersten Wochen zu Hause, entlastet emotional und hilft in der Bewältigung des Alltags. Auch die Überleitung und die begrenzte Begleitung im Rahmen der Palliativphase eines Kindes können über die sozialmedizinische Nachsorge angeboten werden.“[5]

2 Der Diabetologe

Der Diabetologe DDG ist ein Spezialist, der sich durch eine umfangreiche 2-jährige Weiterbildung in einer DDG anerkannten Einrichtung und die Teilnahme an Fortbildungskursen der DDG auszeichnet.

Dadurch kann der Diabetologe DDG die Patienten mit der komplexen Krankheit optimal therapieren. Während der Weiterbildung werden sowohl Wissen über Diabetes mellitus Typ 2 als auch Typ 1 und Sonderformen vermittelt. Der Diabetologe DDG ist also ein kompetenter Experte für dieses Krankheitsbild.[6]

3 MVZs mit Schwerpunkt Kardiologie

Die Gründer des Medizinischen Versorgungszentrums Kempten sind die Mitglieder der vorherigen Gemeinschaftspraxis, Dr. Franz Heigl (Internist, Kardiologie, Nephrologie), Dr. Reinhard Hettich (Internist, Kardiologie, Pneumologie), PD Dr. Rainer Arendt (Internist, Kardiologie), PD Dr. Norbert Lotz (Internist, Endokrinologie, Diabetologie), Dr. Harduin Reeg (Internist, Kardiologie, Diabetologie) und Dr. Bernadette Eder (Internistin).

Medizinische Versorgungszentren tragen dazu bei, die Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen im Sinne des Gesetzgebers zu verändern. Die Zusammenarbeit von Ärzten verschiedener Fachrichtungen soll damit verbessert werden und die Versorgung der Patienten breit gefächert sein.

Durch neue, verbesserte Organisationsstrukturen werden die Ärzte im MVZ von nichtärztlichen Aufgaben entlastet. So haben sie mehr Zeit für die Patienten und für ihre Weiterbildung. Die Ärzte des Kemptener MVZs bieten ihren Patienten eine umfassende, ganzheitliche medizinische Versorgung aus einer Hand, die sich an den individuellen Bedürfnissen orientiert. "Und dies auf wissenschaftlich und technisch höchstem Niveau in einer Atmosphäre menschlicher Zuwendung"[7], versichern die Mediziner.

Das MVZ Kempten verfügt über eine internistische Praxisklinik, eine diabetologische Schwerpunktpraxis, ein Dialyse- und Apheresezentrum (Blutfettwäsche), die Magnetresonanztomographie zur Herzdiagnostik, ein medizin-pädagogisches Zentrum sowie ein ärztliches Fortbildungszentrum.

Schwerpunkte und Kernkompetenzen sind Diagnostik, Therapie, Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislaufkrankheiten, Allergien, Nieren- und Bluthochdruckkrankheiten sowie Diabetes, endokrinologische und Fettstoffwechselkrankheiten. Die Ärzte des MVZs kooperieren mit großen Universitätskliniken und Herzzentren. Sie tauschen sich mit internationalen Instituten wissenschaftlich aus.

Das MVZ Kempten ist ein modernes, lichtdurchflutetes Gebäude. Es liegt inmitten einer ruhigen Parklandschaft am Rand eines Naturschutzgebietes und verfügt über ein eigenes Bistro-Café mit Dachterasse. Es gibt Vorträge für Patienten und Interessierte, Kunstausstellungen und Konzerte.[8]

Patienten sind nicht ambulant oder stationär, sie sind gesund oder krank. Die integrierte Versorgung bietet eine reelle Chance, wissenschaftliche Innovationen schnell aus dem Forschungslabor zum Patienten zu bringen und hierfür eine geeignete Bezahlung bereitzustellen. Leitlinien sind deshalb keine Pflichtübungen, sondern Instrumente, den evidenzbasierten Gebrauch innovativer medizinischer Verfahren regelrecht zu implementieren.

Leistungserbringer sollten zurückhaltend sein, Gewährleistungsversprechen für den Erfolg medizinischer Behandlungen abzugeben, da nicht geklärt ist, in welchem Ausmaß medizinische Entscheidungen hierdurch beeinflusst werden können. Ein wesentlicher Hinderungsgrund für die weitere Verbreitung von integrierter Versorgung kann die Bürokratie darstellen; deshalb sollten einfache, übersichtliche Regelungen bevorzugt werden. Die Bezahlung für integrierte Versorgung sollte nicht entlang der konventionellen Systeme der ambulanten oder stationären Vergütung erfolgen, sondern als definierte Beträge, die für alle Leistungserbringer und Patienten transparent sind. Diese würde insbesondere sämtliche Vertragste[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]l[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ehmer in[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]e[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]Stand verset[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]en, festste[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]len u[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]d v[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]rgl[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]ichen zu können, in welche Verträge sie eingewilligt haben.[9]

4 Pflegeaspekte

Angehörige als Hauptverantwortliche in der Pflege sind der größte „Pflegedienst“ und aus wirtschaftlicher Sicht für den Staat und die Wirtschaft eine unbezahlbare Ressource.[10]

Laut Oswald et al. werden 28 % der pflegebedürftigen Personen, die zu Hause wohnen, von ihren (Ehe-)Partnern gepflegt. 42 % der Hauptpflegepersonen sind Schwieger-Kinder. Pflegebedürftige erwachsene Kinder werden zu 13 % von den Eltern gepflegt, während 9 % der Pflege von anderen Familienangehörigen übernommen wird. In 8 % sind Freunde, Nachbarn oder Bekannte die Hauptpflegepersonen (Oswald et al., 2008, S. 198). Nachdem das Vertragsarztrechtsänderungsgesetz zum 01. Januar 2007 in Kraft getreten ist, haben sich Niederlassungs- und Arbeitsmöglichkeiten für Ärzte deutlich erweitern. Dafür haben unter anderem neue Kooperationsformen gesorgt. Eine neue Kooperationsform, die es bereits seit 1. Januar 2004 gibt, ist das Medizinische Versorgungszentrum.

[...]


[1] Renger, (2016), S.1, Renger, (2011), S. 1

[2] Vgl. Pöschl, C., Schatka, R.,Czirfusz, A., (2014), Die Bedeutung des transtheoretischen Modells in der Diabetesberatung – Eine Public-Health-Betrachtung, S. 1

[3] Pöschl, C., Selbstständigkeit und Gesundheitsressourcen von Pflegebeziehern im österreichischen Gesundheitswesen, (2015), (Diss. St. Elisabeth-Universität Bratislava), S. 111

[4] Vgl. Porz, F., Erhardt, H., beta Institut für sozialmedizinische Forschung und Entwicklung gGmbH (2003) Case Management in der Kinder- und Jugendmedizin. Thieme, Stuttgart, zit. nach: Podeswik, A., • Porz, F., Groeger, K., Thyen, U., URL: http://www.beta-institut.de/files/betaInstitut/downloads/nachsorge-monatsschrift-kinderheilkunde-090122.pdf, Springer Medizin Verlag 2009

[5] Podeswik, A., • Porz, F., • Groeger, K., Thyen, U., URL: http://www.beta-institut.de/files/betaInstitut/downloads/nachsorge-monatsschrift-kinderheilkunde-090122.pdf, Springer Medizin Verlag 2009

[6] Vgl. O.V., (2015), URL: http://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/weiterbildung/diabetologe-ddg.html, (Stand: 09.03.2016)

[7] O.V., (2014), Versorgung aus einer Hand, URL: http://www.mvz-kempten.de/index.shtml?pressemitteilungen&news=zeitungmvz, (Stand: 09.03.2016)

[8] Vgl. O.V., (2014), Versorgung aus einer Hand, URL: http://www.mvz-kempten.de/index.shtml?pressemitteilungen&news=zeitungmvz, (Stand: 09.03.2016)

[9] Silber, S., Argumente für die Integrierte Versorgung als Regelversorgung in der Kardiologie, In: Clinical Research in Cardiology January 2006, Volume 95, Supplement 2, pp ii37-ii40

[10] Vgl. Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) 2005. Situation pflegender Angehöriger, Endbericht. URL:http://www.bmsk.gv.at [22.12.09], zit. nach: Pöschl, C., Selbstständigkeit und Gesundheitsressourcen von Pflegebeziehern im österreichischen Gesundheitswesen, (2015), (Diss. St. Elisabeth-Universität Bratislava), S. 13

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZ. Das Beispiel Diabetologie
Hochschule
St. Elizabeth University of Health & Social Sciences
Autoren
Jahr
2016
Seiten
11
Katalognummer
V318796
ISBN (eBook)
9783668187948
ISBN (Buch)
9783668187955
Dateigröße
455 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medizinische, eingliederungsvorgänge, fachbereichen, beispiel, diabetologie
Arbeit zitieren
Fabian Renger (Autor)Attila Czirfusz (Autor), 2016, Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZ. Das Beispiel Diabetologie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/318796

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Medizinische Eingliederungsvorgänge von Fachbereichen in MVZ. Das Beispiel Diabetologie



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden